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Es werden Posts vom Oktober, 2019 angezeigt.

Manchmal glaube ich, ich bin ein Alien. Mit Rollkragen.

Manchmal glaube ich, ich bin ein Alien. Irgendwie aus der Zeit gefallen. Oder aus dem Trend. Was weiß ich. Woran das liegt? Ich höre und lese immer und immer wieder von Menschen, die gern mal jammern und klagen, dass sie all die Negativität, die uns angeblich umgibt, nicht mehr ertragen können. Schon am Morgen fängt das an. In der Zeitung: Nur Negatives. Im Autoradio: Nur Negatives. Die Kollegen: Konzentrieren sich nur auf Negatives. Und so geht das den ganzen Tag. Und um all der Negativität zu entfliehen wird die Zeitung abbestellt, im Autoradio ein Sender eingestellt, der garantiert nonstop Musik spielt und anstatt mit den Kollegen zu reden verbringt man seine Pause halt mit Instagram. Und nach der Arbeit geht es mit Netflix aufs Sofa. Nachrichten? Nö. Zu negativ. Tja, und dann bin da ich. Ich mache beruflich Nachrichten. Also das, was zur Zeit alle Welt als Negativität bezeichnet. Da muss ich ja quasi in der Vorstellung derer, die ohnehin nicht die hellsten Ker

Portobello oder Schlange am Strand

Erwähnte ich jemals, dass ich meinen Job liebe? Ich kann mir keinen anderen vorstellen. Und trotzdem würde ich ihn gerade gern eintauschen. Diese und die nächste Woche sind irgendwie die  Hölle. Ich mache zusätzlich zu meinem normalen Pensum die Urlaubsvertretung für einen Kollegen und ausgerechnet jetzt hätte ich da auch noch eine Praktikantin, die schließlich etwas lernen soll und nicht nur herumsitzen und Hilfsdienste verrichten. Kein Problem, sitze ich halt anstatt um 10 schon um 8 am Schreibtisch. Dummerweise gibt es auch noch jede Menge Abendtermine, weil jede Kommune gerade ihre Finanzplanung für 2020 aufstellt und das natürlich abends tut, wenn die Kommunalpolitiker Feierabend haben. Ich natürlich nicht. Also arbeite ich einfach von 8 bis 22 Uhr mit einer zweistündigen Pause für Hund und schnelles Futter. Irgendwie nicht so richtig toll. Aber es gibt einen Lichtblick, und der findet am kommenden Mittwoch statt. Ich habe nämlich dank Feiertag ein langes Wochenende und w

Viel Theater… und kein Outfit

Heute gibt es nur ein kleines Lebenszeichen von mir, denn dieses Wochenende stand unter dem Motto: Viel Theater. Ich stand mit meiner Plattdeutsch-Truppe gleich dreimal auf der Bühne und deshalb blieb leider keine Zeit für einen „richtigen“ Blogpost. War ich bei der Premiere im vergangenen Jahr noch hypernervös vor meinem ersten Auftritt, fühlte ich mich diesmal schon fast wie ein alter Hase :-) Trotz der Tatsache, dass Urlaub und Krankheit mich in Sachen Textlernen ziemlich weit nach hinten geworfen hatten und ich leider zu der Spezies gehöre, die sowas immer erst in letzter Sekunde erledigt, hat es wunderbar geklappt. Zur Not reicht mein Platt dann auch noch aus, um auf der Bühne zu improvisieren. Aber das war diesmal gar nicht nötig. Seit Mai haben wir erst einmal pro Woche, dann zweimal und zum Schluss an drei von sieben Tagen geprobt. Neben dem Job ist das ganz schön viel und da kommt dann halt auch der Blog zu kurz. Macht nix, das reale Leben, und auch wenn es

Eine neue Liebe

Nein, nicht was ihr jetzt denkt. Ich habe mein Herz wieder mal an eine Stadt verloren. Edinburgh. Edinburgh sollte es nun rechtzeitig vor dem Brexit-oder-doch-nicht endlich sein. Eigentlich wollte ich da schon im vergangenen Jahr hin und im Jahr davor, aber irgendwie hat es nie so richtig gepasst. In London war ich schon unzählige Male. Teile von Südengland kenne ich auch, Sheffield und Manchester ebenfalls. Aber Schottland war Neuland. Um es gleich vorweg zu nehmen: Schottland ist großartig! Also zumindest das, was ich davon gesehen habe. Die Schotten sind ein mega entspanntes Völkchen, die Pubs sind großartig und das Einzige, was mir gefehlt hat, war clotted cream zum Scone. Aber der geht auch mit Butter. Edinburgh hat so ziemlich alles, was ich an Städten liebe. Eine Altstadt, die den Namen verdient hat. Die ist so verschachtelt, kreuz und quer, bergauf und bergab gebaut, dass es zumindest mir eine wahre Freude ist, mich da zu verlaufen, immer wieder unglaublich schöne

Jeans, Hemd, Lederjacke. Total individuell?

Einzigartig sein, das beansprucht wohl so ziemlich jeder in der großen Blogger-Blubberblase für sich. Wir kleiden uns in unserem individuellen, ganz eigenen Style und wohnen selbstverständlich, so wir die Kategorie „Interior“ auf dem Blog oder bei Instagram pflegen, ebenfalls individuell. Nichts liegt uns ferner als Trends hinterherzuhecheln. Nein, das würden wir niemals tun. Wir sind doch individuell! Und doch scheint es mir manchmal – und das ist bei Instagram noch wesentlich deutlicher als bei denen, die noch ganz altmodisch bloggen – als sei all diese Individualität irgendwie geklont. Trends hinterherlaufen ist igitt. Und trotzdem sehen wir zur gleichen Zeit tonneweise Leoröcke aus Satin oder Kleider von Ganni im Sommer oder Teddymäntel respektive den Trench von Burberry im Herbst. An jedem Blogger, der etwas auf sich hält, baumelt bitteschön wahlweise eine schwarze Chanel-Tasche, irgendein Täschchen vom Hermes oder für diejenigen, die sich beides nicht leisten könnnen,