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Posts

Der Herr und die Weste

Ich mochte Anzugwesten schon immer. Nicht nur an Herren, aus deren Kleiderschrank Anzugwesten ja ursprünglich stammen. Sondern auch an mir. Ich glaube, ich war 17, als ich die erste Weste aus dem Schrank meines Vaters klaute und sie zum weiten Leinenhemd trug. Seitdem hat immer mal die eine oder andere Weste in meinem Kleiderschrank gewohnt. Im Moment sind es vier: Ein ganz altes Exemplar aus dunkelrotem Samt, das ich vor vielen Jahren mal in London gekauft habe, eine dunkelblaue Weste, die ich gern zur Jeans trage, eine schwarze Weste, weil schwarz muss halt sein und meine Neuerwerbung: Eine Weste in beige. Die ist mir glücklicherweise vor gar nicht allzu langer Zeit über den Weg gelaufen, als ich just überlebte, ob eine beigefarbene Weste nicht eine hervorragende Idee für den Sommer sei. Ich wollte das gute Stück nämlich ganz dringend und unbedingt zu meiner weißen Jeans kombinieren und da finde ich beige einfach schöner als den heftigen Kontrast mit den vorhandenen Stücken in d...

12 Stufen zum Burnout

  Da schlittere ich in einen Burnout und kriege es nichtmal mit, bis ich irgendwann im Supermarkt zusammenklappe. So bekloppt das ist, so normal ist das auch. Keiner der neun Burnout-Mitpatienten in meiner Gruppe in der Tagesklinik hat gemerkt, dass er auf dem Weg zum Zusammenbruch ist. Logisch, denn hätten wir es gemerkt, hätten wir gegengesteuert. Kluge Wissenschaftler haben die Entstehung eines Burnout in zwölf Stufen eingeteilt, die sogenannte Burnout-Spirale. Typisch ist, dass es in der Regel ein bis zwei Jahre dauert, bis man vom Anfang der Spirale bis zum Endpunkt gelangt. Das passiert also schleichend und sehr langsam Bei mir hat es vermutlich begonnen, als ich die Redaktionsleitung übernommen habe. Klar, ich habe mich damals riesig gefreut. Ich habe für meinen Beruf gebrannt. Überstunden, Abendtermine, alles war kein Problem, weil ich es ja geliebt habe. Dummerweise kann einen aber eben auch ein Beruf krank machen, den man liebt. Denn der Spruch „Wer seine Arbeit liebt...

Kleiderstange: Edición andaluz

Die Idee zum Urlaub entstand ziemlich spontan im Mai. Obwohl ich spontane Urlaube seit dem vergangenen Jahr, als der bekloppte Schlaganfall passierte, nicht mehr sooooo gern habe, war mir dringend nach einem Ortswechsel und der war entweder spontan oder erst ab Mitte Juli möglich. Also wählte ich die Option spontan :-) Ohne Rücktrittsversicherung. Das Leben muss ja spannend bleiben. Das Gepäck wollte ich diesmal so knapp wie möglich halten, denn im März habe ich die Hälfte des Kofferinhaltes ungetragen wieder nach Hause gerollt und dazu hatte ich nun partout keine Lust. Und weil mir schon vor einigen Wochen ein Kleid in meinem Lieblingsladen mit den drei Buchstaben in die Hände gefallen war, das ich zum einen ganz schrecklich liebe und das zum anderen ein wahnsinnig praktisches und Platz sparendes Kofferkleid ist, habe ich genau dieses Kleid noch in zwei anderen Farben gekauft. Damit und mit meinem Streifenkleid war quasi das Kleider-Soll bereits erfüllt, es kamen noch zwei Hosen u...

Was ich im Mai gelernt habe: Von Enten, Spargel, Hasen im Pfeffer, Langen Kerls und noch viel mehr

Mich gibt es noch :-) Der letzte Post ist ungewöhnlich lange her, aber das liegt daran, dass ich einen spontanen Urlaub einschieben und drumherum jede Menge büffeln musste. Aber jetzt bin ich erstmal fertig mit Lernen, quasi frisch diplomiert als IHK-geprüfte Fachfrau für Stressmanagment und habe natürlich trotzdem im Mai auch ganz viel gelernt, was nix mit Stressmanagement zu tun hat. Ines  lernt übrigens auch täglich. Sie war diejenige, die auf die Idee gekommen ist zu notieren, was sie so in einem Monat lernt.  Tina  und  Nicole  lernen ebenfalls täglich. Ich finde ja, man sollte jeden Tag etwas dazulernen.  Und im Mai war es eben das: 1. Ich kann wunderbar zweimal pro Tag mit Abstand von drei Stunden Leckereien vom Grill verspeisen. 2. Entenpaare bleiben ihr Leben lang zusammen. Störche übrigens auch. 3. Kanadagänse sind die mit den schwarzen Hälsen, während Nilgänse eher bunt sind. 4. Den charakteristischen Duft, den Regen hinterlässt, wenn er auf ...

Vintage: Mein ältestes Kleidungsstück

Sunny hat eingeladen und ich bin gern dabei. Das älteste Kleidungsstück im Schrank ist gefragt. Gar nicht so einfach, denn ich weiß nicht wirklich, wer mehr Jahre auf dem Buckel hat: Der Burberry-Mantel oder der Blazer, dessen Marke ich nicht auswendig weiß. Und da ich unters Bett krabbeln und diverse Kisten durchsuchen müsste, um sie herauszufinden, müssen wir leider darauf verzichten :-) Den Blazer, der eigentlich eher ein Gehrock oder ein Kurzmantel ist, habe ich Anfang der Neunziger gekauft, zum Abschluss meines Studiums. Ich brauchte ja „was seriöses“ für diverse Vorstellungsgespräche. Also sah der Blazer in den folgenden Monaten sehr viel von Deutschland :-) Er wurde von Kaufbeuren bis nach Walldorf geschleppt, von Karlsruhe bis Düsseldorf. Düsseldorf wurde es dann auch und ein toller Job, der mir riesigen Spaß gemacht hat. Nur mit Hamburg konnte Düsseldorf dann irgendwann nicht mehr konkurrieren und so zogen der Blazer und ich um und er wohnt immer noch bei mir. Das wird sic...

In drei Wochen vom Burnout zu neuen Spitzenleistungen!

Wer wissen möchte, wie das geht, dem empfehle ich einen Blick in die Weiten von Instagram. Da sind mir innerhalb von drei Minuten kürzlich gleich zwei Werbepostings begegnet, die genau das versprachen. Nummer eins, irgendein Coach, pries sein Programm an, das die Klienten mit Übungen, die nur zehn Minuten pro Tag in Anspruch nehmen, innerhalb von drei Wochen soweit „heilt“, dass sie innerhalb von drei Wochen neue Höchstleistungen vollbringen.  Kurzer Exkurs: Heilt steht in Anführungszeichen, weil ein Coach das gar nicht darf. Coaches dürfen nur it gesunden Menschen arbeiten. Folglich also auch genau genommen nicht mit Menschen, die einen Burnout haben. Das dürfen nur Menschen mit einer Heilerlaubnis, also Ärzte oder Heilpraktiker. Aber das scheint viele Coaches nicht weiter zu interessieren. Nun, hoffen wir, dass sie eine gute Berufshaftpflicht haben ;-) Hey, zehn Minuten pro Tag! Und ich Depp sitze acht Wochen lang täglich acht Stunden lang in einer Tagesklinik, betreut und b...