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Posts

Ein halbes Jahr elektrisch

OK, streng genommen könnte ich mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren. Aber so richtig kann ich mich für den ÖPNV nicht begeistern, wenn ich ehrlich bin. In Zeiten von Corona schon gar nicht. Und die Aussicht, nach einem Abendtermin im Winter am eiskalten Bahnhof auf einen verspäteten Zug zu warten ist auch nichts, was mich lockt. Also fahre ich mit dem Auto ins Büro. Anfang 2020 habe ich mein altes Gefährt gegen ein Hybrid-Auto getauscht und fahre halb-elektrisch. Dann musste im Sommer ein Ersatz für den Twingo von Kind, klein her. Denn die studiert zwar in Hamburg, aber die meisten ihrer Freunde wohnen in der Pampa. Und um die zu besuchen braucht man ein Auto - außer, man möchte auf den Bus warten, der ungefähr einmal im Jahr fährt. Außer an Wochenenden oder in den Schulferien. Verlässlich fährt der Bus, wenn dienstags Vollmond ist und eine Sturmflut angekündigt wurde. ÖPNV auf dem Land halt. Weil halb-elektrisch zu fahren ziemlich witzig ist, aber eben nur halb, fiel die Entscheidung a...

Schicht für Schicht im Kampf gegen den Heizungssaboteur

Spätestens in dieser Woche hat uns wohl alle der Alltag wieder. Die allermeisten Weihnachtsbäume sind aus den Wohnzimmern verschwunden, die vielen Tagestouristen aus Harz und Sauerland hoffentlich auch. Und der Lockdown geht noch ein paar Wochen weiter. Außerdem erfreut sich der Januar, ähnlich wie der November, bei vielen Menschen nicht unbedingt größter Beliebtheit. Wir haben also die Wahl zwischen „Januar ist ja noch blöder als sonst“ und „Mir doch egal, ich bleibe eh unter der Bettdecke“. Ich finde den Januar eigentlich ganz nett. Ein neues Jahr hat begonnen, die Steuererklärung ist noch ganz weit weg, falls es hier im Norden tatsächlich mal so einen richtigen Winter mit diesem weißen Zeug gibt, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das im Januar passiert und am Ende des Monats ist es bis 17 Uhr hell. Was will man mehr? OK,  ehrlich gesagt gäbe es da einige Punkte. Wegen mir könnte jetzt sofort der Frühling ausbrechen, der Lockdown könnte wieder aufgehoben werden und ic...

Und sonst so? Von entspanntem Urlaub bis Fassungslosigkeit

Ich habe so regelmäßig wie lange nicht in den letzten Wochen gebloggt. Warum? Weil ich es kann :-) Ich hatte dank Weihnachtsurlaub - und der ist wirklich selten. Normalerweise gibt es zwischen Weihnachten und Neujahr keinen Urlaub. Außer für diejenigen, die eigentlich geplant hatten, zu einem Kongress zu fahren, der natürlich nicht beziehungsweise nur online stattfand. Das ist toll, denn im nächsten Jahr darf ich dann wieder zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten und der Kongress wird vermutlich stattfinden. Wie auch immer, ich hatte durch den Lockdown plötzlich Zeit ohne Ende. Blogposts schreiben statt Stadtbummel, Blogposts schreiben statt Treffen mit Freunden, Blogposts schreiben statt lustiger Abende in irgendwelchen Bars. Und weil ich nicht ohnehin den ganzen Tag von Berufs wegen schreiben musste, machte mir das entspannte Bloggen riesigen Spaß :-) Etwa so viel Spaß wie die eher ungewöhnliche Silvesterparty meines Lebens. Meine allerliebsten Tochterkinder haben die letzten...

Meine Schmuddelecken und ich

Fast genau 13 Monate lebe ich jetzt hier, und ich liebe es jeden Tag. Nicht nur, weil ich Dorf gegen Großstadt getauscht habe und ich gleich drei Supermärkte habe, die ich zu Fuß innerhalb von fünf Minuten erreiche. Nicht nur, weil ich drei Minuten gehe, in die S-Bahn steige und in 10 Minuten in der Hamburger City bin. Und nicht nur, weil es hier trotz allem wunderbar ruhig ist und ich Wasser und Natur ohne Ende vor der Nase habe. Sondern auch, weil es hier einfach keine „Schmuddelecken“ gibt. Ihr wisst schon, diese Schubladen/Schränke/ganze Räume, in denen sich Dinge verstecken, von denen man gar nicht so genau weiß, dass sie da sind und wozu man sie braucht. Da, wo diese Dinge lagern, die man ja eventuell noch braucht… Ein großes Einfamiienhaus hat viel Platz für solche Ecken. Ich sag nur: Keller UND Dachboden. Und beide waren gut gefüllt. Das ist vermutlich so, wenn man 20 Jahre lang mit ganz viel Platz für Dinge lebt, die man eventuell noch mal benutzen wird. Ein Babybett, eine ...

Ist Peter Pan peinlich?

Als ich kürzlich den Post von Sunny mit dem Peter-Pan-Kragen sah, war es um mich geschehen. Eine Bluse mit einem solchen Kragen habe ich vor langer, langer Zeit getragen und sehr geliebt. Ich glaube, ich war 16. Oder 17. Also vor fast 40 Jahren *schluck*. Blusen mit so üppigen Kragenvarianten tauchten in den letzten Monaten durchaus öfter in den sozialen Medien und auf Blogs auf, allerdings ausschießlich dort, wo die Protagonisten das letzte Auftauchen dieses Trends ganz sicher nicht mitgenommen hatten. Da lagen die nämlich noch als Quark im Schaufenster ;-) Ich hatte mich - und das ist wohl eine Premiere auf diesem Blog - tatsächlich schon gefragt, ob ich einen solchen Kragen mit 55 genauso lieben würde wie 40 Jahre zuvor. Oder ob es einfach nur peinlich wäre, plötzlich mit so einem Kragen durchs Leben zu hüpfen. Ich habe mich in den letzten zehn Jahren nicht ein einziges Mal gefragt, ob Lederhosen noch altersgerecht sind, ob ich noch Miniröcke oder Shorts tragen kann oder ob Leo mi...

Dinge, die ich nicht verstehe: Von Spielen, Bett-Gewohnheiten und schönen Tischen

Lang ist es her, dass es hier zum letzten Mal einen Text über Dinge gab, die ich nicht verstehe. Das bedeutet nun aber nicht, dass ich unter die großen Welt-Versteher gegangen bin. In den letzten Tagen habe ich wieder mal ganz deutlich gemerkt, dass es durchaus Dinge gibt, die sich meinem Verständnis entziehen… Exit-Spiele Wer hat diese Exit-Spiele erfunden und warum wurde der Verantwortliche dafür nicht zur Rechenschaft gezogen? Ich mag Gesellschaftsspiele. Wirklich. Naja, Monopoly nicht so. Aber mit Carcassonne oder Mensch ärgere dich nicht oder Scrabble kann ich einen wunderbaren Abend verbringen. Aber Exit-Spiele? Och nö. Kennt ihr die? Diese Spiele sind wohl den Rätseln nachempfunden, die man in einem Escape-Room vorfindet. Sagt man. Ich war bisher in keinem Escape-Room. Punkt 1: Ein Exit-Spiel kann man nur einmal spielen. Danach ist das Spielmaterial bemalt, zerschnibbelt und wertlos. Abgesehen davon wäre es wohl auch strunzlangweilig, die gleichen Rätsel zweimal zu lösen. A...

Ein Ausblick auf 2021

So, 2020 ist Geschichte. Ich bin in sehr lustiger Runde und mit vielen Wunderkerzen in das neue Jahr gerutscht, habe extrem lecker gegessen und bin irgendwann Gin-Punsch-beseelt ins Bett gefallen. Und jetzt ist es da, das neue Jahr. Von ganz vielen Menschen sehnsüchtig herbeigesehnt, weil 2021 all das besser machen soll, was 2020 falsch gemacht hat. Nun ja, dass das zumindest in der ersten Jahreshälfte nix wird, muss ich euch wohl nicht erzählen. Abgesehen davon kann das arme neue Jahr ja nun gar nix für das, was das alte Jahr so falsch gemacht hat. Aber jede Menge Hoffnung auf etwas mehr Normalität darf durchaus sein, auch wenn die wohl erst im Herbst so richtig eintritt, wenn nämlich so viele Menschen geimpft sind, dass das böse Virus uns nicht mehr viel anhaben kann. Für mich persönlich wird es in den ersten Monaten vor allem beruflich sehr spannend. Der Verlag, für den ich arbeite, ist 2020 in eine ziemliche Schieflage gerutscht. Das geht vielen Zeitungen so, auch wenn der durch...