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Unsere Ferienwohnung in Lissabon und warum ich AirBnB nicht mag


Dass wir in Lissabon eine Ferienwohnung mieten wollen, war schon bei der Reiseplanung klar. Wer eine 16-jährige dabei hat, die durchschnittlich alle zwei Stunden gefüttert werden muss, wird den Wunsch nach eigenem Kühlschrank und Herd nachvollziehen können ;-) Genauso klar war aber auch, dass wir die Ferienwohnung definitiv nicht über AirBnB mieten wollten.

Warum nicht? Das habe ich Euch schon in diesem Post verraten. Kurz gefasst: AirBnB ist inzwischen in vielen Metropolen der Welt mit verantwortlich dafür, dass die Mieten ins Unermessliche steigen. Es ist nun einmal lohnender, eine Wohnung tageweise an Touristen zu vermieten als sie ganz normal einem Bewohner der Stadt zu vermieten. Touristen zahlen durchschnittlich das Doppelte beziehungsweise das Dreifache des normalen Mietzinses. Das, was AirBnB mal sein wollte, nämlich die Plattform, auf der man eine Wohnung von einem Local mietet, der gerade selbst Urlaub macht, ist das Portal längst nicht mehr. AirBnB ist scheinbar längst voll in Profihand. Allerdings nehmen die Profis, die hier ihre Wohnungen an den Touristen bringen, die Sache mit der Lizensierung nicht ganz so streng. In vielen Großstädten darf man nämlich nicht jede x-beliebige Wohnung als Ferienwohnung vermieten, sondern benötigt dazu eine Lizenz. Wo kein Kläger, da allerdings auch kein Richter. Und wenn der Tourist sich freut, ein Ferienwohnungs-Schnäppchen zu machen, dann wird er ganz sicher nicht nach einer Lizenz fragen.

Das alles zusammen führt dazu, dass in New York, Berlin, Amsterdam, Barcelona und in vielen anderen Städten die einheimische Bevölkerung ins Umland gedrängt wird, weil sie die Preise für die Wohnungen nicht mehr bezahlen kann. Ich bin zwar in der komfortablen Situation, im schmucken Eigenheim zu wohnen und zahle keine Miete. Trotzdem kommt da der kleine Sozi in mir hoch… 

Also war klar: Es wird eine lizensierte Ferienwohnung gemietet. Die kostet zwar ein paar Euro mehr, aber ich will nicht zu dieser schäbigen Mietpreisentwicklung beitragen. Vielen anderen wird das egal sein, Hauptsache billig. Finde ich daneben, aber jeder so wie er mag.

Gefunden habe ich unsere Wohnung dann bei booking.com. Und sie war ein echter Volltreffer. Nach vielen Ferienwohnungen und dem einen oder anderen tollen oder auch nicht so tollen Erlebnis weiß ich ziemlich genau, was ich will: Mindestens zwei Schlafzimmer, genügend Platz, um sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten, eine voll ausgestattete Küche, ordentliches WLAN und einen Balkon. Das Badezimmer bitte mit Tageslicht und eine relativ ruhige, aber zentrale Lage. Im März ist eine Klimaanlage verzichtbar. Mit diesen Voraussetzungen habe ich gesucht und gefunden.




Als ich allerdings das Haus von außen sah, wurde mir erstmal etwas schwummrig. So richtig taufrisch sah es nicht aus… Als der Vermieter, der schon auf uns wartete, uns ins Treppenhaus bat, waren die Bedenken allerdings schnell vom Tisch. Taufrisch war das Haus nicht, aber sehr gepflegt und liebevoll gestaltet. Die vier Stockwerke ohne Aufzug sorgten für die tägliche Fitnessübung und immerhin hat der Vermieter meinen Koffer höchstpersönlich hoch gewuchtet ;-). Die Wohnung selbst war toll: Großzügig geschnitten, hübsch eingerichtet, sehr sauber und selbst die Deko war unaufdringlich, aber nett. Deko in Ferienwohnungen ist nämlich abhängig vom Reiseland manchmal echt schwer zu ertragen ;-) Mineralwasser stand genauso bereit wie Handtücher, Bettwäsche, Pflegeartikel und alles, was man so in der Küche braucht. Selbst Spüli und Küchenpapier war vorhanden - und zwar nicht Reste vom Vormieter, die man eigentlich nicht unbedingt genau ansehen möchte… alles schon erlebt. Sogar ein Stadtplan und ein keiner Sprachführer lagen bereit. Tipps für den nächstgelegenen Supermarkt und den nächsten Bäcker gab es gratis obenauf.












Inzwischen habe ich gesehen, dass das Unternehmen auch Appartments in anderen europäischen Städten vermietet. Die in Barcelona werde ich definitiv ausprobieren.

Liebe Grüße
Fran


Kommentare

  1. Guten Morgen Fran, ich suche mir ja immer lieber Hotel. Airbnb habe ich mal für London versucht und ehrlich da hätte ein kleines zimmer mit kleinem Bett in einer wohnung mit fremden Leuten so viel gekostet wie das Hotel, welches wir dann genommen hatten. Das war mir dann lieber als privat. Und genau aus den Gründen die Du nennst würde ich es auch nicht mehr versuchen. Eine Freundin hat mir mal erzählt sie habe den verdacht, dass der Sohn ausquartiert wurde für die Zeit, denn sie schlief in seinem Kinderzimmer! Nö das brauch ich echt nicht.
    Deine Ferienwohnung sieht toll aus, das wäre auch was für mich, definitiv.
    Liebe Grüße Tina

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    1. Ein kleines Zimmer in einer Wohnung mit Fremden wäre mein Ding auch nicht. Ich habe doch lieber etwas Privatsphäre. Hotels sind wunderbar, wenn ich ohne Kids unterwegs bin, aber wenn die mitkommen, ist eine Ferienwohnung definitiv die bessere Lösung.

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  2. Ich finde es so super, dass Du nicht dem "Geiz-ist-geil" verfällst und verantwortungsvoll die Ferienwohnung ausgewählt hast. Die Bilder zeigen ja echt hübsche Details, also war es das ja anscheinend auch wert. Als Besucher profitiert man ja definitiv davon, wenn eine Stadt noch den normalen Einheimischen gehört und nicht zu einer weitgehend von Touristen übernommen bzw. gentrifizierten Kulisse verkommt.
    Ich mache mir übrigens schön langsam bei uns hier in der Gegend immer größere Sorgen, dass mit den zwischenzeitlich so gestiegenen Quadratmeter-Preisen über kurz oder lang auch nur noch wohlhabende "Zugereiste" oder Top-Verdiender wohnen werden. Als regionaltypische, normale Einheimische verbleiben dann nur noch die wenigen Glücklichen mit Wohn-Eigentum aus früheren Zeiten. Ich glaube, durch den Immobilien-Boom der letzten Jahre schaffen wir also derartig gruseligen Zustände glatt ohne AirBnB *seufz*. Aber ich schweife ab... ;-)

    Liebe Grüße
    Hasi

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    1. Gentrifizierung ist die Pest für alle Städte. Wenn in einem Stadtteil nur noch Touristen wohnen, dann verschwinden nach und nach viele Dinge, die einen Stadtteil ausmachen. Fachgeschäfte, Handwerker und Dienstleister. Denn welcher Tourist benötigt schon einen Schuster? Oder einen Fleischer? Das habe ich in Barcelona erlebt und fand es schrecklich. Lauter 24-Stunde-Supermärkte, Bars und Restaurants. Und sonst nichts. Und die galoppierenden Preise kommen noch als garnierendes Beiwerk dazu.
      Auch in Hamburg sind Wohnungen, die auch eine Krankenschwester oder ein angestellter Handwerker bezahlen kann, absolute Mangelware. Dafür bekommst du in Vierteln wie der Hafencity spielend superschicke 80 Quadratmeter für 2500 Euro kalt. Keine Ahnung, wo das noch hinführen soll. Was allerdings passiert, wenn die Zinsen nach oben schnellen, mag ich mir auch nicht vorstellen. Dann dürften viele Neu-Eigenheime hier unter den Hammer geraten.

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  3. Die Wohnung sieht nach einem Volltreffer aus. Ich nutze auch nur offizielle FeWos.

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    1. Ja, sie war toll. Aber man kann halt wie bei allem auch hier auf die Nase fallen. Ist mir auch schon passiert.

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  4. Ich buche meist Hotels, üblicherweise über solche Portale wie dein vorgestelltes. In Neapel haben wir so ein Zimmer gefunden, dass in einer Wohnung vermietet wurde, die von der Besitzerin bewohnt wurde. Das war sehr interessant und hatte etwas,besonderes.
    Das Problem mit explodierenden Mietpreisen durch Ferienwohnungen kennen wir hier am See natürlich auch und es ist dramatisch. Zudem sind Grundstücke in Seenähe unerschwinglich, wenn überhaupt mal was angeboten wird. Deshalb bin ich auch kein Fan von "lieber Ferienwohnung als Mietwohnung".
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Stimmt, das Problem dürftet ihr als große Ferienregion auch haben. Und Grundstücke in Seenähe sind vermutlich wie hier Grundstücke in Elbnähe: Nicht mehr zu bekommen. Und falls doch, wird man überrannt.

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  5. Definitiv buche ich nicht mehr über Air-B'n'B, dabei war ich anfangs ehrlich gesagt ziemlich begeistert von diesem Anbieter. Aber ich hab nicht nur Deinen Barcelona-Post gelesen, sondern auch so einiges ähnliches, und im TV kam eine Reportage über genau dieses Problem - da dachte ich auch, Nö, danke. Seither sind auch booking.com oder fewo-direkt meine Anbieter, über die ich bucht. Ich liebe nämlich Apartments/Ferienwohnungen, gerade in Städten, weil ich mir immer gerne vorstelle, wie es wäre, am jeweiligen Ort zu leben - und das geht wunderbar, wenn man weitgehend so wohnt, wie die Einheimischen auch. Die Wohnung auf den Bildern sieht fantastisch aus - sowas liebe ich auch. Gemütlich, nicht steril und unpersönlich, und was gibt's schöneres, als sich abends auch mal gemütlich auf die eigene Couch zu flacken (im Hotel hat man ja nur die Lobby oder das Bett) und sich morgens erstmal nen Kaffee, auch im Pyjama, zu machen. Im Hotel muss man sich ja erstmal einigermaßen herrichten, um andere Gäste nicht zu verschrecken :-)
    Liebe Grüße
    Maren

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    1. Bei fewo-direkt bin ich auch schon auf die Nase gefallen. Ich dachte nämlich, dass dort nur offizielle Ferienwohnungen gehandelt werden. Stimmt aber nicht - es war eine der illegalen Wohnungen in Barcelona, wie sich herausstellte. Wenn man das erst vor Ort merkt, kann das wirklich unangenehm werden, denn dort wird das tatsächlich durch Mitarbeiter der Stadt kontrolliert. Und dann steht man halt plötzlich doof da. Es ist in einem solchen Fall zwar eine Ersatzunterkunft garantiert, aber wie die aussieht und wo sie liegt, darauf hat man keinen Einfluss. Seitdem ist auch fewo-direkt bei mir raus.
      Die Sache mit dem Kaffee ist übrigens unbezahlbar. Auf dem Balkon morgens in der Sonne den ersten Kaffee trinken - im Schlafanzug. Es gibt nix Schöneres :-)

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    2. Ah, okay, Danke für den Hinweis wegen fewo-direkt! :-)

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  6. Die Wohnung ist ein Traum. Ich würde ebenfalls lieber ein paar Euro mehr ausgeben, als solche Mietpreis-Treiber zu unterstützen.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Zumal man sich damit selbst ein Bein stellt. Zumindest dann, wenn man irgendwann selbst eine bezahlbare Wohnung in einer Großstadt sucht. Die sind jetzt schon Mangelware und irgendwann gibt es sie gar nicht mehr.

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  7. Am besten finde ich immer persönliche Empfehlungen, von Leuten denen ich vertraue. Deine Wohnung hier könnte mir auch gefallen.
    Und ja, wir haben da in einem Deiner Beiträge schon diskuttiert, bezahlbarer Wohnraum ist politischer Wille, weil Bürger-Wille. Da beißt die Maus kein Faden ab. Es kann nicht angegehen, dass die Einwohner sich die eigene Stadt nicht mehr leisten können. Und dann auch noch Wohnungen an Schnäppchen-Touris verramscht werden.
    Wie gesagt, bei Schülern oder Studenten kann ich das noch verstehen. Aber nicht bei "Erwachsenen" die eigentlich ein "soziales Gewissen" haben sollten.
    LG Sunny

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    1. München ist ja längst ganz oben in der Preisspirale angekommen. Hamburg holt gerade mächtig auf und in anderen attraktiven Großstädten ist es nicht besser. Da werden die Einwohner vermutlich irgendwann alle an der Peripherie leben, während die Innenstädte voller Touristen sind.
      Wer tatsächlich ab und zu ein freies Zimmer in einer von ihm bewohnten Wohnung vermietet oder einen Zwischenmieter für einen Auslandsaufenthalt etc. sucht, der soll das tun können. Nur sind diese Vermieter, die eigentlich mal der Fokus von AirBnB waren, inzwischen in der Minderzahl.

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  8. :-) Liebe Fran,
    da habt Ihr ja den Jackpot geknackt und eine tolle Wohnung gehabt!
    Ich bleibe normalerweise in Hotels oder Pensionen, aber mit mehreren Personen würde ich auch in eine schöne FeWo ziehen.
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

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    1. Die Wohnung war wirklich toll. Den Vermieter kann ich definitiv empfehlen.

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  9. Die Wohnung hat Flair und einen schönen Blick auf die Stadt. Würde mir auch gefallen. Wobei ich bei Städtereisen gerne ins Hotel gehe, ich muss ja niemand mehr füttern. Mir war tatsächlich nicht bewußt, welche Folgen diese Airbnb-Vermietungen haben. In Leipzig haben wir bei einer Studentin gewohnt, die ihr Appartment über die Feiertage vermietet hat, um was dazu zu verdienen. Hotel wäre etwas teurer gewesen, aber nicht unerschwinglich. Danke für's Augenöffnen.
    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Wenn ich allein oder zu zweit fahre, ziehe ich auch ein Hotel vor. Ich esse einfach seltener ;-) Wohnungen wie ihr sie in Leipzig hattet sind absolut ok. Das tut niemandem weh, schon gar nicht über die Feiertage, wenn die Hotels ausgebucht sind.

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  10. Da hat sich Deine sehr gezielte Suche wirklich gelohnt. Finde ich toll, dass Du so konsequent bist und dann auch dafür belohnt wirst mit einer sehr für Euch stimmigen Wohnung.
    Wir buchen auch nicht mehr über AirBnB, das uns viel zu kommerziell geworden ist mit all den von Dir geschilderten Auswüchsen.
    In Barcelona hatten wir ja ein Hotel und das war genau richtig (Danke nochmals für all Deine Tipps zu dieser wunderschönen Stadt).
    Manchmal allerdings mieten wir uns auch in Fe-Wos ein, wie in Potsdam, wo wir schon einige Male waren und die Vermieter mit im Haus wohnen.
    Aber machen wir uns nichts vor, Fe-Wo nehmen immer öffentlichen Wohnraum weg. In Venedig wurde uns von einem jungen Paar die ehemalige und natürlich sanierte Wohnung der Eltern mitten im Zentrum vermietet. Dort ist es ja inzwischen soweit, dass fast keiner mehr in Venedig lebt von den Einheimischen. Na, ist ein bisschen übertrieben. Aber die Tendenz ist so. Man merkt es total an der Infrastruktur: kaum mehr Lebensmittelgeschäfte oder Metzger, nur noch Bäcker mit dem schnellen Touristenbrötchen...
    Hast Du auch einen Hotel-Tipp für Lissabon?
    Lissabon ist ja noch meiner Liste ....
    Herzlich, Sieglinde

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    1. Ich bin einmal in einer illegal vermieteten Wohnung in Barcelona gelandet und möchte das nie wieder erleben. Damals wusste ich allerdings nicht, dass es lizensierte und nicht-lizensierte Ferienwohnungen gab. Ich habe mich nur über die merkwürdigen Verhaltensregeln gewundert.
      In Venedig ist es vermutlich ähnlich wie in Paris. Ich weiß nicht, wie oft meine Schwester angesprochen wird, ob sie ihre Wohnung nicht per AirBnB vermieten will - mit entsprechendem Gewinn natürlich. Und weil Geld halt lockt, machen das eben viele, die eine einigermaßen brauchbare Wohnung haben.
      Hoteltipp für Lissabon habe ich leider nicht. Erst im Herbst, schätze ich.

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