Montag, 30. Januar 2017

Orang-Utan aus Kaschmir und noch ein Mantel



Bevor am Freitag - so behauptet es zumindest die Wetter-App auf meinem Handy sowas ähnliches wie Vorfrühling erscheint und das Thermometer tatsächlich bei Sonnenschein auf legendäre 11 (in Worte: elf) Grad klettert, müssen sofort die Schnee- und Eisbilder aus dem Archiv verschwinden :-)

Nicht dass wir hier besonders viel Schnee gehabt hätten. Zwei Tage lang lagen knapp drei Zentimeter herum, dann war der Großteil schon wieder weg. Nur direkt am Hausstrand, da blieb es weiß. Ihr wisst schon, Flut = viel Wasser, das einige Stunden rumsteht und gefriert und Ebbe = Wasser will weg, kann aber nicht, weil gefroren. Das ergibt nach einer Woche dann ein paar wunderhübsche Eisschichten, die nicht nur gut aussehen, sondern auch gern dafür sorgen, dass man plötzlich einen halben Meter tief einbricht. Meine Tochter hat sich auf jeden Fall königlich amüsiert, wenn die olle Mutter wieder mal quietschte, weil das Eis bröselte :-)

Weil es an diesem Tag wirklich bitterkalt war, durfte der größte Kaschmirpullover der Welt mal wieder den Schrank verlassen. Der stammt aus der Maison Margiela-Kollektion, die es vor ein paar Jahren mal bei H&M gab, geht locker bis zum Knie und die Ärmel sind vermutlich für Orang Utans gemacht. Sie sind locker 40 Zentimeter länger als meine Arme, aber mit Zopfgummis, die ich den Kindern mopse, kriegt man die ganz gut in den Griff. Und einen Vorteil hat der Pullover definitiv: Da wird einem niemals nicht kalt und den Schal kann man sich auch sparen. Bei plötzlich auftretenden Schneestürmen könnte man den Pullover auch als Zelt benutzen oder im Notfall die komplette Familie einwickeln :-)

Aber was trägt die denn da eigentlich drüber? Eigentlich wollte ich gar nicht. Aber dann war er plötzlich da. Der camelfarbene Mantel, der gerade mal zu 20 Prozent aus Polytierchen besteht und nur noch ein Drittel des ursprünglichen Preises kostete. Eigentlich hatte ich mir abgewöhnt, „irgendwas“ im Sale zu kaufen. Und ich habe ja nun gerade zu Weihnachten meinen schwarzen Mantel gekauft, weil ich keinen in Camel fand, der mir gefiel. Also habe ich flugs alle guten Vorsätze über Bord geworfen und das gute Stück eingetütet. Sollte ich im kommenden Winter das Wort „Mantel“ in den Mund nehmen beziehungsweise in die Tastatur hacken, dürft ihr mich mit erhobenen Zeigefinger daran erinnern, dass die beiden Mäntel für die nächsten Jahre ja wohl reichen. Zumal ich die ja hier lasse, wenn ich erst nach Barcelona ziehe… :-)

Immerhin sind die Schuhe „Vintage“. So heißt das doch, wenn ich die im vergangenen Jahr gekauft habe, oder? Ich las kürzlich irgendwo auf irgendeinem Blog den Zusatz „vintage“ bei einer Klamotte aus der Kenzo-Kooperation von Hasi und Mausi und wunderte mich doch arg darüber, dass Klamotten, die noch keine drei Monate alt sind, schon als vintage bezeichnet werden. Aber gut, der Schweinezyklus an sich wird wohl immer kürzer. Da frag ich mich natürlich, was ICH eigentlich bin. Vintage vintage? Vintage retro? Nee, ich denke da jetzt nicht drüber nach ;-)









Viel mehr freue ich mich, wenn die Temperaturen in der nächsten Woche tatsächlich zweistellige Werte erreichen sollten. Da seht ihr mal, mit wie wenig man mich glücklich machen kann :-) Aber wehe, die App lügt. Dann werde ich stinkig!

Liebe Grüße
Fran




Sonntag, 29. Januar 2017

Home sweet home mit Hausstrand


Das hier ist der Grund dafür, dass ich lebe, wo ich lebe. Der Elbstrand quasi vor der Haustür. Aufgewachsen bin ich in einer 70.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen. Weit weg vom Wasser. Naja, die Ems war in Reichweite, aber die machte den Kohl nicht wirklich fett. Irgendwann landete ich dann aus beruflichen Gründen in Hamburg. Und weil der tägliche Arbeitsweg von der Ostsee einfach zu lang gewesen wäre, blieb halt die Elbe. Leider fehlte für eine Villa an der Elbchaussee das nötige Kleingeld. Also wurde es ein Dorf 30 Kilometer südöstlich von Hamburg. Eigentlich hätte ich ja gern ein uraltes Bauernhaus gekauft. Aber die sind selbst hier rar. Meine Freundin hat eines. Das ist ungefähr 350 Jahre alt und hat statt Parkett im Wohnzimmer Kopfsteinpflaster. Und natürlich ein Reetdach. Für dieses Haus würde ich im Prinzip töten. Aber da meine Freundin meine Freundin ist, sehe ich dann ab ;-) Also haben wir den praktischen, langweiligen Neubau gekauft. Aber immerhin haben wir einen "Hausstrand".



So sieht der Strand im Winter aus. Zumindest dann, wenn es ausnahmsweise einen richtigen Winter gibt. Dann türmt sich am Strand das Eis. Verantwortlich dafür sind sind Ebbe und Flut, die auch hinter Hamburg noch deutlich spürbar sind.



Der Sonnenuntergang an unserem Hausstrand ist spektakulär. So spektakulär, dass die Menschen im Sommer extra aus Hamburg anreisen und es sich abends am Strand gemütlich machen. Und natürlich ihren Müll dalassen....



Ungefähr viermal im Jahr ist der Weg zum Strand allerdings versperrt. Der Grund: Sturmflut. Hoffen wir, dass sie nie höher als der Deich aufläuft. Gegen Flutschäden kann man sein Haus nämlich hier nicht versichern.

Es gibt allerdings noch ein paar weitere Gründe, warum es sich hier prima lebt.  Ein paar davon habe ich mal im Foto festgehalten.



Wir sind der storchenreichste Landkreis Deutschlands. Sagt man. Die deutsche Storchenstraße führt direkt durchs Dorf. Auf 300irgendwas Einwohner kommen hier vier Storchenpaare allein in unserem Dorf.



Noch ein paar Meter nach rechts und die Schafe haben meinen Garten erreicht. Als Rasenmäher sind sie hervorragend, aber sie hinterlassen leider Tonnen von Tretminen.




Der hier freut sich über unsere zwei riesigen Haselnussbäume und hat inzwischen seine gesamte Familie angeschleppt.



Diese freundlichen Tiere fressen regelmäßig die Blüten der Stiefmütterchen, die ich im Frühjahr pflanze. Im Hintergrund seht ihr übrigens mein Wohnzimmerfenster. Den umgekehrten Blick gibt es weiter unten.



Die Graugänse liebe ich ganz besonders. Sie fliegen hier im Herbst und Frühjahr zu Tausenden entlang und machen einen Heidenlärm.



Hier wäre dann der Blick von der anderen Seite. Das ist übrigens mein allerheiligstes Sofa, auf dem nur dann jemand außer mir sitzen darf, wenn ich gerade mal nicht da bin. Der Nachwuchs findet das gemein. Und weil ich eine liebe Person bin, rücke ich manchmal zur Seite :-) Im vergangenen Jahr haben die Damen des Hauses das Wohnzimmer komplett umgekrempelt. Wir haben eigenhändig die Pinsel und Rollen geschwungen und alles umgeräumt. Hat Riesenspaß gemacht, vor allem weil die Renovierungsprojekte bisher immer vom männlichen Chef-Renovator geleitet wurden. Den haben wir einfach mal überrascht. Er war sehr beeindruckt. Behauptet er. Vermutlich hatte er gern seinen Lieblingssessel behalten. Der musste ins Schlafzimmer umziehen ;-)



Der Blick vom Sofa auf den Deich ist im Sommer am schönsten. Das Rasenmähen ist dagegen nicht unbedingt begehrt. Und nein, wir haben  keinen Aufsitzmäher. Hatten wir mal. Der war aber ständig kaputt. Also ist Handarbeit angesagt.

Nachdem ihr das "draußen" nun kennt und im Rahmen der Outfit-Fotos vermutlich schon jede Ecke des Gartens gesehen habt, gibt es jetzt noch ein paar Eindrücke meiner Kemenate. Fragt mich nicht, wer diesen Ausdruck geprägt hat. So heißt mein Zimmer seitdem wir hier wohnen. Die Kemenate ist klein, aber mein. Für Kinder ist ein eigenes Zimmer selbstverständlich. Ich wollte auch eins :-) Zum Arbeiten, zum Chillen und um neben dem Jodeldiplom auch mal was Eigenes zu haben *grins*. Also gehört die Kemenate fast ganz allein mir.


Ha, und ich habe sogar tatsächlich einen weißen Schreibtisch. Den hat mir mein Vater vor ungefähr 30 Jahren gebaut, als es Instagram noch nichtmal ansatzweise gab und man Filme noch zu Foto Porst brachte, um sie entwickeln zu lassen. Damals hat allerdings wohl auch kein Schwein seinen Schreibtisch fotografiert. Ach ja, ich habe ihn natürlich extra für Euch aufgeräumt. Normalerweise türmen sich da Papierkram, Haribo-Tüten, Schokoladenpapiere, Kalender, Kugelschreiber und Telefone mit leerem Akku. Für Euch habe ich selbstverständlich aufgeräumt. Vermutlich habe ich zwei bis drei essentielle Zutaten für einen richtigen Blogger-Schreibtisch vergessen. Aber immerhin habe ich an Schokolade gedacht. Die ist sogar authentisch ;-) Der Tee auch. Die Kaffeemaschine ist nämlich kaputt.


Das ist die Ecke der Kemenate, in der ich mich morgens schminke, wenn ich es geschafft habe, früh genug fertig zu werden. Also im Durchschnitt an jedem dritten Tag, Bin ich zu spät, wird der ganze Kram in die Tasche befördert und die Malerarbeiten werden im Büro fertiggestellt. Im Auto schaffe ich das nicht. Ich habe bis zum Büro nur drei Ampeln. Sieht ordentlich aus, oder? Und das sieht tatsächlich fast immer so aus. Naja, nachdem ich Handschuhe, Schlüssel und Brille weggeräumt habe... Aber im Grund meines Herzens bin ich wirklich ein ordentlicher Menschen. Nur eine Dekoqueen wird aus mir wohl in diesem Leben nicht mehr.


Und hier hätten wir dann die Chillout-Zone der Kemenate. Mein Sofa. Eigenhändig mit meiner Freundin durchs Fenster in die Kemenate katapultiert :-) Und sehr gemütlich. Die Farbe ist wieder mal wenig instagram-tauglich. Aber im Prinzip ist das ganze Haus inklusive Kemenate nicht instagram-tauglich. Dafür leben hier vier eher temperamentvolle Menschen mit sehr unterschiedlichen Vorlieben, was Einrichtung angeht. Die Kids dürfen ihr Ikea-Paradies genießen. Mein Mann ist Massivholz-Minimalist und liebt den blauen Kühlschrank von Bosch aus den 50ern, der im Wohnzimmer die Hausbar spielt. Und ich mag am liebsten eine bunte Mischung aus allem, der man gern ansehen darf, dass hier gelebt wird. Ich liebe zum Beispiel meine Bücherregale, die thematisch und nicht nach Farben geordnet sind. Außerdem gibt es in denen Hundert von Büchern, die tatsächlich gelesen werden. Coffee-Table-Books, die nur dazu dienen, die Teetasse drauf zu drapieren, gibt es hier dagegen nicht. Mit einer sterilen Möbel- und Deko-Ausstellung würden wir nicht wirklich klar kommen. Abgesehen davon müsste ich dann täglich hinter allen herräumen. Glücklicherweise habe ich einen ganz piefigen Job, der mir nicht nur Spaß macht, sondern mit dem ich auch Geld verdiene. Also spare ich mir das tägliche Aufräumen und muss mein buntes Sofa nicht gegen eine stylishere Variante eintauschen :-)


Einen Mitbewohner habe ich übrigens in der Kemenate. Sie ist demnächst zehn Jahre alt, schwarz und liegt da einfach so rum. Außer, jemand öffnet den Kühlschrank. Damit holt man sie in Sekundenbruchteilen aus jeder Tiefschlafphase. Obwohl in einem Veggie-Haushalt keine Wurst im Kühlschrank ist. Sie hat sich eigenhändig auf Käse umgestellt. Aus diesem Blick lese ich allerdings eine klitzekleine Anklage.

Ich lebe unheimlich gern da, wo ich lebe. Im Laufe meines Lebens bin ich sieben Mal umgezogen. Ich habe in Kleinstädten gewohnt und in Großstädten. Und seit 15 Jahren wohne ich halt in einem klitzekleinen Dorf. Ich mag es. Man kennt hier zwar jeden, aber beim Dorf-Klüngel darf man sich ungestraft raushalten. Natürlich gibt es die neugierige Nachbarin, aber die ist im Laufe der Jahre auch ruhiger geworden *grins* Sie erzählt mir auf jeden Fall nicht mehr, dass ich meine Fenster mal wieder putzen sollte. Auch die fehlenden Vorhänge waren am Anfang tatsächlich Thema. Aber wie doof wäre ich denn, wenn ich mir die Aussicht auf den Deich mit Vorhängen versperren würde?

Für immer möchte ich allerdings nicht hierbleiben. Sobald die Sache mit dem Arbeiten erledigt ist oder ich einen Job als Spanien-Korrespondentin bekomme *träumen darf man ja wohl* möchte ich in diese Stadt ziehen:



Wer meinen Blog schon länger liest, weiß, dass das der Arc de Triomf in Barcelona ist. Und in Barcelona würde ich unglaublich gern leben. Meinen Mann habe ich längst von diesem Plan überzeugt. Also werden wir hoffentlich in ein paar Jahren für ein paar Monate dort mal probe-wohnen und irgendwann dahin übersiedeln. Ersatzweise würde ich auch Cadiz nehmen :-) Auf jeden Fall hätte ich gern Blick aufs Mittelmeer und möchte alle meine Wintermäntel in Deutschland lassen. 

Liebe Grüße
Fran

P.S. Ersonnen hat diese tolle Blogaktion Sunny von Sunnys side of life. Heute könnt ihr nicht nur bei ihr selbst, sondern bei einigen anderen Bloggern einen Blick ins traute Heim werfen. Mit dabei sind Ines MeyroseTina's pink friday,  FortyfiftyhappyHeidis SeiteClaudias WeltBig MamaHauptsache warme Füße ! und Happyface313. 









Freitag, 27. Januar 2017

Happy End mit Glitzerpullover


Weihnachten und Silverster sind gefühlt schon Monate her und statt Party winkt der Alltag. Das ist noch lange kein Grund, sämtlichen Glitzer jetzt aus dem Leben zu verbannen, finde ich. So ein kleines bisschen Bling-Bling darf mich ruhig noch durch den Rest des Winters begleiten.

So wie der Glitzer-Pulli, der eigentlich Silvester seinen großen Auftritt haben sollte. Hatte er nicht, da musste dann doch ein Kleid ran. Dafür durfte er beim Spaziergang an der Elbe mal raus. Zusammen mit meinem neuen Mantel. Den zu finden war übrigens gar nicht so einfach. Mäntel gibt es reichlich. Aber einen zu finden, der tatsächlich aus Wollstoff gemacht ist und nicht aus irgendetwas, was sich „Wollmischung“ nennt und mit gerade mal 20 Prozent Wolle, dafür aber 80 Prozent Polytierchen aufwartet, ist gar nicht so einfach. Mäntel aus Polytierchen mögen ja wirklich hübsch sein. So richtig warm sind sie aber nicht. Und ich wollte einen Mantel, der nicht nur beim Autofahren nett aussieht, sondern auch bei längeren Aufenthalt in diesem „draußen“ warm hält. Außerdem sollte er geräumig genug sein, damit noch ein dicker Pullover drunter passt und mindestens knielang. Vom ursprünglichen Farbwunsch „camel“ bin ich dann auf schwarz umgestiegen. Schwarz passt einfach immer. Ach ja, und die Netzstrumpfhose durfte auch wieder mit. Man glaubt es kaum, aber sie wärmt tatsächlich ein wenig, so dass das Knie am Ende des Spazierganges nicht blau gefroren war.

Aber zurück zum Glitzer: Am Mittwoch gab es ein wirklich glänzendes Highlight im meinem Berufsleben. Ich hatte irgendwann mal erzählt, dass ich seit Jahren die Geschichte eines, nun sagen wir arg profitorientierten Campingplatzbesitzer verfolge, der ganz zufällig auch stellvertretender Bürgermeister ist und noch zufälliger Bauamtsleiter im Landkreis war. Und weil so ein Campingplatz nicht mehr so viel Profit abwirft wie noch vor 20 Jahren, hatte der eine großartige Idee. Man verpachtet einfach kleine Parzellen in einem Erholungsgebiet und lässt die Pächter niedliche kleine Holzhäuser bauen. Da man da aber gar nicht dauerhaft wohnen darf, weil das in Deutschland verboten ist, denkt man sich eine total kreative Änderung des Bebauungsplanes aus. Und weil man stellvertretender Bürgermeister und ehemaliger Bauamtschef ist, winken die Behörden das durch. Damit legalisiert man kurzerhand die illegalen Tatsachen, die man bereits geschaffen hat und freut sich über den kommenden Profit. Und dann kommt so eine - wie nannte er mich gleich noch - Presse-Tussi *hey, ich bin 51 und immer noch Tussi* und berichtet auch noch über diese merkwürdigen Verstrickungen! Und das, obwohl man dieser Tussi gleich mehrfach mit Androhung von Konsequenzen rüde zu verstehen gibt, dass sie die Schnauze zu halten hat! Ja, und dann kommt tatsächlich ein Oberverwaltungsgericht des Weges und erklärt die kreative Planerleistung für unwirksam. Adieu Profit! Den Sekt am Mittwochabend hatte ich mir redlich verdient, finde ich :-) Und ja, ich bin stolz auf mich. Das sind Momente, in denen man sieht, dass so eine altmodische, gedruckte Zeitung doch nicht ganz überflüssig ist.








Bei allen, die per Google mit dem Suchwort „Netzstrumpfhose“ hergekommen sind, entschuldige ich mich übrigens. Sorry, keine scharfe, leicht bekleidete Braut. Aber ich bin sicher, die findet ihr noch. Da muss man halt manchmal ein bisschen Geduld haben ;-)

Liebe Grüße
Fran



Mittwoch, 25. Januar 2017

Affenlinks und Instastars

Eigentlich habe ich im Moment echt keine Zeit für lange Surftouren durch die Welt der Mode- und Lifestyle-Blogs. Aber manchmal nehme ich sie mir einfach, denn nach dreistündigen Samtgemeinderatsitzungen tut ein bisschen willenloses Surfen auf einschlägigen Blogs ganz gut. Und manchmal stolpert man dabei anstatt über die neuesten Trends und IT-Pieces über Posts, die einen wirklich zum Lachen bringen. Oder zum Nachdenken. Je nachdem. Zwei davon habe ich in den letzten Tagen gefunden. Vielleicht mögt ihr sie ja auch.

Nummer eins kommt unter dem provokanten Titel „How blogs destroy trends“ daher und ist von Anna, die seit Ewigkeiten sehr erfolgreich und meiner Meinung nach sehr lesenswert auf „Mangoblüte“ bloggt. Ich lese ihren Blog, seitdem ich Blogs lese und mag ihn sehr. Klar eckt Anna manchmal an. Aber sie hat eine herrlich entspannte Sicht auf de Welt und redet auch mal Tacheles. Wer nicht nachlesen mag (keine Sorge, der Post ist auf deutsch): Es geht um das zur Zeit in der Bloggerwelt der unter 30-jährigen fürchterlich gehypte Gucci-T-Shirt, das für den Spottpreis von knapp 400 Euro erhältlich ist und von allen Bloggern und Instagramern, die auf sich halten, in Szene gesetzt wird. Anna stellt sich und ihren Lesern die Frage, ob ein solcher Hype nicht eher ein Grund ist, das Ding NICHT zu kaufen, sondern auch, warum zur Hölle alle, die sich mit dem Shirt zeigen, das auch noch identisch kombinieren. Sind wir bei aller Individualität, die wir für uns fordern, eigentlich doch nur auf dem Weg zur Uniform? Unbedingt auch die Kommentare lesen!

Der Affenlink mal wieder - kein Grund zum Aufregen ;-)

Amüsant fand ich übrigens, dass sie in Zusammenhang mit Affiliate-Links zum Shirt das ausspricht, was viele wissen, aber lieber nicht laut sagen. Anna dagegen nimmt auch diesen Schlenker, und zwar wirklich elegant und in klaren Worten. Links auf H&M oder Zara sind deshalb so rar, weil beide Shops nicht an Affiliate-Programmen teilnehmen. Und viele Blogger verlinken nun mal nicht auf Dinge, an denen sie nix verdienen.

Um es gleich vorweg zu schicken: Ich habe nix gegen die Affenlinks. Die Dinger sind manchmal bestimmt total nützlich und ein toller Service. Wer sich die Mühe machen möchte, soll das gern tun und wenn er damit noch ein paar Euro verdient, umso besser. Ich mache das nicht, die Zeit habe ich schlichtweg nicht. Die Samtgemeinderatsitzungen werden nämlich durchaus besser bezahlt *grins* Außerdem habe ich das Gefühl, dass das bei Bloggern in unserer Altersklasse auch nicht unbedingt Not tut. In der Regel hat man jenseits der 40 durchaus einen eigenen Geschmack entwickelt und kauft nicht unbedingt nach, was man auf Blogs sieht. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.

Amüsiert beobachte ich dann allerdings, dass manche Blogger sich tatsächlich die Zeit nehmen, „Alternativen“ herauszusuchen, die zwar in manchen Fällen nicht mehr viel mit dem gezeigten Stück von Hasi und Mausi zu tun haben, aber eben Provision bringen - im Gegensatz zu dem durchaus noch erhältlichen Stück beim Textilschweden, das eben absichtlich nicht verlinkt wird. Da geht für meinen Geschmack der Servicegedanke verloren. Aber das ist lediglich meine Meinung und kein Grund, sich angegriffen zu fühlen oder in der nächsten Predigt von der Kanzel die bösen Menschen, die gegen Affenlinks wettern (tu ich ja gar nicht) dem ewigen Fegefeuer anheim zu geben. Nur mal so. Die Predigt lohnt nicht den Aufwand ;-)

Auf dürren Stelzen zum Insta-Ruhm

Nummer zwei kommt von Jana, die schon seit ewigen Zeiten auf „Bekleidet“ bloggt. Ich glaube, das war der erste Blog, den ich vor ungefähr fünf Jahren in den Weiten des Internet entdeckte. Der Post „Mit Photoshop zum Instastar“ schlug scheinbar recht hohe Wellen und ich bin mal wieder die Letzte, die das mitkriegt. Aber egal, ich fand ihn klasse. Kurze Zusammenfassung: Jana und ihre Freundin haben ihre Beine aus lauter Übermut zu dürren Stengelchen in Overknees gephotoshopped, einen spektakulären Hintergrund in das Balkon-Foto samt Katze eingefügt und das Ergebnis auf Instagram gepostet. Wo sie eigentlich erwartet hatten, dass sie damit einen Komikerfolg landen, passierte etwas, was die beiden nicht erwartet hatten. Die Insta-Gemeinde fand die Beine toll und applaudierte angesichts der anatomisch völlig unmöglichen Körperformen.

Joa, so ist das wohl. Je dürrer, desto toller. Und wer Beine hat, auf denen man eigentlich nicht mehr laufen können kann, der kriegt halt Applaus. „Normale“ Beine sind nicht der Rede wert. Der Trend ist nicht neu. Ich sehe so oft Bilder, an denen zum Teil echt stümperhaft herumretuschiert wird, nur um die Gehwerkzeuge um einige Zentimeter schlanker zu kriegen, dass ich das tatsächlich in den meisten Fällen gar nicht mehr registriere. Auffällig wird es nur, wenn die Bein-Umgebung so blöde verschwimmt oder gleich der ganze Hintergrund zum weißen Loch wird. Da möchte ich dann doch rufen: „Mädels, gebt Euch gefälligst Mühe, wenn ihr mich schon vereimern wollt!“ Und manchmal tu ich mir leid, denn ich kann immer noch nicht mit Photoshop umgehen. Wenn ich dünnere Beine will, muss ich mich bewegen oder weniger essen. Ganz ehrlich: Das ist doch ungerecht!

Noch vor einem Jahr hätte ich mich vermutlich gefragt, welche Auswirkungen das auf junge Mädchen hat. Inzwischen sehe ich den täglichen Umgang meiner eigenen Töchter mit solchen Bildern und bin einigermaßen beruhigt. Die können durchaus zwischen Wahn und Wirklichkeit unterscheiden. Wer Kinder hat, muss halt in den sauren Apfel beißen und den Gören nicht nur das Schleifebinden, Uhrenlesen und Schwimmen, sondern auch den Umgang mit Social Media beibringen. Und wer tatsächlich drauf reinfällt und in Ehrfurcht vor anatomisch unmöglichen Körperformen versinkt - soll bitteschön das Essen einstellen und einfach warten, ob sich der gewünschte Erfolg einstellen. Falls nicht: Wieder was gelernt.

Und wo wir schon beim mehr oder weniger Insta-tauglichen Lifestyle sind: Am kommenden Sonntag gibt es bei Sunny eine tolle Aktion. Unter dem Titel "Dahoam is dahoam" werden Sunny und einige Mitstreiter ihr Zuhause vorstellen - auf die eine oder andere Weise. Da wird es voraussichtlich ein wenig echter zugehen als in den insta-typischen weißen Lofts. Ich freu mich auf jeden Fall schon drauf!

Liebe Grüße

Fran

Montag, 23. Januar 2017

Deich statt schottischer Highlands



 Mit der gut behüteten Blogparade hast du mich angefixt, liebe Andrea :-) Und sogar meine latent kriminellen Eigenschaften zum Vorschein gebracht *grins*. Die Mütze aus dem heutigen Post musste ich nämlich meinem Mann mopsen.

Ich habe sie ihm vor einigen Jahren aus London mitgebracht. Auf einem ganz zauberhaften Weihnachtsmarkt im Somerset House war auch der Hutmacher Christys´ mit einem Stand vertreten. Und wer kann bei einer Mütze, die Balmoral Cashmere Flat Cap schon nein sagen? Ich auf jeden Fall nicht. Keine Chance. Es gab dieses wunderbare Exemplar in einer Größe, von der ich annahm, dass sie ihm passen könnte. Mein Mann ist nämlich nicht nur zwei Meter groß, sondern auch ein ziemlicher Dickschädel. Natürlich nur rein optisch ;-) Naja, und im Hinterkopf setzte sich natürlich der edle Gedanke fest, dass, falls die Mütze ihm zu klein ist, ich mich eventuell opfern könnte, das gute Stück zu tragen, wenn ich königlich zwar nicht meine schottischen Ländereien, aber den Elbdeich südlich von Hamburg abschreite. Dummerweise passte ihm die Mütze. Kein Grund, sie nicht zeitweise zu entwenden :-)

Dazu gibt es heute - der aufmerksame Leser wird es schon bemerkt haben - Lackhose Nummer zwei. Nummer eins mag ich immer noch. Aber blöderweise ist sie in Hüft- und Bauchregion zu weit. Und das sie keine Gürtelschlaufen hat, um sie dort festzuzurren, war guter Rat teuer. Naja, so richtig teuer auch nicht. ich habe Nummer zwei im Zara-Sale für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises gekauft. Passt also in doppelter Hinsicht.

Der Schnee, den ihr auf den Fotos seht, ist übrigens schon fast wieder weg. Während aus der Mitte und dem Süden Deutschlands ständig märchenhafte Schnee-und-Eis-Fotos mit viel Sonne zu sehen sind, hat sich das Wetter hier längst wieder auf konventionellen Winter umgestellt: Drei Grad und Nieselregen werden in Norddeutschland gern genommen :-) Das hat immerhin den Vorteil, dass man im Cardigan nicht erfriert. Naja, nicht sofort. Bei längerem Aufenthalt im Freien ist ein Mantel dann doch empfehlenswert. Mir reicht die Sache mit dem Winter jetzt sowieso. Ich geb ihm noch den Januar, aber im Februar hätte ich dann doch gern zumindest eine Vorahnung von Frühling. So ein klitzekleines bisschen? Ginge das?








Liebe Grüße

Fran

Freitag, 20. Januar 2017

Gut behütet - Strickkleid und Stiefel an Hut


Als Andrea mich fragte, ob ich bei der Aktion „Gut behütet“ mitmachen möchte, war meine erste Reaktion: Nö, lieber nicht. Meine liebe Familie behauptet nämlich standhaft, dass Mützen und Hüte aller Art mir nicht stehen. Jedes Mal, wenn ich wieder mit einer gerade entdeckten, in meinen Augen wirklich hübschen Kopfbedeckung um die Ecke biege, gucken die alle verständnislos und schütteln den Kopf. Egal ob Hut, Baseball-Cap oder Wollmütze - die drei behaupten ständig, dass ich außer Haaren am besten gar nix auf dem Kopf tragen sollte und zerren mich aus all den Hutläden, die ich mit Vorliebe entere.

Einmal allerdings waren sie zu langsam. Das war im vorletzten Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Kaum hatte ich dieses hübsche Exemplar entdeckt - ein handgemachter Hut aus Wollfilz - saß er auch schon auf meinem Kopf. Tja, und da half dann auch Kopfschütteln nicht mehr. Also durfte der Hut mit nach Hause. Wirklich oft trage ich ihn nicht, aber ab und zu darf er schon mal an die Luft.

Ich habe übrigens noch ein zweites Exemplar, seit fast 17 Jahren. Einen original australischen Ranger-Hut, den ich auf der Weltausstellung in Hannover im australischen Pavillon gekauft habe. Ihr erinnert Euch? Das war damals, als sich Ernst August von Hannover am türkischen Pavillon erleichterte und den hübschen Spitznamen „Pinkel-Prinz“ bekam. Damals war die Sache mit den Hüten noch etwas einfacher: Kind, groß, war gerade mal neun Monate alt und Kind, klein, noch nicht in Planung. Also konnte nur der Gatte mit dem Kopfe schütteln und alleine gegen mich hatte er keine Chance :-). Geheiratet habe ich ihn übrigens auch mit Hut. Mit einem weißen Zylinder. Eigentlich sollte unsere Hochzeitsreise nach Australien zu den olympischen Spielen gehen. Da hatten wir allerdings die Rechnung ohne den Nachwuchs gemacht, der in diesen  Planungen noch nicht vorkam. Tja, statt Sydney wurden es dann halt der australische Pavillon und der Hut. Die olympischen Spiele habe ich dann ein paar Jahre in London erlebt. War auch nicht schlecht.

Aber zurück zum Weihnachtsmarkt-Hut :-) Fragt mich nicht, wie der heißt. Vermutlich gibt es für diesen Hut eine Bezeichnung, die ich Banause einfach nicht kenne. Ich mag ihn trotzdem, vor allem im Herbst zu Strickkleid und Stiefeln.










Und? Was sagt ihr? Hut oder lieber nicht?

Liebe Grüße
Fran

Noch viel mehr Hüte und Mützen gibt es bei den anderen Teilnehmern der Aktion. Heute sind außer mir dabei:

Andrea https://hereiam-andrea.blogspot.de/
Love T. http://looksoflovet.blogspot.de/
Natascha http://www.champagnerzumfruehstueck.com/
Sara http://herz-und-leben.blogspot.de/
Tina http://tinaspinkfriday.blogspot.de/


Und in der vergangenen Woche gab es eine bunte Palette an Kopfbedeckungen auf den folgenden Blogs zu entdecken:

Andrea https://hereiam-andrea.blogspot.de/
Rena http://www.dressedwithsoul.com/
Sabina http://oceanbluestyle.blogspot.de/
Sabine http://achtstundensindkeintag.blogspot.de/
Steffi http://theblondeladylioness.com/
Sunny http://www.sunnys-side-of-life.de/
Tina http://tinaspinkfriday.blogspot.de/
Ari http://ari-sunshine.blogspot.de/
Bärbel http://uefuffzich.blogspot.com/
Ela http://elablogt.blogspot.de/
Ines http://www.meyrose.de/
Sabina http://oceanbluestyle.blogspot.de/
Sabine https://www.blingblingover50.de/