Mittwoch, 30. März 2016

Ostern - Lammkeulen, Blümchen und ein blaues Kleid




Auf den österlichen Familienbesuch musste ich in diesem Jahr leider verzichten - mit kaputtem Fuß eben mal 600 Kilometer fahren war leider nicht drin. Aber es gab würdigen Ersatz: Meine Freundin hatte zu einem echten Lammkeulen-Festmahl geladen und bei der Gelegenheit köpften wir zur köstlichen Keule mit noch köstlicheren Beilagen - es gab sogar Yorkshire Pudding - eine Flasche Champagner, um das Ende der "Fuß nicht belasten"-Ära zu feiern.


Neben dem Essen spielten wir noch eine außerordentlich spaßige Runde Memory, die ich übrigens haushoch gewann - ziemlich ungewohnt eigentlich. Dafür belegte ich beim Scrabble nur Platz vier von vier Teilnehmern. Und das, obwohl ich stets den Duden im Anschlag hatte. In dem steht "Om" übrigens nicht drin. Nur falls mal einer von Euch ein O und ein M beim Scrabble übrig hat. Om gibt`s nicht. Leider.


Und weil meine Freundin nicht nur eine unglaublich gute Köchin, sondern auch eine begnadete Gärtnerin ist, hat sie längst Dutzende von Frühlingsblumen besorgt, die an Ostern gepflanzt wurden. Und die Blütenpracht haben wir gleich für ein improvisiertes Photoshooting genutzt. Das strahlende Lachen liegt übrigens ausnahmsweise nicht an den Blümchen, sondern an unseren charmanten Männern, die das natürlich nicht verpassen wollten und das Shooting außerordentlich geistreich kommentierten ;-)



Auf diese Weise kam aber immerhin mein Oster-Kleid noch richtig zur Geltung. Online gekauft während langer Sofa-Stunden konnte ich es endlich tragen und dank des durchwachsenen Wetters an Ostern war es weder zu warm noch zu kalt. Noch kein richtiger Frühlings-Look, aber immerhin durfte auch die Jeansjacke an die Luft. Und natürlich die hohen Sneaker, die es leider nicht aufs Bild schafften. Die werden mich die nächsten sechs bis acht Wochen trotzdem noch begleiten. Also werden sie gnadenlos auch zu jedem Kleid getragen :-)


Kater Arthur guckte übrigens reichlich skeptisch, als ich ihn vor die Kamera zerrte. Normalerweise ist Arthur nämlich ziemlich kamerascheu. Dafür schleppt er gern Tauben, die er erbeutet hat, durch die Katzenklappe ins Haus. Arthur hat es faustdick hinter den Ohren :-)

Liebe Grüße
Fran

Sonntag, 27. März 2016

Back in black - KW 12


Überraschung! Na, was seht ihr? Zwei Füße in Schuhen. Kein Gips, keine Schiene. Nur Füße in Schuhen! Yeah! Es begab sich am Donnerstag, als mein nach der Röntgenkontrolle Arzt sagte, ich darf die Schiene ablegen und die Belastung langsam steigern. Bis genau heute. Und ab morgen, also Ostermontag, darf ich den Fuß wieder voll belasten. Dann dürfen also die Krücken weg :-) Ihr könnte Euch vorstellen, dass ich an diesem Tag im Kreis grinste.

Die ersten Schritte sind nicht nur nach mehr als sechs Wochen ungewohnt, sondern sie tun auch weh. Fuß abrollen macht das Gelenk noch nicht mit. Aber Physiotherapie wird es richten, hoffe ich. Nachdem dann gestern endlich der Frühling eintraf, gab`s kein Halten mehr. Zum ersten Mal seit dem Unfall war endlich wieder eine Hunderunde an die Elbe auf zwei Beinen möglich. Und es war sooooo schön!





Außerdem war es die richtige Gelegenheit, um meine neue Jacke auszuführen. Im Online-Shop lief sie unter der Bezeichnung Bomberjacke, aber Sunny hat kürzlich darüber aufgeklärt, was wirklich eine Bomberjacke ist. Nun denn, ich kann mir Bomberpiloten auch ehrlich gesagt schlecht in einer Jacke mit aufgestickten Kirschblüten und Blümchen vorstellen. Also heißt das gute Stück einfach nur "Jacke". Ihr ist es egal, hat sie gesagt ;-)




Für die Füße musste neues Schuhwerk her. Denn in den nächsten Wochen sind knöchelhohe Sneaker Pflicht. Ein Paar besitze ich, aber das ist weiß. Und auch wenn jetzt tatsächlich der Frühling eintrifft, ein Paar Schuhe für mehrere Wochen? Mein Mann meinte ja, das sei für einen echten Kerl kein Problem. Für eine Frau schon ;-) Nun denn, das Zweitpaar ist schwarz. Die Kinder fanden es cool, der Mann weniger. Egal, er bleibt der Weltbeste Ehemann der Welt :-)



Ansonsten war die Woche eher unspektakulär. Osterdeko fiel aufgrund von Immobilität flach, der Osterzopf, den ich gebacken habe, war schneller weg als man gucken konnte und deshalb gibt es auch kein Foto. Gefärbte Eier gibt es natürlich - ohne gefärbte Eier kein Ostern - aber es ist schon zu dunkel, um die noch zu fotografieren. Abgesehen davon gibt es ungefähr drölfzig Millionen auf Instagram und die sind vermutlich alle hübscher als unsere ;-)



Ich wünsche Euch frohe Ostern!
Fran



Jacke, Top & Jeans: Zara
Schuhe: Adidas Stellasport

Donnerstag, 24. März 2016

Und wieder Instagram: Ist das Spiel aus? Oder nur das Geschäft?

Warf man in den vergangenen Tagen einen Blick auf die großen deutschen Modeblogs, gab es neben dem Frühlingsanfang ein beherrschendes Thema: Die Ankündigung, dass Instagram die Fotos und Videos, die den Usern angezeigt werden, demnächst in einer neuen Reihenfolge anzeigt. Nicht mehr die letzten Bilder der Instagramer, denen man folgt, werden dann ganz oben angezeigt, sondern die Bilder, die ein Algorithmus für "relevant" hält. Was für den einzelnen User relevant ist, folgert dieser Algorithmus aus den Accounts, denen man folgt und aus den Herzen, die man vergibt.

70 Prozent der Bilder, so wird diese Änderung begründet, werden zur Zeit überhaupt nicht angesehen. Mit der neuen Sortierung soll das geändert werden. Das neue System soll erst einmal an einem ausgewählten Kreis von Usern getestet werden, bevor es flächendeckend eingeführt wird. Zumindest zu Beginn der Umstellung sollen alle Bilder der abonnierten Accounts angezeigt werden. Ob das dauerhaft der Fall sein wird, lässt man offen.

So weit, so gut. Für diejenigen, die ihr Geld mit Instagram verdienen, ist das natürlich eine Katastrophe. Denn hier schlagen sich die Abonnenten- und Like-Zahlen in barer Münze nieder. Weniger Likes - weniger Einkommen. Und wenn künftig ihre Bilder nur noch ganz unten im Feed von 400-500 Bildern, die ein durchschnittlicher User pro Tag abonniert hat, zu sehen sind, dann dürften die Likes noch viel weiter sinken. Als Folge sinkt das Einkommen. Und das stößt selbstverständlich auf Empörung im Netz.

Verdienen will aber natürlich auch Facebook, das Instagram im April 2012 kaufte, und zwar für immerhin eine Milliarde Dollar. Lange gab es kein Geschäftsmodell für die App. Seit einiger Zeit gibt es Werbeeinblendungen im Feed. Die "personalisierte" Anzeige von Bildern wird vermutlich auf die eine oder andere Weise ebenfalls Geld bringen. Darüber hinaus gibt man seine Bildrechte mit dem Upload quasi an der Haustür ab. Die App sitzt also auf einem gigantischen Bildarchiv, das sich ganz sicher auch auf die eine oder andere Weise zu Geld machen lässt.

Aber dass die Besitzer der App auf Dauer einfach dabei zusehen, dass zahlreiche User mit Instagram Geld verdienen, und zwar nicht wenig, das hat doch im Ernst niemand geglaubt, oder? Kann ich sogar verstehen. Wenn ich eine Milliarde Dollar für eine App ausgebe, einen Haufen Personal einstelle, dann will ich diese Investition irgendwie wieder reinholen und nicht zusehen, wie andere damit verdienen.

Mit der neuen Sortierung bietet sich da natürlich auch eine neue Einnahmequelle an. Wirft man zielgerichtet Bilder von Accounts, die Abonnenten angewiesen sind, in den Feed von User X und der nimmt den Vorschlag dankend an und abonniert, kann man dafür natürlich dann eine Bezahlung verlangen. Wäre denkbar. Abonnenten und Likes können dann zielgerichtet "verkauft" werden. Und natürlich ist das für diejenigen von Nachteil, die auf Abonnenten und Likes angewiesen sind, weil sie damit ihr Geld verdienen. Bisher müssen sie Arbeit in Abonnenten und Likes investieren. In Zukunft sind es vermutlich Arbeit UND Geld.

Für diejenigen, die Instagram just for fun nutzen, soll sich bis auf die Reihenfolge der Bilder erst einmal nicht viel ändern. Angeblich bekommen sie alle Bilder weiterhin zu sehen. Ob das so bleiben wird - werden wir sehen. Zusätzlich bekommt man dann halt noch ein paar Bilder serviert, die zu den Like-Gewohnheiten passen und die auf Accounts hinweisen werden, die Abonnenten suchen. Will ich das? Eigentlich ist es mir ziemlich egal. Instagram ist für mich ein netter Pausenfüller. Nicht mehr und nicht weniger. Ich zahle nichts dafür und im Gegenzug habe ich eben leider auch kein Anrecht darauf mitzubestimmen oder mitzugestalten. Und wenn ich mit der Geschäftspolitik nicht einverstanden bin, mache ich meinen Account einfach dicht. OK, ich kann das verlustfrei. Ich hänge nicht so sehr an dieser App. Und läge in Instagram-Posts allerdings ein Teil meines Einkommens, wäre das weit schwieriger.

Und jetzt? Ist das der Tod von Instagram? Setzt jetzt Snapchat zum finalen Siegeszug an? Und wie lange wird es dauern, bis dort das Spiel von vorn losgeht? Unter den großen Bloggern ist man sich gerade einig: Investieren sollte man vor allem in den Blog. Den kommerzialisiert man nach Belieben selbst, denn da kann niemand reingrätschen. Eine Erkenntnis übrigens, die viele ältere Blogger nur müde lächeln lässt. Manchmal sind Alter, Weisheit und die nötige Ruhe, um nicht auf jeden Trend aufzuspringen, eben doch von Vorteil ;-)

Liebe Grüße
Fran




Dienstag, 22. März 2016

Lenz-Trends 2016 - Schulterfrei


Jedes Jahr spätestens Ende Februar kann ich Kaschmirpullover, Kaschmirstrickjacken und Wollsocken nicht mehr sehen. Wie gut, dass sich dann nicht nur die Redakteure von Modezeitschriften, sondern auch viele Blogger Gedanken darum machen, was man im Frühling und Sommer so tragen kann. Die meisten Trends gehen zwar an mir vorbei, weil ich weder zum Coachella-Festival jette noch als Neo-Hippie mit Wildleder-Fransen über den Deich flaniere. Aber zu gucken, was es Neues in der großen, weiten Modewelt gibt, finde ich durchaus interessant.

Und weil das so ist, kam mir die Lenz-Trend-Aktion, zu der Ela aufgerufen hatte, ganz recht. Sie hat ehe ganze Reihe von Ü40-Bloggern gebeten, ihre ganz persönlichen Trends für den Frühling zu zeigen und herausgekommen ist eine kunterbunte Sammlung von tragbaren Trends, die ganz einfach und meist sogar mit Bordmitteln nachzustylen sind.

Über meine Lieblingstrend musste ich nicht lange nachdenken. Schon im letzten Sommer hingen sie vereinzelt in den Läden: Schulterfreie, neudeutsch off-shoulder Shirts und Blusen. Und die fand ich auf den ersten Blick klasse. Es gab sie vor vielen Jahren schonmal, aber da hätte ich mich niemals getraut, schulterfrei in die Uni zu gehen. Hätte auch gar nicht zur Pflicht-Jutetasche gepasst. Im vergangene Sommer haben dann die ersten zwei Oberteile Einzug gehalten und weil auch in den nächsten Monate schulterfrei regiert, haben sie Verstärkung bekommen. Farblich bin ich dabei allerdings ziemlich Trend-resistent. Schwarz und weiß sind die Farben der Wahl :-)

Die weiße, schulterfreie Bluse kennt ihr schon aus der Jeans-Aktion im Oktober. Damals hatte ich sie mit einer Latzhose kombiniert, diesmal mit einer Boyfriend-Jeans. Die Kombination aus weißer Bluse und Jeans liebe ich und wenn ich so gar nicht weiß, was ich anziehen soll, dann zerre ich morgens einfach eine weiße Bluse und ein Jeans aus dem Schrank. Passt immer :-)




Die Experten in Sachen "Wie kleide ich mich richtig" werden vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, denn für V-Typen mit breiten Schultern gilt eigentlich, dass alles zu vermeiden ist, was die Schultern betont. Das ist mir in diesem Fall einfach mal egal, denn ich mag mich schulterfrei sehr gern. Immerhin betont es keine Falten :-)



Mein allerliebster Trend für die nächsten Wochen sieht allerdings angesichts der grauen Regenwolken vor meinem Fenster nochmal ganz anders aus. Ich hätte gern das hier, und zwar mit frischen, grünen Blättern und Temperaturen rund um 20 Grad. Ich habe in diversen Onlineshops gesucht, aber bin noch nicht fündig geworden. Falls jemand sachdienliche Hinweise hat, nehme ich die gern im Kommentar entgegen :-)


Liebe Grüße
Fran

Sonntag, 20. März 2016

Und sonst so? KW 11

Eine Woche voller Überraschungen :-) Nachdem ich am letzten Sonntag noch ganz schön deprimiert war, weil der Gips aka "das blaue Ungeheuer" noch immer mein Bein zierte, stand am Montagnachmittag wieder ein Arztbesuch an und ich wurde das olle Ding wider Erwarten doch noch los. Ein letztes Erinnerungsfoto in der Praxis und schwups, war er weg *jubel*


Ein bisschen erschrocken war ich allerdings doch, als ich nach mehr als vier Wochen meinen Fuß wiedersah. Der ist nämlich immer noch ganz schön geschwollen und rund um den Knöchel verziert mit lauter blauen Flecken. Aber den Fuß endlich wieder waschen zu können war durchaus eine Wohltat. Und ich bin sicher, nach einem gefühlten Kilo Creme wird auch die Haut irgendwann wieder normal aussehen.


Statt Gips trage ich jetzt eine Schiene, die immerhin die Auswahl an Hosen deutlich erweitert ;-) Auftreten und Gehen darf ich immer noch nicht, Krücken und Rollstuhl sind also immer noch Begleiter auf jedem Weg. Aber immerhin darf ich das rechte Bein versuchsweise mit ein paar Kilo belasten. Außerdem steht dreimal pro Woche Physiotherapie auf dem Plan. Übermorgen geht es dann wieder zum Kontrollröntgen und wenn das Gelenk immer noch richtig steht und alles gut aussieht, besteht Anlass zur Hoffnung, dass ich den Fuß nach Ostern tatsächlich wieder voll belasten darf. Natürlich mit Schiene, also von "normalem" Gehen weit entfernt. Aber es geht voran!


Voran ging es in dieser Woche tatsächlich auch mit dem Frühling. Zumindest für zwei Tage schaute er zaghaft mit ganz viel Sonne vorbei! Die Gelegenheit war natürlich günstig, die Fotos für Ela`s Aktion Lenz-Trends zu schießen, die es am Dienstag hier zu sehen gibt. War gar nicht so einfach, weil die Damen Fotografinnen in der vergangenen Woche schulisch fürchterlich eingespannt waren. Warum müssen eigentlich alle Klausuren noch kurz vor den Ferien geschrieben werden? Immerhin hin ich jetzt im Thema Flucht, Vertreibung und Umsiedlung zwischen 1900 und 1950 sattelfest. Wer weiß, wann man dieses Wissen mal braucht ;-)

Ansonsten heißt es für mich in der nächsten Woche wieder mal: Geduld. Ich würde soooo gern wieder ohne Krücken laufen *hab inzwischen Schwielen an den Händen* oder einfach mal mit dem Hund rausgehen. Oder mich unter die Dusche stellen und nicht beim Versuch, auf dem Omma-Brett auf der Badewanne zu duschen das komplette Bad unter Wasser setzten und dabei jämmerlich frieren. Ja, ich hör ja schon auf zu jammern *jammer leise weiter* Alles wird gut. Und bis es gut ist, futtere ich einfach noch ein paar Pralinen. Die sind nämlich im Überfluss vorhanden. Vermutlich kann man mich irgendwann nur noch mit einem Kran vom Sofa entfernen ;-) Ihr dürft Euch übrigens schonmal drauf vorbereiten, dass ich, sobald ich wieder laufen kann, darüber jammere, dass ich noch nicht Autofahren kann. Und wenn auch das wieder geht, jammere ich halt einfach darüber, dass ich gern auf dem Sofa sitzen würde :-)


Ach, und bevor ich es vergesse: Diesen Link hat mir mein bedauernswerter Mann gestern geschickt: Männer im Shopping-Leid. Ich vermute, er wollte damit andeuten, wie traurig er darüber ist, dass ich gestern leider, leider, nicht mitfahren konnte, als der Rest der Familie nach Hamburg aufgebrochen ist. Er hat keine Ahnung, dass ich zeitgleich im Adidas-Onlineshop nach knöchelhohen Turnschuhen gesucht habe und fündig wurde :-) Wenn ich die Dinger schon den halben Sommer tragen muss, dann sollen sie wenigstens hübsch sein :-)

Liebe Grüße
Fran

Freitag, 18. März 2016

Wir machen blau - ü 30 Blogger & Friends



Wie nennt man eigentlich das Gegenteil von blau machen? Tja, hätte ich jetzt besser in Kunst aufgepasst - Frau Fahnenstich, es tut mir leid, aber dieses Fach war nie meins - wüsste ich vielleicht, was die Komplementärfarbe zu blau ist. Weiß ich aber nicht. Aber Google ist mein Freund: Es ist gelb! Und auch wenn die Ü 30-Blogger gerade die blaue Woche ausgerufen haben, mache ich zur Zeit quasi gelb! Nach mehr als vier Wochen Sofa war ich am Montag dank des formidablen Fahrdienstes einer Freundin endlich wieder bei einem beruflichen Termin und auch wenn es im Grunde genommen stinklangweilig war - ich habe es genossen :-)



Ihr müsst jetzt nicht beunruhigt sein, das war nicht immer so. Während der Schulzeit wurde durchaus mal blau gemacht. Vor allem an Samstagen. Ja, ich gehöre noch zu der Generation Menschen, die an Samstagen Unterricht hatten. Da bot sich vor allem der Französischkurs dazu an, einfach mal ausgelassen zu werden. Also bewegte sich der gesamte Kurs in Richtung Innenstadt zu einem beliebten Café. Und wen trafen wir da? Unseren Französischlehrer. Der gute Mann hatte es scheinbar im Blut, wenn wir geschlossen schwänzten und wartete schon auf uns. Dann gab es halt einfach "Lernen in außerschulischer Umgebung". Meinem Französisch hat es nicht geschadet. Vor ein paar Jahren durfte ich meine Abiturklausuren einsehen und habe mich doch sehr gewundert, wie geschmeidig ich mit 18 doch auf französisch über Sartre schwadronieren konnte. Davon ist leider nicht viel übrig. Und auch im Studium war blau machen sehr verlockend. Ich meine, wer will ernstlich Werkstoffkunde oder Glasfasertechnik büffeln, wenn er doch bei diesen neumodischen Privatsendern "Neighbours" gucken konnte?



Im ernsten Arbeitsleben angekommen wurde das natürlich anders. Wobei es auch da Gelegenheiten gab, blau zu machen. Als ich beim Ableger eines großen US-Onlinedienstes arbeitete, hatten wir mindestens einmal pro Woche drei Stunden, in dem das System aufgrund von Wartungsarbeiten down war. Bei den Amis war das natürlich tief in der Nacht, bei uns am Mittag. Also beschloss eines schönen Tages die weibliche Belegschaft, die drei Stunden zum gemeinsamen Shoppen zu nutzen. Ich erinnere mich noch genau, wie unserer Teamassistentin die Kinnlade langsam bis zum Boden klappte, als wir charmant winkend entschwinden wollten. Sie warf sich uns in den Weg und schlug vor, die drei Stunden doch bitte für sinnvolle Dinge zu nutzen. Schreibtische aufräumen und so. Als das nicht fruchtete, versuchte sie es mit "Das sag ich dem Geschäftsführer" und tat genau das. Der hing lachend über seinem Schreibtisch und wünschte uns viel Spaß.



Blau machen war für mich also eigentlich immer etwas, was durchaus mit Freude verbunden war. Gefreut habe ich mich auch, als ich das blaue Kleid bei COS fand. als Freundin von Nicht-Farben geht blau bei mir gerade noch, und zwar in allen Schattierungen. Und im Frühling darf es natürlich gern hellblau sein. Die Jeansjacke dazu brüllt nochmal Frühling und die Sneaker - das darf man jetzt. Auch wenn ich ein Paar sommerliche Treter bevorzugt hätte, halte ich mich mal lieber an familiären und ärztlichen Rat und lasse es sportlich flach angehen.


Passend zum Kleid gibt es übrigens noch blauen Lack auf die Nägel. Warum auch immer, aber es befinden sich gleich 4 verschiedenen Blautöne im heimischen Sortiment. Am schönsten finde ich ja den Chanel-Lack, weil der wunderbar zu Jeans passt. Nur leider hält er nicht lange. Höchstens zwei Tage, dann ist der Lack an meinen Nägeln buchstäblich ab.



So, genug gelabert. Hopst los zu den anderen Mädels, die gemeinsam mit mir blau machen!
Liebe Grüße
Fran


Kleid: COS
Jeansjacke: Esprit
Schuh: Adidas



Mittwoch, 16. März 2016

Keine Culottes mehr!


Er ist weg! Der olle Gips ist weg! Also nicht ganz weg. Er steht noch neben meinem Sofa und ich überlege, ihn da stehen zu lassen, damit ich unliebsame Besucher künftig damit raushauen kann :-) Andererseits habe ich höchst selten unliebsame Besucher, allenfalls ein paar Mücken. Und auf die mit dem Gips einzuhauen wäre auch blöd. Der Arzt überreichte ihn mir mit den Worten "Für den Partykeller". Hab ich aber gar nicht. Keller schon, aber Parties feiern wir lieber im Wohnzimmer.


Am Montagabend durfte der blaue Gips des Grauens endlich mein Bein verlassen. Ich hatte schon nicht mehr damit gerechnet, aber scheinbar sagten Röntgenbilder und Befund dann doch letztendlich, dass er weg darf. Als Zwischenlösung habe ich jetzt erst einmal eine Schiene, die einen Riesenvorteil hat: Man kann sie abmachen. Und so durfte ich gestern Abend tatsächlich nach fast fünf Wochen wieder mal - tadaaaaaa - meinen Fuß waschen. "Olfaktorisch definitiv ein Gewinn", lautete der Kommentar des ehemals besten Mannes der Welt ;-)


Heute habe ich meinen ersten Termin beim Physiotherapeuten, der das Gelenk wieder in Schwung bringen soll. Allerdings ganz ganz langsam. Wie es weitergeht, ist noch unklar. "Bei starken Schmerzen nicht Winnetou spielen, sondern auf dem geraden Weg ins Krankenhaus", so die Weisung meines Arztes. Bisher geht die Sache mit dem Schmerz. Fuß und Bein sehen aber gruselig aus. Hämatome überall und noch immer hübsch geschwollen.


Jetzt aber erstmal weg vom Fuß und hin zum Outfit. Quasi als Vorgeschmack für die blaue Woche der Ü30-Blogger gibt es diesmal ein wenig hellblau an viel schwarz. Ich habe mich so sehr gefreut, endlich wieder etwas anderes als Culottes zu tragen. Für Röhre ist auch die Schiene zu sperrig, aber diese Hose hier geht schon.


An die Schuhe solltet ihr Euch schon jetzt gewöhnen, der Rest der Familie hat nämlich gedroht, alle Schuhe mit Absatz wegzuwerfen, falls sie mich in den nächsten sechs Wochen mit einem Absatz erwischen. Könnte man als Liebe und Vorsicht interpretieren. Vermutlich sind sie es aber eher leid, ihr Essen selbst zu kochen ;-) Also gibt es in den nächsten Wochen Sneakers ohne Ende. Und weil es für Chucks noch zu kalt ist, müssen erstmal die Superstars herhalten.


Jetzt hoffe ich, dass uns die Sonne noch ein paar Tage erhalten bleibt und dass es endlich ein bisschen wärmer wird. Ein bisschen Frühling würde uns allen gut tun und vielleicht wandert dann der freundliche Maulwurf, der den Garten über den Winter in ein Schlachtfeld verwandelt hat, in Frühlingslaune zwei Häuser weiter und versenkt den Plastik-Kompostbehälter. DAS wäre mal eine gute Idee :-)

Liebe Grüße
Fran


Hose & Jacke & Schal: Zara
Hemd: Mango
Schuh: Adidas


Montag, 14. März 2016

Der Bomber auf Krücken


Bomberjacken liegen voll im Trend, behaupten so ziemlich alle Modemagazine. Wie schön, dass ich mir schon im vergangenen Jahr eine gekauft habe :-) Weniger, weil ich die große Trendspürnase bin, als vielmehr weil ich die Dinger schon immer mochte. Damals, vor gefühlten hundert Jahren im Studium, war eine schwarze Bomberjacke aus Leder mein Prunkstück, das mich durch 14 Semester *hüstel* begleitete. Diesmal ist sie traditionell grün. In der Sonne schimmert sie braun. Mag ich. Nur Sonne gab es an diesem Tag nicht. Der Frühling hat sich scheinbar entschlossen, so lange zu warten bis ich mein blaues Bein los bin. Finde ich sehr nett vom Frühling!


Eigentlich wollte ich die Jacke ja mit einer schwarzen Hose kombinieren. Aber zur Culotte macht sie dann eher ein Walross aus mir. Und die einzige schwarze Jeans, durch die mein Gipsbein passt, tummelte sich gerade in die Waschmaschine. Großartiges Timing. Kann ich ;-) Also musste wieder mal blau herhalten. Passt auch.


Zurück zur Jacke: Eigentlich ist es noch zu kalt für das gute Stück, denn wie erwähnt steht der Frühling ja mir zuliebe noch in Wartestellung. Aber so langsam mag ich wie wohl alle wirklich keine Wintermäntel mehr sehen. Die ersten Kaschmirpullis sind dann auch schon gestern in der Waschmaschine gelandet, um nach dem Trocknen gut verpackt auf den nächsten Herbst zu warten. Ich lese ganz oft, dass es Menschen gibt, die das Waschen von Kaschmirpullis schwierig finden. Hier macht das selbst der Herr des Hauses mit Bravour und ohne Verluste. Handwaschprogramm, Temperatur ganz nach unten und liegend trocknen. Ich habe ein Händchen für Männer ;-)




Das hatte ich allerdings nicht immer. Es gab da mal einen, dem strickte ich den ersten und einzigen Pullover meines Lebens. OK, meine Begabung fürs Stricken war schon damals - sagen wir beschränkt. Das gute Stück war so breit wie lang. Und hinten ungefähr zwanzig Zentimeter länger als vorn. Ja, es sah etwas merkwürdig aus. Aber der Kerl hat so getan als wenn er sich freut und als nächste Amtshandlung das gute Stück viel zu heiß gewaschen. Anschließend hatte der Pullover geschätzt Größe XXXXXXS. Was soll ich sagen, die Beziehung endete :-)


Wer nämlich von mir gestrickte Pullover mit Waschmaschinenhilfe in Babypullis verwandelt, hat mich gar nicht verdient. Und wer wie das liebe fotografierende Kind die Klum gibt und fürchterliche Regieanweisungen wie "Du musst schon was anbieten" "Nicht so einfallslos rumstehen" "Jetzt mach mal Action" von sich gibt, wird auch schon mal á la wütender Opa mit der Krücke bedroht :-) Ich habe natürlich dann noch ein bisschen Action geliefert. Da ist sie dann doch etwas blass geworden. Vor Bewunderung!


Liebe Grüße
Fran

Jacke & Jeans: Zara
Bluse: H&M
Schuh links: Esprit
Klumpfuß: Unbezahlbar

Sonntag, 13. März 2016

Und sonst so? KW 10

"Warten auf Freitag" hieß das Motto der letzten Woche, denn, da war ich gaaaaaanz sicher, an diesem Tag würde der Gips durch den lang ersehnten Space-Schuh ersetzt und ich dürfte langsam anfangen, den rechten Fuß wieder zu belasten. Endlich wieder duschen. Endlich nicht mehr Kleiderbügel zwischen den Zähnen vom Schrank ins Bad transportieren, endlich wieder ein bisschen draußen-Luft schnuppern.



Fehlanzeige. Als mein Arzt mir eröffnete, dass der Gips noch weitere zwei Wochen bleibt und zu allem Überfluss der für Anfang Mai geplante London-Trip auch nicht stattfinden kann, blieb der letzte Rest Humor dann auch auf der Strecke. Meine Damen, meine Herren! Ich bin gar nicht die immer gut gelaunte Frau W. Ich kann einen halben Tag lang heulen. Am Stück. Wie ein Schlosshund Und den restlichen halben Tag alle anbrüllen, die mir zu nahe kommen. Oder einfach nur im gleichen Raum sind. Merkwürdigerweise haben die mich immer noch lieb und schenken mir sogar Blumen. Sorry, Familie! Kommt nicht wieder vor.



Ich genieße mein Exil auf dem Sofa also jetzt weiter mit Klumpfuß bis Ostern. Immerhin erspart mit das das Färben der Ostereier. Und das Verstecken selbiger. Wobei das Färben sowieso seit Jahren der beste Mann der Welt macht. Verstecken kann ich die ja im Rollstuhl. Hase mit Handicap! Hat auch nicht jeder.

Ihr dürft Euch also weiterhin auf einbeinige Gips-Outfits freuen. Wie gut, dass in der nächsten Woche die "Wir machen blau"-Woche der Ü30-Blogger ansteht. Das passt immerhin farblich. Und zu Elsa Lenz-Trends, die sich gleich anschließen, werde ich dann auch blau-bebeint erscheinen. So viel blau und ich darf aufgrund der blöden Medikamente nicht mal nen Gin-Tonic trinken. Ich will MITLEID!

Immerhin hatte ich in der vergangenen Woche viel Zeit, die Diskussion um Wahrheit, Anti-Ageing und Photoshop zu verfolgen. Los ging es hier, wo postuliert wurde: Faltenbehandlung ja, Photoshop nein. Dazu hat sich dann Annemarie von "Meine Kleider" zu Wort gemeldet und fragt: Warum eigentlich kein Photoshop? Ja, warum eigentlich nicht? Sollte nicht jeder für sich selbst entscheiden, welche Methoden er nutzt, um so auszusehen, wie er nun einmal aussehen möchte? Das fragte auch Sunny, die dazu meint: Keep it simple - macht es Euch doch einfach nicht unnötig schwer. Einen äußerst amüsanten, aber auch sehr informativen Ausflug zum Thema Shapewear gibt es bei Anna von Weibswort.

Tja, für Anti-Ageing-Behandlungen fehlt mir die Motivation und das Geld. Für Photoshop-Retusche fehlen mir die Kenntnisse. Die Haare färbe ich trotzdem, denn meine Naturhaarfarbe mochte ich noch nie. Und sollte nicht jeder einfach das tun, was ihm sinnvoll oder nötig oder einfach nur schön erscheint? Eine Meinung kann ich dazu haben, aber eine Wertung darüber steht mir ganz einfach nicht zu. Sie lasen das Wort zum Sonntag ;-)

Damit entlasse ich Euch in eine hoffentlich schöne Woche, die ja angeblich sogar frühlingshaft werden soll. Genießt die Sonne, wenn sie sich blicken lässt!



Liebe Grüße
Fran

Donnerstag, 10. März 2016

Leoprint und Lederjacke



Erwähnte ich schon, dass Animalprint eigentlich gar nicht mein Ding ist? Warum auch immer ich dann trotzdem zwei Leo-Kleider besitze, weiß ich gar nicht so genau. Küchenpsychologen unter uns, die mir das erklären können?



Das erste Kleid kennt ihr schon aus diesem Post. Das zweite lernt ihr heute kennen. Gekauft habe ich es vor langer, langer Zeit, kurz nachdem der Other Stories-Shop in Hamburg eröffnet hat. Schräg gegenüber von COS. Um die Ecke ein Zara. Mein Mann hasst diese Ecke ;-) Vermutlich macht er heimlich drei Kreuze, weil ich wohl erst in zwei Monaten wieder fit für einen ausgedehnten Stadtbummel bin. Bis dahin muss er halt die Kartons ins Altpapier befördern, weil ich zum Online-Shopper mutiere. Das tut er immerhin völlig ohne Murren :-)



Aber zurück zum Kleid. Fürs Sofa ist es eigentlich zu schade, aber ich hatte ja den großen Ausflug ins Krankenhaus auf dem Zettel - da kann man sich schon mal aufrüschen. Damit der Leo nicht überhand nimmt, kam eine Lederjacke - passt zu allem - und ein paar Boots dazu. Knöchelhoch, damit ich bloss nicht noch mit links umknicke und dann völlig lahmgelegt bin. Die Bemühungen wurden immerhin honoriert. Ein freundlicher Arzt ließ mir und meiner Freundin den Vortritt im einzigen, funktionierenden Aufzug. Ich fürchte allerdings, das lag gar nicht am Outfit, sondern am Mitleidsbonus wegen Alter und Krankheit oder so. Pah, brauchen wir nicht. Der hat unser Rollstuhlrennen auf dem Weg zur Röntgenstation nicht gesehen ;-) Beim nächsten Mal, so haben wir vereinbart, kommen wir im gleichen Outfit und stellen eine Synchron-Rolli-Choreografie in der Eingangshalle vor. Dann werden wir reich und berühmt.



Kind, groß, kommentierte das Kleid übrigens mit einem freundlichen "Hey, du siehst ja richtig schlank aus" Stellt Euch dazu einen absolut erstaunten Gesichtsausdruck vor. Nun gut, ich habe das Kind dazu erzogen zu sagen was es denkt. aber ganz so direkt muss es ja eigentlich nicht sein, oder? Vermutlich sollte ich mich freuen, denn bisher galt das Urteil "so mitteldick" ;-) Immerhin haben sich genau vier Wochen Gips auf Sofa noch nicht im Gewicht niedergeschlagen. Glaube ich. Der Beweis steht noch aus.



Es war übrigens gestern nachmittag tatsächlich warm genug für zehn Minuten ohne Jacke. Unglaubliche elf Grad zeigte das Thermometer an. Ist das jetzt schon dieser Frühling?

Liebe Grüße
Fran

Kleid: & Other Stories
Jacke & Boots: Zara












Mittwoch, 9. März 2016

Reich werden mit Nichtskönnen?

Ein reichlich genervter Post zum Thema Instagram vor einigen Wochen bescherte mir die höchsten Zugriffszahlen seit Bestehen meines zugegebenermaßen noch sehr jungen Blogs, sondern durchaus auch die Einsicht, dass man Instagram auch von einer anderen Seite sehen kann. Ich bleibe dabei, dass mich das allzu glattgebügelte Leben, das da oft gezeigt wird, einfach nur langweilt. Aber ja, es gibt auch witzige Seiten und vor allem viel Kommunikation Und deshalb habe ich einfach mal in den Abos gründlich aufgeräumt und sehe jetzt mehr Farbe und weniger weiß :-)

Aber zurück zum Thema: Instagram und andere Plattformen, neudeutsch Social Media, stehen auch anderswo in der Kritik. Und manchmal muss sogar ich oller Mäkelpott schmunzeln. Nämlich dann, wenn ich auf einem grossen deutschen Modeblog plötzlich lese, dass die Instagram-Berühmtheit ja irgendwie nur Schall und Rauch ist, unverdient und überhaupt. Dieser Blog gehört zu einer jungen Dame unter 30. Die selbstverständlich auch auf Instagram sehr erfolgreich ist und Followerzahlen vorweisen kann, die nicht einmal alle Ü40-Fashionblogger addiert erreichen würden. Als Berufsblogger dürfte das allerdings auch überlebensnotwendig sein, denn wo keine Reichweite, da keine Bezahlung.

Nun denn, die junge Dame, deren Instagram-Account selbstverständlich sorgfältig durchkomponiert aus Selfies, Essen, Bikinis, Palmen und anderen üblichen Zutaten besteht, klagt ihr Leid darüber, dass sie so gar nicht versteht, dass es so etwas wie Instagram-Stars gibt. Also Menschen, die nix anderes tun als Fotos auf Instagram zu posten und damit Geld verdienen. Die können doch nix. Die leisten doch nix. Die sind ja gar nicht echt. Sie versteht es nicht. Sie ist scheinbar zu alt. Spätestens an diesem Punkt schwankte ich zwischen amüsiert und entsetzt. Wenn sie sich alt fühlt, was bin ich dann? Tot?

Besagte junge Dame verdient ihren Lebensunterhalt mit ihrem Blog und mit Instagram. Bei Kritik, die Leser ihres Blogs an diesem Businessmodell äußerten, kam in der Vergangenheit reflexartig das, was überall zu lesen ist: Ein Blog sei ein Job, ein sehr anstrengender dazu. Deshalb sei es nur recht und billig, damit sein Geld zu verdienen. Klar, sehe ich ein. Ich sitze auch nicht für kein Geld in der Redaktion und schreibe meine Geschichten. Als die ersten Blogs professionalisiert wurden, wusste ich nicht so recht, was ich davon halten sollte. Und manchmal, wenn ein Blog gefühlt nur noch aus gesponsorten Posts besteht, streiche ich ihn flugs aus meiner Leseliste. Ansonsten gönne ich jedem Blogger seinen finanziellen Erfolg von Herzen. Vor allem dann, wenn er die Gratwanderung zwischen Kommerz und Glaubwürdigkeit schafft. Das ist unglaublich schwierig, denke ich. Wer es trotzdem schafft, dem sei gesagt: Chapeau!.

Sich aber darüber beschweren, dass die Entwicklung, die man selbst mit angestoßen hat und von der man lebt, nämlich dass sich neue Berufsbilder herausbilden, für die man „nix können, sondern nur gut aussehen muss“, ist in meinen Augen einfach nur albern. Jemand, der mit Instagram sein Geld verdient, muss vermutlich genauso hart dafür arbeiten wie jemand, der das mit seinem Blog tut. Auch wenn das Ergebnis „nur“ hübsche Bilder sind.

Ob man damit tatsächlich sein künftiges berufliches Leben gestalten kann und auch mit 45 noch seinen Lebensunterhalt mit Bloggen oder Instagrammen oder was immer dann hip ist verdiene kann  - ich weiß es nicht. Ich weiß aber auch nicht, wie lange meine Zeitung, so richtig auf Papier gedruckt, noch leben wird. Panta rhei  - alles fließt, sagte schon Platon vor einigen Tausenden Jahren. Und er scheint tatsächlich Recht zu haben :-)

Was meint ihr? Wie sieht die Medienlandschaft in 20 Jahren aus? Wird es dann überhaupt noch Blogs geben? Wird dann überhaupt noch irgendjemand Texte lesen? Hat Youtube bis dahin die Weltherrschaft an sich gerissen?

Liebe Grüße
Fran


Montag, 7. März 2016

Im Kleiderschrank der Töchter ;-)


Normalerweise geht es im Hause W. folgendermaßen zu: Die Töchter des Hauses benötigen zur Komplettierung ihres Outfits dringend einen Kaschmirpullover in einer bestimmten Farbe und finden den - in meinem Kleiderschrank. Ich weiß gar nicht, wie viele Pullover hier schon dauerhaft den Standort gewechselt haben. Ich verleihe gerne, die Damen vergessen aber ständig den Rücktransport der Leihgaben. Also treibe ich mich regelmäßig in den Kleiderschränken der jungen Damen herum und versuche, meine Pullover wieder zu finden. Und dabei fand ich irgendwann im letzten Jahr diese wunderbare hellblaue Jacke.



Die hatte ich vor zwei Jahren in Hamburg gesehen, aber nicht gekauft. Und es natürlich bereut. Ein halbes Jahr später fand ich sie noch einmal. In Größe 34! Toll. Größe 34 passte mir nichtmal, als ich 16 war. Aber ich bin ja ein Fuchs. Weil ich ohne diese Jacke, die inzwischen auch noch auf die Hälfte des Preises reduziert war, den Laden nicht verlassen wollte, weil ich die Farbe soooo schön fand, überredete ich kurzerhand Tochter, klein, das Ding anzuprobieren. Passte. Tochter ließ sich auch bereitwillig überreden, diese Jacke bis ans Ende ihrer Tage zu lieben. Unter der Voraussetzung, dass es zur Jacke auch eine neue Jeans gibt. Ok, Deal :-)



Es kam, wie es kommen musste. Tochter entschied sich, dass die Farbe ja ganz nett ist, aber irgendwie doch nicht zu ihr passt. Die Jacke vegetierte im Schrank vor sich hin. Schließlich einigten wir und darauf, dass Tochter, klein, einfach ihre Freundin fragt, ob die die Jacke nicht haben möchte. Die wurde krank, dann kamen Ferien dazwischen und das gute Stück hing wochenlang am Treppengeländer, wo sie geduldig auf einen neuen Besitzer wartete.



Bis vorgestern. Da musste ich einen letzten Versuch wagen. Und was soll ich sagen, sie passt. Hat jemand das Ding über Nacht weiter genäht? Bin ich geschrumpft? Egal, sie passt. Ich kann sie zumachen ohne das Gefühl zu haben, auf der Stelle zu ersticken. Damit ist eine Sache klar: Die Jacke bleibt :-)

Genauso wie die Schlagjeans. Da kam ich zwar mit dem Gipsfuß durchs Bein, aber sie war, wie alle Zara-Hosen, einfach zu lang. In der Welt von Zara-Designern kommen kurzbeinige Menschen wie ich irgendwie nicht vor. Mit den höchsten Schuhen, die ich so besitze, ging das gerade noch. Aber hohe Schuhe kann ich mir für die nächsten Monate eh abschminken und die Gefahr, mit flachen Schuhen über das zu lange Hosenbein zu stolpern, war mir dann doch zu groß. Also habe ich kurzerhand die Schere bemüht und sie auf die richtige Länge gebracht. Ausgefranste Jeans sind ja sowieso angesagt, also darf sie fransen.


Dazu einfach nur eine weiße Bluse, weiße Turnschuhe und fertig war das Outfit zum Essen. Wir waren nämlich zu faul, um selbst zu kochen und die jungen Damen konnten sich sowieso nicht einigen, ob sie jetzt Bratkartoffeln oder Bratnudeln wollten. Wenn ich weiter so viel futtere, wird die Jacke allerdings ganz schnell wieder zu klein sein. Darauf einen guten Appetit!

Liebe Grüße
Fran



Jacke: Cubus
Hemd: H&M
Jeans: Zara
Schuhe: Adidas Stan Smith