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Und schon wieder un-bunt


Heute gibt es mich wieder in un-bunt. Weiß, grau und schwarz müssen auch mal reichen, immerhin passe ich mich damit dem Wetter an. Wobei: Genau genommen müsste ich dann eigentlich von Kopf bis Fuß graubraunschlammfarben tragen. Kann vielleicht mal jemand den Regen abschalten?

Aber übers Wetter wollte ich eigentlich gar nicht schreiben. Eher über Frauen über 50, genauer gesagt eine bestimmte Gruppe von Frauen über 50. Eine, die ich nicht wirklich verstehe. Und just aus dieser Gruppe habe ich in meinem kurzen Urlaub an der Ostsee gerade ganz viele getroffen. 

Da mein Lieblingshotel ausgebucht war, bin ich auf ein anderes ausgewichen. Ähnlicher Standard, ähnlicher Preis und ein genialer Innen-/Außenpool. Die Gäste allerdings, die waren irgendwie anders. Zum einen lag der Altersschnitt rund zehn Jahre höher. Zum anderen gab es gerade unter den Frauen scheinbar ganz viele, die auf Mode so überhaupt keine Wert legen.

Es gibt ja Menschen, die beklagen, dass es mich eigentlich nur in schwarz, weiß, beige oder gerade mal jeansblau gibt. Naja, so ganz unrecht haben diese Menschen nicht. Mein Kleiderschrank weist tatsächlich in weiten Teilen genau diese Farben auf. Ich mag sie nämlich. Dabei ist es mir übrigens ziemlich egal, welche Farbe gerade zur Farbe des Jahres ausgerufen wird. Lila trage ich genauso wenig wie helles Grün - egal wie trendig das nun sein mag.

Ich finde, man muss in „meinen“ Farben nicht zwingend nach Landpomeranze oder Rentner aussehen. Auch wenn manche Menschen das gern behaupten und die immer wieder gern genommene Plattitüde von der renterbeigen Popelinejacke bemühen. Genauso wie quietschbunt keine Garantie für ein gelungenes Outfit ist – das habe ich in den letzten Tagen gleich dutzendweise vorgeführt bekommen.

Da wimmelt es im Hotelrestaurant von sehr kreativen, sehr bunten Mustern auf „figurfreundlichen“ Shirts und Hosen, die dummerweise absolut nix für die Trägerinnnen taten. Schon gar nicht, sie gut aussehen zu lassen. Manchmal beschleicht mich da tatsächlich das Gefühl, dass es sie tatsächlich noch gibt: Die Frauen, die jenseits der 50 keinen überflüssigen Blick in den Spiegel mehr tun. Schade ist das.

Und ehrlich gesagt kann ich es mir nicht erklären, dass man im Hotelpool peinlichst genau darauf achtet, dass kein einziges Haupthaar nass wird und man Menschen, die es wagen zu kraulen und dabei eventuell ein paar Tropfen Wasser in die Luft zu befördern, mit bitterbösen Blicken bedenkt, aber mit einer vom Kopfkissen halb plattgedrückten Frisur, aus der am Hinterkopf einige Strähnen merkwürdig herausstehen, zum Frühstück erscheint. Dazu trug Frau irgendein Shirt, eine nicht dazu passenden Hose und eine beliebige Weste, zu der man vielleicht griff, weil einem kalt war. Das Ergebnis war zwar höchst bunt. Aber nicht so, als habe sich jemand auch nur ein Fünkchen Gedanken gemacht.

Aber gut: Urlaub ist Urlaub und da ist es manchen Menschen vermutlich ein Bedürfnis, eben nicht wie aus dem Ei gepellt auszusehen. So ein ganz kleines bisschen Mühe darf man sich aber doch trotzdem bittedanke geben? Selbst wenn man das biblische Alter von 50 überschritten hat? Aber vielleicht liege ich da auch komplett falsch und sollte mich da geflissentlich raushalten.

Wie auch immer, ich war in meinen Lieblingsfarben unterwegs, habe selbstverständlich in den Spiegel gesehen und fand es passend und gut. Die Hose verträgt sowohl einen Regenguss als auch ein wenig Meerwasser, wenn ich das mit dem Balancieren auf den Buhnenköpfen nicht gebacken kriege, die Boots sind sand-dicht und strandgeeignet, die Jacke ist superkuschelig und die weiße Bluse - ja fragt mich nicht. Die musste sein. Findet der eine oder andere vielleicht auch merkwürdig ;-)








In diesem Sinne habt einen wunderschönen Tag. Ohne plattgedrückte Haare und in bunt oder un-bunt, wie ihr gerade mögt!
Liebe Grüße
Fran


P.S. In den letzten Wochen gab es viele Leser, die mich gebeten haben, zu den Outfit-Posts Marken dazu zu schreiben. Das kann ich gern tun, aber in den meisten Fällen wird das nicht viel nutzen, weil nur wenige Stücke brandaktuell sind. Beispiel gefällig? Die Boots zählen sechs oder sieben Jahre, der Schal etwa zehn. Die Bluse ist quasi antik und da ist eh nur ein Zipfel zu sehen. Die Jacke ist last-last-season und die Tasche war ein Spontankauf vor einem Jahr in London. Aber die Leggings, die ist vielleicht noch zu kriegen. Die ist von Opus :-)

Kommentare

  1. Und ich schneide immer die Etiketten raus...*gg auch extrem schlau. Gut das auf den Taschen an den 4 Buchstaben die Marke steht :))

    Zu Deinem Hauptthema.... ich musste grad wirklich grinsen. Fällt mir eine Begebenheit ein. Hin und wieder ...also ganz selten gehen der Gatte und ich im Möbelhaus auch schon mal Kaffee trinken ... nicht beim Schweden . Nun ja , auf jeden Fall gibt es dort eine Galerie wie bei den Muppets ... und genau dort sitze ich lieber als an irgend einem Tisch . Und genau das was Du dort beschreibst lief dort on Mass die Gänge lang.
    Der Gatte stört mich beim gucken und denken ... und will tatsächlich wissen was ich da im Auge habe. Und was soll ich sagen ... da kam eine Frau ... im Wollmantel mit Stiefeln , Hut und feiner Ledertasche, ca 70 und mehr . Meine Antwort .... Egal was passiert ... so lange ich nicht entmündigt werde , möchte ich, wenn ich wirklich alt bin genau so aussehen . Einfach chic.... Der Gatte zog eine Augenbraue hoch ... schaut die Frau an und dann mich ... Und stimmte meinem Wunsch ohne mit der Wimper zu zucken zu.
    Ganz ehrlich dieses ich will nicht auffallen, ich bin unsichtbar und ich bin ja nicht mehr auf der Suche spiegeln die allermeisten Frauen jenseits der fünfzig leider zum allergrößten Teil wieder .

    Und wenn ich eine Augenweide sehe , egal wie alt ... bekommt sie von mir ein Kompliment . Weil so viele gibt´s davon leider gar nicht.

    Dieses mach meine Haare nicht nass , finde ich beim schwimmen total lustig. Zu mal die meisten nur einen steifen Nacken riskieren . Die Frisur kann nicht verderben. Die ist meistens eh nichts ...*gg

    LG Heidi ... die um sie älter sie wird , immer mehr auf sich achtet als mit 20

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  2. Haha Du kannst Dir nicht vorstellen was ich grad so im Kopfkino für Looks habe.... oh doch kannst Du wahrscheinlich schon :)
    Ich sehe ja täglich viele Menschen, Fashion ist da weniger am Start. Damit meine ich jetzt nicht unbedingt die neusten Trends, sondern mehr überlegte, verfeinerte Looks. Kommt das tatsächlich vor, guck ich auch 2 mal hin oder mache ein Kompliment.
    Das das in den Hotels gleicher Klasse so unterschiedlich war schon komisch.
    Du gefällst mir super. Grade dass das Hemd unten rausschaut ist cool und so Fran. Klasse.
    Schönen Donnerstag, liebe Grüße Tina

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  3. Ahhh toll! Sehr gute Überlegungen zum Thema Mode! Manchmal denke ich, dass die Leute zu Hause keinen Spiegel haben, aber ...aber wie das ist, hier spricht den Geschmack, oder Geschmacklosigkeit? ;)
    Super cooles Outfit, liebe Fran, es muss nicht immer bunt sein! Ich liebe diese einfache und elegante Kombination!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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  4. Klingt gruselig. Vom heutigen Tag aus betrachtet, bin ich, sobald ich nicht mehr auf mein Äußeres achte, entweder tot oder dement.
    Die Platte Stelle an den Haaren finde ich grauenhaft und vermittelt mir das Gefühl, dass diese Leute weder einen vernünftigen Spiegel noch eine Bürste haben. Ich hatte sogar eine Klassenkameradin, die so zur Schule kam. Sieht schon bei Teenager furchtbar aus :) und wird mit den Jahren nicht besser.
    Liebe Grüße
    Andrea (die jetzt gerne auch am Meer wäre)

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  5. Du bist mir heute bunt genug, mit Deinem beigen Blazer.
    Ich glaube nicht, dass ein liebloses Styling, nennen wirs mal bloggerdeutsch, mit Farbe grundstätzlich was zu tun hat. Ich würde in Schwarz/Camel und Gold an der Tasche einfach nur schrecklich aussehen. Und mich auch so fühlen. Dafür mag ich mich in Dunkelblau, weiß und kühlem Rot sehr gern.
    Es gibt durchaus Menschen, die ziehen einfach an, was die Verkäuferin mit den Worten "dass können sie dann auch mal zur Jeans "auf" einen schönen Schuh anziehen" ihnen aufs Auge gedrückt hat. Und zwar ohne sich selbst zu Fragen. Gefällt mir die Frau die ich sehe.? Man muss sich selbst gefallen. Dieses Strahlen bleibt im Gesicht, auch wenn der Blick nicht mehr auf den Spiegel gerichtet ist. Wer sich nicht gefällt, sieht irgendwie auch so aus.
    BG Sunny

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