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Rückblick, Ausblick und Einblick


Der Dezember ist vorbei, das alte Jahr gemeistert. „Aufbruch“ war mein Motto für 2025 und das habe ich dann doch ziemlich wörtlich genommen - auch wenn das zu Beginn des Jahres nicht ganz so viele Neuanfänge geplant waren. Aber wenn man schonmal dabei ist, kann man es auch gleich gründlich machen :-)

Den Anfang machte eine Trennung im vergangenen Winter. Nach fast 26 Jahren Ehe mit vielen Aufs und Abs erstmal ein komisches Gefühl. Aber eben auch ein gutes Gefühl. Und um das komplett zu machen, habe ich ich dann im Herbst von meiner Wohnung getrennt - die wurde einfach zu groß für eine Person. Der Abschied fiel nicht so schwer wie ich gedacht hatte und das Gefühl, nach knapp 35 Jahren zum ersten Mal in eine Wohnung zu ziehen, die man dauerhaft ganz alleine bewohnt und in der man nicht einen kleinen Kompromiss machen muss, ist schon sehr besonders. Ich habe ein paar Monate lang gesucht und dann ein neues Zuhause gefunden, das ich sehr mag. Ich gucke nicht mehr aufs Wasser, aber immerhin von der sogenannten Dachterrasse (ich würde das Ding eher großer Balkon nennen, aber sei es drum) über den kompletten Stadtteil. Ich durfte alles genau so einrichten wie ich es mag und genieße es sehr, nach Hause zu kommen und nur noch mich um mich zu haben, zu kochen, was ich mag, Dinge zu tun, wann ich Lust dazu habe und mich mit niemandem absprechen zu müssen. Ein geniales Gefühl, fast so wie nach dem Auszug mit 18. Für die Kinder ist immer noch genügend Platz und wenn sie wie jetzt über die Weihnachtsfeiertage mein Leben mit Chaos anfüllen, genieße ich das genauso wie die Ruhe, wenn sie wieder weg sind.





Dann war da die berufliche Perspektive: Fühlte sich zu Beginn des Jahres der neue Job in der Uni noch richtig gut an, wurde mir im Laufe der ersten Monate klar, dass das auf Dauer nicht gut geht. Dass eine Universität ein derartiges Monster an Bürokratie ist, war mir nicht klar. Dass ich ein Mensch bin, der mit überbordender Bürokratie nicht soooo gut zurecht kommt, wurde dann aber immer deutlicher. Ich mag Struktur. Ich mag es aber auch, manchmal unkonventionelle Lösungen für Probleme zu finden. Und wenn dann jemand des Weges kommt und mir erklärt, dass „das nicht in meiner Aufgabenbeschreibung steht“ und das Problem daher ungelöst bleibt, weil die Lösung in keiner Aufgabenbeschreibung steht, dann fehlt mir jegliches Verständnis. Genauso geht es mir, wenn ich mich zu Tode langweile, weil alles, was in der Aufgabenbeschreibung steht, abgearbeitet ist und ich mit der restlichen Zeit einige neue Dinge anpacken könnte, aber man davon abrät, weil man damit „die Kollegen ja in Zugzwang setzt“. Ist blöd, weil die lieber kaffeetrinkend aus dem Fenster gucken…


Daher war mir im Sommer klar, dass ich mich, wenn ich nicht an Langeweile sterben wollte, einen neuen Job brauche. Dumm nur, dass ich in eben diesem Sommer 60 wurde. Wer stellt bitteschön eine 60-Jährige ein? Nun, mein neuer Arbeitgeber hat genau das getan. Und nach zwei Monaten kann ich - diesmal hoffentlich mit Fug und Recht - sagen, dass ich einen absoluten Glücksgriff getan habe. Ich darf mit tollen Menschen zusammenarbeiten, die, wenn es nötig ist, genauso unkonventionell Probleme lösen wie ich. Ich habe Aufgaben, bei denen ich jede Menge lernen darf - und genau das liebe ich. Immer nur das zu tun, was ich ohnehin schon kann und drölfzig Mal gemacht habe, empfinde ich als sehr öde. Ich darf dort täglich selbst denken anstatt in ausgetretenen Pfaden zu wandeln. Es gibt jede Menge Herausforderungen und ich darf sie angehen. Bisher fühle ich mich wahnsinnig wohl, auch wenn ich mir regelmäßig denke: „Da muss doch irgendwo ein Haken sein“. Nun, wir werden sehen, ob es diesen Haken gibt.


Naja, und bei so viel Übermut war dann auch noch eine neue Frisur fällig und ich entschied mich für einen Lockenkopf. Oder, wie meine beste Freundin kürzlich sagte: „Die Haare sind ungefähr so unkontrollierbar wie du. Passt also hervorragend“.


Damit war mein Leben also für das vergangene Jahr ausreichend auf den Kopf gestellt. Den Plan, die psychotherapeutische Arbeit erst einmal hintenan zu stellen, ergab sich da quasi von selbst, wenn auch mit einer kleinen Träne im Knopfloch. Aber ich brauche ja auch noch Pläne für 2026.


Also kommen wir vom Rück- zum Ausblick. Stand 2025 „Aufbruch“ im Fokus, darf es im neuen Jahr ein wenig ruhiger werden. Den Aufbruch habe ich geschafft, jetzt gilt es, den Weg weiterzugehen. „Ankommen“ ist das, was ich mir vom neuen Jahr wünsche. Es muss nicht mehr alles so schnell gehen wie 2025, sondern ich möchte mir Zeit nehmen, mein „neues Leben“ zu genießen.


Das war übrigens einer der Gründe dafür, dass hier im Dezember nichts zu lesen war. Ich wollte die Vorweihnachtszeit mit allem, was dazu gehört, auskosten. Und genau das habe ich getan :-) Ich habe viele Weihnachtsmärkte erkundet, gemeinsam mit Freunden, Kindern und Kollegen. Ich habe die traditionelle Punsch-Party im Hause Fran ausgerichtet und mich gefreut, dass viele Freunde und Bekannte die neue Adresse gefunden haben. Ich habe mich über Abende auf dem Sofa gefreut. Und ich habe mir zu Weihnachten ein Laufband gewünscht, das ich prompt bekam.




Denn einen Wermutstropfen hat die neue Wohnung leider doch: Sie liegt nicht gegenüber vom Schwimmbad und da ich es nun nicht mehr täglich ins Wasser schaffe, musste eine Alternative her. Und weil ich ein bekennendes Weichei mit ausgeprägtem Schweinehund bin, erschien mir ein Laufband eine hervorragend Alternative zu sein. Ich laufe wirklich gern - aber bitte nicht im Herbst und Winter frühmorgens draußen. Und dass ich meinen Astralleib abends nicht ins Fitness-Studio schleife, nachdem ich die Witterung des Sofas aufgenommen habe, weiß ich auch. Man lernt sich ja schließlich kennen in 60 Jahren. Also hüpfe ich nun morgens, wenn ich nicht zum Schwimmen fahre, auf das Laufband, renne ein paar Kilometer und ich bin glücklich - ohne ausreichend Bewegung werde ich nämlich tatsächlich sehr unleidlich.




Neben Ankommen steht also dann für dieses Jahr die therapeutische Arbeit auf dem Plan. Einen Praxisraum habe ich bereits. Der Rest kommt dann in den nächsten Monaten. Und Weiterbildungen habe ich nun tatsächlich ausreichend gesammelt :-)


Und was passiert in diesem Jahr noch? Ich hoffe, viele Dinge. Denn neben dem Ankommen möchte ich jede Menge Dinge tun, die ich noch nie gemacht habe. Und ein paar alte Traditionen pflegen. Erwähnte ich, dass ich nach vielen Jahren mit Kind, klein, im Oktober mal wieder in einem Freizeitpark war? Als die Kinder kleiner waren, war das ein beliebter Ausflug. Irgendwann ließ die Begeisterung nach. Aber weil wir beide an diesem Tag nichts zu tun hatten, haben wir beschlossen, das noch einmal auszuprobieren. Und was soll ich sagen? Es war herrlich - selbst in den fiesesten Achterbahnen. Wir haben uns königlich amüsiert und beschlossen, dass wir das gemeinsam mit Kind, groß, im Frühling unbedingt wiederholen müssen. Wenn alles klappt wie ich das gern hätte, werde ich in diesem Jahr das eine oder andere Land bereisen, in dem ich noch nicht war. Und ich bin sicher, mir fällt noch viel ein, das ich noch nie getan habe. Den Anfang machte ein nächtlicher Ausflug in die Hafencity, bei Nebel. War genial!




Erwähnte ich schon, dass das Leben einfach schön ist? Und jetzt wartet ein ganzes neues Jahr darauf, mit Erlebnissen und Lachen und Freude gefüllt zu werden! Auf was freut ihr euch besonders?


Liebe Grüße

Fran

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