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Glückskind oder Ignorant?



Ist man eigentlich ein Glückskind oder ein totaler Ignorant, wenn man, egal was passiert, nachts wie ein Stein schläft? 

Für viele Frauen vor allem in den Wechseljahren gehören schlaflose Nächte zu den schlimmsten Begleiterscheinungen dieses Lebensabschnittes. Einschlaftipps und Schlafmittel gibt es ohne Ende. Beim Gegenteil ist guter Rat - jenseits von Kaffee - echt teuer. Ich habe es schon geschafft, inmitten einer Silvesterparty einzuschlafen. Ich brauche mitnichten ein Bett, um zu schlafen. Ich schaffe das zur Not auch im Stehen ;-) Im Sitzen sowieso. Bestes Schlafmittel für mich: Der Fernseher. Setzt mich auf ein Sofa, schaltet ihn ein und zehn Minuten später bin ich im Reich der Träume angekommen. Vermutlich habe ich mir deshalb antrainiert, bei den zwei Tatort-Folgen, die ich pro Jahr sehe, nach zehn Minuten herausgefunden zu haben, wer der Mörder ist. Nach elf Minuten kann ich dann in Ruhe einschlafen und mir anschließend bestätigen lassen, dass ich Recht hatte.

Ich glaube, es gab in den letzten zehn Jahren vielleicht zehn Nächte, in denen ich nicht einschlafen konnte. Selbst im Krankenhaus mit zwei schnarchenden Nachbarinnen habe ich selig geschlummert. Klar, es gibt sie auch in meinem Leben, die Nächte, in denen man einmal pro Stunde aufwacht, auf die Uhr guckt und erstmal ausrechnet, wie viele Stunden man noch schlafen kann, bis man wieder aufstehen muss. DAS finde ich übrigens am schlimmsten an Nächten, in denen man nicht einschlafen kann.

Ich neige dazu, mich als Glückskind zu betrachten. Der Rest der Welt ist manchmal eher geneigt, das als Ignorantentum zu bezeichnen. Aber es nutzt ja nun niemandem, wenn ich mich nachts schlaflos hin- und herwälze und Probleme überdenke, wenn ich das doch auch am nächsten Tag in ausgeschlafenem Zustand tun kann. Todmüde kann man eh keine Probleme lösen.

Als Ausgleich für meine Steinschläfer-Mentalität bin ich immerhin ein Frühaufsteher. Meine Kinder hassen mich dafür, dass ich beispielsweise Stadtbummel-Aktivitäten immer so lege, dass wir um zehn Uhr morgens am Ort des Geschehens sind. Früh aufzustehen macht mir nix aus. Mich in der Vorweihnachtszeit am Samstag um 14 Uhr mit Zehntausenden anderer Menschen durch Hamburg zu drängeln dagegen schon. Also wird die Brut unbarmherzig selbst am heiligen Samstag aus der Schlafhöhle getrieben, wenn ein Stadtbummel fällig ist.

Noch schlimmer ist es, wenn wir irgendwohin fliegen. Wenn ich buche, dann immer den ersten Flug des Tages. Und der geht in der Regel zwischen sechs und sieben Uhr. Mit Fahrzeit zum Flughafen und Puffer für die Sicherheitskontrolle heißt das dann spätestens um drei Uhr aufstehen. Dafür hat man immerhin eine vollen Tag am Reiseziel. Was mir übrigens schon eine schlafende Familie im Bus mitten in London beschert hat. Ich doziere über den Bau des Tower und merke leider erst mit einiger Verspätung, dass drei Leute um mich rum gerade eingeschlafen sind… Die Steinschläfermentalität ist also durchaus vererbbar.

Ich liebe diesen Blick auf den Tour Eiffel von der Rue Saint-Dominique aus. Und im Bistro Saint Dominique gibt es die beste Zwiebelsuppe der Stadt, sagt der Freund meiner Schwester. Der muss es wissen, der hat lange nebenan gewohnt.  Copyright: Tour Eiffel, illuminations Pierre Bideau

Copyright: Tour Eiffel. illuminations Pierre Bideau
Copyright: Tour Eiffel. illuminations Pierre Bideau
Die Idee, Fotos vom Eiffelturm bei Sonnenaufgang und dafür die Lerche zu machen, stammt übrigens nicht von mir, sondern von Kind, groß. Also haben wir uns nach einer durchzechten eventuell ein wenig kurz geratenen Nacht mit ganz viel Zwiebelsuppe und ein paar Stunden Steinschlaf aus dem Bett gepellt und sind losgefahren. Schön war`s. Natürlich gab es auf dem Rückweg ein erstes Frühstück mit Kaffee und Croissant und Leute gucken. Denn wenn man schon so früh aufsteht, darf man wenigstens genießen, dass der Rest der Welt ins Büro strebt, während man selbst völlig gechillt im Café sitzt.



Und die Karussellpferde reiten in den Sonnenaufgang... ;-)





Für ein paar Fotos an der Seine hat es tatsächlich auch noch gereicht, das Outfit ist aber dank fünf Tagen nur mit Handgepäck wenig spektakulär. Dafür bin ich damit unter all den Pariserinnen, die auf dem Weg zur Arbeit waren, nicht aufgefallen. Höchstens in der Wahl der Schuhe.

Ach ja, und nach der Großstadt-Safari bei Sonnenaufgang gab es dann erstmal ein Schläfchen :-)

Liebe Grüße
Fran




Kommentare

  1. Beneidenswert. Zu Hause schlafe ich zwar meistens gut, aber nur im eigenen Bett. Wen ich unterwegs bin, klappt das nicht so. Weder im Hotel, noch im Flugzeug. Im Auto schon gar nicht.

    Tendenziell bin ich eher eine Nachteule. Frei nach dem Motto: "Der frühe Vogel kann mich mal!" Krieg ich nicht auf die Reihe, nur unter Zwang.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Früher ging es mir ähnlich wie dir. Heute schlafe ich überall.

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  2. Du bist eindeutig ein Glückskind. Ich schlafe eher schlecht, wenn mich etwas sche beschäftigt Allerdings kümmere ich mich auch nicht darum, welche Mittelchen ich probieren könnte, um besser zu schlafen. Kopf ausschalten nutzt was, wenn es denn geht. Und da sich jedes Problem irgendwann löst, geht es dann auch wieder mit dem Schlafen.
    Ich bin in der Regel ein früher Vogel, der Rest der Familie zum Glück auch. Das erspart allen Beteiligten Stress.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Das mit dem Kopf ausschalten habe ich auf der Studienfahrt in der 13 gelernt - lang ists her. Da hat unsere Lehrerin uns einen Workshop im autogenen Training gegeben. Wenn gar nix geht, geht das. Immer.

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  3. Gut schlafen zu können ist ein Geschenk. Es hilft auch in Krisenzeiten sehr. Leider schlafe ich furchtbar schlecht und das seit Jahrzehnten. Ich habe nachts sehr kreative Phasen... wenn man es mal positiv ausdrücken mag.

    Wunderhübsche Fotos hast Du wieder. Mein Großvater war damals bei der Weltausstellung in Paris mit der Bahn von seinem Dorf aus und hat den Eiffelturm gesehen. Das wurde wie ein Familienmythos immer erzählt. Ich habe ihn nie kennengelernt, er ist früh verstorben, aber der Eiffelturm und er - eine Legende.
    Früh aufstehen im Urlaub, besonders in einer großen Stadt, kann ich nur empfehlen. Solche Atmosphäre bekommt man sonst nie. In Venedig war ich morgens kurz vor 6 Uhr ganz allein auf dem Marcus-Platz - ganz allein, das musst Du Dir mal vorstellen. Werd ich nie vergessen!
    Herzliche Grüße von Sieglinde

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    1. Die Geschichte von einem Opa ist großartig! Einfach mal so nach Paris, zur Weltausstellung. Das war damals sicher etwas ganz Besonderes. Und ganz allein auf dem Markusplatz klingt wirklich unvergesslich. Wow.

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  4. Hallo liebe Fran,

    wunderschöne Fotos zeigst Du da, aber Bilder vom beleuchteten Eiffelturm darf man leider nicht veröffentlichen, wenn man keine Genehmigung hat. Ich würde sie wieder vom Blog entfernen. Der Besitzer soll sehr hinterher sein.

    Ich kann auch sehr gut schlafen und zum Glück auch, wenn es mir aus gesundheitlichen Gründen nicht gut so gut geht. Aber im Bus oder Zug geschweige denn Auto schlafe ich nie ein. ;-)

    Liebe Grüße,
    Moppi

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    1. Soweit ich informiert bin, ist das bei nicht-kommerzieller Nutzung nicht problematisch. Aber danke für den Hinweis, ich habe ein Copyright eingefügt. Da das ein privater Blog ist, reicht das. Das Copyright gilt übrigens nicht für den Eiffelturm an sich, sondern nur für das Beleuchtungskonzept.

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  5. Lieber früh aufstehen als länger wach bleiben :) Gut schlafen zu können ist super. Ich habe oft keine Probleme, ab und zu kommt es vor, dass ich schlecht einschlafen kann, meist wenn mein Rythmus durcheinander ist. Aber in der nächsten Nacht, schlafe ich dann wie ein Stein.
    Deine Fotos sind so toll. Vielen Dank!
    Liebe Grüße Tina

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    1. Meinen Rhythmus durcheinander zu bringen ist schwierig. Aber wenn er durcheinander ist, dann habe ich zu kämpfen. Allerdings nicht mit Schlaflosigkeit, sondern mit 24-Stunden-Dauermüdigkeit.

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  6. Sagen wir mal so: Wenn ich nach einer Viertelstunde im Bett schon am Schlafen bin, dann bin ich hochzufrieden. Und vor sieben Uhr morgens funktionieren bei mir quasi nur die nötigsten Lebensfunktionen, da bin ich als typische Eule eindeutig nur ein halber Mensch. Tagsüber mal ein Nickerchen halten? Schön wäre es, aber das funktioniert bei mir fast nur, wenn ich krank bin. Ich denke, dass Du mit Deinem Dir in die Wiege gelegten unkomplizierten Schlafverhalten wirklich ein Glückskind bist.

    Liebe Grüße
    Hasi

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    1. P.S.: Paris scheint auch im goldenen Herbst wirklich eine Reise wert zu sein. So herrliche Bilder.

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    2. Paris ist selbst im bitterkalten Winter eine Reise wert :-) Und wenn ich nach einer Viertelstunde im Bett noch nicht schlafe, bin ich in einer ernsten Krise. Dann stehe ich am besten gleich wieder auf.

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  7. Ich bin ja auch der frühe Vogel und somit beizeiten unterwegs.... dann allerdings abends auch beizeiten müde. Gut schlafen kann ich auch, allerdings nur im heimischen Bett, woanders dauert es eine Weile bis ich mich an die Umgebung incl. Geräusche und Lichter etc. gewöhnt hab.
    Liebe Grüße Jacky

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    1. Beizeiten müde würde ich mir manchmal wünschen. Ich stehe zwar gern früh auf, aber finde den Weg ins Bett eher spät.

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  8. So früh findest Du mich auch in der Stadt, da ist noch entspannt einkaufen möglich. Sei froh, dass Du so einen gesunden Schlaf hast. Du wirst schon nix versäumen.
    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Sollte was Wichtiges passieren, wenn ich schlafe, darf man mich wecken ;-)

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  9. Du bist ohne Zweifel ein Glückskind! Ich beneide dich wirklich! Ich bin eine Nachteule (23:28 Uhr gerade jetzt) und eine Frühaufsteher, ab 6:00 Uhr bin ich schon wach, völlig problemlos! :(
    Herrliche Bilder von dir und von Paris! Genial!
    Liebe Grüße,
    Claudia

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    1. So ähnlich sehen meine Schlafenszeiten auch aus. Meine Kinder nenne das senile Bettflucht. Blagen, die.

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  10. Das nächtliche Hin- und Herwälzen inklusive des Probleme-Überdenkens übernehme ich doch weiterhin gern für Dich, liebe Fran. *hüstel*

    Nein, das tue ich NICHT gerne, aber es IST sehr häufig der Fall hier. Du bist definitiv ein Glückskind, wenn Du so gut schläfst und ich beneide Dich sehr darum.

    Unkontrolliertes Einschlafen hingegen hab' ich nicht so gern. Also: Fernsehen heißt für mich Fernsehen und nicht Fernschlafen! ;)

    Früh aufstehen finde ich immer dann toll, wenn ich es hinbekommen und einen freien Tag vor mir habe. Sonst nicht.

    Aber EUER frühes Aufstehen für den Sonnenaufgang hat sich auf jeden Fall gelohnt! Die Bilder sind grandios!! Und Du auf der Mauer siehst ebenfalls sehr gut aus!

    Liebe Grüße
    Gunda

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    1. Das ist lieb, dass du das übernimmst :-) Ich mache das vielleicht einmal im Jahr und es ist jedes Mal wieder scheußlich. Und beim Fernsehen wach bleiben ist ein Vergnügen, das mir einfach nicht vergönnt ist. Ich kann es nicht. Dafür kann ich prima früh aufstehen, egal was am Tag angesagt ist. Sogar zum Arbeiten ;-)

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  11. Was das Schlafen anbelangt bist du definitiv ein Glückskind liebe Fran. Den leichten Schlaf habe ich von meiner Mutter vererbt bekommen. Noch dazu bin ich eher eine Nachteule. Allerdings macht es mir trotzdem nichts aus, früh aufzustehen. Mein Herzallerliebster schläft wie ein Stein, egal was auch immer passiert. Den könnte man sogar klauen im Schlaf und er würde nichts davon mitbekommen. Darum beneide ich ihn manchmal, werde ich doch von jedem Pieps wach.

    Danke für die tollen Fotos von dir und von Paris. Liebe Grüße Ursula

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    1. Meine Kinder kann man auch im Schlaf wegschleppen. Die merken nichts. Haben sie von ihrer Mutter geerbt.

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  12. Danke auch an dieser Stelle für die schönen Parisbilder.
    Ein gesunder Schlaf ist das, was der Name schon sagt. Gesund.
    Allerdings bin ich kein früher Vogel. Ob ich nun um 10, um 12 oder um 3 ins Bett gehe. Aufstehen fällt mir immer schwer. Aber es gibt durchaus gute Gründe, warum ich mich bereitwillig aus dem Bett quäle.
    LG Sunny

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    1. Ich finde aufstehen ganz großartig. Wartet doch immerhin ein neuer Tag. Und ein Kaffee. Und ein Hund. Reicht, um glücklich zu sein :-)

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  13. Deine Bilder sind toll, die Schaukelpferde in der Morgensonne haben's mir angetan. Was bei mir fast schon absurd ist: ich hatte mal eine wirklich schlimme Nacht im Job (damals noch im Nachtdienst) mit Polizei, Vermisstenanzeige, zwei Mädels abgehauen... man weiß ja, was alles passieren kann.... und als ich wusste, ich kann eh nix mehr tun außer abwarten, legte ich mich (mit Klamotten und allem) ab und schlief wie ein Stein - bis der Anruf von der Polizei kam, man habe die Kids äußerst quicklebendig auf dem Revier sitzen... Mein sofortiges Einschlafen war wie eine Art Fluchtreflex! Und andererseits, wenn ich gar keine besonderen Probleme habe, wälze ich mich kreativ grübelnd hellwach durch die Nacht... ohne Grund. Schaue aber nie auf die Uhr - kann man ja eh nicht ändern. Dann bin ich halt am nächsten Tag müde - na und?
    Liebe Grüße, Maren

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    1. Aua, die Nacht klingt übel. Aber mal ehrlich: Man kann es eh nicht ändern. Egal, was man tut. Es passiert, was passiert. Also hast du alles richtig gemacht.

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  14. Es gibt solche und solche Nächte, oft schlafe ich gut ein - bin aber ständig wach und sofort sind alle trüben Gedanken, Gedanken von der Arbeit usw. da. Dann klappt es mit dem Ein- und Durchschlafen nicht so gut! Früh aufstehen freiwillig nie! Meist nur weil ich arbeiten muss oder ich einfach nicht mehr liegen kann. Wir planen Flugreisen oder Urlaubsreisen generell nicht früh, das entspricht nicht unserem Biorhythmus, wir lassen es entspannt angehen und das in allen Lebenslagen! Deine Bilder sind toll, das wo du breitbeinig über dieser Mauer sitzt und herzhaft lachst gefällt mir am Besten. Liebe Grüße Patricia

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    1. Entspannt sein kann ich wunderbar auch morgens um sechs ;-) Allerdings nur, wenn ich einen Kaffee kriege.

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  15. Das mit dem Schlafen krieg ich nicht so bewundernswert hin, aber so ein "ignorantes Glückskind" bin ich auch. Und ich bin immer wieder dankbar dafür, daß mir das sehr bewusst ist.

    Frohen Donnerstag, das Wochenende ist nah!

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