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10 Dinge, die ich an London liebe


Dass ich London liebe, hat sich wohl jedem regelmäßigen Leser dieses Blogs erschlossen. So ein bisschen tobt ein Kampf in meinem Herzen zwischen London und Barcelona. London könnte mich als „Alters-Unruhesitz“ durchaus auch reizen. Bei den Wohnungspreisen könnte ich mir von einer durchschnittlichen Rente aber wohl allerhöchstens eine Abstellkammer im Souterrain leisten. Und das Wetter ist in Barcelona auch besser.

Trotzdem ist eine Stippvisite in London pro Jahr ein Muss. Durch die Straßen zu schlendern und die Stimmung und das Leben mit allen Sinnen aufzunehmen und zu genießen ist einfach wunderschön. Es gibt eine ganze Reihe von Dingen, die ich fast jedesmal, wenn ich in London bin, tue. Die gehören einfach dazu. Die Liste wird von Jahr zu Jahr länger - genauso wie die Aufenthalte. Jeder nimmt eine Stadt anders wahr, aber vielleicht ist bei den zehn Dingen, die ich in London liebe und die ich jedem ans Herz lege möchte, ja auch etwas für euch dabei:-)


Auch wenn die Würstchen manchmal ein ganz klein wenig nach Sägemehl schmecken und man mich außerhalb von Großbritannien mit Bohnen jagen kann: Das full Englisch breakfast gehört mindestens einmal dazu. Am liebsten im Pub. Chia-Bowls und fancy pancakes lasse ich für den gemeinen Hipster. Ach ja, stilecht wäre das Frühstück natürlich mit Tee. Oder einem Pint. Aber ohne Kaffee bin ich nicht lebensfähig. Man verzeihe mir den Fauxpas.


Ich finde die zahmen Eichhörnchen im Kensington Garden und im Hyde Park seit meinem ersten Besuch in London einfach nur niedlich und muss sie pro Aufenthalt mindestens einmal füttern und fotografieren. Auch wenn Eichhörnchen nur „Ratten mit besserem Marketing sind“, wie böse Zungen behaupten. Ich mag sie.

The Shard - ich mag das Ding nicht. Eine kostenlose Alternative ist der Sky Garden.
Schöner allerdings ist der Primrose Hill. Finde ich jedenfalls. Selbst bei bewölktem Himmel.
Klar kann man London vom „The Shard“ aus für einen unverschämt hohe Preis von oben betrachten. Man kann sich aber auch zu Fuß auf den Primrose Hill begeben, sich mitsamt einem Picknick auf die Wiese ganz oben setzen und den Rundumblick genießen.



Wenn die Hektik nervt und man ein bisschen Ruhe braucht, kann man von Little Venice aus mit einem der Kanalboote durch viele, viele Schleusen und vorbei an ganz viel Grün in Richtung Camden schippern. An der Camden Lock wartet nach so viel Entspannung wieder das pralle Leben.

Ab in den Bus und Füße hoch.
Ich mag Linienbusse lieber als Touristen-Touren. Informationen bekommt man dort auch. Aber von reizenden älteren Londoner Damen, die zu einem Schwatz mit reizenden älteren Touristen aus Deutschland aufgelegt sind :-)
Wenn die Füße qualmen, empfiehlt sich eine Fahrt mit dem ganz normalen Doppeldeckerbus für etwas mehr als ein Pfund. Bester Platz: Oben ganz vorn. Wenn man die Route von der Victoria Staion bis zum Tower Hill wählt, kann man Sehenswertes am Stück genießen, ohne dass einem ständig jemand reinquatscht ;-)

Originale Atmosphäre der 40er-Jahre gibt es im Herrenhaus in Bletchley Park kostenlos zum Tee.
Hunger am Nachmittag? Die Antwort heißt: Creamtea. Eine Kanne Tee mit Fingersandwiches, Scones und Pralinen oder Kuchen. Gibt es in fast jedem Café oder Hotel für Preise zwischen 10 Pfund und einem Lottogewinn in vierstelliger Höhe. Eine wunderschöne Location ist die Orangerie des Kensington Palace. Oder das alte Herrenhaus in Bletchley Park. Egal wo: Creamtea ist köstlich.




Wenn ich sonntags in London bin, dann ist ein Bummel über den Brick Lane Market gesetzt. In diversen Höfen und Seitenstraßen kommen Vintage- und Flohmarkt-Fans definitiv auf ihre Kosten. Am meisten liebe ich allerdings die Foodhall. Hier gibt es alles. Äthiopische Spezialitäten, südamerikanisches Essen oder Thüringer Rostbratwurst. In der Halle herrscht eine schier unglaubliche Vielfalt und wer bei diesem Duft keinen Hunger kriegt, ist schon tot. Gegessen wird im Stehen oder auf dem Bordstein hockend. Egal.

Hübsches Haus, nicht wahr? Und mit einer Monatsmiete von ungefähr 9000 Pfund ein echtes Schnäppchen :-)
So eines würde ich ebenfalls nehmen. Funktioniert aber wohl nur, wenn ich meine Töchter an einen saudischen Scheich verschachere... ;-)
Die Immobilienpreise in London sind astronomisch. Aber es spricht nichts dagegen, sich das künftige Wunsch-Zuhause bei einem Bummel durch beispielsweise Hampstead einfach mal anzugucken. Vor dem anschließenden Blick in das Schaufenster des Malers empfehle ich die Einnahme von Herzmedikamenten;-) Hat man das Haus seiner Träume gefunden, setzt man sich am besten vormittags in ein Straßencafé in der High Street und beobachtet die Damen der Gesellschaft, die stilecht in Gummistiefeln und Barbourjacke den Terrier ausführen oder gerade  im maßgeschneiderten Fitness-Dress unterwegs ins Fitnessstudio sind und vorher ein Croissant an Latte Macchiato zerkrümeln. Hier lohnt sich übrigens der Blick in die Charity Shops, wenn man völlig abgefahrene Abendkleider sucht.



Klar kann man die Westminster Cathedral oder St. Paul´s im Rahmen einer Führung mit gefühlt 10000 anderen Touristen besichtigen. Man kann sich aber auch einfach zu einem Gottesdienst mit Chorgesang in die großen Kathedralen setzen und einfach nur abschalten und genießen. Das Stichwort heißt evensong. Zeiten findet man in den Schaukästen vor der Kirche oder im Internet. Und so gute Chöre kriegt man selten zu hören.



Zum Abschluss des Tages ab in den Pub und ein Pint trinken. Wer eigentlich kein Bier mag, dem empfehle ich ein Bitter. Das trinke selbst ich und ich rühre in Deutschland niemals ein Bier an. Nirgendwo kommt man mit den Londonern leichter ins Gespräch als beim Fußballgucken im Pub. Und weil fast jeder irgendjemanden kennt, der irgendwann mal bei der Army in Deutschland stationiert war, ergeben sich die Gesprächsthemen fast von allein.

Liebe Grüße

Fran

Kommentare

  1. Guten Morgen Fran, hach wie schön so ein kleiner Ausflug am frühen Freitag morgen. Danke Dir vielmals. Ich liebe jedes einzelne Foto. London ist echt soo toll. Ich bin fast traurig, dass ich nicht mehr hin muss. Wenn ich nicht muss, kommt mir immer was dazwischen ;)
    Das kann ich unterschreiben, jeder Engländer war schon mal in Deutschland oder kennt jemanden der hier war. Die sind so super nett und erzählen gern mal auch auf deutsch. Göga fand ja die können kein Bier machen, bäh... er hat in London Rothaus Bier aus dem Schwarzwald getrunken, denn Du kannst Dir das denken, der Besitzer der Pizzeria war mal im Schwarzwald für eine Weile :)
    Danke für diesen klasse Post, ich nehm gern noch mehr, wenn Du hast;)
    Schönen Freitag, liebe Güße Tina

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    1. Dann schick doch Sarah einfach wieder für ein paar Monate hin :-) Dann musst du sie besuchen! Ich mag ja die englischen Biere lieber als die deutschen. Aber Männer haben aus unerfindlichen Gründen ein Faible für das deutsche Reinheitsgebot ;-)

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  2. Ja. Auch ich bedanke mich für den Kurztripp. Da kommen gleich schöne Erinnerungen hoch. Bis auf die Würschtel mag ich alles. Und das sieht auch so aus, als könnte man dort zwischenzeitlich auch richtigen Kaffee.

    Ohne viel Kaffee kann man mit mir nicht viel anfangen. Bitteres Bier und Guinness mag ich nicht. Ich halte mich an den Strong Bow Cider...

    LG Sunny

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    1. Bitter ist viel, aber nicht bitter. Deshalb mag ich es ja so gern :-) Und hervorragenden Kaffee bekommt man inzwischen überall.

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  3. Eine schöne Hommage an eine vermutlich schöne Stadt, die ich noch nie besucht habe, was ich unbedingt nachholen muss :)

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Wenn du die Gelegenheit hast, fahr mal hin. London ist toll.

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  4. leider muss der BW mir jetzt ein englisches frühstück zubereiten.... :-D
    ebenfalls mit kaffee - sonst bleib ich den ganzen tag im bett.
    danke fürs mitnehmen auf den launigen london-trip!
    xxxx

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    1. Könnte der BW mir vielleicht auch eines machen?

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  5. Mmmh, Creamtea, das ist immer so fein. Ab und an mach ich das zuhause mit Scones und Gurkensandwiches. Ein kleines Stück London für daheim.
    Ich war ja erst einmal da (vor genau 10 Jahren) und habe auch gleich das legendäre Krankheitswesen getestet mit einem Bruch des Ellbogens nach einem Sturz vor Harrods. Im Krankenhaus waren sie eine bunte Truppe mit mexikanischem Gipser, indonesischem Arzt und Schwestern aus verschiedenen Ländern. Alle supernett und alles kostenlos. Sehr erstaunlich.
    Mit diesem Gipsarm habe ich dann noch drei Tage London erkundet. Wir sind viel mit dem Bus gefahren, unser Hotel war zentral.
    Primrose Hill habe ich auch in guter Erinnerung.
    In nächster Zeit werde ich sicher nicht mehr dort hin kommen, umso schöner war Dein Insider-Trip für mich. Danke!
    LG Sieglinde

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    1. Meine Freundin lädt mich regelmäßig zum Creamtea ein, die macht hervorragende Sandwiches. Aber ich glaube, das britische Krankensystem würde ich ungern treffen. Ellenbogenbruch klingt sehr schmerzhaft. Irre, dass du es damit noch geschafft hast, London zu erkunden!

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  6. Liebe Fran, ja ich weiß, dass Du London sehr liebst! Und man spürt Deine Liebe für diese Stadt auch durch jede Zeile und jedes Bild in Deinem schönen Post. Mich hast Du jetzt allerdings zum Nachdenken gebracht: ich war einmal in meinem Leben in London (1997). Und was soll ich sagen? Mir hat es dort gar nicht gefallen, und die Stadt konnte mein Herz gar nicht erwärmen. Ich vermute mittlerweile allerdings, dass das wohl eher nicht an London liegt sondern eher daran, dass ich einfach ein Landkind bin :)
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

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    1. Oh, ein Landkind bin ich ja nun auch. Aber nicht jede Stadt fasziniert jeden Menschen. Ich kann zum Beispiel mit New York nicht sooo viel anfangen wie gefühlt alle anderen Blogger dieser Welt. Ja, New York ist beeindruckend, aber das war`s für mich auch schon.

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  7. Danke dafür das du uns wieder mit nach London genommen hast liebe Fran. Mein letzter Besuch dort ist schon ein paar Jährchen her. Da der Göttergatte den Hund überall mit hinnehmen will, wird die nächste London Reise wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Mit dem Auto mag ich nicht so weit fahren und den Hund im Flugzeug mitzunehmen finde ich jetzt ehrlich gesagt auch keine so prickelnde Idee. Also darf ich noch eine Weile an den nächsten Cream Tea hinschmachten :). Tolle Fotos aus einer wundervollen Stadt, gerne mehr davon. Liebe Grüße und entspannte Pfingsttage Ursula

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    1. Mit Hund ist London wohl tatsächlich keine so gute Idee. Großstadt mit Hund finde ich immer schwierig. Wobei Tina das ja auch geschafft hat. Aber einen vernünftigen Creamtea bekommst du auch hier! Einfach mal googeln.

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  8. Liebe Fran,
    ich war früher sehr gerne in London und das auch regelmässig. Irgendwann wollte ich dann nicht mehr und seit dem sind jetzt gut 20 Jahre vergangen. Vielleicht wird es mal wieder an der Zeit :-)
    Dank dir für die schönen Bilder! Ich bin echt am überlegen!
    LG Natascha

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    1. Ich schätze, einige Teil wirst du nach 20 Jahren kaum wieder erkennen. Gerade im Osten hat sich unglaublich viel getan.

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  9. Ich nehme nie einen Touri-Bus. Zumindest habe ich das noch nie gemacht. Man weiß ja nie.
    Viele schöne Eindrücke, vielleicht komme ich ja noch mal nach London.
    LG und sonnige Pfingsten
    Andrea

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    1. Ich habe auch noch nie einen Touri-Bus genommen, aber nicht weitersagen ;-) Ich mag Städte lieber allein erkunden. Vom Bus aus sieht man so vieles nicht.

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  10. Danke für die Bilder und schön, dass es dich so glücklich macht. Lass es dir noch ganz oft schmecken. Ich bin ja ein großer Fan von Edinburgh :) Frohe Pfingsten und LG Sabina

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    1. Edinburgh steht im nächsten Jahr auf dem Plan. Da war ich noch nicht und bin sehr gespannt!

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