Montag, 29. Februar 2016

Pullover oder Kleid?



Eigentlich hatte ich, als ich mich in das Kleid verliebte, das eigentlich ein Pullover mit angenähtem Seidenrock ist, geplant, es mit einer grauen oder schwarzen Röhrenjeans zu kombinieren. Tja, Röhre ist nicht. Mit Gips komme ich nicht mal ansatzweise in das rechte Hosenbein. Also musste eine Alternative her. Denn das Kleid hängt immerhin schon seit Wochen auf der Kleiderstange und wartet auf seinen Einsatz. Der erste "große" Ausflug seit dem Unfall zum Chinesen - hey, das sind sieben Kilometer und damit quasi die weite Welt für jemanden, der normalerweise einen Aktionsradius von maximal zehn Schritten jenseits des Sofas hat - sollte also die Premiere werden. Dank Sonnenschein und angenehmen acht Grad musste sogar nur noch eine Lederjacke über den zugegeben wirklich wollig-dicken Pulli und los ging es. Allerdings erwies sich der Seidenrock als ziemlich durchsichtig. Also schnell noch einen engen Bleistiftrock als Unterrock zweckentfremdet und los.



Nichts gegen die Kochkünste meiner lieben Familie, die versorgen mich hier wirklich superlieb und allen voran der beste Ehemann der Welt kocht wie ein Weltmeister. Aber ich liebe chinesisches Essen und es war wie immer seeeehr lecker. Mit Fotos kann ich leider nicht dienen Atens fotografiere ich mein Essen sowieso nur in Ausnahmefällen und Btens war ich viel zu hungrig :-)

Nach dem Essen mussten wir das schöne Wetter natürlich nutzen. Nein, einen Spaziergang traue ich mir noch nicht zu, denn sobald der Fuß für längere Zeit nicht hoch liegt, tut das ganz schön weg. Aber für ein kleines Fotoshooting im Garten hat es gereicht. Und auch Fine hatte Spaß. Sie hat nämlich neuerdings Äpfel als echte Delikatesse entdeckt. Die gibt es aber, weil der Hund die Sache mit dem Apfelessen ohne herumzusauen noch nicht gelernt hat, nur draußen.


Ist dieser Hund etwa auch auf dem Weg zum Veggie? Ihr den Apfel wegzunehmen funktioniert auf jeden Fall nicht. Der wird restlos vernichtet.



Zum Schluss gibt es noch eine kleine turnerische Einlage. Naja, wirklich erfolgreich war ich als Turnerin nie. Immerhin habe ich mal einen dritten Platz bei Kreismeisterschaften gemacht. OK, es waren nur vier Teilnehmerinnen in meinem Jahrgang. Aber eine davon habe ich immerhin hinter mir gelassen!


Was Fine davon hielt? Nicht so wirklich viel. Banausenhund!


Liebe Grüße
Fran


Kleid: COS
Lederjacke & Schuh: Zara
Rock: H&M

Sonntag, 28. Februar 2016

Und sonst so? KW 8

So blöd die Woche begann, so schön endete sie. Zwischendurch gab es viele Dinge, über die ich mich irre gefreut habe.


Als der Gips am letzten Montag neu getaped wurde, hat die Arzthelferin es wirklich gut gemeint. Ein bisschen zu gut. Denn abends schwellen Bein und Fuß gern mal an. Mit dem Ergebnis, dass ich ab Mitternacht heulend im Bett lag, weil die ganze Chose drückte und zwackte und unheimlich weh tat. Ab halb vier habe ich dann im Sessel weitergeschlafen. Im Sitzen waren die Schmerzen wenigstens einigermaßen auszuhalten und die Zehen, die inzwischen wie kleine Luftballons aussahen, schwollen langsam wieder ab. Der beste Ehemann der Welt durfte die halbe Nacht zwischen Erd- und Obergeschoss pendeln, um mit Getränke, Schmerztabletten und Trost zu spenden. Hat er mit einem Lächeln getan und mich am Dienstag zu früher Stunde gleich wieder zum Arzt gefahren.

Von da an ging es aufwärts :-) Meine Teenies haben sich jede erdenkliche Mühe gegeben, ihre olle Mutter nach Kräften zu verwöhnen, haben mit mir Shopping Queen geguckt anstatt Lateinvokabeln zu pauken, sich an den Herd gestellt und tolle Dinge produziert und waren einfach zauberhaft. Genauso zauberhaft wie meine beste Freundin, die am Donnerstagmorgen angebraust kam, um mich zum Röntgentermin ins Krankenhaus zu fahren. Sie liest natürlich den Blog regelmäßig und brachte mit ein tolles Geschenk mit. Damit ich nie wieder über die Sache mit dem Toilettenpapier fluchen muss, bekam ich die hier:



Ich hätte mich vor Lachen fast vom Sofa geschmissen und trage das Täschchen jetzt natürlich immer um den Hals! Toll fand ich auch eine liebe Geste unserer Blumenhändlerin hier im Dorf. Neben der Kasse steht eine Schale mit Schokolade und Weingummi, an der ich mich bei jedem Besuch bediene. Nachdem mein Mann nun ohne mich auftauchte, fragte sie sofort, wo ich denn sei. Als sie vom Unfall hörte, klebte sie gleich mal ein paar Schoko-Würfel auf das Einwickelpapier :-) Und meine Nachbarin kam mit einer Kanne Kaffee und Keksen vorbei, um ausgiebig zu klönen. Meine Kollegen sind ganz rührend besorgt und melden sich fast täglich und meine Lieblingskollegin schubst den Rollstuhl in der kommenden Woche zum Vollplayback-Theater.


Das Beste zum Schluss: Nachdem der Röntgentermin ja ergab, dass eine OP wohl nicht nötig ist, kündigte mein Hausarzt an, dass, wenn der Bruch weiter so heilt, ich schon in zwei Wochen den Gips gegen einen Spezialschuh eintauschen und ganz langsam mit der Belastung des rechten Fußes und Krankengymnastik anfangen kann! Das wären zwei Wochen weniger Gips als eigentlich vorgesehen! Zwar muss ich die Unterarmgehstützen, vulgo Krücken, weiterhin benutzen. Aber ich bin nur noch halb so gehandicapped wie jetzt. Und sechs Wochen später kann ich mit Glück wieder einigermaßen normal laufen!

So, und jetzt brechen wir auf zu einem fulminanten chinesischen Essen. Das passende Outfit gibt es dann morgen früh!

Liebe Grüße

Fran

Freitag, 26. Februar 2016

Ringelshirt und gute Laune


Als ich gestern früh ins Krankenhaus zum Röntgen musste, hatte ich einen riesigen Kloß im Hals. Denn zwei Wochen nach dem Unfall musste festgestellt werden, ob sich der gebrochene Knochen noch in der richtigen Stellung befindet oder ob da was verrutscht ist. Dann hätte der Bruch doch noch operiert werden müssen - für mich wäre das eine Katastrophe gewesen. Krankenhäuser und Operationen machen mir Angst.

Zum Glück hat meine beste Freundin angeboten, mich zu fahren und Händchen zu halten. Und das hat sie hervorragend gemacht. Als die Ärztin mir sagte, dass der Bruch noch richtig steht, war ich schließlich überglücklich. Röntgenaufnahmen gibt es übrigens heutzutage auch nicht mehr in Bildform, sondern auf einer CD. Das war vor zehn Jahren irgendwie noch anders. Aber auch eine CD kann eine Siegestrophäe sein :-)


Die Patienten und Besucher des Krankenhauses haben sehr belustigt auf unsere kleine Foto-Session reagiert. Ich denke mal, so ganz häufig sieht man keine jubelnden ollen Weiber da. Obendrauf also noch ein kleines Freuentänzchen.


Zur Feier des Tages habe ich übrigens mein Ringelshirt aus dem Schrank gekramt. Und dazu eine - wie sollte es anders sein - Hose mit seeeehr weitem Bein. Weil ich ja nur eine kurze Strecke draußen zurückzulegen hatte und es außerdem NICHT geregnet hat, durfte die sogar weiß sein. Sie war es am Abend übrigens immer noch ;-) Noch ein Grund zum Strahlen.


Liebe Grüße
Fran


Ringelshirt: Armorlux
Hose: Zara
Schal: Codello
Tasche: Mango
Baustelle: Krankenhaus Winsen

Dienstag, 23. Februar 2016

Dann mach ich mir nen Schlitz ins Kleid...

... haaalt, nein. Ich bin über 50. Da mach ich mir keine Schlitze mehr ins Kleid. Zumindest dann nicht wenn ich auf die landläufige Meinung darüber höre, was Frauen in meinem Alter dürfen. Immer wieder witzig finde ich die Modestrecken in der Instyle, in der regelmäßig die neuen Trends für jedes Alter gestylt werden. Da gibt es das gleiche oder ein ähnliches Kleidungsstück für 20-, 30-, 40-, und 50-jährige kombiniert zu sehen. Inklusive passender Accessoires und weiser Worte von Redakteurinnen.

Die Kombinationen, die dort vorgestellt werden, finde ich manchmal wirklich gut. Allerdings in der Regel genau die, die für mein Alter nun wirklich nicht mehr in Frage kommen. Am liebsten sind mir oft die Outfits, die für Frauen in den 30ern empfohlen werden. So, wie die Instyle-Redaktion (die vermutlich über ein Durchschnittsalter von maximal 30 verfügt) sich eine Frau in den 50er vorstellt, so bin ich einfach nicht. Und so möchte ich auch gar nicht sein. Aber gucken wir doch einfach mal in die aktuelle Ausgabe.

Trend 1: Rock mit Schlitz
Mit 20 und 30 wird grozügig geschlitzt, aber ab 40 wird es knapp mit dem Schlitz im Rock. "Eine Strumpfhose nimmt dem Schlitz das Verführerische". Ah ja. Verführen ist als mit 39 zu Ende. Meine Damen, beeilen Sie sich! Wer bis dahin nix abgekriegt hat, für den ist der Ofen aus! Die über 50-jährigen sollten laut Expertenmeinung auf Modelle mit diagonalem Wrap zurückgreifen, denn die tragen keine hohen Schlitz mehr. Obenrum verhüllt ein Overzize-Pulli mit Rollkragen alles, und während man mit 40 wenigstens noch High Heels tragen durfte, sind jetzt flache Slingbacks angesagt. Als Ausgleich gibt es die teuerste Tasche der Doppelseite für die ältesten Leserinnen. Mist, ich bin zwar alt, aber die 2800 Euro fehlen mir gerade.
Ich habe übrigens im vergangenen Herbst immerhin ein bisschen was richtig gemacht. Ich trug Rollkragen zum geschlitzten Rock. Der Rest war natürlich daneben, vor allem der Schlitz.




Trend 2: Mod-Jacke
Ich wusste auch nicht, was eine Mod-Jacke ist. Bin zwar 1965 geboren, aber da waren die Mods schon im Niedergang begriffen. Was ich sehe, ist eine hüftlange, kastige Jacke. 20-jährige tragen dazu ein leichtes Sommerkleid mit Punkten aus Seide. Das könnte mir auch gefallen. 30er dürfen einen Minirock mit Knopfleiste anziehen. Auch hübsch. Mit 30 geht die Kurve stark in Richtung elegant und chic. Lederhose mit Schlag ist angesagt. Mit 50 ist scheinbar auch die Figur im Eimer, da wird von den Experten eine weite Hose empfohlen. Dazu gibt es Pantoletten. Sorry, der Trend wird an mir vorübergehen. Pantoffeln trage ich erst im Pflegeheim. Ich hätte viel lieber die spitzen Wildleder-Stiefeletten der 20-jährigen. Die sind zwar auch flach, aber echt cool.

Trend 3: Slip-Dress
Nun gut, bei meinen Ringerschultern sind Spaghettiträger eher suboptimal. Ich besitze trotzdem ein Slipdress - also ein weich fließendes Kleid mit ordentlich Ausschnitt und Spaghettiträgern - und zog bisher einfach ein Shirt oder einen Pulli darunter an. Damit ist jetzt wohl Schluss. "Drunterziehen ist was für jüngere Mädchen", sagen die Experten der Instyle. Ab 40 nämlich geht das Kleid nur noch, wenn man etwas darüber trägt. Zum Beispiel einen Kaschmir-Cardigan, der "mögliche Problemzonen im Po- und Hüftbereich verdeckt". Noch schlimmer wird das mit 50. Dann sollte "alles etwas angezogener sein". Über das Kleid gehört in diesem Alter laut Experten definitiv ein Mantel in Midilänge. Wenn ich draußen bin, sehe ich das ja noch ein.  Aber was macht Frau über 50, wenn sie geschlossene Räume betritt? Lässt sie den Mantel an? Immer?
Ich lande übrigens wieder auf der linken Seite bei den jungen Hühnern und dem Styling mit dem Shirt unterm Kleid und Boots an den Füßen beziehungsweise bei dem mit der Jeans unter dem Kleid und Sneakers dazu. Da darf ich aber gar nicht hingucken. Dafür bin ich viel zu alt. Mist. Mist. Mist.

Trend 4: Jeans-Culotte
Da kann ich meine Selbstwahrnehmung gleich mal wieder am lebenden Beispiel überprüfen. Und lande natürlich sofort im Abseits. Denn ich erfahre, dass die Kombi aus kastigem Pulli und weiter Culotte nur "was für junge und sehr schlanke Mädchen" ist. Abgebildet ist übrigens ein wunderschöner Pullover von Burberry Brit mit einem niedlichen Bobby auf der Brust. Bei diesem Pulli musste ich sofort an Tina denken. Die ist auch älter als 20, befürchte ich. Tina, du darfst sowas gar nicht mehr anziehen! Ich wende mich mal den 50ern zu. Tja, ich muss zur Culotte einen Wildledermantel tragen. Denn der akzentuiert durch den taillierten Schnitt zwar die Körpermitte, aber er tut das, ohne die Figur zu sehr zu betonen. Das lasse ich jetzt mal so stehen :-)



Natürlich ist mir klar, dass die Stylingvorschläge nicht wörtlich zu nehmen sind. Trotzdem finde ich das Bild, das in den Vorschlägen vermittelt wird, viel zu pauschal. Zusammengefasst haben Frauen über 40 und erst recht über 50 keine Figur mehr, sie sollten bitteschön niemanden mehr verführen und  vor allem eines sein: elegant. Nicht sportlich oder cool. Elegant. Und das mir. Wisst ihr was? Ich zeige Euch demnächst mal das Slip-Dress alters-ungerecht. Und ihr dürft dann sagen, ob sich das noch ziemt :-)

Liebe Grüße
Fran





Montag, 22. Februar 2016

Lederculottes an weißer Bluse



Wisst ihr, was richtig blöd ist, wenn man das Haus nicht verlassen kann und höchstens dreimal pro Tag zwischen Wohnzimmer und Küche pendelt? Dass man zu versumpfen droht. Im Prinzip könnte man den lieben langen Tag in Sweatshirtjacke und Jogginghose verbringen - die Jogginghose unten hübsch aufgetrennt, damit der Gips durch das Bein passt.

Aber ich möchte eigentlich weder meinen Töchtern noch meinem Mann als wandelndes Sofakissen begegnen und auch der Postbote hat durchaus einen netteren Anblick verdient. Also habe ich gleich in der vergangenen Woche mal eine Anprobe vor dem Kleiderschrank veranstaltet. Das Ergebnis: Immerhin passt der Gips durch einige Hosen. Und gottseidank habe ich im Laufe des vergangenen Jahres eine Leidenschaft für Culottes entwickelt, die mir jetzt sehr entgegen kommt. Kälte brauche ich dabei nicht zu befürchten, denn die Ausflüge an die frische Luft beschränken sich auf wenige Minuten. Dann heißt es wieder: Fuß hoch und Rechner auf. Das gute Stück rettet mir gerade echt das Leben. Ohne Mail und Web wäre ich wohl sehr aufgeschmissen. Und dank des grauen Kastens kann ich sogar ein bisschen arbeiten.



Die schwarze Lederculottes habe ich im vergangenen Jahr bei Zara entdeckt und auch wenn sie nicht gerade ein Schlankmacher ist - sie musste mit. Dazu gibt es eine weiße Bluse, die dank Erdölanteil absolut knitterfrei ist - bügeln ist nämlich im Moment nur unter absolut erschwerten Umständen möglich. Weil ich vom vielen Nichtstun manchmal fröstle, habe ich einen bequemen Cardigan übergeworfen, der gleichzeitig auch mal als Decke dienen kann. Das gute Stück habe ich in Barcelona in einer Zara-Filiale entdeckt, in der ich ganz zufällig landete ;-)


Wenn ich mal Abwechslung vom großen, weiten Internet brauche, liegt hier noch ein Stapel Zeitschriften, die der Weltbeste Ehemann besorgt hat. Der fährt sogar extra nochmal los, wenn ich dann endlich merke, dass es schon seit einer Woche eine neue Instyle gibt. Und auch wenn die gefühlt immer abgehobener wird - ich mag sie immer noch. Von Zeit zu Zeit mache ich mich dann auf zu neuen Abenteuern und mache mich auf den langen Weg in die Küche. Man will ja auch mal etwas Anderes sehen ;-)


Nach dem im Schnitt fünfminütigen Ausflug hopple ich dann zurück auf mein Sofa und bin zwar nicht die Spur erschöpft, aber hilft ja nix. Der Fuß muss wieder hochgelegt werden. Meine Beine dürft ihr nicht allzu genau ansehen. Die sind übersät von blauen Flecken. Nach dem Unfall habe ich gar nicht gemerkt, wie viele es sind. Aber jetzt weiß ich immerhin, warum ich mich tagelang fühlte wie frisch verprügelt. Genauso sieht es nämlich auch aus ;-)


Liebe Grüße
Fran



Culottes & Cardigan: Zara
Bluse: H&M
Gips: Johanniter-Krankenhaus Geesthacht

Sonntag, 21. Februar 2016

Und sonst so? KW 7

Tja, so richtig viel war in der vergangenen Woche nun nicht los. Mein Radius beschränkt sich auf 70 Quadratmeter im Erdgeschoss und, wenn ich die Mühe auf mich nehme und auf dem Hintern die Treppe hochrutsche, weitere 70 im Obergeschoss. Da ich das Chaos in den Teenie-Zimmern schon im Normalmodus nicht so erquickend finde, bleibe ich meist unten ;-) Meine Rollstuhl-Skills sind dafür inzwischen fast preisverdächtig. Drehen auf der Stelle? Pah, ein Klacks! Und auch auf Krücken bin ich inzwischen Profi. Habt ihr ja längst gesehen.


Dafür gibt es so ganz alltägliche Dinge, die plötzlich zum Problem werden. So etwa die Abwesenheit von Toilettenpapier. Hier leben Menschen, die weder Zeit noch Lust haben, bis in den Keller zu rennen, wenn sich das dem Ende zuneigt. Also wird ein ganz besonders ausgeklügelter Trick angewandt: Drei Blättchen bleiben immer auf der Rolle. Wer nicht genau hinsieht, fällt drauf rein. Unter anderem die olle Mutter. Was bisher höchstens ärgerlich war, treibt mich im Moment gern mal zur Verzweiflung und ich kriege das heulende Elend. Denn in den Keller komme ich einfach nicht. Aber bevor ihr jetzt mit den Übeltätern schimpft: Ich denke, die Botschaft ist inzwischen angekommen ;-)

Ansonsten ist meine Lieblingsfamilie einfach rührend. Da fährt der beste Mann der Welt extra nochmal los, um mir Kinderriegel oder eine Zeitschrift zu kaufen, die Töchter zaubern Schokoladenkuchen und gehen morgens um sechs mit dem Hund raus, ohne auch nur ansatzweise zu meckern . Ich werde vortrefflich unterhalten und geknuddelt und alle versuchen, mir das Leben so einfach wie möglich zu machen. Danke, Familie!

Ich fürchte nur, ich selbst bin das eine oder andere Mal wirklich ungenießbar. Von Tempo 180 ganz plötzlich auf Schneckentempo runtergeholt zu werden ist etwas, woran ich hart zu knabbern habe. Und weil ich nicht unbedingt der introvertierte Typ bin, knabbere ich durchaus auch mal laut. Aber meist geht es. Und in fünf Wochen, also ziemlich genau an Ostern, kommt der Gips hoffentlich weg. Er wird dann ersetzt durch einen echt stylischen Schuh, der für weitere sechs Wochen mein Bein zieren wird. Aber - und das ist die gute Nachricht - ich darf dann den rechten Fuß langsam wieder benutzen. Ihr glaubt nicht, wie sehr ich mich auf diesen Tag freue.



Freuen tu ich mich auch über Besuche, Blümchen und Anrufe von Freunden, Nachbarn und Kollegen. Die Hilfsbereitschaft ist schon fast zum Heulen. Ob Kinderfahrdienste, Besorgungen oder einfach nur eine Viertelstunde zum Klönen - ich hätte nie gedacht, dass alle so sehr an mich denken.




Weniger erbaulich fand ich ganz ehrlich der Spruch, den ich in der vergangenen Woche einige Male gehört habe: Boah, sechs Wochen auf dem Sofa? Toll, das hätte ich auch gern mal. Ach, tatsächlich? Ich habe die Nase voll. Denn sechs Wochen auf dem Sofa heißt auch sechs Wochen, in denen man sich einfach nur hilflos fühlt. Alles, was man überhaupt noch tun kann, und das ist verdammt wenig, dauert dreimal so lange wie sonst und ist schmerzhaft. Die Außenwelt beschränkt sich auf den Blick aus dem Fenster, den ihr oben seht. Und aus Rechner und Telefon. Der Fuß muss hoch liegen. Ausflüge sind höchstens mal zum Arzt drin. Wann ich wieder laufen kann, weiß kein Mensch. Und nein, ich mag inzwischen auch keine Geschichten mehr über gebrochene Sprunggelenke und die Spätfolgen hören.


Aber Jammern und Heulen hilft ja nix. Es bleibt, wie es ist. Also versuche ich die Zeit so gut gelaunt wie möglich zu überstehen und das Beste draus zu machen. Drückt mir die Daumen, dass der Bruch beim nächsten Röntgentermin Ende der Woche erste Tendenzen zum Heilen zeigt. Und vor allem, dass die Trümmer so zusammenwachsen wie sie sollen. Das wäre ne Party wert :-)

Liebe Größe
Fran





Freitag, 19. Februar 2016

In Leder auf Krücken




Tse, aus meiner tollen Überschrift wollte die Rechtschreibkorrektur gerade dringend "Loser auf Krücken" machen. Sollte mir das jetzt zu denken geben? Ok, in Sachen Hüpfen und Springen bin ich im Moment voll der Loser. Aber meine Posing-Skills mit den Unterarmgehstützen machen langsam Fortschritte. Immerhin schlägt man mit den Dingern jegliches Wohin-mit-den-Händen-Probleme tot.




Ich hatte Euch ja schon im Post am Montag angekündigt, dass es die blaue Wildleder-Culotte noch einmal gibt. Und hier ist sie schon. Diesmal nicht mit Stiefeln, sondern mit Sneakers. Absätze sind zur Zeit absolut tabu und werden es wohl noch eine Weile bleiben. Aber damit kann ich leben, denke ich. Immerhin kann ich die wunderbare Wildlederhose tragen, die ist nämlich weit genug, um über den Gips zu passen. Bequem ist sie allemal. Vermutlich werden mir in sechs Wochen aber die weiten Hosen zum Halse raushängen. Immerhin habe ich noch meine Kleider. Vorausgesetzt, ich kann das Rätsel lösen, wie ich eine Leggings verlustfrei über den Gips bekomme.



Zur Wildlederculotte gab es diesmal keine Blümchen, sondern meine geliebte hellblaue Lederjacke. Die geht auch an kühleren Tagen, bringt aber mit ihre Farbe auch ein bisschen Frühling mit. Keine Ahnung, ob sie die diesjährige Modefarbe trifft. Muss sie nicht, ich habe sie nämlich vor ungefähr einem Jahr gekauft, als "Serenity" noch kein Trend war. Und als echter Trendsetter *höhö* muss ich mich natürlich entsprechend in Pose werfen.



Habt ihr übrigens bemerkt, dass der Gips farbmäßig absolut ins Schema passt? Mal sehen, ob ich am Montag, wenn er neu umwickelt wird, rotes Tape ergattern kann.  Nur: Was trage ich dann dazu? Ich hätte noch eine schwarze Lederculotte, die ginge bestimmt. Am Mittwoch, als wir die Fotos gemacht haben, war es übrigens nicht nur sonnig, sondern auch warm genug, um am Nachmittag für fünf Minuten die Jacke auszuziehen.  Fand ich ziemlich toll :-)



So, nachdem das Laufen mit Krücken, wenn man den rechten Fuß keinesfalls benutzen darf, ganz schön anstrengend ist und meine Armmuskeln durchaus noch steigerungsfähig sind, geht es jetzt ganz schnell wieder aufs Sofa. Fuß hoch und chillen!



Liebe Grüße
Fran


Culotte & Jacke: Zara
Hemd: H&M
Schuhe: Adidas

Mittwoch, 17. Februar 2016

Einen Monat lang ein bisschen nachhaltiger

Das war der Gedanke, den ich rund um Weihnachten hatte. Lag vielleicht am vielen Essen, an den Dutzenden von Einkäufen für Weihnachtsgeschenke und Co, oder an ein paar Posts, die ich auf dem Blog von Rostrose und aus dem Bahnwärterhäuschen gelesen hatte? Ich weiß es nicht. Aber ich wollte ein paar Dinge ausprobieren. Dass die Welt nicht besser wird, wenn ich ein bisschen nachhaltiger lebe, ist mir klar. Aber vielleicht lohnt es sich ja zu gucken, was geht und was nicht. In kleinen Portionen.

Jeden Monat einfach etwas in Sachen mehr Nachhaltigkeit ausprobieren, das war die Idee. Mal schauen, was sich einen Monat lang durchhalten lässt und was nicht. Und die ganz großen Veränderungen sollen es auch nicht sein. Eher kleine Herausforderungen. Wenn ich die meistere, können sie nach Belieben ausgedehnt werden. Und wenn es schief geht, dann ist das eben so.



Da ich der letzte verbliebene Fleischfresser in einem vegetarischen Haushalt bin - Kind, groß, entschied sich mit knapp zehn Jahren, keine Tiere mehr zu essen, Kind, klein, folgte knapp ein Jahr später und der Gatte zog einfach mit - war die erste Herausforderung ganz schnell klar: Der Januar wird auch für mich fleischlos. Nach dem Tier-Overkill *welch hübsches Wortspiel* zu Weihnachten war das auch völlig problemlos. Ich habe in der letzten Woche des Jahres sowieso nur noch ganz wenig Fleisch gegessen. Das jetzt auch noch einzusparen war eigentlich ganz einfach. Da hier vorwiegend vegetarisch gekocht wurde und Fleisch nur eine zusätzliche Beilage für mich darstellte, war auch an dieser Front kein Problem zu sehen. Lediglich in Barcelona ohne Fleisch zu überleben war gar nicht so einfach, vor allem weil man da auf Schritt und Tritt an Schinkenbrötchen vorbeikommt. Und Schinkenbrötchen sind so etwas wie meine Achillesferse. Aber ich war tapfer.

Bis, ja bis wir am Abend nach dem Rückflug keine Lust hatten zu kochen und uns für Essen beim Chinesen entschieden. Völlig ohne nachzudenken habe ich da bestellt, was ich bei diesem Chinesen immer bestelle. Ente. Quak. Und erst als ich die Ente genüsslich futterte fiel mir plötzlich siedendheiß ein, dass ich ja eigentlich.... Naja, einen Ausrutscher darf ich mir erlauben, beschloss ich.

Und weil mir der Verzicht auf Fleisch nicht wirklich schwerfiel, gucke ich jetzt mal, ob ich das weiterhin durchziehe. Zumindest zuhause. Bin ich zum Essen eingeladen, esse ich weiterhin alles. Fehlen tut mir bislang nichts. Ganz im Gegenteil: Am Wochenende stehen hier mindestens drei Leute schwatzend und lachend in der Küche und probieren neue vegetarische Rezepte aus, lebhafte Diskussionen darüber, ob vegan nun das bessere vegetarisch ist, eingeschlossen. So weit will ich allerdings nicht gehen. Meinen Käse nimmt mir keiner!

Für den Februar gibt es dann eine neue Aufgabe. Und weil ich weiß, dass mir das garantiert ein wenig schwerer fällt als auf Fleisch zu verzichten habe ich mir vorgenommen, im Februar auf den Kauf von Kleidung und Schuhen zu verzichten. Sollte zu machen sein. Aber ich bin sicher, das tut mehr weh als der Januar, vor allem wenn sich in den Läden so langsam der Frühling breit macht und die Tatsache, dass ich im Moment sehr viel Zeit habe, Online-Shops zu beäugen, macht es auch nicht wirklich einfach. Wobei Schuhe nicht so das Problem sind. Ich kann auf absehbare Zeit sowieso nur einen davon tragen ;-)

Habt ihr so etwas schon mal versucht? Würdet ihr so etwas versuchen wollen? Oder tippt ihr Euch jetzt an die Stirn und erklärt mich für bescheuert?

Liebe Grüße
Fran



Montag, 15. Februar 2016

Wildleder-Culotte, Bomberjacke und Poncho



Ein Outfit mir voll funktionsfähiger Fran habe ich noch für Euch :-) Entstanden ist es am vorletzten Wochenende, als ich zum Afternoon Tea bei meiner Freundin war. Die hatte wie immer köstliche Sandwiches vorbereitet. Gurke, Lachs und Hühnchen *jamjam*, dazu Scones, Zitronenkuchen und Pralinen. Da fühlt man sich wie Gott in Frankreich, äh in England. Ich freue mich wie ein Schnitzel, dass wir im Mai, wenn ich hoffentlich wieder gehen kann, zusammen nach London fahren. Am liebsten trinken wir dort Tee in der Orangerie des Kensington Palace. Der Tee ist großartig, aber das Beste ist der Doppelgänger von Georg Michael, der dort als Kellner arbeitet. Der Mann strahlt eine Arroganz aus, das ist unglaublich. Ich mag ihn *grins*.

Und weil meine Freundin vor einigen Monaten auf die Idee für den Blog gekommen ist, musste sie jetzt auch einmal als Fotografin ran. Wir hatten allerdings so viel zu bequatschen, dass es schon dämmerte, als wir endlich Richtung Elbstrand zum Fotografieren aufgebrochen sind. Die Stimmung war toll, aber die Bilder leider etwas dunkel. Beschwerden bitte ans Universum :-)


Die Bomberjacke mit Blumenmuster hat sich Tochter, klein, im vergangenen Frühling in Barcelona gekauft. Es war zwar Liebe auf den ersten Blick, aber getragen hat sie sie nur ganz selten. Bomberjacken mit Blumenmuster sind bei 14-jährigen irgendwie - schwierig. Vor zwei Wochen habe ich dann die dunkelblaue Wildleder-Culotte ebenfalls in Barcelona gefunden. Die musste natürlich mit. Und zuhause habe ich festgestellt, dass sie wie gemacht ist für eine Kombination mit der Bomberjacke. Die habe ich also aus dem Tochterschrank stibitz, als die in der Schule war. Keine Sorge, dafür darf sie sich auch meine Klamotten ausleihen. Die sind gottlob zu 95 Prozent zu groß ;-)


So richtig gut erkennen kann man die Culotte auf den Fotos nicht. War halt ein bisschen dunkel. Aber der Farbton passt 100-prozentig zu meinen dunkelblauen Stiefeln, so dass ich sie auch im Winter problemlos tragen kann. Je dunkler es wurde, desto kälter wurde es auch, also kam einfach noch ein Poncho über die Bomberjacke und ich bereitete mich auf die große Pose "Ich fliege" vor. Leider war kein grandioser Schiffsbug zur Verfügung, sondern nur ein umgefallener Baum, aber der reichte auch. Also: Ich fliege!


Nagut, ich flog nicht. Leonardo und Kate aber auch nicht :-) Und auch ohne zu fliegen war es ein toller Tag. Die Culotte bekommt ihr demnächst nochmal live und in Farbe zu sehen, die passt nämlich prima über den Gips. Gestern früh habe ich alle Hosen aus dem Schrank gezerrt und erst einmal geguckt, welche ich jetzt überhaupt noch anziehen kann. Denn sechs Wochen lang aufgeschnittene Jogginghosen hätten mich zutiefst deprimiert. Dank meiner Vorliebe für Culottes und mit Hilfe ausgefeilter Abschneidetechnik bei Leggings wird es hier aber weitergehen. Ihr müsst Euch nur an die neuen Accessoires Krücke und Rollstuhl gewöhnen :-)

Liebe Grüße
Fran



Hose & Bomberjacke: Zara
Schal: Codello
Stiefel: Vintage-Vintage
Poncho: Meiner Freundin gemopst

Sonntag, 14. Februar 2016

Und sonst so? KW 6




Eigentlich, ja eigentlich fing die Woche prima an. Meine aller-allerbeste Freundin und ich hatten uns am Wochenende auf einen Termin für unseren nächsten London-Ausflug im Mai geeinigt und ich habe prompt die Flüge gebucht. Und weil ich dabei wohl irgendwie abwesend war, buchte ich aus Versehen einen Hinflug am Abend anstatt am Morgen. Da ich aus meinem Herzen ja nie eine Mördergrube mache, hüpfte ich also eine halbe Stunde lang fluchend wie ein Rumpelstilzchen durchs Haus und brüllte unaufhörlich "Sch******" ob soviel Doofheit. Als Tochter, groß kurz davon war, die Männer mit den weißen Jacken zu rufen, erinnerte sie mich gaaaaanz vorsichtig daran, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt, die nicht unbedingt in Rumbrüllen besteht und siehe da: RyanAir hat den Termin per Telefonhotline völlig problemlos umgebucht. Ich meine, es handelt sich hier um RyanAir. Die Pioniere der Billigflieger. Damit hätte ich im Leben nicht gerechnet. Die Dame am Telefon war umwerfend nett, hat das Ganze unbürokratisch geändert und wir fliegen am Morgen. Falls wir fliegen. Aber dazu später mehr.

Mit guten Nachrichten ging es weiter. Nachdem Tochter, klein in den letzten Monaten beim Trampolinspringen, das sie als Leistungssport betreibt, Probleme hatte, weil einige Sprünge einfach nicht mehr klappten - Pubertät lässt grüßen - scheint die Kurve wieder steil nach oben zu gehen. Versteht mich nicht falsch: Mir ist es Wurscht, ob das Kind Doppelsalti springt oder nicht. Aber sie endlich wieder nach dem Training so richtig glücklich zu sehen und sie vor Freunde im Kreis grinsen zu sehen, das war einfach toll.



Dritte gute Nachricht: Mein neues Handy ist da :-) Ich hätte nicht wirklich ein Neues gebraucht. Aber dann gab es da dieses nette Angebot und für die olle, kurzsichtige Frau ist so ein Handy in der Größe eines mittleren Backsteins gar nicht schlecht ;-) Da funktioniert auch das Tippen mit den Wurstfingern auf der Tastatur viel besser. Und siehe da: Ich (also ich, Fran) habe es fast ohne Hilfe geschafft, vom alten Handy ein Backup zu machen und es aufs neue wieder rauszubefördern. Ich, die ich nicht einmal in der Lage bin, den Fernseher aufgrund dieses ganzen Amazon Fire und Apple TV-Gedöns einzuschalten. Auf jeden Fall funktioniert das gute Stück und ich war höllestolz.




Tja, und dann brach die Gücksträhne ganz plötzlich ab. Eigentlich wollte ich nur kurz in die Kreisstadt, um Kind, klein, von der Schule abzuholen, Kind, groß, beim Friseur abzusetzen und noch ein paar Kleinigkeiten im Drogeriemarkt zu besorgen. Ich unterhalte mich nichtsahnend mit Kind, groß, das auf dem Beifahrersitz saß, über das Auto, das am Vortag von der Straße abgekommen war und im Entwässerungsgraben landete und darüber, dass die Leute auf der kurvenreichen Straße viel zu oft viel zu schnell unterwegs sind. Und da kommt mir dieses blaue Auto entgegen und fängt plötzlich am Ausgang einer Kurve an zu schleudern. Es dreht sich, schleudert weiter und direkt vor mein Auto. Ich habe noch versucht auszuweichen, aber leider schleuderte dieses blöde Auto direkt in meine Ausweich-Richtung. Ich höre noch Kind, groß, panisch schreien, dann knallt es. Wenn man mit knapp 70 ungebremst in ein anderes Auto knallt, ist das ziemlich laut. Und ziemlich folgenreich. Gottseidank haben die Airbags ausgelöst. Und natürlich waren wir beide angeschnallt. Sonst wäre hier wohl Ende des Blogs.



Ergebnis: Kind, groß, gottseidank keine Brüche, sondern Prellungen und Abschürfungen überall. Und panische Angst vorm Autofahren. Ich rechtes Sprunggelenk gleich dreimal gebrochen. Auto Totalschaden. Dem Verursacher ist lustigerweise wohl nix passiert. Danke auch.
Ich bin endlich mal in einem Krankenwagen mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs gewesen, durfte endlich mal eine Computertomographie machen und weiß jetzt, dass die Rettungssanitäter einem Unfallopfer ohne zu fragen die Klamotten vom Leib schneiden, weil man sich mit Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung nicht bewegen darf. Die machen auch vor wunderschönen Latzhosen nicht Halt. Um die zerschnittenen Klamotten von irgendeiner Versicherung ersetzt zu bekommen, braucht man übrigens die Überreste. Die sind in der Notaufnahme in die Tonne geflogen. Sollte ich also jetzt den Krankenhausmüll durchsuchen?



Nun denn. Voraussichtlich sechs Wochen lang darf ich den Fuß absolut überhaupt auf gar keinen Fall belasten. OP findet nicht statt, weil Knochentrümmer viel zu klein. Ich humple also auf Unterarmgehstützen *tolles Wort* kurze Strecken, weil ich alles andere nicht darf. Den Rest der Zeit sitze ich auf dem Sofa, Fuß hoch. Sechs Wochen lang. SECHS! Versucht mal auf dem linken  Bein hüpfend irgendwas zu tun. Nicht lustig. Selbst duschen wird zur Tortur. Anschließend darf ich anfangen, den Fuß ganz vorsichtig zu belasten. Autofahren ist voraussichtlich in drei Monaten angesagt. Klasse. Ich wohne in einem Dorf. Der nächste Supermarkt ist sieben Kilometer weit entfernt. Hier gibt es außer Deich, Kühen und Wiesen nichts.

Ihr seht, ich bin etwas ungnädig zur Zeit. Dabei habe ich doch jetzt Zeit, alle Bücher der Welt zu lesen, Gelegenheit, mich in Gelassenheit gegenüber allem und jedem zu üben und zu meditieren, bis der Arzt kommt. Warum will ich eigentlich immer das, was ich nicht haben kann?

Liebe Grüße
Fran



Dienstag, 9. Februar 2016

Bitterkalt - ü 30 Blogger & Friends



Ok, dass wir von Minusgraden zumindest in Norddeutschland im Moment weit entfernt sind, konnte bei der Planung der Aktion ja niemand ahnen :-) Aber wer weiß schon, was der Winter noch im Köcher hat. Denn vorbei ist er erst im März. Und falls es noch einmal so richtig knack-kalt wird, haben die Ü30-Blogger & Friends sich überlegt, ein paar modische Hilfestellungen zum Thema "Bitterkalt" zu geben. Alle anderen Beiträge der Bitterkalt-Woche findet ihr am Ende dieses Posts. Klickt Euch durch! Es gibt viel zu entdecken!

Natürlich hilft es auch, den Kamin anzufeuern und das Haus bei allem unter minus fünf Grad einfach nicht zu verlassen. Da der Hund keinen Winterschlaf hält, ist das für mich leider keine Option. Außerdem mag ich zugefrorene Seen und verschneite Wege. Also rein optisch.


Erst wenn das Thermometer ganz nach unten rutscht, darf er raus, mein Lammfellmantel. Der eine oder andere wird jetzt missbilligend die Augenbraue heben. Lammfell - geht gar nicht. Zur Beruhigung: Den Mantel habe ich von meiner Mutter geerbt, die vor einigen Jahren gestorben ist. Er mag ein wenig zu groß sein und nicht unbedingt zu meinen Stil passen, aber ich hänge sehr an ihm. Und wenn es richtig kalt ist, gibt es nichts Besseres als diesen Mantel, um mich warm zu halten.


Ansonsten gilt bei Temperaturen unter minus fünf Grad: Wolle wärmt und Schichten wärmt noch mehr. Deshalb kommt mein Kaschmir-Pullover-Monster ebenso an die Frau wie die Wollsocken. Unter dem Kaschmirpullover, der glücklicherweise einen Rollkragen besitzt, kommt ein Langarmshirt aus Baumwolle. Draußen wärmt die Luftschicht zwischen den Lagen und wenn es drinnen zu warm wird, darf der Pullover weichen und man ist immer noch angezogen. 



Lederhosen sind neben Jeans zwar meine bevorzugte Wahl in Sachen Beinbekleidung. Aber wenn es richtig kalt ist, reicht eine Lederhose nicht aus. Sie hält zwar Wind ab - und hier am Deich weht der ständig, bevorzugt eiskalt aus Osten - aber warm im eigentlichen Sinne ist sie nicht. Also kommt unter die Lederhose eine Thermoleggings. Leggings deshalb, weil meine Füße mit Strumpfhosen im ständigen Zwist stehen. Alternativ wäre auch eine Woll-Leggings eine gute Wahl. Die muss dann aber völlig un-kratzig sein. Andernfalls werde ich wahnsinnig.



Für warme Füße sorgt Trick 17: Ein Paar gut sitzende Baumwollsocken als erste Schicht. Darüber dicke Socken aus 100 Prozent Wolle. Ob Schurwolle oder Kaschmir, das darf jeder selbst entscheiden. Kaschmirsocken von Falke kann ich aber definitiv empfehlen. Wer die dann allerdings ohne Bescheid zu geben in den familiären Wäschesammler wirft, läuft Gefahr, von Mutter W. angemault zu werden, wenn die Dinger in Kindergröße nach der Wäsche wieder auftauchen. Vorsicht also! Über die Wollsocken dann wahlweise Uggs oder ähnliches. Ich habe auf meine wunderbaren Wildling-Boots zurückgegriffen.



Schal und Handschuhe verstehen sich von selbst. Dank des Rollkragens reicht mir mein Spitzenschal aus Baumwolle. Der wärmt nicht wirklich, aber für Wärme sind Kaschmir und Fell verantwortlich. Der Schal soll nur schön sein. Bei Handschuhen schwöre ich auf Lederhandschuhe mit Woll-Innenleben. Wenn ich zusätzlich Jacken- oder Manteltaschen habe, in die die Hände dürfen, habe ich eigentlich nie ein Problem mit kalten Händen. Der Schal ist lang genug, um ihn bei Bedarf auch um die Ohren zu wickeln. Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Mütze. Aber Mützen mag ich nicht. Ich mag das Gefühl nicht, dass irgendetwas meinen Kopf einengt. Und aus unerfindlichen Gründen sehe ich mit jeder Mütze doof aus. Also keine Mütze.

Liebe Kinder, nicht nachmachen. Ihr müsst Mützen tragen, wenn Eurer Mutter kalt ist :-) Wenn ihr mal alt seid, dürft ihr Euch rächen. So funktioniert die Welt!


Zum Schluss noch eine Geschichte zum Thema Fran und Heizung gefällig? Nach dem Studium, im ersten Job, wohnte ich in Essen. In einer Bergarbeitersiedlung. Wie es sich gehört, heizte man da mit Kohle. Also Ofen im Keller, Kohle rein und Feuer machen. Das konnte ich auch ganz gut. So gut, dass eines schönen Winterabends, ich hatte noch eine Runde durch den Keller gedreht, großzügig Kohle für die Nacht nachgelegt und es mir im Bett gemütlich gemacht, das Wasser in den Heizungsrohren, die dummerweise direkt über meinem Bett an der Decke verliefen *Altbau-Zechenhaus* zu brodeln begann. Die Rohre waren alt. Ziemlich alt. Und Wasser dehnt sich bekanntlich aus, wenn es heiß ist.

Klein-Fran hockt also in ihrem Bett und fragt sich, was jetzt kommt. Werden dir Rohre bersten? Wird sie im Schlaf von kochendem Wasser verbrüht? Wird ein plastischer Chirurg die zu erwartenden Transplantationen zu ihrer Zufriedenheit ausführen? Wird sie derart entstellt jemals einen Mann fürs Leben finden? Eine Viertelstunde lang dachte sie nach. Ok, sie hätte sich ja auch ins Wohnzimmer bewegen können, werdet ihr jetzt denken. Ging nicht. Es handelte sich um eine Einzimmerwohnung im Erdgeschoss des besagten Zechenhäuschens.

Bevor sie als entstelltes Verbrühungsopfer endet, zieht Fran sich also wieder an und rennt einmal draußen ums Haus herum in den Keller, wo der Kohleofen steht. Das Feuer brennt fröhlich vor sich hin. Wie kriegt man das jetzt in den Griff? Fran ist mit einer Zentralheizung aufgewachsen. Sie hat keinen blassen Schimmer von Lüftungsklappen und ähnlichem Gedöns. Aber neben dem Ofen, da steht ein Eimer. Mit Wasser. In dem Wasser hat, das weiß Fran zu dieser Zeit leider noch nicht, der Mieter der oberen Wohnung seine Socken eingeweicht.

Euch schwant Böses? Zu Recht. Fran öffnet die Ofenklappe, nimmt den Wassereimer und befördert den Inhalt mit Schwung in den Ofen. Samt der Socken. Liebe Kinder, hier sei nochmal gesagt: Nicht nachmachen. Nie. Never.

Wie gut, dass Fran sich, noch während sie das Wasser mit Schwung in den Ofen beförderte, rückwärts bewegt hatte und Schutz hinter einem Mauervorsprung gesucht hatte. Denn das Wasser kommt selbstredend in Form von Wasserdampf wieder raus aus dem Ofen. Und Wasserdampf kann verflixt heiß sein. So heiß, dass es spielend für eine Verbrennung reicht. Ok, in diesem Fall war nur der gesamte Kellerraum schwarz verfärbt. Ja, und die Socken. Die waren tot. Aber immerhin war das Feuer aus und Fran konnte beruhigt schlafen gehen.

Liebe Grüße
Fran