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Tretroller für Große


Was macht man, wenn für den einzigen, halbwegs arbeitsfreien Tag in der Woche mitten im Sommer 17 Grad und Nieselregen angesagt sind? Netflix and Chill? Kann man machen. Ist auch wirklich gemütlich. Ich würde aber nach siebeneinhalb Minuten einschlafen und das wär`s dann. Ich brauche frische Luft und Bewegung. Also vertraue ich einfach darauf, dass das mit dem Nieselregen schon nicht so schlimm wird. Und weil ich die ganze Woche über das Dorf- und Kleinstadtleben genießen durfte - wobei die Kleinstadt es in dieser Woche dank eines bekannten Online-Kaufhauses und seiner Retourenbehandlung bundesweit in die Medien geschafft hat - fahre ich in die große Stadt. Da gibt es nämlich seit zwei Wochen E-Tretroller an fast jeder Straßenecke, die man per App ausleihen kann. Und weil mich die Dinger schon im April in Barcelona fasziniert und kürzlich in Wien fasziniert haben, muss ich die dringend testen. Also ab in den Zug und auf in die große Stadt :-)

Ungefähr fünf Schritte vom Hauptbahnhof entfernt stand dann schon der erste Roller und da war klar: Der gehört für die nächste Stunde mir :-) Während ich das Fahren auf einem E-Bike, das ich mal ausprobiert habe, absolut gewöhnungsbedürftig fand (da tritt man an und plötzlich schießt das Ding los wie nix Gutes), war der Roller nach 30 Sekunden mein Freund. Eine knappe Stunde sind wir durch die Innenstadt, um die Alster und in der Hafencity umhergegondelt und es war eine absolut spaßige Veranstaltung. Genieselt hat es übrigens nicht. Aber ganz schön kalt wird es durchaus, wenn man auf dem Roller mit 20 Stundenkilometern durch die eher zugigen Straßen der Hafencity saust. Irre Spaß macht es aber auch :-)

Nur die Sache mit dem permanenten Druck auf den Gashebel geht ganz schön aufs Handgelenk. Da könnte man definitiv noch nachbessern, denn spätestens nach einer Stunde gibt so eine durchschnittliche rechte Hand dann einfach auf. Ich habe mir erklären lassen, dass das mit dem permanenten Drücken so sein muss, das ist nämlich das Prinzip des Totmannschalters. Also wenn tot, dann schaltert nix mehr und der Roller bleibt stehen… Ist mir recht, aber da ich ja nicht tot bin, tat halt die Hand irgendwann weh. Egal, so eine Rollertour ist trotzdem toll. Ich schätze, mein Fuhrpark wird demnächst erweitert.

Nach einer Stunde Rollern bei 17 Grad ist es dann allerdings Zeit für einen heißen Kaffee und bei der Suche nach ebendiesem habe ich das Neni im Alten Hafenamt entdeckt. Eigentlich ein Restaurant, aber die können auch großartigen Milchkaffee. Supergemütlich ist es da auch und man hat viel zu gucken. Abgesehen davon gibt es da israelische Küche und die Inneneinrichtung ist einfach genial. Wenn ihr also irgendwann hungrig und durstig durch die Hamburger Speicherstadt irrt: Geht ins Neni.











Äh ja, zu meinem Outfit gibt es wohl nicht so richtig viel zu sagen. Es ist zumindest zum Rollerfahren irre praktisch. Helle Jeans, Shirt und meine momentane Lieblingsjacke. Ach ja, und eine transparent Vollplastik-Tasche. Ich bin nämlich dem transparenten-Vollplastik-Taschen-Wahn erlegen. Also genau genommen hoffe ich ja, dass die Tatsache, dass die Tasche durchsichtig ist, mich endlich mal zur Ordnung erzieht. Bisher will das nicht so recht klappen. Aber transparentes Vollplastik erspart mir den einen oder anderen Herzinfarkt, weil ich meinen Schlüssel/mein Kartenetui/mein Portemonnaie jederzeit sehe und nicht in einer dunklen Tasche hektisch danach wühlen muss. Gute Sache, das. Na, und durch das kunterbunte Sammelsurium passt das Ding dann farblich immerhin zu allem. Win-win also :-)

Liebe Grüße

Fran

Kommentare

  1. Für die Stadt ist so ein Ding klasse. Ich glaub, ich probier das auch mal aus, bisher hatte ich nur Schiss vor den E-Roller-Fahrern, die mich überrollen, ist aber noch nix passiert ;-) Dass man permanent auf dem Gashebel bleiben muss, stell ich mir auch anstrengend vor, ich glaub ich weiß, was Du meinst. Irgendwann geht's doch voll ins Handgelenk. Das Cafe sieht total schön und gemütlich aus!
    Liebe Grüße, Maren

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    1. Ach, die überrollen dich nicht. Die Dinger sind sehr komfortabel zu lenken. Das ist definitiv einfach als Radfahren, die kleinen Rede machen´s möglich.

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  2. Naja. Beim. Motorrad fahren hat man ja auch die ganze Zeit am Gas. Aber da dreht man, während man hier drückt?
    Rin ynani haben wir hier in München am Hauptbahnhof. War mal mit Ela dort.
    BG Sunny

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    1. Genau. Beim Motorrad drehst du. Mal mehr, mal weniger. Das ist definitiv schonender fürs Handgelenk als das Handgelenk ein wenig zu verdrehen und mit dem Daumen den Gasknopf zu drücken. Ich muss beim nächsten Mal ein anderes Fabrikat ausprobieren. Das muss besser gehen.

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  3. Ich kann mir vorstellen, dass es in einer größeren Stadt Spaß macht, mit dem Roller durch die Gegend zu cruisen. Sieht jedenfalls ganz danach aus :) Wobei man ja in Fußgängerzonen und dergleichen nicht damit fahren darf, was anscheinend viele Rollerfahrer nicht beachten. Dadurch sind schon Unfälle entstanden. Ich glaube, ich bleibe lieber bei meinem E-Bike. Damit komme ich auch von meinem Vorort über die Hochbrücke super in die Innenstadt, obwohl ich noch selbst treten muss. Ist halt nicht so anstrengend wie mit einem normalen Rad.

    Liebe Grüße Sabine

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    1. Durch die Fußgängerzone würde ich damit jetzt nicht unbedingt fahren - wozu auch? Da gehe ich hin, wenn ich bummeln gehe. Dabei wäre ein Roller irgendwie überflüssig.

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  4. ohaaa klasse Outfit, klasse Tasche und ich mag auch mal so nen Roller fahren! Mannheim hat keine sagt Sarah. Na vielleicht kauft sich mal jemand einen und ich kann testen. Für fußlahme gern Städtereisende sicher nicht schlecht. Wie schnell ist der denn in etwa gewesen Fran?
    Klasse wie Du darau rumturnst :))
    Liebe Grüße Tina

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    1. Mannheim kriegt bestimmt auch noch welche. Wenn es soweit ist: Ausprobieren. Macht echt Spaß. Die Roller sind nur bis zu 20 Stundenkilometer schnell, also eher langsamer als ein Fahrrad.

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  5. Liebe Fran,

    ich hoffe inständig, das diese Roller ganz bald verboten werden. Wir haben hier in Konstanz schon genug von den vielen Radfahrern und wenn jetzt auch noch die E-Roller auf die Straße kommen, dann sind noch mehr Unfälle vorprogrammiert. Radwege gibt es reichlich aber darauf dürfen sie nicht fahren und in der Fußgängerzone ist es jetzt schon ein Riesenproblem, also weg damit von der Straße.

    Liebe Grüße, Burgi

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    1. Verboten? Warum? Mit den Dingern MUSS man auf dem Radweg fahren. Da gehören sie auch hin. In der Fuzo dagegen haben sie nichts zu suchen.

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  6. Wow, das sieht hammercool aus! Ein E-Scooter machen sicherlich Spaß. Der Roller steht aber ja erst am Anfang, und auch wenn die nicht auf Gehwegen fahren dürfen, ich befürchte, dass die Roller zu Unfällen im Stadtverkehr führen werden. Hoffentlich nicht!
    Bin verliebt in die Tasche!!! ;)
    Liebe Grüße,
    Claudia

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    1. Naja, Idioten, die nicht fahren können, gibt es immer und überall. Auf dem Rad oder auf dem Roller. Du glaubst nicht, wie oft ich mich hier am Deich ins Gras werfe, weil mobile Senioren mit dem E-Bike nicht fahren können...

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  7. :-) Liebe Fran,
    ich habe mich bislang weder auf ein E-Bike noch auf so einen Tretroller gewagt. Aber lustig klingt letzterer auf jeden Fall. Vielleicht bei meinem nächsten HH-Besuch?
    Das Neni's in Wien am Naschmarkt kenne ich und kann es wärmstens empfehlen! Gut zu wissen, dass es auch in HH eine Dependence gibt...
    Liebe Grüße
    Claudia :-)

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    1. Probier es mal aus, wenn du in Hamburg bist :-) Wobei: In Wien standen die Roller ja auch an jeder Ecke. Da hab ich nur die Sache mit der App nicht auf die Reihe bekommen.

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  8. Pedelec bin ich mal leihweise bei einer Freundin gefahren, fand es großartig und will seither auch eins! Nur die Kosten scheue ich, also fahre ich nach wie vor Auto. ;)
    Auf diese Roller hätte ich auch Lust - zumindest mal probieren. Aber das mit der Hand klingt anstrengend, was wiederum dagegen spricht. Na, mal sehen ...

    Lieben Gruß
    Gunda

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    1. Ich schätze, dass andere Fabrikate das mit dem "Gasgriff" anders gelöst haben. Beim E-Bike habe ich nur nen Riesenschreck bekommen, als das Ding losgesaust ist, als ich in die Pedale getreten habe. Nee, wenn ich das will, fahre ich Vespa *grins*

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  9. Huhu Fran,
    Die Roller sind auch in Düdo in der letzten Woche großflächig verteilt worden, und seitdem teilen wir uns munter die wenigen Radwege. Wobei das Radl schneller ist, vor allem Berg hoch, und ich oft genötigt bin, hinter einem Roller herzuschleichen, weil mit Überholen ist es dann schlecht. Tatsächlich bist Du die einzige weibliche Ü-Zwanzigjährige, die ich je auf so einem Ding gesehen habe, hier sind die Roller fest in der Hand von männlichen Vertretern mit Bartflaum. Die verfügen offensichtlich über genügend Training in den entsprechenden Körperteilen. Was mir den Spaß am Roller generell verleidet, sind die Arbeitsbedingungen der Rollerpaten, die dürfen auf 450 Euro Basis maximal zehn Roller pro Nacht einsammeln und müssen sie privat aufladen (also nix Ökostrom) und pünktlich morgens um 6 wieder an den Sammelpunkten abstellen. Für gerade mal 3 Euro pro Roller, inkl. Strom und Steuererklärung auf eigene Kosten. Also sinnhaft sind die Dinger maximal zur Beförderung von gleichgewichtsgeschulten Gehandicapten, aber weder für die Energiewende (angeblich seien die Roller Teil eines holistischen Mobilitätskonzepts, da hat aber einer ganz tief in die Flunkerkiste gegriffen) noch zur finanziellen Aufbesserung prekärer Randgruppen. Auf gut deutsch: die Roller von heute sind der Elektroschrott von morgen. Möge das Wirtschaftswachstum mit uns sein! Amen und Prost, sagt Edna Mo

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    1. Joa, dass die Dinger der Elektroschrott von morgen sind, glaube ich unbesehen. Habe inzwischen gelesen, dass die Leih-Dinger gerade mal ein paar Wochen halten. DAS kanns ja nun auch nicht sein. Das Konzept der Rollerpaten ist mir neu. Die sammeln für drei Euro pro Stück die Dinger abends ein und laden die auf eigene Kosten auf? Quasi als Selbständiger? Oh Herr, schmeiß Hirn vom Himmel. Das rechnet sich ja nie im Leben.

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