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Besser spät als nie: Mein März mit viel Meer



Sorry, dass es in den vergangenen Wochen sehr still hier war.  Aber mir war einfach nicht nach Schreiben. Ich hatte einfach viel zu viel damit zu tun, das Leben zu genießen, Dinge zu tun, die mir gut tun und viele, viele Bücher zu lesen. Da kam der Blog halt ein wenig zu kurz.


Und eigentlich sind Rückblicke, die mehr als zwei Wochen zu spät kommen, doof. Da das hier aber auch eine Art Tagebuch für mich selbst ist, bekommt ihr ihn trotzdem. Wem das zu doof ist, der muss auch nicht lesen ;-)


Joa, der März. Der war anstrengend. Vier Wochen lang Tagesklinik, von morgens um acht bis nachmittags um drei. Samt FFP2-Maske, weil die Coronazahlen wieder mal nur einen Weg kannten: Nach oben. Ich bin immer noch froh, dass es niemanden aus unserer Gruppe erwischt hat und wir die Therapie nicht nur gemeinsam begonnen, sondern auch beendet haben.


Und nach den Tagen, die ausgefüllt waren mit Gruppen- und Einzeltherapiesitzungen, ganz viel Achtsamkeitstherapie, vielen Vorträgen, noch mehr Yoga und Sport war ich abends vor allem eines: Platt. Am Spätnachmittag war ich gerade noch mal fähig, mit dem Kinde nach Entenwerder zu fahren, aufs Wasser zu gucken und einen Kaffee zu trinken. Abends gab es die zwei großen Bs: Basketball (meine heißbeliebten Towers kämpfen gerade um einen Platz in den Play-Offs) und Bücher und das war es auch schon.






Merke: Wenn man sich den ganzen Tag lang mit seinen Innereien auseinandersetzt, bleibt nicht allzu viel Energie übrig. Den Rest des Tages hat man nämlich ziemlich viel Stoff zum Nachdenken… Aber großartig war es trotzdem, vor allem weil ich einige Menschen gefunden habe, die mich wohl auch weiterhin durch mein Leben begleiten werden. Nach einer Gruppentherapie bleiben ziemlich genau zwei Möglichkeiten: Man mag sich oder man nutzt das erworbene Wissen, um das Gegenüber künftig zu erpressen ;-) Ich habe mich mal fürs Mögen entschieden.


Und immerhin blieb mir genügend Energie, um am Wochenende ans Meer zu fahren. Der März lud wettertechnisch geradezu ein. Ich glaube, in Hamburg gab es selten im Frühling so viele zusammenhängende sonnige Tage. Ich war also das eine oder andere Mal in Travemünde und ein ganzes Wochenende in Kühlungsborn in Lieblingshotel. Weil mir danach war habe ich mir diesmal nicht nur ein Doppelzimmer, sondern eine ganze Suite in meinem Lieblingshotel gegönnt. War grandios. Dumm nur, dass ich nun so schnell wie möglich eine Erbtante finden sollte, um auch weiterhin so eine nette Suite zu bezahlen… Vielleicht sollte ich doch für Nebeneinkünfte zur Erpressung greifen?









Das Wochenende hat soooo gut getan. Es gab leckeres Essen, jede Menge Kaffee, jede Menge Sonne und Wind ohne Ende. Also stundenlange Strandspaziergänge mit kräftigem Durchpusten inklusive. Und dann Sauna und Pool nonstop. Ich habe es sehr genossen.


Ja und dann? Dann war das Ende der Zeit in der Tagesklinik erreicht. Damit ist die Therapie noch lange nicht beendet, aber ein ganz großer Schritt in Richtung „Zurück in den Job“ ist geschafft. Und ich habe mir einen kleinen Traum erfüllt. Zwei Jahre lang war ich aufgrund von Corona nicht in meiner Lieblingsstadt. Dorthin führte die letzte Reise „vor Corona“ im Februar 2019, als ich über Menschen mit Masken im Flugzeug noch ein wenig gegrinst habe. Und dann war zwei Jahre lang - nichts.


Ich weiß gar nicht mehr, wann ich zum ersten Mal in Barcelona war. Es ist definitiv mehr als zehn Jahre her. Aber die Stadt hat mich gleich beim ersten Mal voll erwischt. Und dann bin ich jedes Jahr wieder hingefahren. Einmal, zweimal, manchmal dreimal pro Jahr. Ich wünsche mir, dass Barcelona in ungefähr zehn Jahren zu meiner zweiten Heimat wird - einen Platz tief in meinem Herzen hat die Stadt sowieso längst. Die Liebe habe ich scheinbar ziemlich konsequent weitergegeben: Im kommenden Jahr werden die Kinder dort ein halbes Jahr verbringen und 2024 bin ich dann dran. Ich möchte ein halbes Jahr dort „probewohnen“, bevor ich mich mit der ersten Rentenzahlung ganz in Richtung Katalonien verabschiede.


Aber da es ja noch lange nicht so weit ist, musste ich meiner Herzensstadt wenigstens einen kurzen Besuch abstatten. Das Ergebnis diverser Terminkalenderabstimmungen hatte ergeben: Fünf Tage sind drin und die haben wir aus vollem Herzen genossen. Ok, eventuell hat das Kind mich pro Tag rund 20 Kilometer zu Fuß durch die Stadt gejagt. Wir mussten schließlich nachprüfen, ob noch alles da ist! Fazit: Barcelona hat ziemlich unter der Pandemie gelitten. Viele keine Geschäfte gibt es nicht mehr. Aber meine Lieblingsbäckerei ist immer noch da, wo sie schon seit mehr als 100 Jahren ist und hat immer noch dieses grandiose süße Gebäck, das es nur in Barcelona gibt. Barceloneta ist immer noch zauberhaft, aber meine Lieblingspizzeria fehlt. Und trotzdem war es einfach schön, am Meer zu sitzen und den Surfern zuzuschauen, anschließend durch die Altstadt zu streifen und Patatas Bravas zu essen und auf dem Weg zum Hotel noch schnell dem Brunnen im Parc de Ciutadella einen Besuch abzustatten, bevor die Parktore abgeschlossen werden.











In Barcelona muss ich gar nichts, denn alle spannenden Museen habe ich schon besucht, die Sehenswürdigkeiten abgeklappert, in Camp Nou bin ich längst gewesen, den FC Barcelona habe ich spielen sehen und ich weiß, wo ich den besten Café con Leche bekomme. Und davon hatte ich dann auch einige Dutzend :-) Ihr seht, es war wunderschön. Und spätestens im Herbst bin ich wieder da. Und im nächsten Winter natürlich. Irgendwer muss ja auf die Kinder aufpassen :-)


Tja, und damit war er auch schon um, der März. Demnächst und etwas pünktlicher als diesmal geht es dann mit dem April weiter. Und einer riesigen Überraschung nebst neuen musikalischen Horizonten, die ich gerade anstrebe.


Liebe Grüße

Fran 

Kommentare

  1. Hach egal ich lese Deinen März jetzt auch noch gerne und natürlich Barcelona. Ich verstehe Dich! Die Stadt hat etwas magisches, ich will auch wieder mal hin. Aber die Welt ist groß, die freie Zeit rar. Toll dass Du geflogen bist, wir können doch nicht ewig so in einer Starre verharren. Die Kinder gehen ein halbes Jahr?! Suuper toll. Erinnert mich an London, Sarah 4 Monate London und wir haben sie 4x 5 Tage besucht. 🤭😂 Herrliche Zeit. Ich atme grade regelrecht Deine Fotos ein. Also wenn Du noch nen Barcelonapost oder drölfzig 😊 planst, ich bin dabei!
    Schlimm ist natürlich was Corona angerichtet hat, überall.
    Liebe Grüße Tina

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    1. Ich bin sooo neidisch auf die Kinder. Und werde sie besuchen, so oft es möglich ist. Und mit ein bisschen Glück beschert mir wenigstens eine der jungen Damen einen katalanischen Schwiegersohn *grins* Aber ich habe ja dann voraussichtlich 2024 ein halbes Jahr in meiner Lieblingsstadt.
      Und der Barcelonapost kommt. Oder mehrere. Ich liebe diese Stadt einfach, ich kann nicht anders.

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  2. Barcelona hat uns seinerzeit auch gleich voll in den Bann gezogen. Obwohl es sehr turbulent in der City ist gibt es doch viele schöne Orte der Entspannung. Und das Leben am Mittelmeer ist einfach entspannter, weil wärmer als bei uns im kalten Norden. Außerdem gefällt mir die Mentalität der Menschen dort. Deine Sehnsucht kann ich gut nachvollziehen.

    Liebe Grüße
    Sabine

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    1. Stimmt, Barcelona hat alles. Trubel und himmlische Ruhe. Im Moment ist es recht ruhig, der Tourismus ist noch längst nicht auf Vor-Corona-Stand. Aus meiner Sicht muss er da auch nicht mehr hin, im Sommer war es in den letzten Jahren nur noch eine Quälerei.

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  3. Hola, Fran,
    So schön, dass Du in Barcelona warst. Ich war ja 2018 dort, eine Ewigkeit und viele Veränderungen her... du hast mir damals gute Tipps gegeben.
    Es gab ja so wahnsinnige viele kleine Läden in Barcelona, das hat mich fasziniert. Ich hoffe, dass das Ladensterben nicht allzu groß war. Du hast ja selbst schon etwas davon erlebt. Aber Deine Freude über die schöne Stadt hat sich nicht getrübt, das ist toll.
    Witzigerweise habe ich auch bald einen Post mit Barcelona, der liegt schon fertig in der Warteschleife :-).
    Dein März hatte es ja generell in sich und der April kommt mit einer Überraschung, langweilig wird es mit Dir nicht!
    Herzlich, Sieglinde

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    1. Die kleinen Läden in der Altstadt liebe ich. Da können sich alle Zaras dieser Welt gern gehackt legen. Viele sind noch da, immerhin. Und ich habe auch schon wieder eine Neuentdeckung gemacht. Die stelle ich demnächst vor.
      Auf deinen Barcelona-Post freue ich mich riesig!

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  4. Hui. Das sind aber schon richtig konkrete Zukunftspläne, die Du da machst. Ich hab meinem Sohn auch immer vorgeschlagen, er solle mal ne Zeit ins Ausland. Oder an eine Uni in einer anderen Stadt. Wollte er alles nicht. Nesthocker. Wie seine Mutter.
    Aber so ist das. Die Menschen sind nicht gleich.
    Das diese Tage in der Therapie richtig anstrengend waren, glaube ich aufs Wort.
    Als ich vor ü10 meinen Führungskurs machte ging das über ein Jahr. Alle 2 Monate eine Woche. Eine super intensive Zeit mit dem sehr guten Dozenten und der kleinen Gruppe. Wir haben uns auch vor Corona noch regelmäßig zur "Kollegialen" Beratung getroffen und alle 2 Jahre durften wir ein paar Tage "draußen" eine Auffrischungskurs/Workshop machen. Das war toll. Ein sehr intensives Erlebnis. Auch hier flossen auch mal Tränen. Der Dozent hat fast jeden an seine Grenze gebracht. Was auch gut ist. Denn auch im Führungsalltag stößt man mal an Grenzen. Und es ist immer interessant zu schauen, wie mal im Ernstfall reagiert und sich so (mit der Gruppe) eine Strategie zurecht legen kann.
    BG Sunny

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    1. Den Plan habe ich schon lange, eigentlich sollte er in diesem Jahr schon realisiert werden. Dann kam Corona und dann kam der Burnout.... Also überholen mich jetzt die Kinderlein. Die sind beide das Gegenteil von Nesthockern. Kind, klein, wohnt hier zwar noch. Aber sie ist quasi auf dem Absprung nach dem Bachelor im Sommer.
      Die Therapie war höllisch anstrengend, aber sie war auch ganz hervorragend. Ich habe so viel über mich gelernt wie nie zuvor. Und jetzt hoffe ich, dass das mir beim Wiedereinstieg hilft.

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  5. Buenos Dias,
    Barcelona gefällt mir auch sehr. Ich kann mir vorstellen, dass die Pandemie da auch außerhalb der Krankheit ganz schön gewütet hat, Spanien war ja leider extremst betroffen.
    Coole Idee mit dem Probewohnen und überhaupt. Es ist schön, dass du alles so gut überstanden hast und weiter den Weg gehst.
    Jetzt warte ich auf die Deutsch-Rapperin FRAN-Tastic- yo! Oder eher Popmusik?
    Hab einen schönen Tag und liebe Grüße
    Nicole

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    1. Ach du liebe Güte, als Rapperin tauge ich wohl gar nicht. Ok, ich kann nicht singen. Das könnte nützlich sein. Nee, im Moment sind es Tonleitern rauf und runter. Mit links und rechts und überhaupt.
      Die Kids dürfen die größten Hindernisse beim Probewohnen schonmal testen und eine schöne Wohnung suchen. Die übernehme ich dann einfach. Immerhin sind die Preise nicht mehr ganz so verrückt wie bis zur Coronazeit...

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  6. So soll es sein: es sich richtig gut gehen lassen! Perfekt.
    Und wie gut, dass ich dann in Zukunft einen guten Grund mehr habe, um endlich mal nach Barcellona zu fahren. Tatsächlich war ich nämlich noch nie, weil es immer heißt, dass es zu voll sei. Wobei ... auf Deinen Fotos sieht es jetzt nicht gerade überfüllt aus...
    Aber hier ist es ja auch gerade nett und also wünsch ich Dir eine schöne 2. April-Woche :-)

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    1. Es war vor Corona zeitweise irre voll. Das war nicht mehr schön, vor allem die auffallendste Klientel - junge, 24 Stunden betrunkene Menschen ohne eine Spur von Benehmen - war wirklich anstrengend. Diesmal war es wirklich leer. Wenn Barcelona, dann also jetzt. Und nie, wirklich niemals im Juli oder August. Siehe oben.

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  7. ¡Hola, guapa! Ja, Barcelona ist wunderbar! Ich war oft dort, besonders als wir ein Haus in Spanien hatten. Nachdem wir das Haus verkauft hatten, wurden Reisen dorthin leider sporadischer. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal dort war. Sicherlich hat Spanien in den letzten Jahren sehr gelitten, aber mit der Rückkehr des Tourismus wird es sich sicherlich bald erholen. Ich freue mich sehr, dass dein Monat wunderbar und voller guter Energien, Sonne und Frieden war. Möge es so weitergehen...
    Alles Liebe,
    Claudia

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    1. Hihi, so begrüßte mich auch das Zimmermädchen, als ich völlig verpennt in meinen Hotelschlappen auf dem Weg zum Frühstück war... ich hab selten so sehr gelacht. Sie auch.
      Ein Haus in Spanien - das ist toll! Mir würde eine klitzekleine Wohnung in Barcelona ja schon reichen! Und ja, der Tourismus wird sich erholen. Da bin ich ganz sicher. Die Stadt ist einfach zu schön!

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  8. Hört sich alles sehr gut an! Ich freu mich für dich und drück die Daumen, dass es so weitergeht. Die Kinder in Barcelona: das hast du wirklich geschickt eingefädelt :-DDDD
    Liebe Grüße
    Maren

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    1. Ja, nicht wahr? Ich habe sie einfach so häufig dahin geschleppt und mit leckeren Dingen gefüttert, dass die gar nicht anders können. Bin scheinbar doch Pro, was Erziehung angeht ;-)

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