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Und sonst so? KW 46

Was sonst so passierte




Bei dem, was in der Nacht von Freitag auf Samstag in Paris passierte, bleibt mir der Wochenrückblick quasi in der Tastatur stecken. Ich habe das Fußballspiel gesehen und mich wie vermutlich alle anderen gefragt, was da passiert ist. Das war wenig später dann klar.

Was soll man zu solchen Anschlägen sagen? Mir fehlen die Worte. Und mir tun all diejenigen, die Angehörige oder Freunde verloren, unendlich leid. Ich bin froh, dass meiner Schwester, die in Paris lebt, nichts passiert ist. Ich hatte Angst, nachdem ich sie in der Nacht nicht erreicht habe.

Und jetzt habe ich auch Angst davor, dass die Attentate in Frankreich und auch in Deutschland alles noch viel schlimmer machen. Die ersten fordern noch lauter als vorher, keine Flüchtlinge mehr ins Land zu lassen, zumindest keine Muslime. Sind ja alles potentielle Attentäter. Gleichzeitig wird Instagram mit #peace und #humanity geflutet.

Humanity ist aber nicht nur ein schicker Hashtag, der zusammen mit einem stilisierten Eifeltrum mal eben so hingeklatscht wird, weil es gerade alle machen. Humanity bedeutet auch, sich um diejenigen zu kümmern, die keine Heimat mehr haben. Damit sie nicht irgendwann so ohne Perspektive sind, dass sie Rattenfängern auf den Leim gehen, die sie mit Sprengstoffgürteln in einen Musikclub schicken.

Wie kommt man von Paris geschickt in meine Woche? Gar nicht. Also mache ich es ungeschickt.

Vor diesem Freitagabend bestand für mich die Woche gefühlt aus Arbeit und Regen. Stimmt aber gar nicht. Es hat nicht immer geregnet. Nur meistens. Die Regenpause haben die Gänse genutzt, um ihre Reise fortzusetzen:




Ich liebe das Geschnatter am Himmel, wenn im Frühjahr und Herbst die Gänse hier zu Tausenden über die Elbe fliegen. Und irgendwann mach ich mich schlau, wohin die fliegen. Ich nehme mir das jedes Mal vor, wenn ich sie höre. Und ebensoschnell vergesse ich es wieder.

Außerdem war Fräulein Tochter zu verabschieden, die gen Japan flog. Die ersten Tage waren wohl seeeeehr ungewohnt. Inzwischen genießt sie die Zeit. Tempel allerdings, so entnahm ich ihren kargen Meldungen, Tempel hat sie für ihr Leben genug gesehen. Ich denke, wir werden uns bei unserem Austauschschüler mit Kirchen revanchieren ;-). Oder so.

Sportlich war es mit den Basketballern der Hamburg Towers eher als dass ich bei dem Sauwetter selbst viel auf die Reihe gebracht hätte. Warum wird man eigentlich kurz vor Weihnachten immer so faul?




Und irgendwie habe ich es zwischen Arbeit und Regen tatsächlich geschafft, noch mit Töchterlein klein bummeln zu gehen. Und dabei die Tasche gefunden, nach der ich seit einem halben Jahr gesucht habe. Klein sollte sie sein. Cognacfarben sollte sie sein. Außerdem bitteschön aus Leder, gut aussehen und mein Budget nicht sprengen. Ich fand durchaus hübsche Taschen. Aber entweder waren sie Kunstleder, das furchtbar aussah, oder sie waren zu teuer. Und dann plötzlich hing sie da.




Und dann war da noch:

Ein Spaziergang im Deichvorland durch den Wald, entlang an verschiedenen kleinen Buchten. Der ist im Herbst besonders schön. Nicht nur wegen der bunten Bäume, sondern auch weil ab Mitte Oktober die Angler, die den ganzen Sommer lang dort tagelang kampieren und säckeweise Müll hinterlassen, endlich weg sind. Den Müll haben also wie in jedem Jahr die Anwohner zusammengekehrt und abtransportiert. Und endlich ist Ruhe. Denkste. Mir heulenden Motoren kamen plötzlich zwei Crossmaschinen den Waldweg entlang gerast und hätten mich und Fine fast über den Haufen gefahren. Die beiden drehten noch eine paar Runden durch die Wildnis, bis jedes Stück Wild panisch geflohen war und machten sich dann davon. Leider hatten die Maschinen keine Kennzeichen.




Liebe Grüße
Fran

Kommentare

  1. bei solchen die gegend verlärmenden und zerfahrenden idioten denke ich schon mal über handfeuerwaffen nach......natürlich nur auf die maschine :-)
    die tasche ist wirklich schick! und total fran!!! gibts da demnäxt "ausgeh-anzüge"?
    das mit der faulheit vor x-mas hat mit dem winterschlaf zu tun - man hat vor kurzem herausgefunden dass die menschen in den frühen bäuerlichen kulturen nordeuropas sich nach der ernte im herbst tatsächlich mehr oder weniger einbunkert und die meiste zeit mit pennen verbracht haben - machen konnte man eh nicht viel, erschöpft war man von der arbeit des sommers und energie spart das ganze auch - die eigene (also letztendlich essen) und ressourcen für licht&wärme.....wachte man zwischendurch auf erzählte man sich geschichten....
    mir geht diese pseudobetroffenheit auch auf den geist....wg. angst - denk mal an london, oder 9.11. - danach hat es sich auch jedesmal wieder beruhigt weil die geheimdienste sonderschichten fuhren (vermutlich). panik hilft gar nix. verbraucht nur energie die für anderes besser eingesetzt wäre.
    in diesem sinne - dir einen wunderbaren wochenstart! xxxxx
    p.s.: ein paar der gänse überwintern hier....

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    1. Den Winterschlaf bitte ich wieder einzuführen. Das wäre mal eine richtig gute Idee. Genauso wie der Einsatz von Handfeuerwaffen... Ohne Kennzeichen komme ich da ja leider nicht weiter.
      Ausgeh-Anzüge für die Tasche gibt es übernächste Woche, denke ich. Ich warte gerade auf Tochter, Kamera und Regenpause...
      A propos Pseudo-Betroffenheit. Die Freundin meiner Tochter, die vor zwei Wochen mit ihr bei meiner Schwester in Paris war, spammte zwar die halbe Welt und Instagram zu und betete wie verrückt für Paris... Nur daran mal nachzufragen, wie es ihrer Gastgeberin geht, daran hat sie nicht gedacht. Danke auch. Hauptsache, öffentlich betroffen gewesen. Die Veranstaltungen zum Volkstrauertag, bei dem ja immerhin auch den Opfern des Terrors gedacht wird, waren auch nicht so richtig gut besucht hier. Hat ja auch geregnet. Da leidet die Betroffenheit ja doch etwas...
      Liebe Grüße
      Fran

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    2. Der liebe Gott hat nicht jedem Herz und Hirn am rechten Ort wachsen lassen. Oder in der nötigen Größe.... Nechchch.

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  2. Ach Du hast leider so recht. Facebook und co lasse ich jetzt eher mal geschlossen. Schont meine nerven. Ich bin froh dass es Deiner Schwester gut geht.
    schöne Tasche hast Du da ergattert;)
    Liebe Grüße Tina

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    1. Danke :-). Auch fürs Facebook zulassen. Da scheint es schon wieder mächtig abzugehen...
      Liebe Grüße
      Fran

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  4. Es ist echt schlimm. Wir dürfen jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken und schon gar keine Vorurteile gegenüber den Flüchtlingen haben.

    LG Sabine

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    1. Die ersten brüllen schon wieder laut. Gegen diejenigen, die vor dem Terror des IS fliehen. Ich fass es nicht.
      Liebe Grüße
      Fran

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  5. Gottseidank fehlen Dir (im Gegensatz zu mir) nie wirklich die Worte - Du hast Deine Gedanken zu Paris sehr gut ausgedrückt (wie gut, dass mit Deiner Schwester alles in Ordnung ist!) und auch einen praktischen "Übergang" zum Alltagsleben gefunden, denn in diesen müssen, werden und wollen wir alle ja schließlich weiterleben, was manchen von uns angesichts der ganzen sich türmenden Dramen um einen herum psychisch inzwischen schon ziemlich schwerfällt.
    Auch auf diese Menschen müssen wir - bei aller pseudo- oder nicht pseudo-Betroffenheit - aufpassen ...!

    Wieviel Grad hat Deine Tochter in Japan eigentlich zur Zeit? Jaja, die Tempel stehen tatsächlich an jeder Ecke. Ich mag sie. Sie gehören einfach sowas von dazu.
    Wie lange bleibt sie und wann kommt das Mädel, bei dem sie wohnt, zu Euch?
    Die ewig schnatternden Gänse finde ich auch immer faszinierend und Deine Tasche kann ich mir an Dir super vorstellen!
    LG
    Gunda

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    1. Ob das jetzt gut ausgedrückt war oder nicht, es musste raus :-). Ich bin so gar nicht der Typ, der etwas in sich reinfrisst. Zumindest nicht mehr. Und ja, ich verstehe, dass es manch einem schwerfällt, zur Tagesordnung zurückzukehren. Nur wem hilft es, wenn man in Betroffenheit verharrt? Niemandem. Am wenigsten einem selbst.
      In Japan ist es wohl eher kalt zur Zeit. Morgens fahren die Damen bei acht Grad eine Dreiviertelstunde mit dem Rad zur Schule. Das Kind hat nur ne dünne Jacke dabei.... Aber ich gehe davon aus, dass sie nicht erfriert. Und wie sich inzwischen rausgestellt hat, wird jemand anderes als das Mädel, bei dem sie jetzt ist, zu uns kommen wird. Mizuna geht nach Australien. Austausch ist knapp zwei Wochen lang - am Wochenende kommt sie zurück. Wann die Japaner nach Deutschland zum Gegenbesuch kommen ist noch nicht klar. Voraussichtlich rund um die Osterferien. Genaues weiß man nicht. Lehrer halt ;-)
      Liebe Grüße
      Fran

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