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Älter werden ist nix für Feiglinge - Teil 2: Wenn alles hängt und faltet

Mit 16 hat man Pickel, mit 50 hat man Falten. Wenn man auf das halbe Jahrhundert zusteuert, dann sind die Naso-Labialfalte und ihre vielen, kleinen Schwesterchen ein echtes Schreckgespenst. Wenn es doch nur die eine olle Falte wäre. Nein, die komplette Optik leidet. Winkeärmchen, Gewichtszunahme, erschlaffte Hautpartien und wenn`s ganz schlimm kommt, ein Doppelkinn. Ha. Altersflecken habe ich vergessen. Ach ja, da war noch das unglaublich müde Aussehen. Klingt gruselig, oder?
Wenn man so liest, welche Spuren der natürliche Alterungsprozess gemeinhin hinterlässt, könnte man glatt Angst kriegen und fix mal nach der praktischen Burka in modischen Designs googlen. Alternativ nach dem nächsten Beauty-Doc, der alles, was herniedersinkt, wieder aufrichtet. Das ist auch nicht weiter tragisch. Also der Beauty-Doc. Die Burka schon. Wenn man damit in der Nachbarschaft auftaucht, dürfte das mindestens Gerüchte über die Neuverheiratung mit einem IS-Kämpfer geben. Ist vermutlich nicht zu empfehlen. …

Schwester Fran, bitte in den OP - Weißes Kleid kombinieren

Obigen Satz rief kürzlich mein Lieblingskollege durch den Flur und machte mich dann darauf aufmerksam, dass im OP Haubenpflicht herrscht. Pah, ich gab natürlich zurück, dass er gefälligst mal aktuelle Arztserien gucken soll. Dann wüsste er, dass man heutzutage im OP grün trägt. Ignorant, der. Ist vermutlich immer noch bei Dr. Brinkmann in der Schwarzwaldklinik stehengeblieben.
Mit einem weißen Kleid NICHT nach medizinischem Fachpersonal auszusehen ist allerdings nicht so einfach. Das war mir allerdings relativ egal, als ich vor ein paar Jahren das Kleid bei COS entdeckte. Ich wollte es haben, das „Schwester Fran“-Problem vertagte ich auf später.
Am Elbstrand kommt allerdings sowieso niemand auf die Idee, dass sich eine Krankenschwester in Dienstkluft dorthin verirrt hat. Hoffe ich zumindest. Mich hat auf jeden Fall noch keiner der zahlreichen Angler nach Pflaster oder Verbandsmaterial gefragt. Außerdem habe ich mich bemüht, das Kleid mit Schnürsandalen, Lederjacke und Korbtasche so zu k…

Die Pariser Unterwelt - Les catacombes

Ich war in den letzten Jahren - dort wohnenem Schwesterchen sei Dank - ziemlich oft in Paris. Was ich nie geschafft habe, war, mir die Pariser Unterwelt anzusehen. Und ehe Schwesterchen zu neuen Abenteuern vielleicht auf neuen Kontinenten aufbricht, musste dieser Programmpunkt dann beim Besuch im Juni endlich mal abgefeiert werden. Ich bin nämlich einer dieser uncoolen Menschen, die auch die Sehenswürdigkeiten einer Stadt abklappern und sogar ins Museum gehen ;-) So führt mich mein erster Spaziergang in Paris eigentlich immer zum Eiffelturm. Nagut, der ist auch nur zehn Minuten von der Wohnung meiner Schwester entfernt und auf den stößt man quasi zwangsläufig. Und ja, ich war auch schon mehr als einmal oben. Diesmal zog es mich aber eher in die Tiefe als in die Höhe, nämlich in die Katakomben.
Die Häuser des alten Paris bestanden fast ausschließlich aus Kalkstein. Ihr wisst schon, diese wunderbaren, hellen Fassaden. Auch der riesige Louvre besteht aus Kalkstein. Aber woher sollte man a…

Rock mit Entenarsch an Dauerwerbesendung

Nachdem ich in diesem Jahr mein liebstes Apfel-Book erstmals nicht mit in den Urlaub genommen habe, musste ich mit dem Handy klarkommen. War auch kein Problem. Aber da meine Familie mich zum Rauchen ja immer aus geschlossenen Räumen entfernt, habe ich zum Zeitvertreib ganz viele Insta-Stories geguckt. Und dabei ist mir dabei etwas über den Weg gelaufen, das ich vorher nicht kannte: Die Dauer-Werbesendung. Ich dachte, die gäbe es nur auf irgendwelchen obskuren Fernsehkanälen. Aber nein, weit gefehlt. Die gibt es auch bei Instagram.
OK, vermutlich kennt das die ganze Welt und ich bin die letzte, die sowas mitkriegt. Wäre jetzt nicht wirklich untypisch *grins* Auf jeden Fall war ich völlig fasziniert davon, dass man als Frau ab 40 tatsächlich pausen- und wahllos am Vormittag irgendwelche Pakete mit Klimperkram von irgendwelchen Kooperationspartnern aufreißen und ab der Kaffeepause Modeschmuck (herrje, da wird man ja blind, so wie das bling-blingt), Cremepötte (die nicht nur gegen Falten h…

Modemut in schwarz-weiß

In der vergangenen Woche haben sich Sabina, Gabriele und Sabine Gedanken um das Thema Mode-Mut gemacht. Ich finde das Thema ungemein interessant, schon allein deshalb, weil ich bis vor einigen Jahren ausschließlich die Nullachtfuffzehn-Mütter-Uniform, bestehend aus „Jeans, die gerade sauber ist, T-Shirt, das gerade sauber ist und Sweatshirtjacke, die gerade rumhängt“ trug.
Rückblickend finde ich das ehrlich gesagt mutiger als das, was ich heute trage *grins*. Auf jeden Fall, wenn es um „Mut zur Unscheinbarkeit“ geht. Trug ich die Uniform, konnte ich absolut sicher sein, in der Masse unterzugehen. Da guckte garantiert niemand zweimal hin. Die Uniform war quasi staatlich anerkannt, quasi der Mao-Kittel Mitteleuropas.
Irgendwann war mir das zu langweilig. Nicht zu unmutig, sondern schlicht und ergreifend zu langweilig. Ich wollte einfach nicht mehr so aussehen, wie man sich die Mütter-Armada auf dem Dorfe gemeinhin vorstellt. Warum? Nun, ich fühlte mich ihr einfach nicht mehr zugehörig. Di…

Norddeutscher Sommer: Kleid über Hose

Nach einem ganzen Monat Urlaub hat mich der Alltag wieder. Und nach einem Monat mit wunderbarem Wetter in Barcelona, Paris und Genf darf ich mich wieder an den norddeutschen Sommer gewöhnen, der in diesem Jahr vor allem mit flüssigem Sonnenschein von sich reden macht. Aber jammern hilft nicht, also leben wir mit dem, was wir haben. Als da wäre: Morgens hübsch kühl (immerin kann man nachts hervorragend schlafen, ohne eine Klimaanlage bemühen zu müssen), über Tag immer wieder mal ein Schauer (ist bestimmt gut für die Landwirtschaft) und, solange es bewölkt ist, um 20 Grad (da kommt man wenigstens nicht ins Schwitzen). Kommt die Sonne dann mal raus, steigt die Temperatur innerhalb von zehn Minuten gefühlt um zehn Grad (und erinnert einen daran, dass es mal sowas wie Sommer gab).
Mit dem Outfit könnte ich diesen Wetterkapriolen wunderbar trotzen, wenn ich denn willens wäre, mich der Jeans unterm Kleid regelmäßig zu entledigen und sie gleich wieder anzupellen, wenn die Sonne verschwindet. H…

Fremdschämen oder: Shorts in Kathedralen

Nachdem Sabine kürzlich über einen etwas lärmigen Hotelaufenthalt schrieb, erinnerte ich mich prompt an diverse Fremdschäm-Attacken, die ich in den letzten 15 Jahren erlebt habe. Vor allem in großen Hotelanlagen und in der Hauptsaison kommt man aus dem Fremdschämen für seine Landsleute manchmal gar nicht raus. Blöderweise sind solche Hotelanlagen, solange die lieben Kinderlein klein sind, die praktikabelste Art, Urlaub zu machen. Auch wenn der eine oder andere gern das Näschen über solche Urlaube rümpft: Individualtourismus mit zwei Kindern unter zehn wäre mein nervlicher Tod gewesen. Also war Pauschalurlaub viele Jahre lang angesagt. Inzwischen mache ich drei Kreuze, dass diese Zeiten vorbei sind und mache einen großen Bogen um alles, wo Neckermann, TUI oder *ReiseveranstalterderWahleinsetzen* draufsteht. Manchmal allerdings konnte man auch schallend lachen.
Zum Beispiel damals, im 5-Sterne-Hotel in der Türkei. Das Hotel war ein Traum, das Essen auch. Dass es deutsche Urlauber gibt, d…