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Ein guter Tausch: Garten gegen Terrasse und Balkon



Ich hatte bis vor gut einem Jahr etwa 1500 Quadratmeter Garten, direkt am Elbdeich, mit vielen Bäumen, vielen Blumen und noch mehr Wildkräutern… Der Garten war toll, als die Kinder klein waren. Platz genug für eine riesige Schaukel, ein großes Trampolin, ein Kinderhaus und zum Toben. Für die Erwachsenen war dann übrigens auch noch Platz.


Eine so großen Garten allerdings neben Vollzeitjob, Kindern und dem üblichen Gedöns auch nur annähernd in Schuss zu halten, das war wenig vergnüglich, vor allem wenn man weiß, dass der Marschboden ungemein fruchtbar ist. Und selbstverständlich sind Wildkräuter total toll. Wenn sie allerdings alles andere überwuchern und ganz zufällig noch Ackerschachtelhalm heißen, dann können sie einen durchaus nerven.


Ich war also durchaus nicht böse darüber, den Garten gegen eine Terrasse und einen Balkon einzutauschen. Im Gegenteil: Ich habe genau das gewollt. Und als sich herausstellte, dass sich die Terrasse direkt auf dem Wasser befindet, war das ein Sechser im Lotto - zumal die Kinder keine Schaukel und kein Trampolin mehr brauchen, weil sie inzwischen einen bequemen Liegestuhl vorziehen. Und die Terrasse und der Balkon befinden sich zwar nicht mehr am Elbdeich, aber direkt neben einem großen Park. Auf Natur muss ich hier also nicht verzichten.


Während die Terrasse am Deich eher stiefmütterlich behandelt wurde, weil ich ohnehin selten Zeit hatte, sie zu nutzen, sind sowohl die Terrasse als auch der Balkon im letzten Jahr von April bis September zu meinen liebsten Wohnräumen geworden. Die alten Gartenmöbel hatte ich am Deich gelassen, denn mir war schon bei der ersten Besichtigung klar, dass die hier nicht herpassen. Auf der Terrasse wollte ich einen großen Tisch, an dem mindestens sechs Menschen Platz finden und auf dem Balkon waren gemütliche Sessel geplant. Immerhin habe ich es zwei Tage vor dem Lockdown geschafft, Gartenmöbel auszusuchen und zu bestellen. Eigentlich hatte ich es nicht gar so eilig gehabt, aber ich habe auf Anhieb gefunden, was ich wollte. Ein paar Tage später fielen mir gleich drei Steine vom Herzen, weil ich so schnell entschlossen war. Knapp drei Wochen später waren die Möbel dann auch schon geliefert :-)


Und endlich musste ich mich nicht mehr um diverse Wildkräuter beziehungweise deren Entfernung kümmern, sondern fing an, Blumenkübel und -töpfe mit allem zu bepflanzen, was der Gartenmarkt hergab. Vergessen war der braune Daumen, den ich bis dahin zu haben geglaubt hatte. Den ganzen Sommer über blühte und wucherte das Grünzeug auf Terrasse und Balkon.








Die Terrasse mutierte im Frühling zum Freiluft-Office und lustigerweise sah ich schon im Mai aus, als hätte ich gerade zwei Wochen Strandurlaub hinter mir - und das mir, die ich doch normalerweise noch im Hochsommer gerne mal legendär blass war.


Arbeit machen Balkon und Terrasse im Gegensatz zum Garten kaum. Im Frühling haben wir das Holz gesäubert und geölt und neben dem Gießen der Blumen wars das dann auch schon. Das schaffe ich spielend neben Vollzeitjob und vielen anderen Dingen und es bleibt massenhaft Zeit, das Draußen auch noch zu genießen.











Trotz Kontaktbeschränkungen kriegt man übrigens jede Menge Besuch, und zwar von Enten und Blässhühnern und ab und zu schauen auch mal ein Reiher und ein Nutria vorbei. Für Gesellschaft und Unterhaltung ist also gesorgt. Und mindestens einmal pro Woche kann man zwischen März und Oktober den Gärtner zusehen, die im Park nebenan die Beete anhübschen :-) Und weil es Terrasse UND Balkon gibt, kann sogar das Kind mit seinen Freunden draußen sitzen, ohne dass Mutter die Privatsphäre verletzt. OK, für ein Trampolin ist nun kein Platz mehr. Aber das befindet sich in der Sporthalle nicht weit entfernt und dorthin gelangt das Kind mit dem Fahrrad. Sagte ich schon, dass ich das Stadtleben liebe und mich unglaublich auf die ersten warmen Frühlingstage freue, an denen ich draußen sitzen kann?


Liebe Grüße

Fran

Kommentare

  1. Ich versteh Dich vollkommen! Einfach nur herrlich. Ich würde auch immer draußen hocken wenn es das Wetter erlaubt. Das fehlt mir hier tatsächlich und deshalb sitz ich so gern bei Sarah drüben auf der Terasse. Aber das kann ich dem Kind nicht ständig antun. 😂
    Deine Besucher sind bezaubernd 😁
    Ich wünsche Dir ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße Tina

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    1. Stimmt, den Kindern kann man nicht ständig auf die Nerven gehen ;-). Kind, groß, hat eine wunderbare Dachterrasse, die mag ich auch sehr. Aber die ist 30 Kilometer entfernt, daher ist sie sicher *grins*

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  2. Dass Du den Tausch klasse findest, kann ich total verstehen. Unser Haus hat kaum Garten und das haben wir bewusst so ausgesucht. Hinten gibt es quasi nur einen Terrasseneinfassung und vorne eine bepflanzte Fläche, bei der ich einmal im Jahr die Kletterhose am Haus und die Bodendeckerrosen schneiden und den Hortensien die alten Blüten abrupfe. Das schaffe ich ... der Acherschachtelhalm wütet in Nachbarsgarten ... wir haben den Kampf nach zehn Jahren gegen ihn gewonnen. Bis jetzt ... dafür habe ich hinten beim Giersch aufgeben. Und nein, ich mache keine Lasagne daraus wir die Nachbarin ...

    Für 2021 wünsche ich Dir wieder so eine schön blühende Terasse!

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    1. Klingt nach einem sehr überlegten Kauf. So schlau war ich vor 20 Jahren leider nicht... Aber wie gewinnt man gegen Ackerschachtelhalm? Ich dachte immer, das sei ein Kampf, den man nicht gewinnen kann. Aber scheinbar geht es ja doch!

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  3. Beides kann ich so gut verstehen: Kein Garten, aber Terrasse mit Grün drumrum und dabei in der Stadt leben.
    Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen. War ganz nett, aber meine Kinder und ich fanden Stadtleben immer interessanter. Wir hatten dann einige Jahre ein Wochenendhaus auf dem Land zum Ausgleich, aber ohne großen Garten. Die Chauffeurin meiner Kinder wollte ich nie sein, wie so viele Freundinnen von mir mit großem Haus und Garten im Umland.
    Deine Terrasse ist traumhaft und dass es noch einen Balkon gibt, finde ich besonders toll. So kann frau jeden Alters sich auch mal zurückziehen und dennoch draußen sein.
    Nun, da ich schon ziemlich alt bin, freue ich mich noch mehr darüber in der Stadt zu wohnen. Von ärztlicher und sonstiger Versorgung über gehnahe Grünflächen, alles da. Ah, da war noch was...? Achja, es gab auch mal Kultur in vielfacher Ausführung... waren das Zeiten!
    Hoffentlich kommen sie bald wieder und zum Rückzug von allem Erlebten dann zum Chillen auf die Terrasse...!
    Ich träume schon mal vom Frühling und Deiner buntblühenden Terrasse,
    liebe Grüße von Sieglinde




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    1. Der Chauffeursjob ist einfach doof. Vor allem, wenn die lieben Kleinen ins Partyalter kommen. Wie oft ich nachts um drei unterwegs war, kann ich kaum zählen. Aber es gab halt keine andere Möglichkeit, wieder nach Hause zu kommen.
      Darauf, dass endlich wieder Theater und Konzertsäle aufmachen, freue ich mich unglaublich. Das fehlt mir sehr.

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  4. Sehr nette Besucher hast Du. Das war ein guter Tausch.

    Ich bräuchte auch nicht zwingend einen Garten. Eine Terrasse oder ein großer Balkon würden schon reichen. Trotzdem bin ich froh, dass wir einen Garten haben, da unsere Wohnung keinen Balkon hat. Und nah an der Stadt wohne ich auch. Insofern will ich nicht meckern. Wir haben zu zweit eine große Wohnung mit ausreichend Platz.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Ohne Balkon muss definitiv ein Garten her. Ich habe als Studentin im Dachgeschoss ohne Balkon gewohnt. Das war zwar ganz kuschelig, aber eine Wiederholung möchte ich nicht unbedingt haben.

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  5. Liebe Fran,
    ich verstehe dich so gut... Unser Garten war zwar nicht so groß und am Elbdeich, aber er hatte ähnliche Spielgeräte und Platz für Erwachsene. Aber als das Spielgerät nicht mehr benötigt wurde, war der Garten auch mehr Zierde und Arbeit.
    Und jetzt mit der Terrasse ist es alles irgendwie einfacher. Obwohl es mich manchmal nach barfuß im Gras dürstet. So fünf Sekunden.
    Deine Terrasse am Wasser hingegen- ein Traum. Und die Besucher schweigen, widersprechen nicht- mehr geht nicht.
    Deshalb gratuliere ich dir wieder und wieder, wenn du von dieser Wohnung erzählst, ich hätte sie auch genommen ;).
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Barfuß im Gras hatten wir Weihnachten, das geht gleich 100 Meter weiter im Park. Kind, klein, hat Doc Martens bekommen und musste sie beim Spaziergang im Park gleich einlaufen. Das klappte so semi, so dass sie irgendwann die Schuhe auszog. Und weil sie nicht allein barfuß laufen sollte, hat Kind, groß, das auch getan. Du hättest die Gesichter der Menschen sehen sollen!

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  6. Vor 8 Jahren haben wir ein ähnlich großes Grundstück wie dein altes gegen einen kleinen Garten und zwei große Balkone getauscht. Anfangs waren die Kinder nicht so erfreut, aber inzwischen sind wir alle damit glücklich. Denn es macht deutlich weniger Arbeit und es bleibt viel mehr Zeit, draußen zu sitzen und die pflegeleichten Balkone zu bewundern. Der kleine Garten ist so angelegt, dass er wenig Arbeit macht und irgendwann bekomme ich einen Mähroboter, dann entfällt das Rasenschneiden auch noch.
    Ich würde auch nicht mehr tauschen wollen und verstehe dich vollkommen. Große Gärten sind tollster schlicht zu aufwändig.
    Schöne Grüße
    Andrea

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    1. Die Kids waren hier groß genug, um den Garten dann nicht mehr zu vermissen. Kind, klein, hätte zwar gern noch immer ihr Trampolin, aber auch nur, weil sie gerade nicht trainieren kann. Irgendwann wird es ja hoffentlich wieder gehen...

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  7. :-) Liebe Fran,
    das sieht so schön aus! So ein Plätzchen würde mir auch sehr gut gefallen.
    Ideal wäre es, wenn man von der Terrasse gleich auf das tief gefrorene Eis zum Schlittschuhlaufen gehen könnte ;-)
    Ich freue mich schon auf den ersten Besuch bei Dir!
    Bleib gesund und herzliche Grüße,
    Claudia :-)

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    1. Das mit dem Schlittschuhlaufen wäre wirklich super genial. Das Wasser vor der Terrasse fungiert ja ebenso als Abstandshalter, wie sonst eben ein Rasen. Macht nur keine solche Arbeit. Sehr klug gewählt.
      Wie man sehr gut an Deinem Beispiel sehen kann, es gibt solche und solche Stadtwohnungen. Die meisten sind aber nicht so hübsch gelegen, wie die Deine.
      BG Sunny

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    2. Eis hätten wir gerade und es gibt auch schon einige Waghalsige, die testen, ob es trägt... Dummerweise soll es morgen schon wieder wärmer werden. Ansonsten hätten wir nach einer Woche Dauerfrost vermutlich tatsächlich die Möglichkeit, direkt loszulaufen. Meine Schlittschuhe allerdings, die habe ich blöderweise beim Umzug entsorgt...

      Claudia, du bist herzlich willkommen, wenn ein Ausflug nach Hamburg wieder möglich ist. Und Sunny, in Hamburg gibt es relativ viel Wohnraum direkt am Wasser, vor allem hier auf der Elbinsel.

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  8. Na klar war das ein guter Tausch, vor allem, wenn die Kinder älter werden, wie Du ja sagst. Alles hat seine Zeit. Und jetzt, wo die Mädels aus dem Gröbsten raus sind, kannst Du die Deine genießen! Und dass Du das tust, sieht man. Richtig gemütlich hast Du es Dir auf Deiner Traum-Terrasse gemacht! Was ist so richtig toll finde, sind natürlich das Wasser... und die dementsprechenden Wassertier-Besuche! So genial!
    Hab gehört, dass es in München öfter regnet als in Hamburg, da sieht man's mal wieder: alles nur Klischees...;-)
    Liebe Grüße,
    Maren

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    1. Die Kinder genießen es auch. Naja, sie würde. Wenn denn das Nachtleben existieren würde. Aber irgendwann endet jeder Lockdown. Also so im nächsten Jahr...

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  9. Ich hatte schon beides und lebe heute in einem Haus mit einer großen überdachten Terrasse und einem Garten, den ich liebe.
    Ich kann deine Präferenz verstehen und ich denke auch, dass du mit dieser Ansicht und deinen "Nachbarn", die dich besuchen, im Lotto gewonnen hast!
    Genieße jeden Augenblick, der Frühling kommt bald!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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    1. Wenn ich mehr Zeit hätte, dann hätte ich auch gern einen Garten. Meine Nachbarin auf dem Dorf hat nur halbtags gearbeitet, damit sie Zeit hat, sich um den Garten zu kümmern. Der sah wunderschön aus, aber war eben dann auch ein Halbtagsjob. Und meinen Job halbtags zu machen, das wäre schlichtweg unmöglich.

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