Wie es mir nach der zugegeben unfreiwillig langen Blogpause ergangen ist, wisst ihr ja seit gestern. Und heute geht es gleich weiter im Text. Normalerweise würde ich, weil Sonntag ist, die Outfits der vergangenen Woche zücken. Nur: Die gibt es gerade nicht. Seit Mittwochmittag habe ich mich hitzebedingt in meiner Wohnung verbarrikadiert und von Outfits kann nicht die Rede sein. Waren es bis Freitag noch Basketballshorts und T-Shirt, sind es jetzt Laufshorts und Top, dazu hochgesteckt Haare, denn daran, dass mir im Nacken etwas herumwuselt, habe ich mich zumindest bei Hitze, noch immer nicht gewöhnt.
Und da sind wir dann auch schon beim Thema von heute: Haare. Als ich vor ziemlich genau einem Jahr zum Friseur marschierte und meinen Wunsch nach einer Dauerwelle kundtat, guckte mein Friseur, dem ich seit Jahren treu bin, ein bisschen komisch. Diesen Wunsch kann er vermutlich nur von seinen Kundinnen ab 70 oder so. Und ehrlich gesagt: Dauerwelle klang auch in meinen Ohren auch ein bisschen nach Omma.
Aber nach vielen Jahren mit sehr kurzen Haaren wollte ich das Gestrüpp auf meinem Kopf wachsen lassen. Und nach drei Monaten hatte ich damals genau die Länge erreicht, bei der ich genau weiß: Jetzt muss irgendetwas passieren, sonst kapituliere ich und lasse sie wieder abschneiden. Und weil ich schon immer Locken toll fand, dachte ich mir, dass die doch ein prima Hilfsmittel auf dem Weg sein könnten.
Sind sie im Übrigen auch. Ohne Locken wären meine Haare jetzt vermutlich bei etwas mehr als kinnlang. Aber das hätte ich niemals durchgehalten, wenn sie einfach nur so schnurgerade gewesen wären wie sie eben im Naturzustand sind.
Also sollten es Locken sein, aber eben nicht die typische „Über-70-Standarddauerwelle kurz“. Also griff mein Friseur zu Wicklern und Co und legte los. Ich mag das Ergebnis noch immer total gern.
Ob ich das Experiment allerdings gewagt hätte, wenn ich gewusst hätte, wie aufwendig die Pflege ist, weiß ich nicht. Vermutlich hätte ich meinen Haaren nen Vogel gezeigt.
Denn eigentlich hatte ich ja gedacht, dass ab und zu eine Haarkur und ansonsten lufttrocknen schon ausreichen wird. Weit gefehlt. Wenn ich ab und zu eine Haarkur und anschließendes Lufttrocknen tatsächlich durchziehen würde, sähe ich vermutlich aus wie ein zerrupftes Huhn, geplatztes Sofakissen, Vogelnest auf Kopf - sucht euch was aus.
Lockenpflege, und das habe ich im letzten Jahr gelernt, ist weit aufwendiger. Als die Haare noch glatt und kurz waren, reichten irgendein Shampoo und fünf Minuten Föhnen. Kein Problem also, das täglich durchzuziehen. Und ja, ich habe meine Haare täglich gewaschen. Kunststück, ich bin ja auch täglich geschwommen. Und Chlorgeruch im Haar will nun wirklich niemand.
Jetzt sieht das Prozedere ein wenig anders aus. Gewaschen wird mit Feuchtigkeitsshampoo, das keinesfalls Silkone enthalten darf. Wobei: Nutzt heute überhaupt noch jemand Shampoo mit Silikon? Mindestens einmal pro Woche ist Kur/Maske oder wie auch immer man das heute so nennt, angesagt. Dann folgt Conditioner und bitte vorsichtiges Durchbürsten vor dem Ausspülen. Anschließend gibt es dann eine Lockencreme in die patschnassen Haare, wieder durchbürsten, damit das Zeug auch überall landet und dann folgt das Gel. Anschließend werden die Locken mit einem Microfaser-Handtuch ausgedrückt Und dann wird geföhnt. Aber natürlich nicht mit dem Maximum dessen, was der Föhn hergibt. Nein, der Diffusor kommt zum Einsatz. Bitte nicht zu heiß, denn das mag ich nicht. Dafür dauert es dann halt ein bisschen länger :-) Gewaschen wird allerdings nicht mehr täglich, sondern meist viermal pro Woche - immer dann, wenn ich schwimmen gehe. Zwischendrin wird nur noch ein bisschen aufgefrischt und das dauert tatsächlich höchstens 15 Minuten und der „Materialeinsatz“ ist wesentlich geringer.
Die eine oder andere wird mich jetzt vermutlich für völlig bekloppt erklären. Hätte ich auch, wenn mir das jemand im Juni 25 erzählt hätte. Wenn ich jetzt die Wahl hätte zwischen: Rückgängig machen oder Weitermachen, würde ich mich immer für Weitermachen entscheiden. Und weitermachen heißt und diesem Fall: Weiterhin Locken.
Inzwischen haben die Haare die dritte Dauerwelle hinter sich. Und das war dann auch der Anlass, wieder mal die Spitzen zu kappen. Daher sieht die Pracht im Moment etwas kürzer aus als vorher, aber das liegt vor allem daran, dass die Locken tatsächlich sehr lockig sind. Wachsen sie weiter, hängen sie sich ein bisschen aus und dann sehen die Haare flugs auch wieder länger aus. Muss aber gar nicht, denn ich habe viiiiiiel Zeit, um die Ziellänge, nämlich etwas über kinnlang inklusive der Locken, zu erreichen.
Fest steht: Die Haare dürfen noch weiter wachsen. Und die Locken, die behalte ich. Also erstmal. Wer weiß schon, was mir in zwei Jahren so einfällt.
Würdet ihr so viel Aufwand auf euch nehmen? Oder klingt das in euren Ohren völlig meschugge?
Liebe Grüße
Fran





Liebe Fran,
AntwortenLöschenjetzt weiß ich, wieso du so lange nichts gepostet hast, bei der Haarpflege!! ;-) Das nimmt ja atemberaubend viel Zeit in Anspruch.
Nöö, meschugge ist das nicht, keinesfalls. Wenn's dir Spaß macht und du deine Locken so liebst.
Ich wäre wohl trotzdem bei der Fraktion waschen, kämmen, lufttrocknen fertig.
Steht dir gut , das kurze glatte fand ich auch schön.
Wie soll das Endprodukt aussehen? So wuschelig auf dem Kopf oder mehr in Richtung unten?
Liebe Grüße,
Claudia
Nie im Leben würde ich regelmäßig so viel Aufwand für eine Frisur betreiben. Dass es dir die Zeit wert ist, hat einen immensen Vorteil: Du wirkst auf mich mit den Locken viel fröhlich als ohne. Und das ist jeden Aufwand wert.
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