Direkt zum Hauptbereich

Posts

Ein Rock, dreimal anders, Part 1

Bis vor einigen Jahren wäre ich nicht mal im Traum auf die Idee gekommen, einen Rock oder ein Kleid zu tragen - außer bei meiner eigenen Hochzeit. Mich gab es jahrzehntelang nur in Hosen. Wenn mich damals jemand beim Einkaufen im Kleid getroffen hätte, wäre es mir vermutlich genauso ergangen wie Sunny und man hätte mich erstaunt gefragt, wo bitte ich hin will.
An Kleider habe ich mich dann ziemlich schnell gewöhnt. Vor Röcken stand ich noch eine ganze Weile wie ein Ochs vorm Berg. Wie, bitte, kombiniert man denn einen Rock? Bluse in den Bund, das war so meine Idee zu diesem Thema. Das war noch aus meiner Kindheit übrig geblieben, in der T-Shirts verpönt waren. Ja, tatsächlich. Ich war vermutlich das einige Kind in Deutschland, das bis zum Alter von zehn oder zwölf Jahren kein einziges T-Shirt besaß. Eine Portion Mitleid, bitte ;-) Der Höhepunkt meiner Rock-Karriere war dann ein blau-grün karierter Faltenrock samt Bluse, dunkelblauem Lambswool-Pullover mit V-Ausschnitt und Slippern an d…

Statt Instagram: Mein Monat, Ausgabe Mai/Juni

Wenn ich die letzten vier Wochen kurz zusammenfassen sollte, dann brauche ich dafür genau ein Wort: Draußen. Ich weiß nicht, ob es einen so schönen Mai und einen so sommerlichen Juni schon einmal in Norddeutschland gab. Zumindest nicht, solange ich hier wohne. Und weil das Wetter mit einer kleinen Ausnahme (aber dazu später) einfach bombastisch war, war ich eigentlich immer draußen, wenn ich nicht gerade im Büro saß oder geschlafen habe. Ich habe zwar mal kurz erwogen, einfach im Garten zu schlafen. Aber die Trilliarden von Mücken, die hier auf der Suche nach Beute herumschwirren, haben diesen Plan ziemlich schnell zunichte gemacht.

Ich habe ganz viele Radtouren gemacht. So viele Kilometer per Rad wie in den letzten vier Wochen habe ich wohl auch noch nie gemacht. Ende Mai war dann Premiere für mich bei der Critical Mass in Hamburg. Critical was? Die Critical Mass ist eigentlich nichts Anderes als eine Radtour mitten durch Hamburg, zu der sich ganz zufällig ein paar Tausend Leute treff…

Ein Hemdblusenkleid für Spießer ;-)

Oh Gott, ich bin spießig. Mächtig spießig. Das habe ich kürzlich von zwei jungen Hauptstadt-Bloggerinnen erfahren. Jaja, ich weiß schon. Ich sollte nicht alles lesen, was mir unter die Finger kommt. Mag ja sein, dass ihr Recht habt. Aber dann wüsste ich jetzt nicht, dass ich spießig bin.
Also lese ich weiter alles, was mir so vor die Füße kommt. Denn wenn man aufmerksam ist, lernt man auch was. Dass man spießig ist, zum Beispiel. Ja, und warum bin ich das?
Punkt eins: Ich habe Kinder. Das ist ja mal spießig as hell. Noch schlimmer: Ich habe sogar zwei davon. Und spätestens mit dem Zweiten kann ich mich auch nicht mehr rausreden, dass es ein Unfall war. Ich habe keines der beiden Kinder in einer Kinderklappe verklappt. Wenn meine Töchter wenigstens meine besten Freundinnen wären, dann ginge das vielleicht noch. Aber ich bestehe blöderweise auch noch darauf, dass ich ihre Mutter bin, nicht ihre Freundin.
Punkt zwei: Ich lebe in einem winzigen, norddeutschen Dorf und brauche eine halbe Stun…

Rundum straff zum Schnäppchenpreis

Ladies - oder Gentlemen, was weiß ich, wer hier so liest - ich bin total wertvoll. Nein, nicht so wertvoll wie ein kleines Steak ;-) Aber was ich in Armen und Beinen für Werte besitze, das habe ich nicht geahnt, bevor mir gestern nachmittag die Instyle in die Hände fiel. „Straff ohne Sport“ steht ganz groß auf dem Titel. Wie jetzt? Straff ganz ohne Sport? Auch für die Zerknitterten, so wie mich? Ich mühe mich mindestens eine Stunde pro Tag mit Radfahren, Zu-Fuß-Gehen und Krafttraining ab und das geht auch ohne Sport? Los, her damit.
Tja, und dann entdeckte ich, wie wertvoll ich doch so bin. Denn statt Sport empfiehlt die Instyle jetzt die Lunchtime-Treatments. Da kauft man sich einfach die Straffheit, für die man zu faul ist. Nee, da wird nicht mit Wundercremes gearbeitet, vergesst es. Wundercremes sind viel zu billig und von gestern. Genau so wie Sport. Rihanna macht`s vor. Jaja, ich komm schon zum Punkt. Es geht los.
Für ein glattes Dekolleté brauchen wir eine klitzekleine Unterspritz…

In einer Latzhose aus der Ruine direkt in den Mode-Knast

Beim einen oder anderen mehr oder minder wohlmeinenden Leser wird heute vermutlich wieder mal die Alarmglocke läuten: Fran, völlig alters-unangemessen. In einer Latzhose und ohne Ärmel! Echt jetzt! Ich schätze, ich kann froh sein, dass ich an einem Sonntag so gewandet unterwegs war und die Modepolizei ihr freies Wochenende genoss. Sonst säße ich jetzt vermutlich im Modeknast.
Denn allein in dieser Woche las ich gleich mehrmals, dass Frauen über 50 niemals ärmellose Kleider oder Oberteile tragen sollten und dass Shorts in diesem Alter gar nicht mehr gehen. Da habe ich mich jetzt wohl doppelt schuldig gemacht, denn Shorts trug ich in der letzten Woche. Zwar nicht an einem Sonntag, aber in der Einöde - dort, wo die Modepolizei eben auch nie hinkommt :-)
Derartige „Verbote“ sollten überholt sein, finde ich. Ich habe kein Problem damit, wenn irgendjemand sagt respektive schreibt, dass er keine Shorts oder kurzen Röcke mehr tragen mag, weil er seine Beine nicht mehr mag, so wie etwa Sabine. W…

Im gepunkteten Rock auf dem Friedhof

Ich glaube, ich habe Euch schon einmal erzählt, dass ich Friedhöfe mag. Der eine oder andere mag das merkwürdig finden. Dürft ihr. Ich mag sie trotzdem. Zum einen mag ich sie, weil Beerdigungsriten in anderen Ländern schlicht anders sind als hierzulande und ich gern möglichst viel über mein Reiseland erfahre. Zum anderen haben Friedhöfe eine ganz besondere Stimmung. Selbst in der lautesten Großstadt sind sie Orte der Stille. Am schönsten finde ich, seit ich vor vielen Jahren mal eine Führung über den Highgate Friedhof in London erlebt habe, aufgegebene Friedhöfe. Und nein, ich mag keine Horrorfilme. Die machen mir Angst.
Verlassene Friedhöfe gibt es in Deutschland nur ganz selten. Das liegt daran, dass ein ordentlicher deutscher Friedhof sich in kommunaler oder in kirchlicher Obhut befindet. In England ist das anders. Da gibt es seit dem 19. Jahrhundert Friedhöfe in privatwirtschaftlicher Regie. Wer ein ausreichend großes Grundstück besaß, durfte damals in vielen Städten einen Friedhof…