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In oder out, Jeans oder Lederhose




Och nöööö. Da stolpere ich völlig arglos durchs Internet und dann gerate ich auf irgendeine Seite, die mir diese beliebten In- und Out-Listen präsentiert. In- und Out-Listen fand ich schon vor 30 Jahren klasse. Weniger um sie ernst zu nehmen. Vielmehr als komische Einlage.

Ich bin jetzt also voll informiert, vor allem in Sachen in und out in Sachen Jeans. Und musste feststellen, dass all die Jeansformen, die ich in den vergangenen Jahren lieb gewonnen habe, jetzt total out sind. Skinnny Jeans? Out. Knöchellange Jeans? Out. Alles, was auch nur ein wenig nach Boyfriend-Jeans riecht? Out. Ballonjeans sind übrigens auch out. Genauso wie weite Jeans mit Schlag. Tragbar sind nur noch lange Straight-Jeans, die bitteschön bis zum Boden zu reichen haben und flared Jeans, aber nicht mit allzu weitem Schlag und ebenfalls bodenlang. Wie schön. Just die trage ich nun niemals und werde auch jetzt nicht damit anfangen. Und schon dreimal nicht, weil sich bodenlange Jeans im Winter so richtig schön mit Regen und Schneematsch vollsaugen, zumindest beim üblichen Hamburger Schmuddelwetter. Ach ja, tragbar sind laut der Modeexperten außerdem noch Mom-Jeans und graue Jeans. Der Rest kann weg.


Ich frage mich übrigens, ob Menschen, die solche Listen erstellen, das eigentlich ernst meinen oder ob irgendein Head of strategic content production beschließt, dass das ein tolles redaktionelles Umfeld für diverse Affiliate-Links ist und irgendein armer content-creating Praktikant das dann ausbaden muss. So frei nach dem Motto: „Ich will heute Abend drei In- und Out-Listen zu diesem Thema sehen, der Rubel muss schließlich rollen“. 


Wie auch immer so etwas entsteht, ich werde weiterhin die Jeans tragen, die ich mag. Und dazu gehören weder gemäßigte Schlagjeans noch straight Jeans, die über den Boden schleifen. Oder ich gehe dem Problem mal gleich aus dem Weg und stürze mich in meine Lederhosen :-) Aber: Oh Schreck. Auch da gibt es in und out! Freund Google spuckt gerade aus, dass sowohl skinny Lederhosen als auch Lederloggings total out sind! Also mute ich euch jetzt ein totales Out-Stück zu :-) Ich hoffe, ihr seht es mir nach. Wer das jetzt ganz schrecklich findet, darf weggucken und sich nur die Bilder von unserem wunderbaren Hamburger Hafen ansehen. Der ist nämlich nie out.









Die Lederhose gehört zu meinen absoluten Lieblingshosen im Winter, sie ist nämlich wunderbar warm und Schneematsch-Spritzer kann man fix abwischen. Da wird nix nass und der Wind kann auch nicht durchpfeifen. Sommer-geeignet sind sie also nur sehr begrenzt. Außerdem sind Lederhosen absolut unverwüstlich. Solange man nicht rauswächst, kann da quasi nix passieren. Damit die Hose mit den Boots nicht allzu sehr so aussieht, als hätte ich gerade meine Harley um die Ecke geparkt – ich würde ohnehin viel lieber eine BMW fahren – gibt es dazu ein blaues Hemd. Ja genau, keine weiße Bluse. Damit verschone ich euch heute mal, das Hemd passte an diesem Tag viel besser zur Farbe des Himmels. Und wenn das in Hamburg ausnahmsweise mal der Fall ist, dann muss man die Gunst der Stunde nutzen!. Darüber reichte an diesem Tag der älteste Blazer, den ich im Schrank habe. Wobei ich gar nicht sicher bin, ob das gute Stück noch ein Blazer oder schon ein Kurzmantel ist. Gekauft habe ich ihn auf jedem Fall für einen Betrag, der für Studenten absolutes high-end war, am Ende meines Studiums, also Anfang der Neunziger, um bei Vorstellungsgesprächen irgendwie seriös auszusehen. Scheinbar ist mir das gelungen, immerhin habe ich damit meinen ersten Job bei einer Fachzeitschrift bekommen. Ich frage mich gerade, ob das auch geklappt hätte, wenn ich die Lederhose getragen hätte. Vermutlich hätte es. Der Grund dafür, dass ich einen Redaktionsjob fast nicht bekommen habe, wäre nämlich vor vielen Jahren einmal, dass ich voll seriös im Kostüm zum Gespräch erschien. Das hat den Chefredakteur mächtig irritiert und er war sich nicht sicher, ob er mit so jemandem etwas anfangen kann *grins*. Er ließ dann Gnade vor Recht ergehen und war einigermaßen froh, dass ich zum zweiten Gespräch als normaler Mensch auflief. Ende der Geschichte: Ich bekam den Job. Trotz Kostümierung.


Liebe Grüße

Fran

Kommentare

  1. Zu der Zwit bin ich immer in seriösen Klamotten meiner Mutter zu Vorstellungsgesprächen gegangen. Hat auch immer geklappt :).

    Oh, keine schmalen 7/8-Jeans mehr? Cool, endlich habe ich meinen Look dann wieder für mich! Graue Jeans fand ich schon immer blöd und die Straight sollen schon seit Jahren "in" sein - sieht man nur nicht ... also doch eher Praktikantenschmu?

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    1. Klamotten der Mutter ist eine sehr effektive Lösung! Und den Look wieder für sich zu haben ist ebenfalls eine gute Sache. Schmale 7/8-Jeans mag ich sehr und es gibt auch noch einige im Schrank, daher dürfen die ruhig für ein paar Jahre von der Bildfläche verschwinden.
      Straight sehe ich irgendwie immer nur an Menschen, die modisch, nun nennen wir es nicht gerade sehr interessiert sind. Die tragen die "schon immer". Aber vielleicht treibe ich mich auch nur an den falschen Orten herum.

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  2. Liebe Fran,
    Danke! Danke! Danke!
    Ich kann mit diesen Bodenschleifhosen nichts anfangen. Aus deinen Gründen und weil ich barfuß dauernd die Treppe runterfallen würde, wenn ich mich verheddere.
    Grau Jeans mag ich. Hatte ich aber schon vorher. Ansonsten halte ich es wie du: Ich trage, was mir gefällt. Straight leg gehört nicht sooo dazu. Also gar nicht
    Eine Lederhose- hachz, die hätte ich auch gern. Aber: Vier von fünf Familienmitgliedern sind seeehr gut darin, sie mir auszureden.
    Hellblaue Blusen/Hemden haben bei mir den gleichen Effekt wie weiße Blusen: Ich bin entzückt und könnte immer welche gebrauchen.
    Ich wünsche dir eine wunderbare Woche.
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ha, die Treppen-Gefahr habe ich noch gar nicht bedacht! Grau ist nicht so meins in Sachen Jeans. Schwarz aber eher auch nicht. Ich liebe schwarze Lederhosen, aber Jeans sind bei mir blau oder weiß. Frühkindliche Prägung vermutlich.
      Die Sache mit dem Ausreden kenne ich. Das haben die bei mir auch viele Jahre versucht. Die erste Lederhose war dann auch eine echte Überwindung. Inzwischen sagt keiner mehr was, weil alle wissen, dass sie damit höchstens das Gegenteil erreichen ;-)

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  3. Ich mag die von Dir genannten Hosenformen schon. Karottig und Hochwasser allerdings gar nicht. Weil das an mir schei***e ausschaut. Graue Jeans mag ich schon. Am liebsten dunkelgrau. Oder so wie in der Farbtiefe, wie sie Stonewashed Jeans haben. Und ich trage die auch immer. Kaufen kann man doch seit 20 Jahren eh alles.
    BG Sunny

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    1. Karotten habe ich als Jungerwachsene mit absoluter Begeisterung getragen. Vielleicht sollte ich mal wieder eine anprobieren und die 80s feiern :-)

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  4. Eine 'Was ist in - Was ist out'-Liste erscheint jedes Jahr oder besser gesagt zu allen Jahreszeiten. Man muss nicht einmal alle Listen lesen, da die aktuellen In-Trends in den Läden erscheinen und die Out-Trends bis zu einem solchen Comeback verschwinden.
    Ich werde weiterhin trage was ich gerne mag und worin ich mich wohlfühle ...
    Und du solltest auf jeden Fall deine Lederhose weitertragen, denn sie steht dir super gut!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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    1. Ich habe immer das Gefühl, dass das, was als in propagiert wird, frühestens zwei Jahre später in den Läden erscheint. Wenn überhaupt. Der eine oder andere online propagierte Trend schafft es irgendwie nie....

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  5. Meine Modewelt ist ja "slow und green fashion" und da ist das weniger hektisch mit den in und outs.
    Wobei es da natürlich auch immer Entwicklungen gibt.
    Momentan ja sogar viel in Richtung, dass das wirklich "in" wird, so grüne Mode. Mich freut's.
    Dein Anblick freut mich aber auch. Wobei Du schon starke Konkurrenz durch den Hintergrund der Fotos bekommst. Ach, Elphi... Dein Look aber absolut weltstädtisch passend dazu!
    Schöne Grüße in den Norden von Sieglinde

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    1. Irgendwann wird grüne Mode Standard sein, hoffe ich. Ich finde es gut, dass inzwischen auch viele junge Menschen gucken, woher ihre Kleidung kommt. Die sind slower und greener als man gemeinhin denkt.

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  6. Wie gut, dass ich ausreichend mit Jeans versorgt bin. Ich muss mir keine neue kaufen. Für mich entweder schmal oder ganz weit - und schon gar nicht auf dem Boden hängend. Bäääh.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ich habe eigentlich nur einen Wunsch an eine Jeans: Sie muss ordentlich sitzen und bequem sein. Naja, und mir gefallen. Was auf dem Boden herumschleppt, gefällt mir eben nicht.

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  7. Ich bleibe ganz konsequent bei der engen Jeans. Trotz in und out Listen. Die sind eh nur so lange aktuell, bis J. Lo wieder mit einer totgesagten Hosenform unterwegs ist ;) Dann ändern Experten auch gerne mal die Meinung. Wobei diese Listen scheinbar keiner liest, denn auf der Straße sehe ich keine der aktuellen Hosen. Könnte daran liegen, dass ich in der Provinz lebe.
    Zu Bewerbungsgesprächen musste ich immer formell gekleidet sein. Das ist für das Gespräch in der Personalbranche durchaus üblich, aber inzwischen wird es deutlich lockerer. Da ich selber sonst die Gespräche führe, weiß ich auch, dass es Berufe gibt, in denen heute Alltagskleidung für das Erstgespräch völlig normal ist. Aber ab einem bestimmten Karrierelevel ist es dann doch formell, was die Kleidung betrifft. Was ich ok finde, wenn es zum Berufsbild passt. Letztlich ist der Inhalt des Gesprächs dann ausschlaggebender :) und meinen ersten Eindruck gewinne ich selten durch die Kleidung. Momentan führe ich diese Gespräche übrigens mit Maske und gerne mal stehend im Raum verteilt, um Abstände und Hygieneregeln einzuhalten. Auch eine neue Erfahrung: es wird kein Kaffee mehr angeboten, es gibt keinen Begrüßungshändedruck und ich kann die Mimik nur noch an den Augen erkennen. Wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen.
    Schöne Grüße
    Andrea

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    1. Mir sind skinny jeans auch lieb und teuer, egal wie oft Schlag oder Straight propagiert werden. Und ja, du hast Recht. Auf der Straße sieht man die angeblichen In-Jeans sehr selten. Das ist in Hamburg nicht anders als am Bodensee.
      Der fehlende Kaffee in Gesprächen aller Art ist sehr ungewohnt. Ich bedaure das im Moment sehr. Mehr als den fehlenden Händedruck, muss ich zugeben ;-)

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  8. Oh ja diese tolle In und out Listen. Ich glaub das ist immer eine Lückenfüllertat. Toll ist es wenn sich die Listen widersprechen. Und alle tragen eh was sie gern tragen möchten. Deine Lederhose ist der Knaller, die ist doch nie out. Das Hemd ganz ungewöhnlich in Blau. :)
    Ich glaub bei dem Kostümbewerbungsgespräch hat man Dir das vielleicht auch angemerkt dass das nicht Deine übliche "Tracht" ist :) Aber der Chef hat das durchschaut.
    Liebe Grüße Tina

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    1. Ich schätze mal, diese Listen sind das, was für mein Metier von früher die "100 Tipps, mit denen Sie Windows schneller machen" waren. Und ja, es ist witzig, wenn die sich gegenseitig widersprechen.
      Ich habe später mit meinem Chef herzlich über die Kostümierung gelacht...

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  9. :-) Liebe Fran,
    diese In- und Out-Listen lese ich auch gern zur Erheiterung. Mir sind sie ziemlich wurscht. Ich trage was mir gefällt. Dazu gehören Jeans in blauen Farbschattierungen.
    Eine Lederhose besitze ich nicht. Hat mich irgendwie nie so richtig gereizt. Vielleicht bin ich der "Richtigen" aber noch nicht über den Weg gelaufen???
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

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    1. Ich glaube mal, du bist nicht der Typ für eine Lederhose. Man sollte niemals nie sagen, aber deine Kleider stehen dir so wunderbar, da vermisse ich keine Lederhose.

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