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Und sonst so? KW 7

Tja, so richtig viel war in der vergangenen Woche nun nicht los. Mein Radius beschränkt sich auf 70 Quadratmeter im Erdgeschoss und, wenn ich die Mühe auf mich nehme und auf dem Hintern die Treppe hochrutsche, weitere 70 im Obergeschoss. Da ich das Chaos in den Teenie-Zimmern schon im Normalmodus nicht so erquickend finde, bleibe ich meist unten ;-) Meine Rollstuhl-Skills sind dafür inzwischen fast preisverdächtig. Drehen auf der Stelle? Pah, ein Klacks! Und auch auf Krücken bin ich inzwischen Profi. Habt ihr ja längst gesehen.


Dafür gibt es so ganz alltägliche Dinge, die plötzlich zum Problem werden. So etwa die Abwesenheit von Toilettenpapier. Hier leben Menschen, die weder Zeit noch Lust haben, bis in den Keller zu rennen, wenn sich das dem Ende zuneigt. Also wird ein ganz besonders ausgeklügelter Trick angewandt: Drei Blättchen bleiben immer auf der Rolle. Wer nicht genau hinsieht, fällt drauf rein. Unter anderem die olle Mutter. Was bisher höchstens ärgerlich war, treibt mich im Moment gern mal zur Verzweiflung und ich kriege das heulende Elend. Denn in den Keller komme ich einfach nicht. Aber bevor ihr jetzt mit den Übeltätern schimpft: Ich denke, die Botschaft ist inzwischen angekommen ;-)

Ansonsten ist meine Lieblingsfamilie einfach rührend. Da fährt der beste Mann der Welt extra nochmal los, um mir Kinderriegel oder eine Zeitschrift zu kaufen, die Töchter zaubern Schokoladenkuchen und gehen morgens um sechs mit dem Hund raus, ohne auch nur ansatzweise zu meckern . Ich werde vortrefflich unterhalten und geknuddelt und alle versuchen, mir das Leben so einfach wie möglich zu machen. Danke, Familie!

Ich fürchte nur, ich selbst bin das eine oder andere Mal wirklich ungenießbar. Von Tempo 180 ganz plötzlich auf Schneckentempo runtergeholt zu werden ist etwas, woran ich hart zu knabbern habe. Und weil ich nicht unbedingt der introvertierte Typ bin, knabbere ich durchaus auch mal laut. Aber meist geht es. Und in fünf Wochen, also ziemlich genau an Ostern, kommt der Gips hoffentlich weg. Er wird dann ersetzt durch einen echt stylischen Schuh, der für weitere sechs Wochen mein Bein zieren wird. Aber - und das ist die gute Nachricht - ich darf dann den rechten Fuß langsam wieder benutzen. Ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich auf diesen Tag freue.



Freuen tu ich mich auch über Besuche, Blümchen und Anrufe von Freunden, Nachbarn und Kollegen. Die Hilfsbereitschaft ist schon fast zum Heulen. Ob Kinderfahrdienste, Besorgungen oder einfach nur eine Viertelstunde zum Klönen - ich hätte nie gedacht, dass alle so sehr an mich denken.




Weniger erbaulich fand ich ganz ehrlich der Spruch, den ich in der vergangenen Woche einige Male gehört habe: Boah, sechs Wochen auf dem Sofa? Toll, das hätte ich auch gern mal. Ach, tatsächlich? Ich habe die Nase voll. Denn sechs Wochen auf dem Sofa heißt auch sechs Wochen, in denen man sich einfach nur hilflos fühlt. Alles, was man überhaupt noch tun kann, und das ist verdammt wenig, dauert dreimal so lange wie sonst und ist schmerzhaft. Die Außenwelt beschränkt sich auf den Blick aus dem Fenster, den ihr oben seht. Und aus Rechner und Telefon. Der Fuß muss hoch liegen. Ausflüge sind höchstens mal zum Arzt drin. Wann ich wieder laufen kann, weiß kein Mensch. Und nein, ich mag inzwischen auch keine Geschichten mehr über gebrochene Sprunggelenke und die Spätfolgen hören.


Aber Jammern und Heulen hilft ja nix. Es bleibt, wie es ist. Also versuche ich die Zeit so gut gelaunt wie möglich zu überstehen und das Beste draus zu machen. Drückt mir die Daumen, dass der Bruch beim nächsten Röntgentermin Ende der Woche erste Tendenzen zum Heilen zeigt. Und vor allem, dass die Trümmer so zusammenwachsen wie sie sollen. Das wäre ne Party wert :-)

Liebe Größe
Fran





Kommentare

  1. Also sechs Wochen zu Hause würden mir auch gefallen, aber als Urlaub und nicht mit Gips! Schrecklich! Ich hatte mal den rechten Arm in Gips und weiß, wie ätzend das ist, wenn man auf andere angewiesen ist.

    Die Hilfsbereitschaft bei euch finde ich ganz toll. Das freut mich sehr für dich. Auch, dass deine Familie sich so gut um dich kümmert.

    Und die Klopapier-Situation kenne ich auch bestens. Das ist hier nicht anders. Wenn's Muttern nicht macht, macht's keiner... he he... überall das Gleiche! ;)

    Viele liebe Grüße
    Sabine

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    1. Ich dachte, dass meine lieben Kinder die einzigen sind, die diesen Klopapier-Trick beherrschen. Beruhigend, dass da anderswo auch so ist ;-) Krank ist immer doof, ob Arm oder Bein oder was auch immer. Aber immerhin geht es vorbei. Und die Familie lernt was dazu. Hoffe ich. Und wenn es nur die Sache mit dem Klopapier ist *grins*
      Liebe Grüße
      Fran

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  2. Hallo Fran, ich verstehe sehr gut, dass diese unfreiwillige Pause an deinen Nerven zerrt. Zur mehr oder wenigen Untätigkeit verdonnert zu sein ist doof, keine Frage. Aber vielleicht kannst du ja jetzt mal all die Bücher lesen, die du auf Halde hast oder ein bißchen vorbloggen oder das Fernsehprogramm sichten und zu dem Schluß kommen, dass man keinen Fernseher braucht, bei diesem Schrott. (ich ärgere mich gerade sehr über das Programm...). Die Wochen bis Ostern gehen vorbei und dann springst du wieder wie ein junges Rehlein...
    LG Eva

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    1. Zum Lesen fehlt mir gerade noch die Fähigkeit, mich zu konzentrieren. Aber das wird. Vorbloggen ist auch ein bisschen schwierig, denn da hier gerade alle Zusatzaufgaben haben, bleibt für Fotos leider wenig Zeit. Aber ich arbeite dran :-)
      Liebe Grüße
      Fran

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  3. deswegen bewahre ich die klopapier-reserven in dem räumchen auf wo das klo steht! :-)

    wer krank ist darf auch nörgeln. ist schliesslich kein wellness-urlaub. iss nur nicht zuviele schoko-riegel - bei all der erzwungenen untätigkeit.....
    weiterhin gute besserung und lisbeth und ich drücken daumen und däumchen für überwältigend gute ergebnisse der nächsten röntgenuntersuchung!!!!!
    xxxxx

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    1. Gute Idee mit der Aufbewahrung an Ort und Stelle. Irgendwie auch logischer als das Zeug aus dem Keller hochzuschleppen. Die Schokoriegel werden eingeteilt. Sonst passe ich Ostern in keine Büx mehr. Das wäre ja nu auch doof.
      Liebe Grüße
      Fran

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  4. Ach Fran sei tapfer. Ich weiss das bist Du ja. Clopapier, ohnja das kenne ich. Ich stapel Reserven auf dem Badschrank.
    bald kannste wieder rennen, ich drück Dir die Daumen. Ganz fest.
    liebe Grüße Tina

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    1. Au ja, rennen wäre toll. Ich krieg die Zeit schon rum. Immerhin kann ich irgendwann wieder rennen. Andere haben so viel Glück nicht.
      Liebe Grüße
      Fran

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  5. Solche Sprüche muss man nicht haben. 6 Wochen Urlaub ja, aber nicht auf dem Sofa. Ich finde es ja ganz rührig, wie man sich um Dich kümmert. Einfach klasse. Vielleicht mal ne Rolle Klopapier mehr mit ins Bad nehmen für die nächste Zeit.

    Bleib weiterhin so tapfer!

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ich erteile gleich Befehl, in jedem Bad einige Rollen zu verteilen :-) Als Befehlshaber mache ich mich echt gut. Noch sind auch keine Revoluzzer in Sicht. Mal sehen, ob das noch fünf Wochen lang klappt ;-)
      Liebe Grüße
      Fran

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  6. Ich nun wieder:
    Sei froh, dass es Internet bei Dir in Klapprechnerform gibt und Handys, so dass Du vom Sofa aus mit der Welt in Kontakt treten kannst, auch wenn das auf Dauer langweilig wird und Du natürlich das Bedürfnis nach einem weit größeren Horizont hast.

    Apropos: Wie wird sich denn nach Ostern oder ein paar Wochen später die Auto-Situation bei Euch darstellen?

    Als wir jung waren, wäre das Problem zumindest deutlich größer gewesen. Nix Handy, nix Internetz, sondern maximal Telefon oder Briefe schreiben ... - oder halt besuchen lassen. Schön, dass alle so um Dich bemüht sind. Sei dankbar (biste ja auch, ich weiß). Bei mir wäre in einer solchen Situation deutlich weniger los, sprich, noch mehr Langeweile und Tristesse ...

    Zum Thema Klopapier:
    Bei uns befinden sich auch immer mindestens 1-2 Ersatzrollen im gleichen Raum wie das Klo. Pflicht. Da kann man dann rechtzeitig meckern, wenn z. B. nur noch eine da ist und die auf'm Halter sich dem Ende entgegen neigt.

    Meine Daumen sind gedrückt und gute Besserung ist gewünscht!
    LG
    Gunda

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    1. Ohne Internet die sechs Wochen zu überleben - au weia. Andererseits haben wir frühe ja auch überlebt. Vor 20 Jahren hatte ich eine Karpaltunnel-OP an beiden Handgelenken. Da habe ich tatsächlich mit dem Fernseher überlebt. Auf die Fernbedienung tippen ging mit Verrenkungen gerade noch...
      Auto-Situation müssen wir mal gucken. Ich darf sowieso frühestens Mitte Mai wieder fahren. Vorher wird der Fuß das nicht schaffen. Und bis dahin brauchen wir halt auch kein zweites Auto. Wenigstens macht das keinen Stress.
      Die Sache mit den Ersatzrollen führe ich sofort ein. Und falls es Dich mal trifft: Ich komme vorbei und unterhalte Dich :-)
      Liebe Grüße
      Fran

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  7. Oh man, Du Arme! Ich kann mir schon vorstellen, dass 6 Wochen gezwungermaßen(!) zum Nichtstun verdammt zu sein, ziemlich nervig werden kann. Was das mit dem Klopapier betrifft, das kenne ich eher von Kaffeemaschinen auf der Arbeit (von früher, mittlerweile gibts ja überall Automaten), da nehm auch niemand gern die letzte Tasse, damit er keinen neuen aufsetzen muss ;-)

    Lg und halt die Ohren steif!

    Annemarie

    P.S.: Und ja, der Gips passt wirklich perfekt zum Outfit ;-)

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    1. Hihi, die Sache mit der Kaffeemaschine kenne ich *grins* Das waren die Zeiten, in denen man alle 30 Minuten in die Küche tigerte und guckte, ob jemand sich erbarmt hatte...
      Liebe Grüße
      Fran

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  8. Hol dir Amazon Prime und guck alle Serien und Filme, die du nicht gucken konntest, weil Kinder, Job usw. Ich hab mal nach einer OP alle Staffel "24" geguckt und hab mich am Telefon fast mit "CTU Jack Bauer" gemeldet.
    Du machst das klasse wette ich. Und deine Fam weiss jetzt, was sie an dir hat. Du rockst den Scheiss-Gips!

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    1. Amazon Prime und Apple TV sind da. Blöd nur, dass ich echt zu doof bin, den ganzen Kram ans Laufen zu kriegen *echt wahr* Morgen nehme ich nen Kurs bei Tochter, klein. Die lacht sich tot.... Die 24-Sessions kenne ich. Die haben wir vor den Kindern nächtelang gemacht. Hach, waren das Zeiten. Fünf Staffeln Game of Thrones habe ich vor Weihnachten geschafft, als ich krank war. Mal sehen, was es sonst so gibt :-)
      Liebe Grüße
      Fran

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    2. Flesh & Bone ist mein momentaner Favorit bei Prime. Passt vom Titel her, ne?

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    3. Flesh & Bone kenne ich leider schon. Zumindest die ersten acht Folgen. Es gibt wohl keine Tanzserie auf der Welt, die Tochter, groß, nicht anschleppt ;-) Oder gibt es da inzwischen eine zweite Staffel?
      Liebe Grüße
      Fran

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  9. Liebe Fran. Ich wünsch Dir weiterhin gute besserung und hoffe, dass weiterhin alles gut und zügig verheilt. LG Sunny

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    1. Danke :-) Das wird bestimmt. Du hattest im Sommer die Schulter-Sache, oder? Wie lange hat der Spaß eigentlich gedauert? Und ist da alles wieder ok?
      Liebe Grüße
      Fran

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  10. Ich bin sicher Du bist ganz schnell wieder auf den Beinen :) Weiterhin gute Besserung
    LG heidi

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    1. Danke :-) Unkraut vergeht nicht *grins*
      Liebe Grüße
      Fran

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  11. Guten Morgen Fran! Weiterhin gut Besserung, es soll ganz schnell verheilen <3

    Liebe Grüße zu dir!

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  12. Der Toilettenpapier-Trick ist offenbar weitverbreitet. Hier tricksen wir uns auch gegenseitig aus und schauen,wer der Blöde ist, der die nächste Rolle einlegen muss. Immerhin steht das Klopapier direkt neben dem WC. Warum sich noch unnötig Stress machen? ;)

    Der Blick aus deinem Fenster ist aber schon klasse. Andere fahren in den Urlaub, um das sehen zu können. ;)

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    1. Ist schon irre, dass der Toilettenpapier-Trick so weit verbreitet ist. Vermutlich habe ich es früher genauso gemacht und das nur verdrängt ;-)
      Liebe Grüße
      Fran

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