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Mein Dezember 2019 - Herausforderungen


„Seid ihr verrückt, im Dezember umzuziehen?“ hat man mich in den letzten Monaten eigentlich ständig gefragt. Nö, verrückt ist hier niemand. Also nicht verrückter als man ständig kokettierend vorgibt zu sein. Und ja, ich weiß, dass im Dezember Weihnachten ist. Und dass ein Umzug und Weihnachten sich nicht ausschließen und man 15 Tage nach einem Umzug ganz wunderbar und entspannt Weihnachten feiern kann, dafür habe ich den Beweis inzwischen angetreten :-)

Bevor es an den Umzug ging, hatte ich allerdings noch eine sehr persönliche Herausforderung zu bewältigen. Klingt vielleicht für den einen oder anderen ziemlich doof, aber da stand noch die Aussöhnung mit einer Stadt an, die ich immer gemieden habe – aus eher etwas dämlichen Gründen. Und wenn ich schon eine neue Lebensphase beginne, dann ohne derartiges Gepäck. Dachte ich mir so Also habe ich einfach mal ein kurzes Wochenende dort verbracht, mich, weil es gerade passte, bei einem Auswärtsspiel meines Lieblings-Basketball-Teams amüsiert und ganz nebenbei Frieden mit dieser Stadt geschlossen. Nicht ganz unschuldig war daran der zauberhafte Weihnachtsmarkt. Ich liebe Weihnachtsmärkte :-)

Weihnachtsmarktbesuch Nr. 1. Und Braunschweig ist gar nicht so hässlich wie ich es in Erinnerung hatte.

Und genau deshalb habe ich auf dem Rückweg nach Hause noch einen anderen Weihnachtsmarkt besucht, der nicht ganz so zauberhaft war, aber eine überraschende Begegnung mit sich brachte. Kennt ihr das Gefühl, jemanden, den man eigentlich gar nicht wirklich kennt, so richtig von Herzen scheiße zu finden? OK, der gemeine Blogger kennt dieses Gefühl wohl nicht oder würde es zumindest niemals öffentlich zugeben. Aber warum sollte ich aus meinem Herzen eine Mördergrube machen? Ich traf also auf eine Person, die ich irgendwann mal von Herzen scheiße fand. Und entdeckte: Dieser Mensch ist mir inzwischen herzlich egal. Ich sah diesen Menschen, erkannte ihn – und es rührte sich nix. Kein Groll, keine Wut. Nichts. Nur Gleichgültigkeit. Und ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe mich riesig drüber gefreut, bin nach Hause gefahren und habe frohen Herzens die letzten Kisten gepackt :-)

Weihnachtsmarktbesucht Nr. 2. Diesmal mit überraschender Begegnung.

Hübsch und bester Gin-Punsch ever: Weihnachtsmarkt im Celler Landgestüt

Mission completet, der Umzug konnte kommen. Ich habe immer darauf gewartet, dass mich beim Anblick des leeren Hauses Wehmut beschleicht. Tja, was soll ich sagen: Keine Spur davon. Ich habe da 20 Jahre lang gelebt und es war schön. Aber jetzt war es an der Zeit für einen neuen Abschnitt und für Wehmut absolut kein Platz, vielmehr für ganz viel Vorfreude. Die war vermutlich Schuld daran, dass ich es geschafft habe, innerhalb von drei Tagen alles auszupacken, an seinen Platz zu befördern und noch nicht ein einziges Mal in meinem neuen Zuhause nach irgendetwas gesucht zu haben :-) Wer meine leicht chaotische Ader kennt, weiß, dass das an ein Wunder grenzt…

Komisches Gefühl, wenn das gesamte Hab & Gut in einen Laster verladen wird. Aber auch gutes Gefühl, wenn man nicht selbst verladen muss ;-)

Und dann herrschte erstmal Chaos...
Kisten auspacken im Akkord

Geschafft.

Das Einleben ging wunderbarerweise ebenso schnell wie das Auspacken der Kisten und nach vier Tagen fanden erste Keks- und Scone-Back-Orgien in der neuen Küche statt. Da war dann auch leider mein Urlaub vorzeitig beendet. Was aber wirklich tragisch war: Ich konnte in diesem Jahr am legendären Grünkohl-und-Schrottwichteln meiner Freundin nicht teilnehmen. DAS war hart. Die Zeit reichte gerade einmal für einen Tee mit Scones und ein Foto vom Tisch, an dem ich in diesem Jahr keinen Grünkohl essen durfte *schluchz* Ich gebe allerdings die Hoffnung nicht auf, dass sie für mich noch einmal Grünkohl kocht… :-)

Selbst die Weihnachtsdeko habe ich gleich gefunden, ich Fuchs.

Schnell noch ein paar Scones für die liebst Freundin backen.
Und da hätte ich Grünkohl essen können, wenn ich Zeit gehabt hätte. Aber ein Knallbonbon habe ich trotzdem bekommen :-)
Die beiden sind meine neuen Kumpels, die mich täglich begrüßen, seitdem sie wissen, dass es hier Futter gibt.

Mal eben den neuen Kiez erkunden...
... und dann ab auf den Weihnachtsmarkt. Besuch Nr. Drölfzig :-)

Ja, und dann war es endlich soweit: Weihnachten! Während ich noch am Heiligabend im Büro saß, waren die Wichtel zuhause fleißig und ich muss feststellen: Erwachsene Töchter zu haben ist grandios! Genauso grandios war das Weihnachtsfest, obwohl meine Glückssträhne beim Carcassonne-Spielen leider nicht anhielt. Dafür lieben mich jetzt die Enten vor der Terrasse, die habe ich nämlich heimlich gefüttert.

Weihnachtsmood on. Beschwerden über die doofen Girlanden an Kind, groß. Die meinte, dass die sein müssen. Und Kinder haben zu Weihnachten bekanntlich immer Recht.

Dafür hat sie mir kiloweise gebrannte Mandeln gemacht.

Weihnachtsspaziergang

Und, weil sich das so gehört, Weihnachts-Zocken. Nennt mich Eroberer.

Die letzten Tage des Jahres mache ich es mir mit Kind, klein, gemütlch und genieße mein neues Zuhause. Und sobald der Ämterkram, den ein Umzug so mit sich bringt, endlich erledigt ist, geht es an die Ostsee :-)

Liebe Grüße

Fran

Kommentare

  1. Ich freue mich sehr, dass alles so gut geklappt hat!
    Das klingt ja superspannend… Einen tollen Start in einen neuen, bestimmt aufregenden, Lebensabschnitt (ich habe es schon ein paar Mal erlebt). Ich wünsche dir, dass alles weiter so gut klappt. Alles Gute!!! Lass es langsam angehen und genieße die neue Heimat mit allem drum und dran.
    Liebe Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr,
    Claudia

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    1. Ich glaube, ich werde ein Fan von neuen Lebensabschnitten und ordere künftig alle fünf Jahre einen. Es macht irre Spaß, sein ganzes Leben ein bisschen auf den Kopf zu stellen :-)

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  2. Beim letzten Umzug habe ich wehmütig zurückgeschaut, aber ich habe auch schon eine Wohnungstür geschlossen ohne, dass es mir schwer gefallen ist. Deshalb kann ich gut verstehen, dass dich keine Wehmut überkommen hat. Zeit für was Neues und bei der Wohnung in der Lage....
    Es gibt auch 2 Menschen, da dachte ich nie, dass ich ihnen unvoreingenommen begegnen könnte. Ist aber inzwischen so. Sie sind einfach nicht mehr wichtig und haben keinen Einfluss mehr auf mein heutiges Ich. Ist angenehm, auch wenn es viele Jahre gedauert hat.
    Liebe Grüße
    Andrea (die auch gerne gebrannte Mandeln hätte)

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    1. Hätte ich Wehmut verspürt, wäre es wohl zu früh gewesen. So weiß ich, das war es nicht. Alles richtig gemacht :-) Die gebrannten Mandeln sind toll. Allerdings machen die auch süchtig, bedauerlicherweise...

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  3. Ich bin noch nie so richtig umgezogen, stelle es mir belastend und erleichternd zugleich vor. Deine neue Wohnung ist einfach der Hammer, kein Wunder dass Du so schnell heimisch warst und zum Backen übergegangen bist.
    Und cool dass Du keinen Groll mehr hegst :)
    Ich wünsche dir in Deiner neuen Wohnung einen wunderbaren Start inst neue Jahr. Ich freu mich auf 2020 mit Dir :)
    Liebe Grüße Tina

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    1. Nein, belastend war es eigentlich nicht. Dank einem tollen Umzugsunternehmen und guter Planung war es eigentlich recht easy. Ich hatte es mir auf jeden Fall schlimmer vorgestellt.

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  4. Das mit dem Umzugsunternehmen hast Du gut gemacht! Würde ich heute auch nur noch... also, das schrecklichste ist doch immer, alles selbst machen zu müssen und "freiwillige" Helfer zu organisieren, die aber ehrlich gesagt nicht wirklich Bock drauf haben..,.
    Aber das mit der nicht vorhandenen Wehmut kann ich sogar sehr gut verstehen... das Neue, die Vorfreude und die Spannung überwiegt halt einfach. Außerdem hast Du mit ganz vielem eben abgeschlossen, wie man an Deiner Begegnung ja gut erkennen kann. Ach, ist das nicht schön?
    Eine glückliche und spannende Eingewöhnungszeit und einen guten Start ins neue Jahr wünsch ich Dir!
    Liebe Grüße, Maren

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  5. Applaus, Applaus, Applaus. Willkommen im neuen Leben. Ich bin schon ganz gespannt. So eine schöne Wohnung. Und es klingt nach einer wirklich tollen Veränderung.
    BG Sunny

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  6. Es freut mich, das der Umzug bei dir so gut geklappt hat, liebe Fran. Meiner war ja ca 2 Wochen später. Wohl fühle ich mich im neuen Heim nach ca. 2 Wochen schon. Allerdings kam hier die Weihnachtsdeko erst so nach und nach zum Vorschein und wirklich gemütlich war es auch nicht immer und ausgepackt ist noch immer nicht alles. Aber es wird so langsam und ich fühle mich pudelwohl. Im neuen Heim wünsche ich dir alles Gute. Willkommen in einem neuen Lebensabschnitt.
    Liebe Grüße Ursula

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