Dienstag, 28. März 2017

Was die Waltons mit meinem Jeans-Geschmack zu tun haben


Erwähnte ich schon mal, dass ich Jeans abseits des Mainstreams liebe? Schnitte, die der Rest der Welt mit einem leichten Kopfschütteln zur Kenntnis nimmt oder die gute alte Jeans-Latzhose, die ich schon bei der Erstausstrahlung der Waltons irgendwann Anfang der Siebziger angehimmelt habe.

Da meine Mutter Damenschneiderin war, blieb mir nämlich das Tragen von Latzhosen in der frühen Kindheit erspart. Latzhosen für Mädchen - nee. Ich hatte wunderhübsche Kleider in allen Farben und Formen, aber Latzhosen? Die fand meine Mutter unpassend für ihre Töchter. Und dann kam dieses Ferienlager auf der niederländischen Nordseeinsel Ameland. Ich muss etwa 13 oder 14 gewesen sein und ein Mädchen aus meiner Gruppe hatte - eine Latzhose! Die trug auch ein Sweatshirt mit dem unerhörten Aufdruck „Sexy thing“. Ich erinnere mich noch genau, wie revolutionär und ein bisschen unanständig wir das fanden. Kein Wunder, handelte es sich doch um das Ferienlager einer katholischen Kirchengemeinde. Allein das Wort „sexy“ war - also wirklich!

Nun, dieses Mädchen, an dessen Namen ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnere, hatte diese Latzhose und genau meine Figur und Größe. Nun, nach tagelangem Bestaunen der Hose wagte ich einen kleine Vorstoß. Ich fragte sie, ob sie mir diese Hose ganz eventuell gegebenenfalls vielleicht ausleihen könnte. Sie tat es! Ich musste allerdings abgesehen von meinem roten Kleid auch noch ihren Abwaschdienst für einen ganzen Tag übernehmen. Bei einem Ferienlager mit ungefähr 100 Kindern und ohne Spülmaschine war das ein relativ hoher Preis, aber die Latzhose war es mir wert. Vor allem, weil am Abend die Lagerparty steigen sollte und ich sah mich natürlich in der todschicken Latzhose als Star des Abends. Es kam, wie es kommen musste. Ich trug Latzhose, fand mich wahnsinnig glamourös und merkte leider zu spät, dass die versammelte männliche Belegschaft Latzhosen echt furchtbar fanden, das Mädchen im roten Kleid allerdings sehr appetitlich…

Seit damals sind mir die Reaktionen männlicher Personen auf meine Jeans eigentlich ziemlich egal. Solange ich die Hose mag, ziehe ich sie an. Der Rest der Welt darf sich an die Stirn tippen und sich fragen, ob`s noch geht. Da mein Mann das genau weiß, rollte er lediglich mit den Augen, als ich dieses Exemplar irgendwann in Barcelona aus einem Laden trug. Und bevor jemand fragt: Nein, die ist noch so konzipiert, dass noch eine Windel reinpasst. Wobei die Windel vermutlich passen würde. Die Hose kann ich also getrost auch dann noch tragen, wenn irgendwann Inkontinenz droht. Wenn das mal nicht in die Zukunft gedacht ist :-)

Zur Hose gibt es diesmal Farbe - ich erwarte jetzt natürlich tosenden Applaus für ein rotes (!) Shirt. Nun ja, ich habe es etwas unter Lederjacke versteckt, rote Langarmshirts sind nämlich ziemlich neu für mich.  Langarmshirts trage ich im Normalfall nie, weil ich enge Ärmel eigentlich überhaupt nicht mag. Aber das rot war so schön und passte farblich genau zu den Stickereien auf der Hose. Eigentlich wollte ich ja meine roten Knotenschuhe dazu kombinieren, aber das wäre dann doch etwas kalt gewesen. Also mussten die Turnschuhe (aus Sneaker macht meine Rechschreibkorrektur ständig Senker - was zur Hölle sind Senker?) dran glauben. Die waren auf der Wiese auch wesentlich zweckmäßiger als Ballerina-Verschnitte.








Liebe Grüße

Fran

Sonntag, 26. März 2017

Ich bin`s, der Pantoffelheld!


Erst einmal ganz vielen Dank für die tollen Kommentare unter dem letzten Post. Ich habe es bisher nicht geschafft, sie zu beantworten und werde das auch heute wohl leider nicht hinkriegen. Mein Vater feiert nämlich Geburtstag und das ist eine der seltenen Gelegenheiten, an denen ich meine Geschwister auf einen Haufen sehe - das muss ausgenutzt werden! Ich habe aber jeden einzelnen Kommentar gelesen und mich sehr gefreut.


But now for something completely different: Meine wunderhübschen neuen Schlappen, die ich Euch vor kurzem schon gezeigt hatte und die durchaus auf gemischte Reaktionen stießen, durften endlich an die Luft! Mit 15 Grad ist nämlich eine Temperatur erreicht, die genau richtig sind für pelzige Treter, die die Hälfte der Füße der frischen Luft aussetzen. Das ist quasi wie ein Outfit mit Jeans-Shorts und dickem Pullover - wenn der Bauch warm ist, friert das Bein nicht. Funktioniert nicht? Funktioniert doch! Zumindest bei mir. OK, ich leide sowieso nur im tiefsten Winter an kalten Füßen.

Den Bürotest haben die Treter auch bereits bestanden. Ja, es gab die prognostizierten belustigten Blicke auf mein neues Schuhwerk und ein paar herzhafte Lacher. Ich musste aber niemandem mit den Schuhen auf den Kopf hauen. Was ich natürlich sowieso nie tun würde, ich bin fast immer ein wirklich friedfertiger Mensch. Ausnahmen mache ich höchstens, wenn jemand den Versuch macht, den letzten Kinderriegel im Süßwarenschrank zu essen. In diesem Fall kann ich handgreiflich werden. Da das hier aber jeder weiß, versucht es niemand.

Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, in der Fastenzeit auf Süßwaren aller Art zu verzichten. Das hat zwei Tage lang tatsächlich geklappt. Dann kam mir diese Tüte Haribo Phantasia in die Quere. Fragt mich nicht wieso, aber ich liebe dieses Zeug. Da ist irgendwas drin, was süchtig macht. Da war also ich, und da war diese Tüte. Ich bin stundenlang um sie herumgestrichen. Dann sagte mir diese Stimme, dass ich sie öffnen soll. Was soll ich sagen - ich habe sie zumindest nicht sofort geplündert. Sie hat vier (in Worten: vier) Tage lang überlebt. Dann war sie plötzlich leer. Da der Rest des Haushaltes aus Veggies besteht, war das wohl ich. Bevor ich mich jetzt als charakterschwaches, verfressenes Wesen oute, wechsle ich jetzt mal fix wieder zum Outfit :-)

Um den Schlappen keine Konkurrenz zu machen, gibt es lediglich eine Jeans, eine weiße Bluse (so langsam frage ich mich, was ich ohne die Erfindung von weißen Blusen machen sollte. Ich wäre echt aufgeschmissen) und ein schwarzes Lederhemd. Ihr wisst schon, schwarz oben passt zu schwarz unten, Rest neutral. Die Schlappen liebe ich jetzt schon. Gut, im Hochsommer werden sie vermutlich zu warm sein. Aber für den Frühling sind sie genau richtig. Außerdem bin ich mit den guten Stücken garantiert die erste, die fertig an der Haustür steht, wenn morgens zum Aufbruch geblasen wird. Da überholen mich normalerweise die lieben Kinderlein, weil die die Kunst beherrschen, ihre Schuhe mit zugebundenen Schnürsenkeln anzuziehen. Schon praktisch, wenn die Schnürsenkel niemals geöffnet werden. Die versteinern irgendwann. Vermutlich werden sich Archäologen in 500 Jahren beim Ausgraben der Schuhe meiner Kinder fragen, ob die nie gelernt haben, eine Schleife zu binden. Falls da so ist, sollte der Archäologe bitte googeln und auf diesen Blogeintrag stoßen. Ich bin unschuldig! Ich habe ihnen das beigebracht, ich schwöre!









Liebe Grüße
Fran

Mittwoch, 22. März 2017

Ich bin wieder hier, in meinem Revier *träller*

Lassen wir das. Ich kann nicht singen. Das wird Euch meine Familie auf Anfrage gern bestätigen. Die leiden periodisch unter meinen Sangesversuchen und haben mich daher singend unter die Dusche verbannt.

Da bin ich also wieder. Eine Woche völlige Auszeit von allem hat wahnsinnig gut getan. Das Hamsterrad, das auch Natascha  gerade beschäftigt, hinter mir zu lassen und die Dinge zu tun, die ich machen möchte. Lange Spaziergänge, Buddeln im Garten, gute Gespräche, ganz viel Lachen, Knuddel-Einheiten und viel Zeit allein mit mir und für mich. Da war es dann schon fast egal, wenn ich mit dem Hund durch den Regen gewandert bin und klatschnass zuhause ankam. Ich hatte nämlich genügend Zeit, um ganz in Ruhe einen großen Milchkaffee zu trinken, während ich trocknete ;-)

Aber wie kommt man längerfristig aus dem Hamsterrad heraus? Job, Haushalt, Familie, Freunde, Garten, Blog - manchmal hat man das Gefühl, dass alles, was man eigentlich als einzelne Aufgabe gern macht, an einem zerrt und zieht und irgendwann geht dann nichts mehr. Aber wo soll ich reduzieren, und zwar dauerhaft?

Ist es eigentlich ein typisches Frauenproblem, dass ich mich für alles zuständig fühle? Für den Termin, den ein Kollege gern an mich abtreten würde, weil er gerade weder Zeit noch Lust hat? Habe ich nämlich auch nicht. Oder habe ich ein Organisationsproblem, weil ich die Arbeit für zwölf Stunden nicht in acht quetschen kann? Muss ich jetzt den lautstarken Revoluzzer geben, um in zwei Wochen dann doch kleinlaut den ganzen Kram wieder an mich zu ziehen, weil der kleine Perfektionist in mir das Unkraut auf der Einfahrt nicht ertragen kann? Vermutlich von allem ein bisschen.

Also hänge ich in Zukunft einfach einen Zettel mit einem großen NEIN über meinen Schreibtisch. Auf den zeige ich dann, wenn besagter Kollege hereinschaut. Organisieren kann ich - wer zwei Teenies im Zaum hält, der ist quasi ein geborenes Organisationstalent. Und die Sache mit dem zaghaften Revoluzzer sollte auch in den Griff zu kriegen sein. Vielleicht brülle ich künftig einfach das Unkraut auf der Einfahrt an und das ist dann so beeindruckt von meiner Stimme, dass es das Wachsen einstellt? Käme auf einen Versuch an. Ich bin schon gespannt auf die Gesichter der Nachbarn und überwinde damit dann auch gleich das Frauenproblem.

Was bleibt, ist der Blog. Der bringt weder Geld noch Ruhm. Nichtmal viel Applaus ist drin, weil ich so gern garstige Posts über merkwürdige Phänomene in Bloggerhausen am Mittwoch schreibe. Blöd nur, dass mir Schreiben und vor allem das Verfassen garstiger Texte phänomenal viel Spaß macht. Klar könnte ich mich darauf verlegen, lobende Texte über Modemarken zu schreiben, bei denen ich mich im Laden bloß gähnend abwende. Oder Lobeshymnen auf Kosmetikprodukte zu verfassen, die ich in Wirklichkeit gerade mal halbgar finde. Für Geld geht da bestimmt eine Menge. Und wenn ich es geschickt anfange, nimmt mir der Rest der Welt das vermutlich sogar ab. Klappt ja andernorts auch hervorragend. Aber mal ehrlich: Da würde der Spaß an der Sache für mich auf der Strecke bleiben. Einen Job möchte ich aus dem Bloggen immer noch nicht machen, auch keinen klitzekleinen Nebenjob. Die Steuererklärung fordert mich schon so wie sie ist zur Genüge, da muss ich mir nicht noch selbst das Leben schwerer machen.

Hier bleibt deshalb vorerst alles so wie es ist. Bis auf die Frequenz der Posts. Und es wird künftig vermutlich ein paar Tage dauern, bis ich Eure Kommentare beantworte. Ob ich es schaffe, so regelmäßig anderswo zu kommentieren wie bisher weiß ich nicht. Daher möge sich künftig bitte niemand irgendwie verpflichtet fühlen, hier einen Kommentar zu hinterlassen. Ich werde mich, solange ich Zeit habe, natürlich kommentierend durch die Bloggerlandschaft bewegen. Aber wenn die Sonne scheint, dann schnappe ich mir einfach den Hund und gehe an den Elbstrand. Ohne schlechtes Gewissen :-)

Liebe Grüße

Fran

Montag, 20. März 2017

Layering-Look - ü30Blogger & Friends





Was hat Layering mit Zwiebeln zu tun? Diejenigen unter uns, die mindestens 40 sind, wissen das vermutlich. Denn vor Shopping Queen und Co. hieß das, was heute Layering-Look hieß, schlicht und ergreifend Zwiebellook. Man zog einfach Schicht um Schicht übereinander. Als ich ein Kind war, war der Zweck eher praktischer Natur: Nicht frieren hieß die Devise. Heute ist das eher zweiranging - es soll einfach nur gut aussehen.

Wobei das Zwiebeln im Frühjahr und Herbst durchaus noch immer praktisch sein kann. Morgens und abends ist es ganz schön kalt, wenn mitten am Tag die Sonne scheint, ist man oft froh, wenn man sich einer oder zwei Schichten entledigen kann. Blöd ist es, wenn das Outfit nur komplett funktioniert. Wenn ich in meinem Büro direkt an der Fensterfront sitze und um zwölf knallt die Sonne rein, schmeiße ich gern Überflüssiges, das morgens bei fünf Grad noch unbedingt notwendig wawr, von mir. Aufgrund der Optik dann zu schwitzen kommt nicht in Frage.

Bei diesem Outfit geht das ganz gut. Der Wachmacher am Morgen für alle Nachbarn ist der Leo-Mantel, den ich mir irgendwann im Zustand geistiger Umnachtung mal gekauft habe. Für Leoparden bringe ich in der Regel ausschließelich im Rahmen von Naturdokus Interesse auf, aber irgendwie dachte ich damals, ich müsse den Animal-Print-Hype auch mal mitmachen. Ganz selten darf das arme Poly-Tier dann mal raus aus dem Schrank-Käfig, und dann bitte nur in Kombination mit möglichst abgewetzten, hellen Jeans. Alles andere geht an mir gar nicht. Na, und als Schicht bis etwa elf Uhr vormittags finde ich ihn ganz originell ;-) Der arme Mantel lag schon mindestens fünfmal in seinem Leben auf dem Stapel „Aussortiert, ab in den Container“. Ich habe es nie übers Herz gebracht, das arme Tier tatsächlich zu entsorgen. Mit den Folgen dieses weichen Herzens müsst ihr jetzt leben.

Schicht zwei ist die Jeansjacke, die im Gegensatz um ollen Leo in Dauergebrauch ist. Im Normalfall allerdings nicht zur Jeans, denn dieses All-over-Denim-Ding mag ich an allen anderen, nur nicht an mir. Keine Ahnung, woran das liegt - muss ein Kindheitstrauma sein. Wobei ich die erste Jeans eh erst mit 13 oder so hatte und damals war es nicht die heiß ersehnte Wrangler (nach Levis krähte damals zumindest in meiner Schule kein Hahn, Wrangler war cool), sondern ein von meiner Mutter selbst genähtes Exemplar. Nein, fragt nicht. Der Gang in dieser Hose zur Schule war für eine 13-jährige schlimmer als jeder Gang nach Canossa.

Aber zurück zum Jeans-Komplett-Look: Dazwischen musste eine Schicht her, und wer könnte diese Rolle besser spielen als das längste Hemd im Schrank? Das funktioniert in allen Lebenslagen und obwohl es inzwischen diverse Jahre auf dem Buckel hat, liebe ich es heiß und innig. Es ist übrigens eines der wenigen Stücke, die ich sofort bügle, sobald es von der Wäscheleine kommt. Andere Blusen oder Kleider verbringen schonmal viele Wochen im Bügelkorb. Dieses Hemd nicht. Das kann man nämlich auch als Hemd wie hier oder als Kleid wie hier, sondern auch als Unterkleid wie hier oder hier tragen. Das Ding ist quasi multifunktional.

Mittags um eins bleiben dann lediglich noch die Jeans und das Hemd übrig - Sonnenschein vorausgesetzt. Und ab 17 Uhr geht der ganze Vorgang rückwärts :-)








Schmuck zu den Lagen wäre mir persönlich übrigens dann irgendwann zu viel. Ich bin nun mal keine Elster, die bei allem, was glitzert, ein besonderes Strahlen in den Augen bekommt. Vorstellbar wäre sicherlich noch eine lange Kette. aber sowas besitze ich nicht einmal. Also müsst ihr mit einer ungeschmückten Zwiebel vorlieb nehmen. Ich hoffe, Euch gefällt der Look trotzdem und ihr könnte Euch mit meinem Leo anfreunden. Ich verspreche auch, dass ich ihn erst in zwei oder drei Jahren wieder aus der Mottenkiste hole.

Liebe Grüße
Fran

P.S. Klickt auf jeden Fall weiter zu den anderen Ü30-Bloggern, die Euch in dieser Woche zeigen, wie ihre liebsten Layering-Looks aussehen. Es lohnt sich!



Mittwoch, 15. März 2017

Miese Work-Life-Balance


Meine Mutter hätte gesagt: „Du arbeitest zu viel“. Beate aus dem Bahnwärterhäuschen hat das kürzlich in einem Kommentar anders ausgedrückt. „Miese Work-Life-Balance“, meinte sie. Und sie hatte Recht.

So wirklich gestört hatte mich das bis dahin eigentlich nicht. Klar, die ständigen Abendtermine sind spätestens dann, wenn man zwischen Montag und Freitag keinen Abend zuhause verbringt, etwas nervig. Andererseits sind sie meist spannend. Vermutlich bin ich der einzige Mensch auf der Welt, der sowohl Diskussionen über fehlende Krippenplätze, die Probe eines plattdeutschen Theaterstückes und einen Streit über den Standort für das künfttige Feuerwehrhaus tatsächlich spannend findet und jedem Fernsehprogramm vorzieht. Zusätzlich habe ich phasenweise ein echtes Problem, meinen Kollegen die Bitte um die Übernahme eines Termins abzuschlagen. Wenn die nur lieb genug gucken, dann seufze ich und lass ihn mir aufschwatzen.

Zusätzlich sollte der Haushalt bittedanke nicht komplett verlottern und keiner verhungern. Und dann sind da noch der Garten und der Hund. Den Garten nach dem Winter wieder in Schuss zu bringen genieße ich in diesem Jahr mehr denn je und lange Gänge mit dem Hund bei Sonnenschein und 15 Grad sowieso. Und dann war da ja noch der Blog, der versorgt werden möchte. Auch das macht Spaß. Aber blöderweise habe ich unterm Strich im Moment die pure Hektik.

Ja, und wenn dann noch jemand stirbt, den du sehr gern gehabt hast und der eigentlich echt noch nicht dran gewesen wäre, dann steht man plötzlich da und fragt sich, ob am Ende eines Lebens tatsächlich die gewienerten Fenster oder die geschriebenen Artikel zählen oder nicht doch etwas ganz anderes.

Weil das so ist, habe ich mir einfach mal eine Woche frei genommen, lasse den Haushalt verlottern und versuche, so gut es geht, ein paar schöne Momente einzufangen. So ein Leben kann verdammt schnell beendet sein. Das weiß eigentlich jeder, aber es ist so schnell vergessen. Ich habe das Gefühl, ich muss meine Work-Life-Balance mal neu ordnen und deshalb findet man mich in den nächsten Tagen entweder mit dem Hund irgendwo am Wasser - der zeigt mir schon, wie genießen geht - oder buddelnd im Garten. Sorry, wenn Kommentare mit einigen Tagen Verzögerung beantwortet werden oder die Posts weniger werden. Irgendwann habe ich das Gleichgewicht wieder gefunden. Bis dahin brauche ich eine große Portion Life. Work kann warten.




Liebe Grüße

Fran

Montag, 13. März 2017

Barbie lässt grüßen

Hoodie & Jacke: H&M, Jeans: Zara, Schuhe: Adidas

"In dem Pullover lassen wir dich nicht aus dem Haus", sagte Tochter, klein, kürzlich knallhart, als ich diesen wunderbaren Kapuzenpullover, neudeutsch Hoodie im nächsten Hasi und Mausi anschmachtete. Sie zwang mich quasi mit vorgehaltener Waffe dazu, den Pullover wieder wegzuhängen. Naja, sie hat natürlich keine echte Knarre sondern nur die üblichen Waffen eines Teenies: Ihr Zimmer verwüsten, benutztes Geschirr unter dem Schreibtisch stehenlassen, wo es fortan mit den zwei (!) bis zum Rand gefüllten Mülleimern kämpft und das Verstreuen von wahnsinnig wichtigen Schuluntelagen im ganzen Haus. Alles zusammen kann furchtbare Folgen für die Psyche von Müttern haben... ich kenne mich da aus ;-)

Aber kurze Zeit später konnte ich die töchterliche Bewachung abschütteln und diese Gelegenheit nutzte ich natürlich sofort. Während das Kind nichtsahnend in der Umkleidekabine feststeckte, schnappte ich mir den Hoodie und eilte zur Kasse. Als Kind, klein, endlich die Kabine verließ, gehörte das Ding mir *yeah, gewonnen* Und natürlich ließ sie mich dann in dem Ding aus dem Haus - einer muss ja schließlich mit dem Hund gehen.

Nach dem Fotoshooting kam dann übrigens ein ziemlich kleinlautes "Der Hoodie sieht gar nicht schlecht aus" aus dem Munde des Kindes. Man höre und staune! Wie auch immer: Nachdem ich jahrelang fast alles verschmähte, was bunt war und vorzugsweise zu freundlichem Schwarz, unschuldigem Weiß, zurückhaltendem Grau oder wahlweise Erdferkel-Farben griff, fand ich, es sei mal Zeit für Abwechslung. Ich schätze, das Wetter hat seinen Teil dazu beigetragen. Als ich "das Ding" kaufte, hat es nämlich gerade mal wieder in Strömen geregnet.

Dafür gab es in den letzten Tagen feinsten Sonnenschein, ein laues Lüftchen und wunderbare Sonnenschein-Fotos. Den Hoodie und die bestickte Jeans würde ich zur Zeit am liebsten gar nicht mehr ausziehen.









Das werde ich allerdings in wenigen Tagen müssen und zu einem sehr traurigen Anlass wieder schwarz hervorkramen. Aus diesem Grund wird es in den nächsten Tagen eventuell auch eine kleine Blog-Pause geben. Ihr aber, genießt den beginnenden Frühling!

Liebe Grüße
Fran

Sonntag, 12. März 2017

Der Geist von der Tankstelle mit Bomberjacke


Overall: Mavi, Jacke: Zara, Tuch: H&M, Schuhe: Adidas

Was macht frau zu nachtschlafender Zeit, wenn sei nicht ins Bett gehen kann, weil die blöderweise versprochen hat, das Tochterkind von einer Party abzuholen? Genau: Sie schreibt einen Blogpost. Fotos lagerten noch auf der Platte, also bekämpfen wir die Müdigkeit einfach mal mit fröhlichem Tippen :-) 

Wann, bitteschön, ist das Kind eigentlich alt genug geworden, um sich bis in die Puppen außenhäusig zu amüsieren? Muss irgendwann in den letzten 17 Jahren gewesen sein. Die nächste Woche ist die letzte Schulwoche ihres Lebens. Dann noch die Abiturprüfungen und das Kapitel Schule ist im Mai beendet. Wow. Ich wollte ihr ja eigentlich schon zur Einschulung schon eines dieser furchtbaren Shirts mit "Abi 2017"-Aufdruck kaufen, habe aber davon abgesehen, weil man mich eh für völlig abgedreht und gruselig arrogant hielt, weil ich die Frechheit besaß, das Kind mit fünf Jahren einzuschulen. Kind fand den Kindergarten allerdings absolut gruselig und wollte dringend in die Schule. Jetzt rächt es sich, sie macht ihr Abi mit 17. Sämtliche Prophezeiungen meiner Mitmenschen, dass ihre Kindheit mit einem Schock endet, sie vermutlich mindestens drei Klassen wiederholen muss und die frühe Einschulung ein schreckliches Trauma nach sich zieht, sind gottseidank nicht eingetreten. Das Kind ist nur etwas stinkig, weil sie ohne volljährige Begleitung immer noch nicht in einen Club kommt. Ansonsten hat sie mich immer noch lieb. Behauptet sie zumindest.

Lieb habe ich auch meinen Overall, den ich Euch schon mal hier gezeigt habe. Diesmal dachte ich mir, ich bleibe mal im Thema grün und habe meine Bomberjacke dazu kombiniert. So gekleidet könnte ich vermutlich sofort meine berufliche Karriere bei einer Tankstelle fortsetzen. Zumindest hat mir der Aufzug bei meinen Kollegen die Bezeichnung "Dankwart, der Tankwart" eingebracht. Mein Einwurf, dass Tankwarte ja wohl eher blaue oder schwarze Overalls tragen, hat leider nicht gewirkt.

Ich bin sicher, das Tochterkind wäre ebenfalls begeistert, wenn ich sie so gewandet von der Party abholen würde *grins* Ich schätze, das wäre peinlich. Nicht so peinlich allerdings wie diese andere Party, bei der ich sie im Schlafanzug abholte. Wäre eigentlich kein Problem gewesen, weil ich normalerweise eine Nachricht tippe und im Auto warte. Diesmal allerdings wollte die Meute ein Foto mit der zum Geburtstags-Polaroidkamera haben. Und das sollte ich machen. Der Wunsch war mir Befehl - im Schlafanzug. Ob das jetzt das Sozialleben des Kindes negativ beeinflusst hat, entzieht sich meiner Kenntnis ;-)





Tochterkind, klein, hat ihr Praktikum beim Fotografen inzwischen beendet und experimentiert heftig mit der Kamera. Dabei kommen dann auch schon mal Geisterfotos zustande, die ich Euch nicht vorenthalten möchte. Ich bin nämlich eine übernatürliche Erscheinung :-)



So, und jetzt ist es auch schon Zeit loszufahren. Ich wünsche Euch einen wunderbaren Sonntag mit ganz viel Sonne und Frühling!

Liebe Grüße
Fran

P,S. Für alle, die jetzt missbilligend gucken und sich fragen, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe, weil ich das partywütige Kind mitten in der Nacht abhole: Ja, ich habe alle Tassen im Schrank. Mir ist es lieber, Töchterlein kommt sicher mit mir nach Hause als dass sie entweder nachts um drei die zwölf Kilometer mit dem Rad zurücklegt oder mit irgendjemandem mitfährt, der es mit der Promillegrenze nicht so genau nimmt. Das diskutiere ich auch nicht :-)

Freitag, 10. März 2017

Erster Frühlingsausflug in rentnerbeige und babyblau


Ja, ich weiß, der Frühling hat offiziell noch gar nicht begonnen. Aber am vergangenen Wochenende gab es einen ersten Vorgeschmack. Zwar hat die Sonne es nur ganz kurz durch die Wolkendecke geschafft, aber es war trotzdem warm genug, um den Wintermantel durch eine Jeansjacke zu ersetzen :-) Also nix wie raus aus dem Haus und an die frische Luft. Weil die Zeit für einen Ostsee-Ausflug nicht gereicht hatte, wurde es halt etwas weniger Wasser, aber genossen habe ich diesen Ausflug trotzdem sehr. Vor allem, weil es möglich war, zum ersten Mal in diesem Jahr draußen einen Kaffee zu trinken, ohne dabei zu erfrieren.

Obwohl Pantone grün als Farbe des Jahres ausgerufen hat, bleibe ich doch lieber bei blau. Im Winter gern dunkelblau, im Frühling hätte ich gern hellblau. Und das kombiniere ich gern mal mit rentnerbeige. Weil rentnerbeige nämlich gar nicht nur für Rentner ist. Sollte ich wider Erwarten in der Hose doch das Angebot bekommen, ab sofort Rente zu bekommen, würde ich mir das allerdings durchaus überlegen.

In Fragebögen dann künftig "Rentner" als Beruf anzugeben, macht zwar nicht unbedingt jünger, aber verschafft einem eine Menge Zeit. Und davon hätte ich gern ein bisschen mehr, muss ich zugeben. Im Moment habe ich das Gefühl, vor lauter Arbeit kein Land mehr zu sehen. Sämtliche Wochenenden in den nächsten zwei Monaten sind eben mal verplant, ich schaffe es nicht, den Urlaub zu planen und wenn ich glaube, mal ein paar Stunden für mich zu haben, funkt irgendwas dazwischen.

Und weil das so ist, ich diesen Post wieder mal auf den letzten Drücker am späten Donnerstagabend tippe und ich gleich noch Kind, klein, vom Trampolintraining abholen muss (Wer kommt eigentlich auf die Idee, so spätes Training anzusetzen? Die armen Kinder schlafen doch morgen in der Schule ein, weil sie GNTM dringend noch heute nach nachgucken müssen), mache ich jetzt Schluss und setze mich ins Auto. Was muss ich auch aufs Dorf ziehen. Typischer Fall von selbst schuld ;-)









Liebe Grüße
Fran