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Eine ganze Woche Spätsommer und ein Küchenproblem



Ist das nicht großartig? Meine Wetter-App prophezeit für die gesamte kommende Woche strahlenden Sonnenschein und sommerliche Temperaturen. Also habe ich gestern nachmittag 

die Terrasse auf Hochglanz gebracht und werde da jeden Tag stundenlang chillen :-)


Immerhin ist diesmal kein Besuch in Jena geplant. In den letzten Wochen waren die Mon- und Dienstage nämlich jeweils Jena-Tage. Beim ersten Besuch haben wir uns vier Wohnungen angesehen - und prompt gab es für eine davon eine Zusage. Nach Gesprächen mit anderen Studenten-to-be auf Wohnungssuche war mir schon ganz schwummrig. Da gab es durchaus Berichte darüber, dass die Aspiranten seit Wochen suchen und nur Absagen kassieren. Ich sah also die beiden reizenden Damen unter Brücken kampieren und sich in der Saale die Zähne putzen... Keine Ahnung, ob es meine beiden reizenden Töchter waren oder die Tatsache, dass sie vom Muttertier begleitet wurden (das war reine Taktik, die beiden können sich wunderbar auch Wohnungen ohne mich suchen, aber Mutter wirkt so seriös ;-), wir hatten Glück: Der Mietvertrag für die Lieblings-Wohnung ist unterschrieben.


Nun begab es sich allerdings, dass diese Wohnung, die erstmals bezogen wird, keine Küche hat. Also einen Raum, der als Küche dienen soll, hat sie durchaus. Aber der Raum ist bis auf die notwendigen Anschlüsse leer. Für den gemeinen Hamburger ist das eher ungewöhnlich, weil hier zu einer Mietsache mindestens eine Spüle und ein Herd gehören muss, soweit ich informiert bin. Und egal ob damals der Hauskauf oder dann der Umzug in meine jetzige Wohnung - eine Küche war jeweils vor Ort, und zwar immer ausreichend groß und ausreichend schön, damit ich nichtmal auf die Idee kam, daran etwas zu ändern.


Diesmal war es anders. Pah, gar kein Problem - dachte ich. Bis wir die ersten Küchenstudios betraten. Im erste Exemplar hieß es, dass unter zwölf Wochen Lieferzeit überhaupt gar nix zu machen sei. Es folgte Küchenstudio Nr. 2. Ein bekannter Möbelladen, den ich schon aus meiner Kindheit kenne und der sämtliche renommierten Küchenmarken führt. Die nicht sonderlich freundliche Beraterin, die uns empfing, litt allerdings an diesem Tag wohl unter akuter Lustlosigkeit. Auf die Bitte, mit uns eine Küche zu planen, die wir schnellstmöglich brauchen, kam erstmal die Antwort: „In weniger als sechs Wochen klappt das aber nicht“. Kein Problem, sechs Wochen würden passen, meinten wir. Daraufhin verlängerte sie spontan auf zehn bis zwölf Wochen. Ohne irgendetwas erfragt oder geplant zu haben.


Und dann schickte sie uns nach unten, da gebe es sofort lieferbare Küchen. Die hatten allerdings, so die wirklich freundliche Beraterin dort, den Nachteil, dass man sie zwar sofort bekommt, aber dann auch selbst aufbauen muss. Och nöööööö. Ich sah mich schon mit Stichsäge hantieren, um die Arbeitsplatte zuzuschneiden und winkte dankend ab. DAS endet vemutlich mit Toten. Oder zumindest mit einer toten Küche. Tja, da sei nichts zu machen, meinte die junge Dame und wollte uns wieder ins erste Geschoss schicken. Wir erzählten ihr von ihrer wenig hilfreichen Kollegin und sie rollte mit den Augen. Dann telefonierte sie kurz und meinte, dass es durchaus Sofort-Lieferprogramme gebe und dass in der kommenden Woche ein etwas motivierterer Kollege aus dem Urlaub zurück sei, der sicher in der Lage und willens sei, uns eine Küche zu verkaufen.


Eine Woche warten wollten wir aber nicht. Also auf zu Ikea nach Leipzig - das Paradies für ganz viele Menschen, die gern eine Küche wollen. Dummerweise war dort aber weder an diesem Tag noch an den Folgetagen ein Küchenplanungstermin zu haben. Wir sollten also selbst planen. Äh ja, danke auch. Wir haben es dann wirklich versucht, aber der Preis für das, was wir uns vorstellten, den das System nach dem ersten Selbstplanungs-Versuch ausspuckte, verursachte Schnappatmung bei mir. Ich bin ja gern bereit, meinen kochbegeisteten Kindern eine Küche im Wert eines gebrauchten Kleinwagens zu spendieren. Aber wenn ich für den Betrag auch einen neuen Kleinwagen bekomme, wird es haarig. Und das ohne Montage. Die kommt natürlich obendrauf. Und ob das überhaupt so funktionieren würde angesichts des Herdanschlusses, der auf Putz ausgeführt ist, konnte man uns auch nicht sagen. Das wäre dann eigenes Risiko. Ach ja, und die Liefertermine seien auch sehr unklar….


Also wieder zurück nach Jena und in den Laden, den uns die nette Verkäuferin von Laden 2 ans Herz gelegt hatte. Und siehe da: Da passte alles. Da gab es einen Küchenplaner, der sein Handwerk versteht, sogar wenn der Herdanschluss nicht unbedingt dem Standard entspricht. Der uns die Küche nach Maß plante und ein Schnell-Liefer-Programm ausfindig machte. Und der wirklich gute Tipps auf Lager hatte. Außerdem hieß er Hamburg. Da konnte also nix mehr schiefgehen. Das Ergebnis dürfte perfekt sein und wird zum Einzug geliefert. Mit Geschirrspüler. Mein diesbezügliches Veto konnte wischten Herr Hamburg und meine Töchter einfach beiseite.


Ende gut, alles gut also.


Und weil ihr außer einem leeren Küchenraum auch noch was zu sehen bekommt, kriegt ihr ein Sommer-Outfit, mit dem ich garantiert nicht in die Küche gehe :-) Dass ich ein Faible für Jumpsuits und Latzhosen habe, dürfte der geneigte Leser wissen. Außerdem liebe ich weite, luftige Hosen. Also gibt es heute einen Sommer-Jumpsuit mit so weiten Hosenbeinen, dass kein Mensch merkt, dass es sich dabei gar nicht um ein Kleid handelt. Lediglich das Bügeln des Monsters gestaltet sich ein wenig widerspenstig. Ich überlege, das den Kindern zu überlassen, im Austausch für den Geschirrspüler.









Wie gesagt: Für Küchenarbeit ist ist dieses Kleidungsstück nicht unbedingt zu gebrauchen, weil ich dazu neige, mich beim Kochen einzusauen. Essen kann ich recht unbefleckt. Kochen eher nicht. Aber dafür ist der Jumpsuit auch für den Herbst wunderbar geeignet, dann ziehe ich einfach ein T-Shirt oder ein Langarmshirt drunter. Aber erstmal ist jetzt noch eine Woche Sommer angesagt und die muss ich dringend feiern :-)


Liebe Grüße

Fran


Kommentare

  1. Jaaaaaa hier ist es auch herrlich! ☀️ Schönstes Sommerwetter mit blauem Himmel und nachts Abkühlung zum Schlafen. Ich seufze zufrieden mit. Ich wäre ja total reingefallen und hätte gesagt, das ist ein Kleid. 😁 mega genial siehst Du darin aus und super mit der Jeansjacke. Ergänzt Deine Garderobe richtig gut.
    Hui, ich hab richtig mitgefiebert mit der Wohung und klar ging das wohl so ratz fatz weil die Mama dabei war.😁 Gratulation zur Wohnung und Herrn Hamburg. Zum Glück gibts ein Küchen Happy End. Wir vermieten auch eine Wohnung, haben jetzt das ganze Haus nebenan gekauft und die Dachgeschosswohnung über Sarah vermieten wir. Morgen machen wir den Vertrag mit der ersten Dame, die sich die Wohnung angeschaut hat. Scheint menschlich und auch sonst gut zu passen. Jetzt bin ich fast froh um die schöne neuwertige Küche, welche in der Wohnung belassen wurde. Die Übernahme war kein Problem, denn die Dame war glücklich darüber sich nicht um eine Küche kümmern zu müssen. Wenn ich Dich so lese, bin ich echt dankbar dafür.
    Ich wünsche Dir eine wunderschöne Spätsommerwoche, liebe Grüße Tina

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    1. Ui, ihr geht unter die Vermieter? Das finde ich spannend. Wie gut, dass in der Wohnung schon eine Küche war - da spart man jede Menge Zeit, die zu planen. Bei uns ging es recht schnell, weil wir genau wussten, was wir wollten und aufgrund der Lieferschwierigkeiten dann nicht mehr soooo viele Alternativen blieben. Aber ich könnte mir vorstellen, dass man damit Wochen verbringt. Ich bin froh, dass hier bei mir schon eine tolle Küche eingebaut war, so das mir das erspart blieb...

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  2. Jaaaaa Sommeeeer. Er kann noch ein bisschen lange bleiben, ich bin dafür. Wie gut, dass ihr am Ende doch noch eine feine Lösung für die Küche gefunden habt. Inklusive Geschirrspüler.
    Ich mag Jumpsuits- an dir und auch an anderen. Bei mir habe ich das Pipigehproblem. Vielleicht ist das albern, aber bisher habe ich mich noch nicht überwunden.

    Ich wünsche dir vollsten Genuss des Spätsommers.
    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Also meinetwegen darf der Sommer bis Mitte November bleiben. Dann sechs Wochen Winter und dann bitte Frühling. Ich fürchte allerdings, dass das nicht klappt.
      Das Pipigehproblem ist gar nicht so tragisch. Einfach mal ausprobieren :-)

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  3. Es werden wunderbare Tage, wir haben auch endlich Sommerwetter in Wien. Ich freue mich total darüber. Der Jumpsuit ist die Bügelarbeit wert, er sieht mega aus. Neben der Weite der Beine gefallen mir die breiteren Träger besonders gut. Lg

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    1. Die breiten Träger sind toll. Ich habe ja eher breite Schultern. Und da sehen schmale Träger immer irgendwie albern aus - als hätte Popeye sich verkleidet. Nee, breite Träger sind eher meins.

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  4. Erzähl mir nix. Ich bin ja auch immer noch mit unserem Umbauprojekt beschäftigt. Das zieht sich ganz schön.... *hust*.
    Ich drücke die Daumen, dass alles klappt mit der neuen Küche. Bei all diesen Umwegen habt Ihr ja doch nochmal Glück gehabt.
    Hier werden auch keine Küchen mehr vermietet. Maximal zur Nutzung überlassen. Hat den Vorteil, dass man nichts austauschen muss, wenns kaputt ist.
    Der Overall ist cool. Ich trage meinen schwarzen auch gerade rauf und runter. Ebenfalls zu meinen schwarz weißen Sambas.
    BG Sunny

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    1. Ob es wirklich klappt - ist ja zeitlich auf Kante genäht - werden wir sehen. Aber notfalls müssen die Kinder dann halt zwei Wochen ohne Küche leben. Immerhin haben sie einen riesigen Kühlschrank. Für alles andere gibt es notfalls Lieferdienste oder die Mensa.
      Sambas scheinen der neue Trend zu sein. ich trage einfach weiter meine Superstars ;-) Da mag ich die dickere Sohle, die sehr gut dämpft. Mein Fersensporn fängt nämlich wieder mal an zu nerven.

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  5. Das Wetter ist sowas von genial. Das muss man einfach ausnutzen. Glückwunsch zur Wohnung. Ich drücke die Daumen , dass die Küche einigermaßen pünktlich kommt.

    Liebe Grüße
    Sabine

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  6. Das was du über die ersten Verkäuferinnen schreibst, hört sich ja fast ein bisschen nach DDR-Zeiten an: "Ham wer nich, kriegense nich!" :-DDDD Aber zum Glück gibt es noch Menschen wie Verkäuferin 2 und engagierte Herr Hamburgs. Bin beeindruckt, dass die Mädels eine ganz neue schicke Küche in die Studentenbude maßgeschneidert bekommen... aber die Zeiten ändern sich!
    Ich mag den Overall, er sieht schön aus an dir und stimmt, lässt sich im Herbst bestimmt mit was drunter gut tragen! :-)
    Liebe Grüße, Maren

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