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Mit Verspätung: Schichten, was das Zeug hält



Ok, ich muss wieder einmal eine Verspätung melden. Eigentlich sollte dieser Post am vergangenen Sonntag online gehen. Das Leben kam dazwischen :-) Aber nun ist er da. Und eigentlich ist das sogar sehr praktisch, denn der nächste Post kommt vermutlich frühestens am Dienstag. Ich sitze nämlich quasi schon im Zug nach Rotterdam. Womit wir hoffentlich nicht wieder beim Thema Verspätung sind... aber davon demnächst - hopefully not.


Eine typische Spätsommer- oder Frühherbst-Woche: Morgens 10 Grad, nachmittags 22 Grad und abends 12 Grad. Und an den meisten Tagen habe zumindest ich keine Chance, mich zweimal am Tag umzuziehen, weil ich von morgens bis abends unterwegs bin. Aber ganz langsam kriege ich es hin, weder zu schwitzen noch zu frieren. Schichten ist also angesagt.


Sonntag 



Nach dem gestrigen Putz-Marathon ist heute Entspannung angesagt. Naja, und die Wäsche. Macht aber nix, denn draußen regnet und stürmt es. Also morgens ab zum Schwimmen. Dafür muss ich am Wochenende nichtmal vor dem Wachwerden aufstehen, denn am Wochenende öffnet die Schwimmhalle erst um acht. Den Weg mache ich dann allerdings in Jogginghose und Sweater, denn im Gegensatz zu den Wochentagen darf ich anschließend wieder nach Hause fahren, frühstücken und erst dann ist ein Outfit dran. Richtig viel stand bis auf eine kurze Verabredung nicht auf dem Zettel, also habe ich mich in eine braune Hose, die neuen Loafer, ein weißes Hemd und meine napoleonische Jacke geworfen, braune Tasche dazu und fertig war das Outfit für den Kaffeebesuch. Und immerhin wurde es noch so warm, dass meine Füße ganz ohne Socken nicht eingefroren sind. Für den anschließenden Spaziergang habe ich dann allerdings zu Sneakers gewechselt, denn für fünf Kilometer durch den Wald sind die Loafer dann doch nicht gemacht…



Montag





Heute startet der Tag wieder wie gewohnt um sechs, wenn ich das Haus verlasse. Und das Thermometer zeigt gerade mal zehn Grad. Brrrrrr. Also muss wieder der Napoleon her, diesmal allerdings kombiniert mit Jeans. Und weil es entgegen der Vorhersage meiner Wetter-App keineswegs am Vormittag 20 Grad warm wurde, sondern fröhlich vor sich nieselte und windete, begleitete mich die Jacke auch im Büro am Vormittag. Erst am Nachmittag für Arbeitstag Teil 2 durfte sie dann zuhause bleiben und das T-Shirt reichte für den Rest des Tages aus.



Dienstag






Heute muss alles durchgeplant werden, denn ich bin von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends unterwegs und morgens sind gerade mal acht Grad. Ich denke mit Grausen an den Winter, wenn ich vor dem Losfahren auch noch das Auto freikratzen muss… Aber immerhin habe ich im Frühjahr in eine heizbare Frontscheibe investiert - naja, genau genommen hat die Versicherung investiert - und wenigstens die bleibt mir dann erspart.

Nur eine Jacke reicht mir heute nicht, also werden Napoleon und die Hose vom Sonntag mit einer Kaschmir-Strickjacke ergänzt. Das war eine weise Entscheidung, denn im Büro hat jemand das Fenster über Nacht offen gelassen und ich bibbere erstmal ein wenig. Auch die Wollsocken in den Loafers erweisen sich als absoluter Glücksgriff. Im Laufe des Tages kommt dann erstmal der Napoleon weg und am Nachmittag dann auch der Cardigan. Zusammen mit meiner Freundin statten wird unserem Lieblings-Biergarten direkt an der Elbe einen letzten Besuch für dieses ab und ich genieße im Kurzarm-Hemd die Sonne und eine Currywurst mit Pommes - die ist da quasi Pflicht. Gesund gibt es gleich morgen wieder.

Abends überlegen wir kurz, doch den Ofen anzuwerfen, denn wenn die Sonne verschwindet, ist es ganz schön kalt. Aber dann entscheiden wir, doch lieber noch zum Sport zu gehen und irgendwann bin ich dann auch wieder zuhause: Wieder mit Cardigan und Jacke.



Mittwoch




Nachdem es gestern so spät wurde, schwänze ich heute das Schwimmen und werfe mich stattdessen aufs Laufband, bevor es ins Büro geht. Und finde zum dröfzigsten Mal raus, dass es irgendwie egal ist, ob ich morgens zum Schwimmen fahre oder eine Stunde laufe und dann zuhause dusche. Also fast egal, denn wenn ich „nur“ zuhause sportle, bleibe ich gerne mal länger im Bett liegen und sitze letztendlich später am Schreibtisch als wenn ich zum Schwimmen gefahren wäre.

Weil sich die Sache mit dem Cardigan gestern bewährt hat, wiederhole ich sie heute. Diesmal in der Kombi Jeans mit Grau. Funktioniert wieder hervorragend. Nur gehen mir langsam die weißen Kurzarm-Blusen aus. Also wird nachmittags eine Bügel-Session eingelegt, bevor ich abends zu einer Essenseinladung entschwinde. Also wieder spät zuhause, aber ich schwöre, ich gehe morgen trotzdem schwimmen!



Donnerstag






Die Sache mit dem Schwur hat nicht funktioniert. Keine Ahnung, wie es passieren konnte, aber mein Wecker klingelte erst um sieben. Fragt mich nicht, wer den gestellt hat. Es muss mein müdes Alter-Ego gewesen sein. Immerhin bin ich in Rekordzeit aus dem Bett gehüpft. Aber Sport jeder Art fällt heute früh flach.

Auch die Sache mit dem Outfit muss schnell gehen. Und weil mir beim Blick auf den blauen Himmel nicht nach Herbstfarben ist, greife ich zur Jeans und zum weißen Hemd. Darüber der hellblaue Pullover und fertig ist das Outfit. Im Laufe des Tages wandert der Pullover erst einmal auf die Schulter und dann in die Tasche. Und abends das Ganze in umgekehrter Reihenfolge. Allerdings erst, nachdem ich mit einer Freundin einen Ikea-Küchenwagen aufgebaut habe. Dabei kamen wir nämlich beide ganz schön ins Schwitzen. Aber ich bin ja inzwischen Ikea-Aufbau-Profi (naja, also bei allem, was keine Schublade ist) und das Ding steht nach zwei Stunden.

Als Belohnung gab es ein nordeutsches Traditionsgericht: Birnen, Bohnen und Speck. Hatte ich tatsächlich noch nie gegegessen. Und unter uns: Was die Birnen darin zu suchen haben, ist mir nicht wirklich klar. Aber man kann sie wunderbar weglassen ;-)



Freitag





Homeoffice und heute darf es dann endlich auch mal der Schluffi-Look sein, denn es steht keine einzige Videokonferenz auf dem Programm. Also die beige Wohnhose und ein T-Shirt. Kein Pullover, weil ich mich allerhöchstens mal auf die Terrasse verirre. Dafür ist es arbeitstechnisch ein Freitag der nervigen Sorte. So knapp vor dem Wochenende fällt allen noch irgendetwas ein, was gaaaaaaanz dringend geklärt werden muss und der automatische Ticketversand für die Veranstaltung, die ich gemeinsam mit meinen Kolleg:innen gerade plane, scheint auch nicht reibungslos zu funktionieren. In den Tiefen von Datenbanken und Eventsoftware suchen wir also nach verloren gegangenen Tickets, managen Wartelisten, die trotz Anmeldestopp auf mysteriöse Weise immer länger werden und zum Schluss gibt es dann noch einige Menschen, die nicht in der Lage sind, einen Text auch bis zum Ende zu lesen. Aber am Ende wird alles gut :-) Und in meinem Schluffi-Outfit komme ich immerhin nicht ins Schwitzen.

Nachmittags allerdings brauche ich dringend noch eine Tüte Frischluft. Also ab in den Wald und erstmal ein paar Kilometer lang den Kopf freibekommen. Und auch wenn ich dachte, ich brauche sie nicht, war ich dann doch früh, die Jacke mitgenommen zu haben. Da, wo keine Sonne hinscheint, ist es nämlich durchaus schon herbstkühl.



Samstag



Eigentlich wollte ich das Haus heute gar nicht verlassen, sondern einfach nur vor mich hintüddeln, lesen und stricken. Bis mir auffiel, dass das Geburtstagsgeschenk für Kind, groß, noch nicht komplett ist und außerdem mein Shampoo sich dem Ende neigt. Also raus aus dem Schluffi-Look und rein in die Jeans. Viel nachdenken mag ich allerdings nicht. Deshalb gibt es zur Jeans einfach nur ein weißes Hemd und eine Trench-Jacke drüber - der Napoleon wäre viel zu warm gewesen. Aber so ganz ohne Jacke war halt auch doof, weil ich entschlossen war, den Weg bis ins Zentrum des Stadtteils zu Fuß zurückzulegen. Hab ich auch gemacht, mich dabei wieder mal wunderbar verlaufen (hüstel, das ist echt peinlich, ich wohne doch schon fast ein Jahr hier). Sowas kommt von sowas, wenn man auf dem Weg zu spannende Podcasts hört…

Immerhin wurde ich sehr schnell fündig, habe allerdings nicht wirklich darüber nachgedacht, dass ich in der nächsten Woche per Zug nach Rotterdam fahre. Nun ja, ob es nun wirklich schlau ist, dem Kinde eine Ladung Weingläser zu schenken oder ob nur Scherben ankommen, erfahrt ihr dann in der kommenden Woche…


So, das war sie wieder mal, die Woche in Outfits. Schauen Sie auch in der kommenden Woche gern vorbei, wenn die Temperaturschwankungen die Autorin dieser Zeilen in den Wahnsinn treiben :-)


Liebe Grüße

Fran

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