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Zwischen skurril und witzig: Von Glatteis, Bratwurst und völliger Unfähigkeit ;-)



Wusstet ihr schon, dass es typisch deutsch ist, Sauerkraut auf Bratwürste zu häufen? Oder dass gluten- und laktosefrei gepaar mit vegan gar nicht unbedingt gesund sein muss? Oder dass auf mich in Momenten, in denen es wirklich drauf ankommt, absolut kein Verlass ist? Wie jetzt, das habt ihr nicht gewusst? Dann kommt mal kurz mit nach London. Da sind uns nämlich diverse skurril-witzige Dinge begegnet, die dringend der Kommentierung bedürfen.



Da wäre zum Beispiel diese wirklich nette Eisbahn am Tower. Gut, es gibt auch eine am Somerset House und die hat sogar einen riesigen Weihnachtsbaum. Aber wer wollte nicht schon immer mal im Graben vor dem Tower bei Sonnenuntergang Schlittschuhlaufen? Meine ehemalige Kollegin und ich teilten diesen Wunsch definitiv mit vielen Londonern. Mit dem Unterschied, dass der gemeine Londoner scheinbar absolut nicht Schlittschuh laufen kann. Ich weiß nicht, wie das bei Euch ist, aber ich kannte bis dahin niemanden, der das nicht kann. Bis ich in London lief. Ich hatte mindestens zehn Jahre nicht auf dem Eis gestanden, aber das war egal, das verlernt man nicht. Während also die Menge um uns herum sich krampfhaft an der Bande festhielt, ihre Beine nicht mehr unter Kontrolle hatte oder gleich auf allen Vieren landete, zogen wir unsere Runden und amüsierten uns prächtig. Denn trotz Menschenmassen hatte man Platz - die anderen klammerten sich ja gerade irgendwo an der Bande fest. So viele bewundernde Blicke haben wir vermutlich im Rest unseres Lebens noch nie innerhalb einer Stunde geerntet. Wer also einen Push fürs Selbstbewusstsein benötigt: Eislaufen in London ist eine super Therapie, vorausgesetzt, man kommt aus eigenen Antrieb mehr als 30 Zentimeter weit ;-)


Dann waren da diese netten, kleinen Bäckerein in der Brick Lane. Total hip, total vegan und total gesund. Wobei: Warum man Gluten, Ei und Milch aus Kuchen verbannt, aber kiloweise Farbstoff reinkippt, erschließt sich mir nicht ganz. Ich habe vorsichtshalber auch nicht probiert. Aber irgendwie sah er hübsch aus, der Kuchen :-)





Ja, und dann war da noch das Winter Wonderland. Der Weihnachtsmarkt im Hyde Park, so richtig typisch deutsch. Ein romantischer Weihnachtsmarkt, wie aus dem Bilderbuch. Der war auch Anfang Januar noch geöffnet, weil er ja schließlich Winter Wonderland heißt und nicht Christmas Wonderland. Immerhin gab es am Anfang ungefähr fünf Buden mit nicht gerade schönem Weihnachtsbaumschmuck und ganz schrecklichem Modeschmuck - ganz wie in good old Germany. Aber dann drehte das Wonderland so richtig auf. Karussells, Geisterbahnen, Bratwurstbuden und Bavarian Villages, soweit das Auge reichte. Dagegen ist der Hamburger Dom ein Klacks, und zwar nicht nur in Sachen Größe, sondern auch in Sachen Lautstärke und Scheußlichkeit. Weihnachtlich war da gar nix, aber höllisch laut und bunt und schrill. Und die Bratwurst-Variationen hatten es wirklich in sich. Für mich war es auf jeden Fall das erste Mal, dass ich sah, wie Bratwürste im Brötchen erst mit einem Pfund Sauerkraut und einem halben Pfund geschmorten Zwiebeln erstickt wurden, bevor Majonnaise und Senf auf die undefinierbare Masse gegeben wurde. Die Briten hielten es für typisch deutsch und hatten einen Heidenspaß damit, das Ergebnis in den Mund zu balancieren. Wir haben nur entsetzt geguckt. Igitt. Die arme Bratwurst! Aber gut. Wenn wir Deutschen schon alle in Lederhosen und Dirndl durchs Leben laufen, dann machen wir wohl auch solche Dinge mit Bratwürsten. Kein Wunder, dass die Briten raus wollen aus der EU…




Tja, und die letzte Geschichte ist zwar irgendwie skurril, aber irgendwie auch furchtbar traurig. Und wer hat`s verbockt? Genau. Die Fran. Ich hatte ja schon ein bis drölfzig Mal erwähnt, dass der eigentliche Grund für unseren Ausflug nach London ein Theaterstück war, das wir dringend sehen wollten. Ich könnte Euch jetzt natürlich war von Dramaturgie und diesem einzigartigen Regisseur und überhaupt erzählen. Wäre aber gelogen. Der Grund hieß Kit Harington. Ihr wisst schon, der King of the North. Wer noch nie Game of Thrones gesehen hat, darf jetzt den Kopf schütteln oder die Augen verdrehen :-) Also dieser großartige junge Mann, der mein Schwiegersohn sein könnte, aber leider nicht ist, spielte in London Theater. Hallo? Da muss man dann hin! So als Fangirl. Oder Fan-Oma. Weil die Theatermacher wissen, wen sie da engagiert haben, durfte man zu Beginn der Vorstellung sogar Fotos machen. Also so richtig erlaubt und so. Nachdem der arme Mann fünf Minuten allein auf der Bühne gesessen hatte und von allen Seiten fotografiert worden war, wurden dann ein paar Schilder mit „no photos“ durch das Theater geschleppt und alle streckten artig das Handy wieder weg. Ganz schön ausgefuchst, die Briten. Und dann war da noch die nette Dame am Eingang, die verriet, dass Mr. Harington nach der Vorstellung am Bühneneingang Autogramme gibt. Ein Blick zwischen meiner Kollegin und mir reichte, um zu wissen, dass uns in unserem Alter gar nix mehr peinlich ist :-) Wir bummelten also gaaaaanz zufällig nach der wirklich großartigen Vorstellung in Richtung Bühneneingang, um uns unter lauter weiblichen Fans wiederzufinden, die gerade mal halb so alt waren wie wir. War aber egal, denn da kam er schon, der Herr Harington! Und er schreibe in der Tag brav Autogramme, schüttelte Hände und sagte begeistert, dass es nice sei, uns zu meeten. Hach! Eigentlich hatte ich den Auftrag, ein Foto von diesem Mann *hechel* zu machen. Aber was soll ich sagen? Ich hab es nicht hingekriegt. Alle, aber auch wirklich alle Versuche sind total verwackelt. Aus irgendeinem Grund war ich wohl nicht in der Lage, das Handy ruhig zu halten. Es waren die Schuhe. Bestimmt. Die waren unbequem. Und kalt, kalt war mir auch. Da kann das schon mal passieren! Immerhin haben wir ein Autogramm. Aber kein „King of the North an me“-Selfie *jauuuuul* Und ich bin schuld *schluchz*


Darauf einen heißen Gin mit Tonic. Igitt. Wie können die nur, die Briten? Aber die essen ja auch Bartwurst, die mit Sauerkraut und geschmorten Zwiebeln erstickt wurden. Mit Majo. Pfui.

Liebe Grüße

Fran

P.S. 

Kommentare

  1. Ich überlege gerade ob ich die Briten wirklich irgendwann mal besuchen soll. Vom Weihnachtsmarkt haben sie andere Vorstellung . Esskultur ? eher weniger. Und will ich den Rest wirklich wissen ? Ich bezweifle eh das das in Zukunft was wird.
    Und da es keinen Schauspieler gibt den ich unbedingt dort mal live sehen möchte, muss erst ein anderer Wunsch kommen das das bei mir was wird. Wo bei ich Dich schon wirklich gut verstehen kann. Übrigens alles egal , Hauptsache für Dich war es toll ;)))
    LG heidi

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    1. Doch, die Briten sind definitiv einen Besuch wert. Die können zum Beispiel traumhafte Gärten :-) Und die englische Küche ist weit besser als ihr Ruf, ehrlich. Es muss ja nicht gleich Minzsauce sein.

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  2. Der London-Spruch ist ja so treffend! Allerdings habe ich aus sehr persönlichen Gründen eine Hassliebe zu der Stadt. Viele Grüße!

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    1. Hassliebe? Warum das? Ich weiß nicht, ob ich in der Stadt leben wollen würde - vermutlich nur in Vierteln, die ich mir nie im Leben leisten kann.

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  3. Vom Weihnachtsmarkt haben sie wirklich eine andere Vorstellung. Toll und bei den Schlittschuh--Bildern werde ich ganz neidisch. Ich wäre dieses (oder letztes Jahr) wirklich gerne gegangen.
    Tolle Bilder Liebes.

    schau gerne auf meinem BLOG vorbei und auf meinem INSTAGRAM

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    1. Die brauchen ein paar Berater, was einen wirklich stimmungsvollen Weihnachtsmarkt angeht. Ich würde mich da gern zur Verfügung stellen.

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  4. Bratwurst mit Sauerkraut, das gibts bei mir tatsächlich manchmal, ohne Mayo allerdings. Den bunten Kuchen ohne alles würde ich mir auch nur anschauen. Auch wenn die Farben sicher rein pflanzlich sind :-).
    Du siehst klasse aus in Deinem Fellkragen-Mantel. Ich stell mir grade vor, wie Du elegant, wie eine russische Prinzessin im Exil über das Eis gleitest.
    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Ha, ich und russische Prinzessin *lach* Ich fürchte, das schafft kein Pelzkragen der Welt.

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  5. Das Eislaufen hat bestimmt Spaß gemacht, was für eine Kulisse! Bin verliebt in diese Stadt, könnte jeden Monat immer wieder nach London fliegen. :)

    Liebe Grüße <3

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