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Liebe auf den ersten Blick - nicht Mann, sondern Hose

Verlieben kann man sich ja am laufenden Meter. Aber so eine richtige Liebe, die über mehr als zehn Jahre hält und längst noch nicht zu Ende ist, die findet sich nicht an jeder Straßenecke. Ich könnte jetzt behaupten, dass mir das schon vor mehr als zehn Jahren klar war, als ich DIE Hose fand. Stimmt nicht. Damals war es zwar Liebe auf den ersten Blick, aber dass sie so lange halten würde, habe ich nicht geahnt. Und dann ist es auch noch eine Jpgginghose! Ihr wisst schon, Kontrolle und so. Scheint so, als habe Herr Lagerfeld Recht. Denn zwischendrin habe ich durchaus die Kontrolle über mein Leben verloren… Ob das allerdings an der Hose lag, wage ich dann doch zu bezweifeln. Andererseits wäre vielleicht eine Studie interessant, inwiefern Burnout und Jogginghosen zusammenhängen. Wobei das vermutlich so endet wie die Studie zu Brot und Amokläufern. Da gibt es definitiv einen Zusammenhang: 80 Prozent der Amokläufer frühstücken Brot… Aber zurück zur Hose. Gefunden habe ich sie unter abs

Verzicht und ein Strickkleid

Im Januar wird in der Regel vor allem eines: Verzichtet. Der eine verzichtet auf Alkohol. Der andere ruft den ganz persönlichen Veganuary aus. Der dritte detoxt Nachrichten oder Social Media. Dann gäbe es da noch Konsumverzicht, Zucker-Detox, Tee statt Kaffee oder worau frau sonst so verzichten kann. Ganz ehrlich? Nö. Mit mir nicht. Der Januar ist ohnehin nicht mein Lieblingsmonat. Er ist verdamm lang und verdammt dunkel - zumal die hübsche Weihnachtsbeleuchtung längst abgebaut ist. An den meisten Tagen wird es gar nicht so richtig hell und Sonne ist absolute Mangelware. Abgesehen davon ist es ungemütlich, windig und kalt. Anderswo gibt es wenigstens Schnee. In Hamburg ist der höchst selten. Warum zur Hölle sollte ich just dann auch noch auf meinen Milchkaffee samt diesem winzigen Teelöffel Zucker verzichten? Seh ich gar nicht ein! Ok, Konsumverzicht übe ich in der Tat. Ich habe im Januar lediglich einen schwarzen Blazer gekauft. Das liegt allerdings eher daran, dass ich langsam die

Me-Time - braucht man das?

Beim Begriff Me-Time habe ich vor zwei Jahren noch mit den Augen gerollt. Sowas brauchte ich nicht. Ich hatte den großartigsten Job der Welt, der mir irre viel Spaß machte. Me-Time den ganzen Tag lang quasi. Ok, dass ich für Sport quasi keine Zeit mehr hatte, war schade. Dass ich immer mehr Stress hatte, war ein bisschen blöd. Aber ich hätte jedem, der mir zu Me-Time geraten hätte, erklärt, das sich so einen Blödsinn nun wirklich nicht brauche. Was draus wurde, wisst ihr ja. Ein Komplettzusammenbruch und ein hübscher, ausgewachsener Burnout mit allen Konsequenzen inklusive Klinik und Co. Ach ja, und der Einsicht, dass Me-time dann doch vielleicht eine gute Idee ist. Und nachdem ich vor einem Jahr nichtmal gewusst hätte, wie Me-Time überhaupt geht, gönne ich mir heute jede Menge davon. Zuweilen rolle ich nämlich noch immer mit den Augen. Zum Beispiel dann, wenn ich höre oder lese, dass 15 Minuten Nägellackieren die Auszeit für den Tag bedeuten. Wenn das tatsächlich alles ist, was vom

Manchmal kosten Kinder die letzten Nerven…

… aber manchmal sind sie auch ein echter Gewinn. Und manchmal können sie sogar beides gleichzeitig :-) Kind, klein, kann das beispielsweise hervorragend. Es begann damit, dass wir uns zu einem gemeinsamen Bummel in Hamburg verabredeten. Kind brauchte eine neue schwarze Jeans und ich brauchte einen stinknormalen schwarzen Blazer. Es tummelt sich nämlich der eine oder andere Blazer in meinem Kleiderschrank, aber schwarz war aus, nachdem ein altes Exemplar, das ich vor einer Handvoll Jahren bei Hasi und Mausi geschossen hatte - und das mich fast genausoviele Jahre geärgert hatte, weil der Hersteller weder Knöpfe noch Knopflöcher vorgesehen hatte - nun wirklich nicht mehr ging. Diesmal sollte es also ein ganz normaler, einreihiger schwarzer Blazer sein - samt Knöpfen und Knopflöchern - ein bisschen oversized, aber nicht allzu doll, gefüttert und bitte in einer ordentlichen Qualität. Mir schwante Übles, denn wenn ich schonmal mit einem Plan in die City fahre, geht der normalerweise nicht

Chillen verboten?

Beschwert euch bitte beim Wetter und bei der Jahreszeit darüber, dass es hier schon wieder nichts zum Anziehen gibt ;-) Wenn ich denn endlich mal Zeit hätte, Fotos zu machen, ist es draußen dunkel. Oder es regnet. Also müsst ihr hier weiterhin lesen, was mir gerade durch den Kopf geht. Und zu denken gibt mir eigentlich täglich irgendetwas. In diesem Fall war es ein Satz in Nicoles Dezember-Rückblick . Ich lese eigentlich alles, was Nicole bloggt - und liebe es. Unter dem Punkt „Gab es Ärger“ schrieb sie folgenden Satz: „Dass ich mich oft verdaddelt habe, anstatt etwas ‚Richtiges‘ zu tun. Das macht aber manchmal den Kopf einfach frei“. Und im ersten Teil dieses Gefühl habe ich mich sofort wiedererkannt. Zumindest mein altes Ich. Immer, wenn ich für meine Begriffe „Zeit verdaddelt“ habe, habe ich mich über mich selbst geärgert. In der Zeit hätte ich doch etwas Nützliches tun können! Etwas, das einen Wert hat. Arbeiten etwa. Oder wenigstens für Ordnung in der Wohnung sorgen. Die Pflanz

Faule Bande. Was wollen die eigentlich?

Eine Freundin meiner kleinen Tochter hat gerade ihren Job und ihre Wohnung gekündigt und wird ab Januar für ein halbes Jahr nach Asien gehen. Was sie dort macht? Weiß sie noch nicht. Irgendwas, an dem sie Spaß hat. Ein Freund meiner großen Tochter arbeitet nur noch 25 Stunden pro Woche. Das Teilzeitgehalt reicht ihm und er ist glücklich damit. Angesichts dieser Entwicklung schlagen tonnenweise Menschen in meinem Alter, also irgendwo jenseits der 50, die Hände über den Kopf zusammen, weil „die jungen Leute“ (die alle zwischen 21 und 25 Jahre alt sind und neudeutsch als GenZ firmieren) ja so unentschlossen und gar nicht auf Geldverdienen getrimmt - vulgo faul - sind. Im Spiegel-Online-Forum gab es kürzlich unter der Nachricht, dass Staatsanwälte im deutschen Rechtssystem so langsam ein rares Gut werden und der Nachwuchs nicht unbedingt eine 50-Stunden-Woche präferiert, eine heftige Diskussion mit dem Tenor: „Die sind kein Arbeiten mehr gewohnt, die verzogenen Gören.“ Nicht umsons

Was ich im Dezember gelernt habe: Alles wird gut

Die Idee zu dieser Rubrik stammt immer noch von Ines   und Tina und ich habe sie dankend aufgenommen. Für mich war es tatsächlich auch eine Übung in Achtsamkeit, denn durch diese Rubrik war ich gezwungen, mich jeden Abend zu fragen, was ich erlebt und gelernt habe. Das hätte ich vor zwei Jahren vermutlich absolut nicht auf die Reihe gebracht. Inzwischen ist es ein Ritual und ich finde, es ist ein schönes Ritual. Wer aufhört zu lernen könnte eigentlich auch aufhören zu leben... 1. Wenn man Möhren in Kokosöl anbrät, schmeckt das Produkt unglaublich gut. 2. Für 70 Pizzaschnecken braucht man sechs fertige Pizzateige und jemanden, der die Oliven kleinschnibbelt. 3. In meine Küche aka Lounge passen 20 feiernde Menschen, die sich prächtig amüsieren.  4. Es gibt total schlaue Menschen, die ein geheimes Weihnachtsgeschenk unter MEINEM Bett lagern und denke, ich finde das da nicht. Mein kleiner Zeh findet aber jede Kiste, die unberechtigterweise dort gelagert wird. Aua. 5. Es gibt Mensche