Mittwoch, 30. November 2016

Looking rich for less

So lautete die Titelzeile auf der letzten Instyle, auf die kürzlich beim Wochenend-Einkauf im Supermarkt mein Auge fiel. Ich lese Titelzeilen ganz oft unbewusst im Vorbeigehen. Und war eigentlich schon auf dem Weg zur Kasse, da signalisierte plötzlich Großhirn an Kleinhirn das große Fragezeichen. Hä? Was will die Instyle mir mit dieser Titelzeile sagen? Also flugs umgedreht, Heft eingepackt und zuhause durchgeblättert. Ein wenig Suchen war nötig, dann hatte ich sie vor mir, die Bilderstrecke mit Outfits zum Thema: „Sie sehen nach Jetset-Budget aus, aber kosten nicht so viel“.

Lassen wir die Bling-Bling-Klamotten der drei Seiten jetzt einfach mal weg, denn die waren irgendwie sehr durchschnittlich Bling-Bling. Aber warum zur Hölle sollte frau jetzt bitteschön reich aussehen?

Am Anfang reichte es, wenn wir wenigstens gertenschlank waren. Size Zero war nicht dringend nötig, aber alles jenseits der 36 war irgendwie - aus der Fassung geraten? Schlank war wichtig. Und ist es immer noch, machen wir uns mal nix vor.

Dann sollten wir möglichst jung aussehen. Obwohl wir alt sind. Und bevor sich jetzt entrüstetes Gemurmel erhebt: Alles jenseits der 40 ist in den Augen einer durchschnittlichen Instyle-Redakteurin vermutlich alt. Und ehrlich gesagt - als ich 25 war, erschienen mir Frauen über 40 oder gar über 50 auch ganz furchtbar alt. So alt, wie ich nie werden würde. Nu isses doch passiert. Schieben wir das Wort "alt" also auf die Überheblichkeit der Jugend und behandeln es nachsichtig. Trotzdem bleibt: Die äußeren Zeichen des Alterns, vulgo Falten, will keiner so wirklich. Der eine schließt trotz allem seinen Frieden mit ihnen, der andere bekämpft sie bis aufs Messer. Oder mit dem Messer. 

Und nun sollen wir neben schlank und jung auch noch reich aussehen? Warum? Mich überfordern ja schon die ersten beiden Punkte, beim dritten kapituliere ich. Ich bin nämlich nicht reich. Und ich wüsste auch nicht wirklich, warum ich den Eindruck erwecken sollte, es zu sein. Damit meine Freunde denken, ich habe plötzlich den großen Lottogewinn eingestrichen? Nee, lass mal. Das weckt Begehrlichkeiten, die ich nicht bedienen kann.

Andererseits ist „reich aussehen“ scheinbar durchaus ein Thema. Vor ein paar Wochen gab es auf Journelles eine Diskussion über Fakes. Und ich fragte mich beim Lesen, warum sich Fakes so gut verkaufen. Also die Fakes, von denen man schon beim Kauf weiß, dass es welche sind. Und die man kauft, weil man sich die Original-Ausgabe nicht leisten kann. Mir fallen da auf Anhieb zwei Gründe ein: Man mag das Original sehr, kann es sich aber nicht leisten. Nichtmal mit Sparen. Also mag der eine oder andere sich mit der Kopie begnügen. Bei mir hängt auch kein echter Van Gogh im Flur, sondern ein Druck. Oder aber man möchte, dass der Rest der Welt denkt, es sei tatsächlich das Original. Denn man möchte, dass alle anderen denken, man könne es sich leisten.

Bei Grund zwei bin ich durchaus versucht, in die nächste Tischkante zu beißen. Der Fake als Eintrittskarte in einen exklusiven Club? Wenn das mal nicht in die Hose geht und irgendwer merkt, dass der Fake ein solcher ist... Noch erstaunlicher als die Vorstellung, mit einem Fake in den vermeintlichen Jetset aufzusteigen fand ich allerdings diejenigen, die meinten, dass Fakes ihnen den Spaß am Original verdirbt. Denn wenn Krethi und Plethi mit einem billigen Nachbau durch die Gegend wackeln, dann verliert er scheinbar an Exklusivität und der Status als Jetsetter ist in Gefahr. Joa, wenn das so ist... 

Ich werde mir also weder einen Fake von irgendwas zulegen (obwohl - so ein gefaktes Mini Cabrio zum halben Neupreis, den würde ich durchaus nehmen *grins*) noch werde ich eines der Bling-Bling-Kleidchen aus der „Aussehen wie ein Jetsetter“-Abteilung der Instyle kaufen. Ich lebe einfach mit dem fehlenden Reichtum. Also dem materiellen. Denn reich an Erfahrung bin ich ja. Es sind ja eh die inneren Werte, die zählen ;-)

Und ihr? Ist es für euch erstrebenswert, „reich“ auszusehen?

Liebe Grüße

Fran

Montag, 28. November 2016

Blümchen und Doc Martens


Passt ja eigentlich nicht so richtig zusammen, das Kleid mit den aufgestickten bunten Blümchen und die Doc Martens. Aber genauso wie das Kleid eigentlich gar nicht zu mir passt und trotzdem das meistgetragene Kleid im Herbst war, so passt die Sache mit den Docs halt doch. Finde ich. Zumindest farblich harmonieren Schuhe und Kleid hervorragend :-)

Das Kleid habe ich irgendwann im Spätsommer gekauft. Eigentlich ist es für alles unter 15 Grad viel zu dünn. Aber da es im Herbst und Winter nicht im Schrank versauern sollte, habe ich einfach nach warmen Kombipartnern gesucht. Nummer eins, die Allzweckwaffe: Eine Thermostrumpfhose. Die Dinger sind einfach richtig schön warm, die bringen jeden Rock und jedes Kleid respektive jedes Bein problemlos durch den Winter. Nummer zwei: Die Wickel-Strickjacke. Die lässt wenigstens die Blümchen auf der Vorderseite unangetastet und auch wenn sie augrund der Stoff-Fülle unter der Jacke nicht eben ein echter Figurschmeichler ist - warm ist sie :-)

Ich bin sicher, ihr kriegt das Kleid im Winter auch noch mit schwarzen Overknees auf die Augen, aber im Herbst mag ich lieber die Doc Martens, weil die so schön bunt sind. Klar sorgen die ganz gewiss nicht für den Eindruck von Gazellenbeinen - aber hey, ich bin ja auch keine Gazelle. Und mit der Farbe kann man immerhin die Umwelt auf sich aufmerksam machen ;-) Als ich die Docs vor einigen Jahren kaufte, wendete sich der Rest der Familie entsetzt ab und faselte was von „Geht gar nicht“. Kaum werden die Schuhe aber durch jede Instyle dieser Welt geschleift, finden zumindest die Kinder sie prima. Mein Mann fragt zwar immer noch, welche Waldbrände ich damit austreten möchte, aber auch der wird irgendwann, wenn wir von brennenden Bäumen umzingelt sind, die inneren Werte dieser Schuhe erkennen. Auf jeden Fall sind sie, auch wenn sie nicht so aussehen, ungemein bequem.

Ach, und falls ihr Euch fragt, was dieses Kissen auf dem Bild macht - so ganz genau weiß ich das auch nicht. Ich fand es einfach schön, dass das Kissen die gleiche Farbe hat wie die Schuhe. Und da meine Model-Qualitäten nicht so wirklich ausgeprägt sind, finde ich es weit angenehmer, irgendetwas in der Hand zu haben, während die gestrenge Frau Fotografin wieder mal sagt „Biete was an“. So ein Kissen kommt einem ausgeprägten Spieltrieb da sehr entgegen!

Außerdem findet mein Mann das Kissen genauso furchtbar wie die Schuhe. Und trotzdem ist er vor einiger Zeit freiwillig in die Möbel-Hölle des Grauens (so bezeichnet er aus unerfindlichen Gründen den nächstgelegenen Ikea) gefahren, weil ich genau dieses Kissen wollte. Normalerweise kriegen ihn keine zehn Pferde da rein. Aber ich habe wohl sooooo bemitleidenswert ausgesehen, dass er den Weg des Grauens auf sich genommen hat. Das muss Liebe sein. Oder er wollte, dass ich ein Hemd bügle. Oder etwas zu essen. So genau erinnere ich mich ehrlich gesagt nicht mehr *grins*

Mit dem Doc Martens-Virus ist übrigens auch Gunda befallen. Hier und hier sind die guten Stücke zu sehen. Ebenfalls mit Blümchen. Geht also doch :-)









Liebe Grüße
Fran


Mittwoch, 23. November 2016

Nicht nur zur Weihnachtszeit: Und wer nimmt Oma?

Moin ihr Lieben,

tja, nun ist es passiert. Ich habe es vor lauter Job und Privatleben nicht geschafft, einen Mittwochspost zu schreiben. Zeitmanagement sechs, setzen. Aber immerhin habt ihr jetzt auch frei und dürft die gewonnene Zeit für schöne Dinge einsetzen. Weihnachtsdeko im ganzen Haus verteilen vielleicht. Oder ein gutes Buch lesen. Oder einfach nur einen Kaffee oder Tee trinken und aus dem Fenster gucken. Kann auch ganz unterhaltsam sein :-)

Ich habe leider zur Zeit für nichts von alledem Zeit. Im Job zerren gefühlt alle an Armen und Beinen und wenn man dann noch beleidigte Ex-Bürgermeister an der Backe hat, die der Meinung sind, dass das Wahlsystem aufgrund von dummen Wählern, die diesmal jemand anderes gewählt haben, geändert werden muss, dann kann das auch schonmal nerven.

Privat ist ebenfalls Stress angesagt. Nein, ich habe weder meinen Mann wegoptimiert noch die Kinder ausgesetzt. Aber sich um Eltern zu kümmern, die ein paar Hundert Kilometer entfernt leben und deren Traum vom selbständigen Leben im eigenen Heim ganz plötzlich zerplatzt und für die eine neue Lösung gefunden werden muss, ist nicht unbedingt förderlich für die Entspannung. Ein Hoch auf die Großfamilie vor Ort, wer sie denn hat. Und falls nicht, hier ein kleiner Tipp: Es ist problemlos möglich, sich in Einrichtungen zum betreuten Wohnen unverbindlich auf eine Warteliste zu setzen. Man muss da nicht einziehen, sobald eine Wohnung frei wird. Aber man kann. Wenn man dagegen spontan und ruckzuck eine Wohnung braucht, ist das eine Art Roulette. Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.

Wo wir schon dabei sind: Unsere Eltern dürften ja alle nicht mehr ganz jung sein. Lebt ihr in der Nähe? Habt ihr jemals mit ihnen darüber geredet, was passiert, wenn was passiert? Wollen sie überhaupt darüber reden? Habt ihr irgendeinen Plan, wer sich wann und wie kümmert?

Ich habe jetzt zum zweiten Mal erlebt, wie schnell eine Situation sich dramatisch verschlechtern kann und wie schlimm es für alle Beteiligten sein kann, eine Lösung zu finden, wenn man sich vorher nicht mit einer solchen Situation beschäftigen mochte. Aber auch dieses Problem werden wir lösen. Bis dahin fällt allerdings eventuell der eine oder andere Post flach. Sorry dafür.

Liebe Grüße
Fran

Montag, 21. November 2016

ü30 Blogger & Friends Shopping Queens




So, heute geht es also los mit der Blogger Shopping Queen-Aktion unter erschwerten Bedingungen ;-) Keine 500 Euro, kein rosa Shoppingbus, aber immerhin auch niemand, der über den Inhalt meines Kleiderschrankes lästert, während ich auf der Suche nach dem It-Piece durch die Läden hechte. Das It-Piece hat mich allerdings bei der Ankündigung der Aktion eine Weile zaudern lassen. Besitze ich sowas? Was ist eigentlich ein It-Piece?

Die Instyle-Webseite meint dazu:

„Ein It-Piece ist ein Fashion-Statement, ein Kleidungsstück oder ein Accessoire, das total trendy ist und der Zeit voraus. Auf den ersten Blick ist ein It-Piece verrückt und untragbar, doch genau das macht es aus!“

Sorry, hab ich nicht. Statements gibt es von mir täglich in der Zeitung. Aber keine zum Anziehen. Total trendy ist mir in der Regel echt zu anstrengend und meiner Zeit voraus bin ich auch nicht. Vielmehr haste ich ständig meinem Plan hinterher ;-) Untragbares trage ich eher nicht. Darin friere ich immer so.

Und dann begab es sich, dass ich wieder mal durch meine Lieblings-Secondhand-Laden strolchte und hier und da einen Blick auf Regale und Kleiderständer warf. Tja, und dann hing sie da. Eine Samtjacke im Uniformstil. In hellblau, das je nach Lichteinfall auch mal mittelblau oder grau aussieht. Hach. Ich war hingerissen und musste sie natürlich sofort anprobieren, in der Hoffnung, dass das gute Stück sowieso zu klein ist. An Kleidergröße S habe ich mich nämlich auch nach sechs Jahren noch nicht gewöhnt. Ich greife automatisch noch immer zu L. Nunja, was soll ich sagen: Passte und rief „Mama“.

Nun, die Jacke ist vermutlich weder ein Fashion-Statement noch ihrer Zeit voraus. Aber für mich ist sie ein It-Piece. Punkt. Ein kleines bisschen verrückt ist sie nämlich schon. Untragbar allerdings definitiv nicht. Ich habe sie jetzt an verschiedenen Orten ausprobiert und bin nirgends rausgeflogen. Also tragbar :-) Vor allem in Kombination mit dem simplen Kleid. Ich habe übrigens Shopping-Queen-like einen Riesenstapel Jeans und Lederhosen dazu anprobiert, bevor ich bei diesem völlig unscheinbaren schwarzen Kleid anlangte, das eigentlich immer dann geht, wenn mir nun wirklich nichts anderes mehr einfällt. Dazu die Overknees, die dank der schwarzen, blickdichten Strümpfe eigentlich kaum ins Auge fallen und deren Besohlung leicht an Treckerreifen erinnert - bei Matschwetter unbezahlbar. Denn ohne diese Sohlen dürfte man die Samtstiefel wohl nur bei Sonnenschein und trockenem Boden tragen. DAS wäre schade. Schmuck habe ich wie eigentlich immer weggelassen, Nagellack auch. Da es keine Punkte gibt, gibt es dafür auch keinen Punktabzug :-)

Immerhin habe ich doch noch einen etwas ungewöhnlichen Laufsteg gefunden, nämlich die Wurzeln eines Baumes, der im kleinen Rest eines uralten Auwaldes direkt an der Elbe steht. Es müsste eine Weide sein, aber nagelt mich darauf bitte nicht fest :-). 













Parallel zu mir sind heute zwei weitere Teilnehmerinnen dran, die anderen präsentieren ihr It-Piece täglich bis Freitag. Viel Spaß beim Gucken!

Liebe Grüße
Fran


Sonntag, 20. November 2016

Ein making-of in Bildern

Morgen geht es los :-) Die Ü30-Blogger und Friends starten ihre November-Aktion. Irgendwann warf Moppi das Thema „1000 Folgen Shopping Queen“ in die Runde und alle waren begeistert. Von Montag bis Freitag gehen bei uns nicht fünf, sondern gleich zwölf Shopping-Queens auf die Suche nach dem perfekten Outfit rund um ein angesagtes It-Piece. Welches das ist, das darf natürlich jede für sich entscheiden.

Neben der Zahl der Teilnehmer gibt es noch weitere Unterschiede zum Original. Leider hat die Ü30-Portokasse es nicht hergegeben, jede Teilnehmerin mit 500 Euro auszustatten. Daher geht es voraussichtlich im eigenen Kleiderschrank auf die Suche. Welche It-Pieces sich da so verbergen, da bin ich selbst schon sehr gespannt.

Ach ja, weil wir keinen Guido haben und wir sowieso alle einzigartig sind, gibt es auch keine Punktewertung am Ende der Woche. Welches Outfit Euch am besten gefällt, das müsst ihr also entweder selbst entscheiden oder ihr beschließt, dass jede Teilnehmerin die Sache auf ihre ganz eigene Art hervorragend gemacht hat. Von letzterem bin ich hundertprozentig überzeugt!

Shopping Queen habe ich eine Zeitlang verfolgt, und zwar regelmäßig an Dienstagabenden, wenn ich Kinderdienst hatte, während mein Mann beim Training weilte. Gemeinsam mit den Tochterkindern habe ich dann die eine oder andere Folge der Vorwoche auf den Fernseher gestreamt und mich häufig königlich amüsiert. Tochter, klein, plädierte ständig dafür, dass ich doch mal mitmachen sollte, aber danke, kein Bedarf. Ich fände die Erfahrung, innerhalb von wenigen Stunden in Läden, die ich mir nicht unbedingt selbst aussuchen kann, ein Outfit zu einem Thema zusammenzustellen, zwar durchaus interessant. Aber dass derweil wildfremde Menschen meine Wohnung auf den Kopf stellen? Die Vorstellung finde ich gruselig. Ich gehöre zur Spezies „My home is my castle“. Und da kommt keiner rein, den ich nicht handverlesen habe ;-) Abgesehen davon habe ich dank meiner Schwester genügend Fernseherfahrung für dieses Leben sammeln dürfen.

Die Blogger-Edition dagegen hat richtig viel Spass gemacht. Und weil das so ist, bekommt ihr heute einen kleinen Vorgeschmack. Ein making-of in Bildern sozusagen. Natürlich ohne zu viel zu verraten :-)

Am Anfang stand die Suche nach dem It-Piece. Geht auch IT? Festplatte, Akku, Kartenleser? Ja, der Witz war flach. Aber er musste raus.

Also konzentrieren wir uns auf die It-Pieces der Modewelt. Besitze ich eigentlich It-Pieces?  Ja, wo sind sie denn?

Overknees? Oder sind die zu gewagt? Was würde Guido dazu sagen?

Doc Martens könnten tatsächlich als It-Pieces durchgehen, oder? Obwohl: Im Prinzip sind die ja nun ein alter Hut. Die gab es schon, als ich jung und knackig war. Jetzt bin ich noch das und. Sagt mein Mann ;-)

Also zu den Docs hätte ich sogar das passende Stilbruch-Kleid. Aber das geht nicht, das kennt ihr schon. Gar nicht so einfach. Könnte ich bitte in einen Laden rennen müssen?

Outfit ist ausgesucht. Welches, das erfahrt ihr morgen. Was ist mit einem Laufsteg? Der einzige Steg weit und breit ist dieser hier. Ein bisschen kurz. Nee, der geht nicht. Die Bootsstege im Hafen sind schon eingemottet. Mist. Kein Laufsteg.

Wie ich dann doch noch eine Art Laufsteg fand, mir fast die Haxen brach und wie meine Interpretation des Themas aussieht, gibt es morgen früh an dieser Stelle. Meine Kollegin fragte angesichts des Outfits nur amüsiert, ob ich mich jetzt für eine Re-Union der Beatles bewerben wolle.

Liebe Grüße
Fran


Freitag, 18. November 2016

Vom Laubharken und von Hoodies


Bevor irgendjemand fragt: Der Schnee auf diesen Bildern ist leider schon wieder weg :-( Dabei war er sooo schön und vor allem hat er das Laub verdeckt. Das hatte ich nämlich noch nicht weggeharkt, weil die Nussbäume ihre Blätter einfach nicht loslassen wollten. Deshalb gab es im Garten dann eine dicke Lage Laub, darauf Schnee und obendrauf wieder Laub. Sah ziemlich hübsch aus. Tja, der Schnee ist inzwischen geschmolzen, das Laub ist klatschnass und ich freue mich auf ein rund vierstündiges Workout am Sonntag, wenn ich den Rasen von der dicken Laubschicht befreie :-)

Gartenarbeit mache ich ja eigentich wirklich gern - wenn ich denn die nötige Zeit dafür habe. Denn normalerweise muss ich, wenn ich mich im Garten so richtig schön eingegroovt habe, schon wieder Kinder fahren, kurz etwas einkaufen, einen beruflichen Termin wahrnehmen oder was auch immer. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Dann bleibt die Hälfte des Laubes liegen, der Wind verteilt die Reste gleichmäßig und irgendwie war die Arbeit sinnlos. Jedes Jahr im herbst schwöre ich Stein und Bein, im nächsten Frühling drei zusätzliche Laubrechen zu kaufen und den Rest der Familie mit einzuspannen. Und jedes Jahr im Frühling vergesse ich es. Wobei mein Mann die Sache mit dem Laubharken sowieso nicht mit dem nötigen Ernst betrachtet. Er ist durchaus in der Lage, das Zeug mit einem gezielten Rasenmäher-Einsatz zu pulverisieren. Welch Frevel!

Aber zurück zum Schnee: Um für den nötigen Kontrast zu sorgen, gibt es heute wieder die bewährte Kombi aus grau und schwarz an ein wenig weiß. Klingt gut, oder? In Wahrheit habe ich das Outfit am Morgen aus dem Schrank gezogen, um mit möglichst vielen Lagen dem drohenden Kältetod zu entkommen. Hoodies sind ja angeblich der neue Renner. Sagt es nicht weiter, aber bis vor sechs oder sieben Jahren habe ich fast nix anderes getragen. Jeans, Hoodie - damals hießen die allerdings noch Kapuzenpullis - und gut. Ich bin aus unerfindlichen Gründen nicht in der Lage, Hoodies ohne irgendwas drunter zu tragen. Muss ein psychischer Schaden sein. Vielleicht ist der behandelbar. Obenrüber meinen allerliebsten Mantel-Blazer in Übergröße und an die Beine bitte Leder, diesmal in der Jogginghosen-Variante.

Ein weiteres, psychisches Problem werfen meine Schuhe auf. Ich trage nämlich, und ich erwarte jetzt viel Mitleid, die Schuhe von Tochter, klein, auf. Ja, ihr lest richtig. Anstatt dass das Kind heimlich meine Schuhe trägt, trage ich ihre Fellboots, die sie im vergangenen Jahr bekam, und die ihr jetzt zu klein sind. Mir passen sie wie angegossen. Und weil die definitiv noch ein paar Jahre halten, habe ich sie halt geerbt. Zum Wegwerfen waren sie nämlich a) zu teuer und b) sind sie dazu viel zu schade. Sollte das psychische Folgen haben, werde ich Euch das mitteilen, damit ihr nicht in die gleiche Falle tappt ;-)

Habt einen wundervollen Freitag und passt auf, dass Eure Töchter Euch nicht über den Kopf wachsen :-)








Liebe Grüße

Fran


Hoodie & Bluse & Mantel: H&M
Hose: Forever 21
Schuhe: Sí Barcelona
Kaschmirschal: smilla
Tasche: Picard

Mittwoch, 16. November 2016

Schlumpi war gestern!

Vorbemerkung: Dieser Text dient der Unterhaltung. Wer ein Fünkchen Wahrheit findet, darf es gern behalten und damit die Lampe der Hoffnung entzünden ;-)

Szene aus dem Hause W. in D. am letzten Sonntagvormittag: Fran auf dem Sofa lümmelnd, in einer Jogginghose, Notebook auf dem Schoß und Pralinen neben ihr. Völlig sinnfrei vor sich hinsurfend, ungeduscht und mit strubbeligen Haaren. Derweil warteten die armen Kinder auf ihre frischen Dinkelbrötchen zum Frühstück. Genau genommen warteten sie auf das komplette Frühstück, während Schlumpi-Fran den dritten Kaffee zu den Pralinen trank.

Das Quengeln der Kinder hätte ich noch überhört und bis zum Mittag so weitergemacht - ich musste nämlich erst nachmittags arbeiten. Aber da waren sie, die Stimmen aus dem Internet. „Raus aus der Schluffi-Falle!“ „Mit Selbstoptimierung zum ewigen Glück“ und „Vom Couch-Potatoe zum Winner“. Die Stimmen waren nicht zu überhören. Ich musste handeln! Blitzartig wurde mir klar, dass es so nicht weitergehen kann. Da ist Optimierungspotenzial ohne Ende, das nicht ungenutzt bleiben darf. Welche Verschwendung, wenn mein Leben so weiterginge. Also gerade hingesetzt und los.

Schnell waren die Herzstücke von Phase eins der Optimierung ausgemacht:

1. Tu alles, was du tust, mit Liebe und Hingabe. Damit wird jede Aufgabe zum Vergnügen und du schaffst alles. ALLES!
2. Sei gut zu dir selbst. NUR zu dir selbst. Wenn jeder für sich sorgt, ist für alle gesorgt. Und wirf alles, was dir nicht gut tut, aus deinem Leben.
3. Sei positiv. Immer.

Es war zwar ziemlich gemütlich auf diesem Sofa, aber mir war ganz schnell klar, dass ich SO natürlich niemals Erfolg haben werde. Also runter vom Sofa und rein in den Optimierungszug!

Als erstes wird mal ganz fix der Tagesbeginn optimiert. Nix da im Bette liegen bis in die Puppen. Naja, die Puppen lässt im Hause W. ja sowieso der Hund tanzen. Und der will spätestens um acht Uhr an die Luft. Aber was bisher ein „Muss“ war, werde ich künftig mit Begeisterung begrüßen! Ich darf an jedem nebligen, nieseligen, grauen Morgen aus dem Bett springen und den Tag umarmen! Dieser Tag könnte der Beste meines Lebens werden! Ich werde jeden Tag fortan mit einem Lied auf den Lippen begrüßen! Yeah! Chakka!

Der wunderbare Tag nimmt seinen Lauf. Immer noch singend mache ich aus dem morgendlichen Bad- und Frühstücks-Chaos den Beginn eines wundervollen Tages. Meine Familie wird mich für diese Verwandlung lieben. Garantiert. Kein Gift mehr zum Frühstück, sondern bei Vollmond handgepflückte Früchte für einen super-healthy Smothie. Hach, ich liebe mich auch.

Doch was ist das? Die jungen Damen stimmen in mein Lied nicht ein, sondern fragen mich, was ich genommen habe? Mein Mann meint, dass ich doch das Singen lernen soll, wenn ich es so gern tu. Hallo? Geht´s noch? Ich setze mir gedanklich eine Deadline. Wenn meine geliebte Familie nicht innerhalb der nächsten drei Tage kapiert hat, dass hier optimiert hat und mich weiter runterzieht, dann bleibt mir nichts anderes übrig als sie hinfort zu optimieren. Aber natürlich lasse ich mich in meinem Elan noch nicht bremsen und schicke ihnen fröhliche Motivationssprüche auf ihr Handy, damit ihr Tag genauso wunderbar sein werde wie meiner.

Inzwischen bin ich ehrlich gesagt ein bisschen erschöpft. Aber es kann nicht sein, was nicht sein darf und deshalb tanze ich die morgendliche Hunderunde. Wie wunderbar ist meine Welt, wenn ich sie mit optimierten Augen sehe! Selbst dem Misthaufen am Rande des Weges wohnt bei Nieselregen und grauem Himmel ein Zauber inne, den ich bisher schnöde übersehen habe. Wieder zuhause muss ich erst einmal etwas für mich tun. Ein Workout! Yeah! Ich liebe es!

Sechzig Minuten später taumle tänzle ich in Richtung Bad zur morgendlichen Wellness-Einheit. Ein Blick auf die Uhr offenbart: Ich brauche dringend einen Zeitumkehrer, um noch pünktlich in der Morgenkonferenz zu sein. Aber ich besinne mich: Äußere Zwänge können meinem neuen Leben nichts anhaben! Was ist schon der Beginn einer Konferenz gegen mein Leben? Pah! Ich sollte also meinem Chef mit einem zauberhaften Lächeln die Verschiebung der Konferenz ans Herz legen. Dabei könnte ich ihm gleich die Einrichtung einer klitzekleinen Wellness-Oase neben meinem Büro ans Herz legen, damit ich künftig ins Büro joggen kann. Bewegung tut soooo gut und sie macht glücklich. Ich bin sicher, mein Chef wird mir jeden meiner Wünsche von den Augen ablesen, so umwerfend ist meine neue Ausstrahlung.

Zumal ich auch in der Konferenz zu optimierten Höhenflügen ansetze. Während der Rest der Kollegen fiese, miese Geschichten über Parkraumnot, einen Prozess gegen einen Drogenhändler oder korrupte Politiker ankündigt, werde ich künftig von allem absehen, was auch nur im Ansatz negativ ist. Auf den Titel gehören positive Geschichten! Wer will schon wissen, wie schlecht die Welt ist oder - Gott bewahre - was er dazu beitragen könnte, um sie für alle besser zu machen. Nee, so läuft der Hase nicht!  Die Welt für alle besser machen? Wäre ja noch schöner. ICH bin die, die zählt. Und wenn es mir gut geht, dann geht es auch allen anderen gut. Außer denen, die das gar nicht wollen. Aber die interessieren mich sowieso nicht. Also weg mit den Politikern, den fehlenden Parkplätzen und den ewigen Geschichten über Obdachose im Winter! Die sollen gefälligst alle für sich selbst sorgen und sich erstmal optimieren. Kann ich ja auch. Her mit mutmachenden Geschichten, die ans Herz gehen, mit glitzernden Bildern, am besten beides mit MIR als Thema. Oder wir kommen doch wieder auf die Obdachlosen zurück und machen einfach mal ne positive Geschichte draus! Über Glücksmomente, die beim hautnahen Kontakt mit den Elementen unter dem freien Himmel Mitte Januar entstehen können. DAS ist es! Man muss es nur positiv sehen.

Während mein Chef noch überlegt, wo ich den Alkohol versteckt habe, schreibe ich singend meine Titelgeschichte. Ich werde ihn schon mit meinem mitreißenden Lächeln davon überzeugen, dass die tatsächlich auf den Titel gehört und nicht auf Seite 38! 38 ist nämlich links und links ist doof. Also natürlich nur in einer Zeitung. Linke Seiten werden nicht so häufig gelesen wie rechte. Und das hat ausnahmsweise mal nix mit politischer Gesinnung zu tun. Um die mache ich mir eh keinen Kopf mehr, denn die würde meine Selbstoptimierung empfindlich stören. Wie schön es ist, sie einfach auszublenden. Wie gut das tut. Erst jetzt kann ich wirklich durchatmen.

Meine Lieben, mein Optimierung-Coach ruft. Es tut mir unendlich leid, dass ich Euch jetzt allein lassen muss. Ich weiß, das Leben ist hart, so ganz ohne mich. Aber vertraut darauf, dass ihr all das, was ich kann, ebenfalls könnt. Packt es einfach an! Optimiert Euch! Wahre Glücksgefühle warten. Wir lesen uns in wenigen Tagen wieder und ihr erfahrt, wie Bügelwäsche zu meinem Lieblingshobby wurde und mit welcher ungeheuren Intensität die Datenight endete.

Liebe Grüße

Fran

Montag, 14. November 2016

Wohnpullover und ein geschenkter Gaul ;-)


Winter is coming :-) Klingt ja ganz heimelig, solange dieser Satz beim Game of Thrones-Dauergucken ertönt. Aber so in der Realität? Anfang November? Im vergangenen Jahr hatten wir locker 15 Grad, dieses Mal gab es Schnee. Da die Beschwerdestelle in Sachen Wetter aber gerade überlastet ist - die kooperieren scheinbar mit der Nummer der Telekom, die man anrufen soll, wenn der Anschluss gerade mal wieder nicht geht, was hier ständig passiert - nehmen wir das Wetter grad mal, wie es ist und freuen uns über die weiße Pracht, die ihr auch schon bei Gunda gesehen habt.

Und weil es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung gibt, zeige ich Euch heute meinen neuen Wohn-Pullover und ein Paar Boots, die absolut zufällig zu mir kamen. Den Pullover hat Frau Vau vor einiger Zeit auf Instagram gezeigt und ich fand ihn toll. Als es mich dann bei einem Hamburg-Bummel mit unserer japanischen Austausschülerin gaaaaanz zufällig zu Zara verschlug und der Pullover mir quasi in den Weg sprang, musst er mit. Seitdem wohne ich quasi drin. Er ist nämlich nicht nur tierisch gemütlich, sondern auch wunderbar warm. Figurfreudlichkeit wird sowieso zu hoch gehängt, zumindest im Winter ;-) Ach, und Gunda habe ich gestern bei einem gemeinsamen Nachmittag auch in den Wohn-Pulli gequatscht.

Die Boots gehörten eigentlich einer Kollegin. Als sie ins Büro geliefert wurden und wir Mädels wie immer eine kleine Auspack-Party feierten, fand ich die schon umwerfend schön. Nix für den Theaterbesuch - aber sein wir mal ehrlich, wie oft gehen wir ins Theater? Dafür muss ich dreimal pro Tag mit dem Hund raus und dafür sind die Boots einfach hervorragend geeignet. Ich verhandelte also mit mir selbst über die Boots, aber diese Stimme, die mir immer wieder sagte, dass ich mit Schuhen für Hunderunden wirklich gut ausgestattet bin, gewann. Ein paar Wochen später brachte meine Kollegin die Boots samt Karton dann wieder mit und guckte traurig. Obwohl ihr die Schuhe auf den ersten Blick gut passten, erwies sich das Leder an der Ferse als ihr persönlicher Feind. Ein paar blutige Blasen später war es zu spät, sie zu tauschen. Aschenputtel-Like durften alle, die wollten, die guten Stücke anprobieren und siehe da: Mir passten sie, ganz ohne Stiefschwester-mäßige chirurgische Maßnahmen. Ich war skeptisch, ob die guten Stücke den Trick mit der Ferse noch einmal ausprobieren würden. Taten sie nicht. Meine Kollegin überließ sie mir dann großzügig :-) Die innere Stimme hielt die Klappe, ich freue mich über die Boots und meine Kollegin hat mindestens ein Dutzend zusätzliche Steine im Brett.

Gut beschuht geht es also samt Hund in den Wald. Der freut sich nämlich wie ein kleines Kind über die weiße Pracht und kennt nichts schöneres als durch den Schnee den Deich runterzukugeln. Kein Wunder, Hund trägt ja immerhin Pelz ;-)










Liebe Grüße

Fran

Freitag, 11. November 2016

Schon wieder Lackleder?


Mein Name ist Fran und ich bin lack-abhängig. Nein, kein Nagellack. Bevor ich dazu komme, mir endlich mal wieder die Nägel zu lackieren, fallen Ostern und Weihnachten auf einen Tag. Warum eigentlich? Das Tochterkind hortet die größte Nagellacksammlung des Dorfes in ihrem Kämmerlein und ich habe freien Zugriff auf etwa 50 Essie-Lacke von knallgrün bis tiefschwarz. Unterlack, Überlack, alles da. Und ich nehme mir die Sache mit dem Lack regelmäßig vor. Aber dann wird die Zeit knapp und die Nägel bleiben pur.

Wenn es dann doch mal klappt, bin ich mindestens eine Stunde lang beschäftigt. Ich habe kürzlich an der Ampel im Auto neben mir eine junge Frau beobachtet, die ihre Nägel während der roten Ampelphase lackierte. Und ich war starr vor Bewunderung. Das würde bei mir definitiv mit einer größeren Katastrophe enden. Als feinmotorisch nur sehr eingeschränkt begabter Mensch ist das Lackieren von Nägeln für mich sowieso eine echte Herausforderung. Mir rechts die Finger der linken Hand zu lackieren geht ja noch. Aber Feinarbeiten mit links? Aua. Da muss dann gleich ein Korrekturstift her, um die Patzer verschwinden zu lassen. Habe ich endlich den letzten Nagel einigermaßen akkurat bemalt, haue ich mir garantiert eine Klinke in den Lack. Still sitzen, während der Nagellack trocknet ist nämlich unmöglich. Das sind genau die Momente, in denen mir einfällt, dass ich ganz dringend unbedingt sofort und auf der Stelle etwas aus dem Kühlschrank brauche oder ich eine genau jetzt etwas aus den Steuerunterlagen heraussuchen muss. Und schwupps, habe ich einen Lackschaden. Na, besser als ein Dachschaden

Also keine Nagellack-Abhängigkeit. Lackleder oder das, was gern Leder geworden wäre, wo es aber nur für schnödes Kunstleder gereicht hat dagegen - hach. Im vergangenen Winter war es meine Lacklederhose, in die ich mich schockverliebte und die ich dringend kaufen musste. In diesem Herbst war es dann ein Rock. Natürlich schwarz. Und witzig geschnitten. Und überhaupt. Gesehen und zack, bestellt. So schnell kann das gehen. Damit meine Kollegen bei meinem Anblick nicht gleich tot umfallen, habe ich weder Lackpumps noch Overknees dazu gewählt, sondern meine Lieblings-Waldbrand-Austreter.  Dann noch obenrum hochgeschlossene Bluse und schon war die Sache mit dem Lackleder auf Dorfniveau heruntergeholt :-)

Und ihr? Eher gelackte Nägel oder gelackte Kleidung?








Liebe Grüsse

Fran