Direkt zum Hauptbereich

Haben wir die Arschkarte?

Die Werbungssau wurde mal wieder durchs Dorf getrieben, wie Mitbloggerin Sunny es formulierte. Grundlage der Diskussion waren zwei Artikel aus der Welt zum Thema Schleichwerbung auf Blogs.


Kurz gefasst geht es darum, dass auf vielen Blogs Werbung d.h. von Firmen bezahlte Posts oder Posts über Dinge, die dem Blogger kostenlos und mehr oder weniger unverbindlich zur Verfügung gestellt wurden, nicht eindeutig gekennzeichnet ist. Die Kennzeichnung ist Pflicht. Wie eine Kennzeichnung auszusehen hat, ist nicht bis ins letzte Detail festgelegt. Festgelegt ist aber, dass Werbung für jeden Leser auf den ersten Blick erkennbar sein muss.  Viele Blogger halten sich an diese Regelung. Und vermutlich genauso viele tun das nicht, manchmal mit wirklich haarsträubenden Begründungen, die ihr in den Artikeln der Welt nachlesen könnt. Mein persönliches Highlight ist ja: Wenn mir das Produkt so gut gefällt, dass ich es mir selbst gekauft hätte, dann kann ich den Hinweis auf Werbung weglassen. Denn dann ist das ja eigentlich keine Werbung. Erinnert mich persönlich ein bisschen an Pippi Langstrumpfs „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Weil er eine oder andere Leser über Werbung die Nase rümpft - ob das gerechtfertigt ist, soll hier nicht Gegenstand der Diskussion sein - ist ein auf den ersten Blick weitgehend werbefreier Blog für viele Blogger und Leser erstrebenswert. Das erspart auch die eine oder andere Diskussion mit Lesern, die Werbung nicht so sehr mögen und denken, „ihr“ Blog habe für alle Ewigkeit werbefrei zu sein.

„Hat nicht derjenige die Arschkarte, der kennzeichnet?“ lautet dann die Zauberfrage, die auch unter Sunnys Post gestellt wurde. Ja und nein. Je nachdem, wie man Arschkarte definiert.

Wenn man es als Arschkarte bezeichnet, dass einem vielleicht einige Kooperationen durch die Lappen gehen, weil man auf eine ordnungsgemäße Kennzeichnung besteht, dann lebt man eben mit der Arschkarte aka weniger Einnahmen oder Produktmuster. Und entdeckt vermutlich öfter mal Kooperationen, die man selbst abgelehnt hat, auf Blogs, die es mit der Kennzeichnung weniger genau nehmen. Darüber kann man sich ärgern. Muss man aber nicht.

Im Gegenzug hat man keine schlaflosen Nächte, falls doch irgendwann eine Abmahnwelle losgetreten wird oder sich der Verbraucherschutz auf die Suche nach Werbungs-Sündern macht. 

Zurück zur Arschkarte. Die habe ich im Prinzip immer dann, wenn ich mich an Vorgaben halte, die andere umgehen.

Jeder, der in Deutschland seine Steuererklärung wahrheitsgemäß ausfüllt, hat im Prinzip die Arschkarte und zahlt mehr Steuern als derjenige, der trickst. Die gleiche Arschkarte habe ich, wenn ich mein Einkommen durch ehrliche Arbeit verdiene anstatt Banken auszurauben oder Omis zu bestehlen. Oder wenn ich im Büro nicht wie der Kollege das Kopierpapier klaue, sondern es selbst kaufe.

Wer sich an Gesetze oder Vorgaben hält, wird von Zeit zu Zeit das Gefühl haben, die Arschkarte zu ziehen, wenn er sich mit denen vergleicht, die sich nicht daran halten. Ob man die Arschkarte nun für sich akzeptiert oder sie lieber weiterreicht, das muss jeder für sich entscheiden.

Liebe Grüße
Fran




Kommentare

  1. Oh ja, diese Arschkarte kenne ich nur zu gut. Gefühlt habe ich sie abonniert - ich mag nämlich Regeln und bin auch noch so'n dusseliger Ehrlichkeitsverfechter. In der heutigen Gesellschaft offenbar ein blöder Fehler. Ich kann meine Einstellung nur leider nicht abstellen, sondern maximal Leuten aus dem Weg gehen, die es mit den Regeln nicht so genau nehmen. Das tu ich tatsächlich auch weitestgehend und habe somit nicht nur nicht allzu viel Kohle sondern auch eine eher übersichtliche Anzahl an sozialen Kontakten ... - IMMERHIN hab' ich aber gelernt, in Ansteh-Schlangen (oder wie hier in Deutschland eher üblich: Trauben) Vordränglern Paroli zu bieten und wenigstens da im Zweifel auch mal verbal oder körperlich die Ellenbogen auszufahren. ;)

    Liebe Grüße und einen sonnigen ☼ Geburtstag ♥ wünscht Dir
    Gunda

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Naja, zu behaupten dass ich Regeln mag würde der Sache nicht gerecht ;-) Aber es gibt Regeln, die sind für ein Zusammenleben nötig. Punkt. Ob man sie einhält oder nicht, das darf dann wieder mal jeder selbst entscheiden. Klar nervt es, wenn etwa Kollegen sich nicht an Regeln halten und man selbst darunter leidet. Aber dann hat man Immer noch die Möglichkeit, die Regeleinhaltung einzufordern. Sobald dir Nicht-Einhaltung von Regeln auf meine kosten geht, habe ich damit null Probleme. Zum Beispiel indem ich Vordrängler gern mal so richtig laut anpampe *grins*

      Löschen
  2. Interessanter Ausflug in die Welt der Arschkarten. Und stimmt, ob die A-Karte eine ist, hängt immer auch von der Sichtweise ab, nicht nur Medaillen haben zwei Seiten, sondern auch A-Karten. ;)

    Was die Regeln angeht... hm... es ist nicht so, dass ich nun stur alle Regeln einhalte. Kleinere biege ich mir durchaus auch schon mal so hin, wie es mir passt und wie ich es vertreten kann. Aber generell kann ich mit meinem Gewissen offenbar sehr viel weniger Sachen vereinbaren, als manch andere. Blöd. Aber ist halt so und nun arrangiere ich mich eben damit. Und gehe Menschen aus dem Weg, die wahlweise alle Regeln brechen oder jede noch so blöde Regel einhalten.

    Lieben Gruß und happy Birthday! ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, genau! Du hast das natürlich besser ausgedrückt als ich, Anna. ;)

      So richtig total stur bin ich auch nicht, falls das so rübergekommen sein sollte. Es gibt wirklich saublöde Regeln, an die ich mich dann auch nicht halte. Aber "blöd" ist halt relativ. ;)

      Löschen
    2. Ich vertrete ja die These, dass ein Gewissen gar nicht angeboren, sondern anerzogen ist ;-) Oder weg-erzogen werden kann. Oder so.

      Löschen
  3. Mir geht es ähnlich wie Anna. Im Zweifel habe ich aber lieber die A-Karte :)

    Einen schönen Geburtstag wünscht Dir

    Sabine

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Immerhin kann man A-Karten dann sogar sammeln und Tauschabende veranstalten *lach*

      Löschen
  4. Ich hab mich an die Arschkarte gewöhnt :)
    Mir werden Cooperationen etc auch immer unwichtiger. Viel Arbeit für nix kann ich auch zu Hause haben. :))
    Happy Birthday ♥️

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du hast sowas von Recht. Kooperationen haben immer einen Preis. Ich frage mich, ob ich den künftig auch noch zahlen will.

      Löschen
  5. Schön, daß Ihr das Thema aufgegriffen habt ... aber ein Verdienst in dem Sinne ist es eh nicht - derartige Kooperationen kann man vergessen. ;-) Der Arbeitsaufwand ist bei weitem höher als die Einnahmen, es handelt sich streng genommen eher um ein Geschenk bei manchen Kooperationen, ein Geschenk des Bloggers an die betreffende Firma!

    Oh, Du hast Geburtstag? Dann meine herzlichsten Glückwünsche!

    Liebe Grüße
    Sara
    http://herz-und-leben.blogspot.de/2016/08/mit-blogs-geld-verdienen.html

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für die Glückwünsche. Von Verdienst kann man bei einem Blog, der so klein ist wie meiner, ganz sicher nicht sprechen. Deshalb bin ich froh, dass ich ein solches Einkommen nicht brauche.

      Löschen
  6. Toll geschrieben, sachlich und informativ!
    Wenn ich in einem Artikel merke das die Bloggerin wirbt, aber nicht kennzeichnet, lese ich den Blog nicht weiter. Es ist mir schlicht weg unsympathisch, und unsympathische Menschen mag ich nicht lesen :)

    Liebe Grüße zu dir Fran <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau liebe Andrea! Das ist auch schön gesagt! Sehr sympathisch von dir <3

      Löschen
  7. Yup. Wie ich bei mir in der Diskussion geschrieben habe, wer sich so verhält, ist unseriöse. Damit ist alles gesagt. Auch siehst man an der intensiven Diskussion, wie nötig sie ist. Weil sich beim Bloggen viel entwickelt. Ein Sau wird damit noch lange nicht irgendwohin getrieben. Das wird dem Thema nicht gerecht. Schön gesagt. Unterschreibe ich sofort, was du hier sagst. Liebe Grüße Sabina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bei uns werden bestimmte Säue mehr als einmal durchs dorf getrieben. Es gibt da kein Ziel, mal gehts hier hin, mal dahin. Hauptsache man bleibt in Bewegung.
      LG Sunny

      Löschen
  8. ich sach nur karma! man kann sich halt aussuchen ob man gutes oder schlechtes will - oder: what goes around comes around...........
    xxxxx

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dein Wort in Gottes Ohr ;-) Und das, obwohl ich es mit Göttern aller Art nicht so habe...

      Löschen
  9. Erst mal ganz wichtig: Happy birthday!! <3
    Werbung muss für mich deutlich gekennzeichnet sein, basta. Da gibt es keine Ausreden. Wer sich aber selbst was kauft und das dann bewirbt, weil er es wirklich toll findet, der macht das ja freiwillig und ohne Lohn.
    Mein Blog ist ein Privater, es gibt keine Werbung, keine Kooperationen, fertig. Also kann ich, was das angeht, auch weiterhin ruhig schlafen... und du feier mal schön deinen großen Tag!
    Liebe Grüße ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich überlege ganz schön oft, das genauso zu halten wie du. Für alles andere sind mir in manchen Momenten meine Nerven echt zu schade.

      Löschen
  10. Auch von mir: alles Gute zum Geburtstag!!
    Wir könnten die Karten sammeln und dann damit Pokern? Lust?
    LG Sunny

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann nicht pokern. Geht auch Rommé? Oder Doppelkopf?

      Löschen
  11. Erst einmal alles Gute zum Geburtstag, auch wenn der schon bald wieder um ist bevor ich Spätzünder hier gratuliere ;).
    Mit der Arschkarte hast du mal wieder einen tollen Begriff gefunden, um dem Ganzen einen Namen zu geben. Bisher habe ich ein Produkt im Test, das mir dafür kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde und selbstverständlich werde ich das mit angeben, wenn ich es im Blog vorstelle. Wenn ich das wollte könnte ich auch über eine Verlinkung im Blog an Käufen des Produktes Geld verdienen. Dagegen einzuwenden ist aus meiner Sicht der ganze Rattenschwanz der da hinterher kommt. Für das was da dann unter dem Strich rauskommt, soll das bei ordnungsgemäßer Abwicklung dem Finanzamt gemeldet werden, verkompliziert mir die Steuererklärung, erhitzt wohlmöglich noch irgendwelche Gemüter und was weiß ich noch alles - nein danke, das will und brauche ich nicht. Da ist mir die Arschkarte dann doch lieber ;)
    Liebe Grüße
    Ursula

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich freu mich über jeden Glückwunsch, der darf auch in drei Wochen kommen *grins*
      Die Verlinkung zwecks Geldverdienen schließe ich für mich erstmal kategorisch aus. Ich mag diese Links nicht, ohne das jetzt begründen zu können. Und sie wären mir auch zu viel Arbeit. Wobei ich kürzlich ein Angebot für Affiliate Links bekommen habe, das vermutlich wirklich lohnenswert gewesen wäre. Ich habe trotzdem abgesagt. Die Steuererklärung schockt mich wenig, die ist eh kompliziert genug. Da kriege ich das auch noch gebacken. Aber ich mag sie halt nicht.

      Löschen
  12. :-) Herzliche Glückwünsche zum Geburtstag, liebe Fran!
    Ich schüttle auch immer wieder den Kopf, wenn ich sehe, dass 9 andere Bloggerinnen und ich z.B. Kosmetik-Produkte zugeschickt bekommen haben, aber nur maximal 3 der Testerinnen (inkl. meiner Wenigkeit) den Post als "sponsored" oder "Werbung" kennzeichnen bzw. dazu schreiben, dass es sich um PR-Muster handelt.
    Mir fehlt dafür so ziemlich jegliches Verständnis.
    Liebe Grüße und noch einen schönen Abend :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich schätze aber mal, dass die Leser inzwischen auch nicht mehr ganz naiv sind und das durchaus auch merken. Vor allem wenn die Blogger, die nix angeben, sich immer so herrlich in ihren Formulierungen um Kauf beziehungsweise nicht-kauf verheddern. Das kann man ganz oft beobachten. Und es ist wirklich lustig.

      Löschen
  13. Oh ich hab den Geburtstag verpasst. Aber nachträglich noch von Herzen alles Gute <3
    Das mit der A-Karte nehm ich gern, ich möchte dass immer alle wissen was sie da lesen. Aber ich würd mich manchmal fast eine feste Vorgabe wünschen. Würde mir etwas grübeln ersparen.
    Liebe Grüsse Ela

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vorgaben gibt es doch im Prinzip. Nun denn, wirklich fest sind sie nicht. Aber "Werbung muss auf den ersten Blick erkennbar sein" halte ich für eine relativ gute Vorgabe. Wenn man sie denn umsetzen möchte, geht das im Prinzip ganz einfach. Werbung oder Anzeige drüber und gut ist.

      Löschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Ich bleibe oben. Auch in Paris.

Adventskalender der ü30Blogger & friends: 02.12.

Glückskind oder Ignorant?